LADESTRASSE II_ABBRUCH 2017…

ALTER HAUPTBAHNHOF NORD…

BAHNHOF LADESTRASSE II_vorwärts mitte rückwärts_07.11nicht so spektakulär wie der abbruch des ersten teiles der ladestraße 2014 – zoll- und verladebahnhof – ist der übriggebliebene. die besitzverhältnisse erschwerten und erschweren das vorankommen und  das nichtvorhandene geld – stadt, bahn, fraunhofer – teilen sich diese verwegene gegend.

BAHNHOF LADESTRASSE II_BACKER_07.112 BAHNHOF LADESTRASSE II_ROTER BACKSTEIN_07.111erledigte die abräumarbeiten 2014 eine hiesige firma – denis schnittger – ist die vergabe diesmal an eine auswärtige firma gefallen – stock, hünfeld.
vier wochen soll das ganze dauern – erzählte mir der bauleiter der firma. ganz schön schnell vorangekommen ist der abreissbagger. nicht so aufreisserisch wie bei schnittger auf dem doch viel größeren gelände, mit den vielen tätigkeitsfeldern, ist dieser teil.

BAHNHOF LADESTRASSE II_HAUSREST MIT HALBEM DACH_07.113BAHNHOF LADESTRASSE II_DEFEKTES BAGGERMAUL_07.115das ganze zu dokumentieren und mein eigener anspruch, meine kunst auch noch zu bedienen, ist ganz schön verwegen. genauer gucken, geduldiger gucken, fantasievolles blicken – naja, irgendwie ist das zu machen und mit jedem besuch wird es spezieller. die ästhetik ist ja immer vorhanden, aber sie aufzuspüren ist jeweils wieder eine neue herausforderung. auch der geringste abfall hat noch seinen reiz und auch seine ästhetik, wenn ich ihn ins rechte licht rücke. ich schenke ihm meine aufmerksamkeit und registriere die veränderungen, das ist eine enorme anstrengung.

BAHNHOF LADESTRASSE II_RÜCKSEITE_07.114BAHNHOF LADESTRASSE II_KUNST_STEINRESTE_07.116die veränderungen erzählen spannende geschichten und mein geist hüpft hin und her, um sie zu finden.
die liebe zum detail und die überzeugung, dass es nichts geringfügiges gibt, dass alles seinen stellenwert hat, vermag das. das ist eine innere einstellung – meine.

MEMORIAL ASCHROTTBRUNNEN KASSEL…

KÜNSTLER: HORST HOHEISEL…ASCHROTTBRUNNEN VON OBEN_RATHAUSTREPPE_P1690254

Sinkt jeder Tag hinab in jeder Nacht,
so gibt’s einen Brunnen,
der drunten die Helligkeit hält.
Man muß an den Rand
des Brunnendunkels hocken,
entsunkenes Licht zu angeln
mit Geduld.

Pablo Neruda

hinabgesunken ist der brunnen
sein rauschen
läßt vergangenes
wieder auflauschen
er zieht mich in bann
ruft ins erinnern
was den judenhass
tilgt auf ganz eigene weise

reingewaschen die schmach
stunde für stunde
gefangen das entsunkene licht
in den stunden des tages
in den herzen der menschen
denen die trauer
niemals abhanden gekommen ist
brunnendunkles schweigen

rosadora

ASCHROTTBRUNNEN_KL. TAFEL_P1690214

 

ACHROTTBRUNNEN_8 TEILE_P1690228 ACHROTTBRUNNEN_WASSERROST_P1690234

Negative Memorial Aschrottbrunnen (Kassel 1986/87);

ich stehe auf dem brunnenrost als es zu rauschen beginnt. es reißt mich mit, augen und gedanken können sich nicht beruhigen. im schlaf finde ich keine ruhe. die vorkommnisse der vergangenheit halten mich wach. erst jetzt schafft das vergangene durchbruch zu mir.
als junge frau kenn ich den brunnen als blumenschüssel, dann wieder als brunnen und später als diese umgekehrte form von horst hoheisel. so viele erinnerungen habe ich, dass ich sie gar nicht bündeln kann. und die zerstörung von kasseler bürgern, die ihn einen judenbrunnen nannten, weil der mensch, der ihn erbauen ließ, ein jude war, habe ich lange nicht gewußt. er wurde 1939 von nationalsozialistische Aktivisten demoliert – 1939 wurde ich grade mal geboren.
heute springen kinder darauf herum, schäkern mit dem rauschewasser und können nicht ermessen, was es wirklich ist. auch für die erwachsenen ist es nicht leicht. rings um den brunnenrand stehen jahreszahlen, aber ohne erklärung ists nicht zu knacken. das könnte vielleicht einen denkanstoß geben – eine tafel auf der steht, was los ist…

