KLANGSCHWARZ…

d14_FRIDERICIANUM – KOHLE SÄCKE STAHL… JANNIS KOUNELLISd14_FRIDERICIANUM_KLANG UND KOHLE_I_P1680367gespräche und fotos um den kohlensackkreis herum – bis – bis sie von dem getöse des gongs auseinandergerissen werden.
schön angeordnet das ambiente – auch der freie raum ringsherum ein gewinn. luft zum durchatmen. das durchdringen des hintergrundes des kunstwerkes nicht unbedingt erforderlich – es gibt genügend raum für eigene ideen.

d14_FRIDERICIANUM_KLANG_II_P1680326kameras werden getauscht – machst du ein bild von mir – das ist schon mal der anfang eines gespräches. die szenerie hat sich verändert – die bunten sommervögel sind grauen eminenzen gewichen und draußen eher regnerisch. das färbt ab. wenn die sonne zwischendurch kommt, lange wunderbare schatten von den fensterrahmen. sie erhöhen ein bild von einem kunstwerk enorm.

d14_FRIDERICIANUM_KLANG UND KOHLE_III_14.09 d14_FRIDERICIANUM_KOHLE MIT RHOMBE_VI_P1680335

d14_FRIDERICIANUM_GONG_14.091d14_FRIDERICIANUM_GONG_TAKIS_P1680401 d14_FRIDERICIANUM_ZETTEL_P1680333

d14_NÄHEN UND TRENNEN…

IBRAHIM MAHAMA – HENSCHELHALLE

IBRAHIM MAHAMA_HENSCHEL_I_P1680121es ist wie im richtigen leben aufbauen und abbauen. es ist ein reges treiben in der halle. das, was in wochenlanger arbeit, genau bei zwölf performances, zusammengenäht wurde, wird nun in lange, breite streifen getrennt und geschnitten und zu dicken ballen zusammengerollt. es soll verschickt werden, und in  grenoble und italien für neue werke bereitgestellt werden.

IBRAHIM MAHAMA_HENSCHEL_ALLE_12.092   IBRAHIM MAHAMA_HENSCHEL_ABSCHLUß_I_12.09julia raunt mir zu, um zwölf kommt ibrahim. und dann ist er auch schon da, pünktlich und genau. wir fallen uns in die arme wie alte bekannte – so eine freude aber auch. eine überraschung, mit der ich nicht gerechnet hatte. begrüßung und fotografieren auf allen seiten.

IBRAHIM MAHAMA_HENSCHEL_ABSCHLUß_II_12.091HENSCHELHALLEN_endschnürung_12.09 IBRAHIM MAHAMA_SACKBÜNDEL_FERTIG_P1680292IBRAHIMM MAHAMA_ABSCHLUßBILD_P1680195IBRAHIM JAMAHA_HENSCHELHALLE_LEER_P1680305und dann geht es ganz schnell. um 12 lagen fast alle sackstreifen noch am boden. julia gibt anweisung, sie weiß wie, bis zur mitte, in drittel. es staubt ungeheuerlich und ich bin eingehüllt von dem wahnsinnig eigentümlichen sackgeruch. – eine stunde später war alles zusammengerollt und wurde verschnürt. das team arbeitete ungeheuer konzentriert, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. noch ein letztes foto von der leeren halle – ein letzter blick und tschüss…
am montag, wenn die torwache abgehängt werden soll, ist ibrahim mahama nicht dabei, leider – er ist dann schon in g.

ÜBERNATÜRLICHE WELT…

d14_LANDESMUSEUM KASSEL – MATA AHO COLLECTIVE…d14_LANDESMUSEUM_THANIWA_O_P1670935BLAUER FETZEN – schießt es mir durch den kopf – wie ein wasserfall rauscht er von der decke, gibt dem raum etwas besonderes. die aufseherin sagt zu mir, die meisten fotografieren von der anderen seite, da ist mehr licht, da können sie die struktur besser erkennen – und dass es an tsunami erinnern soll. ich fotografiere von allen seiten, damit ich es begreife, aber tsunami springt mich nicht an.

TANIWHA, wohl ein wassergeist, ist für die maori schützend als auch furchterregend gleichermaßen. er/es /sie bringt überraschendes und auch schreckliches. alles ist drin. die blaue welle gibt viele fantasien frei. auch, dass sie sich hier nicht manifestieren wird beruhigt mich.

d14_LANDESMUSEUM_DER BLAUE FETZEN_I_07.096d14_LANDESMUSEUM_THANIWA_DER BLAUE FETZEN_II_07.097d14_LANDESMUSEUM_THANIWA_BLAU_P1670948

d14_NEVIN ALADAG

LANDESMUSEUM KASSEL – JALI…
GLASIERTE KERAMIK
d14_LANDESMUSEUM_SCHIRMWAND_P1670903da bist du ja, hätte ich fast gesagt-  so lange habe ich gebraucht, um diese auf mich poetisch wirkende sichtfassade zu finden. mit ihren verschiedenen mustern hat sie etwas märchenhaftes. die farbe trägt noch dazu bei.

d14_LANDESMUSEUM_NEVIN ALADAG_I_P1670926 d14_LANDESMUSEUM_NEVIN ALADAG_II_07.093poetisch die vorstellung, dass ich hindurchsehen kann, ohne selbst ganz gesehen zu werden, dass die wand entblättert und verbirgt. diese doppelwirkug ist reizvoll. ich nähere mich, entferne mich, um die unterschiedlichen bilder einzufangen, berühre auch, was niemand merkt – die mauer kalt und glänzend. die menschen geben eine neue dimension, machen aus sichtnischen mauern.

d14_LANDESMUSEUM_NEVIN ALADAG_III_07.095sie stehen auch nicht, um wirklich etwas abzuschirmen. der flur birgt keine geheimnisse, die muß ich mir dazu denken.
die einzelnen bausteine der gefalteten wand beruhen auf verschiedenen mustern von mashrabija, einer architektonischen fassadenstrategie des maghrebs, sowie des nahen und mittleren ostens.
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d14_BRACHIALE GEWALT…

d14_DOCUMENTA HALLE – MIRIAM CAHN

diesen raum werde ich nie vergessen – so wolfgang niedecken bei seinem documenta rundgang mit markus brock.

dieser raum ist immer proppevoll. was ist es, was die menschen anlockt, fesselt. es macht neugierig, was miriam cahn da aufzeigt – es schockt auch – das nichtalltägliche hat seinen reiz. drei junge frauen sind neugierig auf den – sexraum – wie sie ihn nennen.

was miriam cahn genau benennen will, kann ich nicht sagen. ich frage mich, kann man gewalt überzeugend malen, wenn frau sie nicht selbst erlebt hat. schweiz…

es scheint mir üblich, sich mit dem, was man macht, an das schreckliche, an flüchtlingsleid und gewalt, an politische misere anzuhängen, um mit dabei sein zu können. überzeugen tut es nicht…d14_DOC HALLE_V_P1670639d14_DOC HALLE_I_01.095 d14_DOC HALLE_III_01.097 d14_DOC HALLE_ORGANE__01.094

DEN WEINBERG ERKLIMMEN…

D14_WEINBERG_AUFGANG_TREPPEN_03.092einmal von der d14 ausruhn – ihr aus dem weg gehen – aber weit gefehlt. der weinberg mit seinen sitz- und liegeplätzen ist zum lieblingsort der d14-besucher/innen geworden. die angrenzende grimmwelt belagert wie bei einem volksfest. naja, volksfestähnlichen charakter hat die d14 schon. von kunst keine rede.

wieder sind die gespräche mein anhaltspunkt und lieblingsthema. wien, münchen/athen, düsseldorf und sogar kassel einige male. kassel ist weltstadt.
hier soll kunst sein und wo denn. da weiß ich es noch nicht, muß selbst noch schaun und – welcher bus fährt denn zu den wasserspielen. meine tochter will das wasser sehn. da ist es schon gleich 17 uhr und die spielerei sicher schon am ende.

das frühere gewächshaus – heute eine ruine – erregt immer wieder meine aufmerksamkeit. es wird sträflich vernachlässigt. da könnte doch, sagt eine frau, und erwähnt auch gleich, warum es diesen weg nicht geht. da müßten einige auflagen erfüllt werden. – und ich frage mich immer, wieso nicht…

auch das marmorzelt aus athen, etwas abseits platziert zum glück, umlagert und zum fotohintergrund für die ganze familie auserkoren, hat hochkonjungtur. das flüchtlingsthema nicht in betracht gezogen. auch ich lege mich hinein, lasse ein foto machen und frage, wievielen menschen muß es denn unterkunft bieten. ich komme auf drei. nee nee – acht mindestens und gestapelt noch ein paar mehr. jux statt kunst, blödelei statt flüchtlinge.