ACHROTTBRUNNEN_EINZIGER LAUF_P1690236 ASCHROTTBRUNNEN_4 WASSERRINNEN_13.101 ASCHROTTBRUNNEN_8 BESCHRIFTUNGEN_12.10 ASCHROTTBRUNNEN_8 RICHTUNGEN_13.10

Aschrottbrunnen [Kassel 1985]
1908 stiftete der Kasseler Unternehmer Sigmund Aschrott zum Neubau des Rathauses einen Brunnen und beauftragte den Rathausarchitekten Karl Roth, diesen zu entwerfen. Es entstand eine 12 Meter hohe zwölfstufige Pyramidenskulptur auf einer Sandsteinfassung. Über dreißig Jahre lang prägte der Brunnen das Kasseler Stadtbild und wurde zum Symbol des Bürgerstolzes. Am 9. April 1939, vor dem Reichskriegertag, demolierten nationalsozialistische Aktivisten den »Judenbrunnen«. Sigmund Aschrott, der Stifter, war Jude. Das Brunnenbecken blieb zurück, wurde als Blumenbeet genutzt, bis man es 1963 durch einen Springbrunnen ersetzte. Nichts erinnerte mehr an den Obelisken, den Aschrott seiner Heimatstadt gestiftet hatte. Der so unschuldig anmutende Springbrunnen war zum Zeichen des Vergessens geworden. In den frühen 80er Jahren nahm der Erinnerungsdiskurs eine neue Wende, einige begannen hinzuschauen auf das vom eigenen Land verursachte Grauen, und so kam es zu dem Ideenwettbewerb zur Neugestaltung des Brunnens. Es entspann sich eine heftige Diskussion. Am liebsten hätten viele Bürgerinnen und Bürger es gesehen, wenn der alte Brunnen in seiner ganzen Pracht wieder errichtet worden wäre. Unbeschädigt auferstanden wie der Phönix aus der Asche. Horst Hoheisels Idee dagegen war eine ganz andere. Sein Entwurf sah vor, den Brunnen als verlorene Form spiegelbildlich in den Rathausplatz abzusenken. So wurde die Pyramide zum Trichter, in den das Brunnenwasser sich geräuschvoll hinabstürzt. Das bis ins Grundwasser reichende Spiegelbild des einstigen Brunnens wurde somit zum Zeichen des Bruchs, der Leere, die entstanden war und die nicht mehr zu füllen ist. Als offene, nicht heilende Wunde ist der Brunnen heute ein Ort der negativen Präsenz, mitten in der Stadt vor dem Rathaus. Es ist nichts zu sehen, das Denkmal fehlt. Und wie Hoheisel selbst schreibt: »Das eigentliche Denkmal ist der Passant, der darauf steht und darüber nachdenkt, weshalb hier etwas verlorenging.« 
[Aus: Eva Schulz-Jander Erinnerung hat keine Gestalt – Katalog Zermahlene Geschichte]

SALZMANN IN KASSEL…

LESERBRIEF AN DIE HNA…
jetzt sollen doch wohnungen in bettenhausen gebaut werden

SALZMANN FACTORY_2017_P1690435
HNA vom 14.09.10
Eine klare Aussage zur Zukunft der geplanten Multihalle auf dem Salzmanngelände gibt es von Investor Dennis Rossing gut eine Woche nach dem Aus für die Huskies noch immer nicht. Wir haben nachgehakt, wie die Rosco-Gruppe andernorts Geld verdient.