ich wollte in ruhe hier sitzen, mich von der d14 erholen und einen latte schlürfen. daraus ist nichts geworden – zu viel los. das legt sich hoffentlich bald wieder…

d14_WEINBERG_MENSCHEN AUF EMPORE_P1670754

D14_WEINBERG_BLICKE VON OBEN_03.093 D14_WEINBERG_grimm_03.091 D14_WEINBERG_MARMORZELT_03.09 D14_WEINBERG_REBECCA MELHORE_P1670812 d14_WEINBERG_REITERBILD_P1670793

D14_WEINBERG_NATAN POHIO_P1670796

KUNST BLEIBT KUNST…

d14_DOCUMENTA HALLE_
guillermo galindo – fluchtzieleuropahavarieschallkörper 2017…
d14_DIC.HALLE_MUSIK BOOT SAITEN_P1670538lesbos, wo ich jahrelang meine kreistänze aufspielte und die musik mir noch in den ohren tönt.
hier tönt nichts. einer sagt, da müßte man jetzt drauf spielen können. finde ich auch. das würde die szene beleben, gäbe aktion unter den besucherinnen und besuchern. in kauf genommen, die instrumente würden dabei zerzaust, aber das wäre kunst – lebendige kunst.
als einer sogar in die saiten greift, springt eine aufsichtsperson heran – das dürfen sie nicht. was man alles so nicht darf – ein eigenes buch ergäbe das.

d14_DOC HALLE_BOOT III_01.092 d14_DOC HALLE_BOOT_P1650793ich beschließe, mir die bootsteile näher zu betrachten – schaut eine zu und sagt – sie machen kunst aus kunst. jaja, ich mache KUNST AUS KUNST. das ist die einzige möglichkeit, selbst in aktion zu treten, dem kunstgespenst näher zu kommen.

d14_DOC HALLE_BOOT_I_01.09 d14_DOC HALLE_BOOT_II_01.091es ergeben sich gespräche, ich schaue ein weiteres mal und ganz neu – und ich finde, dass die kunstprojekte schlecht, sehr schlecht ins licht gerückt sind. neuerlich, oder schon eine ganze weile, sind sonnenschutzmatten auf den scheiben angebracht. das nimmt das licht und die roten filzstränge von CECILIA VICUNA  hängen von der decke, wie nasse lumpen – schade. die inspiration ist futsch. warum kümmert sich nur niemand. ja um kunst muß man sich kümmern – sie kann es ja nicht selbst.

BEREIT ZUM ABSCHIED SEIN UND NEUBEGINNE…

ROSADORAS FILM
von christina ecknigk OK
SÄCKE_P1240275_bearbeitet-1

finissage

kein müdes lächeln
lautes klatschen

herr h. von fraunhofer
hatte sich den film schon
dreimal im netz angeschaut
wollte ihn – hier zur finissage -
aber noch einmal sehen

ein paar bilder
nicht die ganze ausstellung
aber den film -
das könnte er sich vorstellen
für den neubau

Ein wirklich guter Film.
Gut in Bild und Ton.
Er müsste eigentlich im hr abends laufen.

schreibt hermann-josef rapp
jupp – ein freund
wald- und urwaldspezialist
der schon zahlreiche bücher geschrieben
und immer wieder filme über ihn

anrührend
stellt elke fest
nun bin auch ich gerührt
ich sage oft
dass ich mir aus lob nichts mache
und dann ist es doch
an- und auftrieb für neues

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

h. hesse

SACKWEISE…

EIN BAHNHOF VERSCHWINDET…

der bahnhof ist verschwunden – die film- und fotoausstellung auch – 3 monate – immerhin.

zur finissage der auftritt der weißen säcke – SACKWEISE – reihenweise, vereinzelt, verbunden auch – ein kunststück, wie mir die kunst nicht nur sack- sondern auch haufenweise – auch vereinzelt – zwischen meinen film- und fotoarbeiten auf dem bahnhofs-abbruchgelände begegnete – nicht unbeachtet – mir im nachhinein noch gedanken entlockend, mich ergreifend – eben wie sahnetörtchen.

die schau ist aus – es beginne die schau…

SACKWEISE

sackbahnhof eh
am ende der welt
mitten in deutschland
abgehängt
den zoll- und verlade
ganz und gar beglichen

auf freiem acker
erdmassen
verfeinert mit kalk
säcke
aneinandergelehnt
wie ein chor
ich lausche
ich schaue
begeistert
fange ich bilder
lasse sie tönen
singen auch
und freundlich schaun
ohne himmel
stehn sie geerdet
wolken
ziehn sie nach oben
regen löscht
nebel vertuscht
schmeichelsonne
lässt sie leuchten
in weißem weiß
mal blau
mal rot
mal grün gefaßt
auch ganz weiß
mein lieblingsmodell

an den schleifen
nein
nicht getragen
vom aufspießbagger
verhoben und versetzt

die säcke
sie schmücken
sie locken auch
fordern mich heraus
ein bild zu machen
dazu noch
schön in pose gesetzt
wie stars am nebelhimmel
wie geduckte im regen
und strahlende
mit der sonne um die wette

fotogen sind sie
zwischen den erden
die einzig leuchtenden
aufmerksamkeiterheischenden
und
verführbar ich
ein guter ausschnitt
läßt mich erweichen
fügt foto an foto
und da ist sie
die erinnerung
festgehalten
zum erstaunen
und nachsinnen

am flüssig-erden-terminal
kein kalk
carbofill E2
so weiß
wie der kalk
nicht zu unterscheiden
sie waren die ersten
die mich verblendeten
mit ihrem weißen weiß
schön angelehnt
mit verlockendem
hintergrund
an grüner brandkasse
sackähnlich
gegen blauen himmel
zauberfarben
wie sie sich mischen
mich bildschaffend
locken und begleiten

gegen schlamm
nicht minder schön
als gegen erdberge
plötzlich überall
tauchen sie auf
wie sahneschäumchen
auf dunklem grund
ermuntern
in diesen massen
aufbau
und es wird wieder werden

wie puderzucker
auf braunen erdhügeln
weißer zauber
das erbraun mildernd
wie schneebedeckt
die täuschung
ist gelungen
weißbraune kunst
das bild zeigt sie
effekt nicht nachprüfbar
es ist nur
was du siehst

ich liebe sie
diese weißen blickfänger
liebe sie mehr
als sahnetörtchen
streichle sie auch
im vorübergehn
mir wird warm
sie sind aufgeladen
vor werdensfreude
genießen
für einige tage
den tagtraum
bevor man
den kalk den weißen
einbringt
in dunkelstes dunkel
erdvermischt
zur anreicherung
fruchtbringender erden

nach 3 jahren noch
gehen sie mir nicht
aus dem sinn
der kalk über den acker
wie puderzucker
und wohin die leeren säcke

rosadora

EIN BAHNHOF VERSCHWINDET…

FINISSAGE…

am montag, 28. august um 18 uhr – die künstlerin ist anwesend -  wird die bahnhofsausstellung beendet.
juni – juli – august – für 3 monate erinnerten sich viele kasseläner/innen an einen der ausstellungsorte der documenta 13. auch documenta-besucher/Innen der d14 ließen sich durch die ausstellung führen und lauschten gern den damit verbundenen geschichten.

der film – ein portrait der künstlerin rosadora für den zeitraum des abbaues
des zoll- und verladebahnhofs – fand großes interesse. er wurde am mittwoch dieser woche noch einmal im fernsehen des offenen kanals gezeigt. außerdem ist er abrufbar im netz unter:

http://www.mediathek-hessen.de/index.php?ka=1&ska=suche&suchwort=ein+bahnhof+verschwindet

das STADTMUSEUM KASSEL übernimmt die gesamte ausstellung. eine große ehre für die künstlerin – kasselänerin  – in kassel geboren – in kassel studiert.
die abbauarbeiten der firma dennis schnittger werden in szene gesetzt, den arbeitern als denkmal.
mit den bildern wird der zoll- und verladebahnhof und damit ein teil stadtgeschichte in erinnerung bleiben.