Kassel. Einkaufszentren entwickeln, hochziehen, die Geschäftsflächen vermieten und dann das ganze Projekt möglichst schnell wieder mit Gewinn verkaufen – so sieht das Geschäftsprinzip der Rosco-Gruppe aus, hinter der die Bad Hersfelder Brüder Dennis und Walter Rossing stecken.
flörsheim
gießen
frankenberg

mißglückte beispiele aus der vergangenheit – seit 1910…

HNA vom 28.10.17

nicht zu glauben ist einfach, dass rossing nun aus anderen motiven handeln wird.
wenigstens die pläne müßten mal auf den tisch, bevor verhandelt wird – und die bitte für die öffentlichkeit zur besichtigung frei geben – wohlgesagt – die pläne – nicht das fertige bauvorhaben. bezahlbarer wohnraum – klingt nach allzu billiger lösung sozialer wohnungsbau gerne, aber nicht auf dem salzmanngelände. die soll als ruine und industriedenkmal erhalten werden.
und – sie ist nicht so verfallen, dass nicht einige räume zu nutzungszwecken kultureller art  zur verfügung gestellt werden könnten. die stadt kassel, die ja immer klagt, dass sie kein geld hat, muß investoren aufspüren, damit das unterfangen, die gebäude zu sarnieren, gelingen kann.

kasseler rathaus
Im Kasseler Rathaus sieht man die Bewegung in Sachen Salzmann positiv. „Ich bin da ganz guter Dinge“, sagt Kassels Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne).
einem NICHTKASSELÄNER scheint das anliegen vollkommen am hut vorbeizugehn. hauptsache, das ding ist vom tisch. dass es auch vielen kasseler|innen und kasselänerInnen ebenso geht, tut mir sehr leid.
kassel wurde vom krieg fast völlig zerstört, da sollten wenigstens die wenigen industrie- und kulturdenkmäler erhalten werden, allein schon wegen der geschichte, die immer mehr verloren geht.

in palmyra baut man aus trümmern ganze kulturdenkmäler wieder auf – wieso sollte dann hier aus einem ziemlich kontakten gebäude so etwas nicht auch gelingen. ich weiß – das geld…

SALZMANN STATT OBELISK…

SPENDEN FÜR DEN ERHALT DES SALZMANN KULTURERBES…
SALZMANN_NORDSEITE_15.10wären die kasseläner echte kasseläner und an ihrer stadtgeschichte auch nur einen hauch interessiert, sie würden spendengelder für den erhalt des kultur- und industriegebäudes SALZMANN sammeln und nicht für einen obelisken, der zu kassel nicht auch nur einen hauch von verbindung herstellt. die letzte documenta kann der aufhänger ja nicht sein – die war ja wohl ein flopp. was ist es dann, das menschen immer wieder an neuerworbenem festhalten läßt. der trieb scheint mir dort gelagert, wie der alljährliche kauf  von weihnachtsplunder, den man nicht einmal braucht, doch unbedingt haben muß.

SALZMANN_SCHORNSTEIN_15.101SALZMANN_DURCHGEKLETTERT_TURM_15.10 SALZMANN_TURM GANZ_P1690410
die stadt kassel hat in der zeit von 2012 – dem beginn des abbruchs – drei  inverstoren gefunden und wieder verloren. die begonnenen arbeiten gerieten immer wieder ins stoppen, wegen vorliegender altlastprobleme. keiner will sie entsorgen, und so blieben die neuen baufantasien eben nur fantasie.
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immer wieder gibt es versuche, – den kasten – in brand zu setzen, und die vergehende zeit in die länge zu ziehen, damit der kulturschutz nicht mehr wirksam werden und das gebäude dem erdboden gleich gemacht werden kann.

jedesmal wenn ich mich daran mache, das industrieerbe zu besuchen, um es zu fotografieren, weint etwas in mir, ob des fortschreitenden verfalls. aber auch sehe ich die bemühungen der stadt, die verfallschäden in grenzen zu halten, indem sie fenster erneuert und dachabdeckungen dichtet.
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ein rest stolz ist dem gebäudekomplex noch anzumerken, so, als würde er sich recken und strecken und so sonnenbeschienen einen glanz erzeugen, als könne ihn nicht wirklich jemand ausradieren. und ich werde immer wieder fotografieren, was sie ihm antun werden – auf- oder abbau. heute hat er mich sogar auf sein gelände eingeladen – sowas aber auch.
er wird lebendig bleiben in der erinnerung und die damit verbundene salzmann geschichte auch.

NEORENAISSANCEJUGENDSTIL…

d14_LANDESMUSEUM KASSEL…

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dieses museum – 1913 erbaut – hat zwei weltkriege fast unbeschädigt überdauert. das haben wir gemeinsam – überdauert. den zweiten weltkrieg überdauert. es wurde überarbeitet und 2016 wieder eröffnet.

eine frau aus den niederlanden bedauert – die schönen tapeten. ja es war einmal tapetenmuseum und hat bei der letzten documenta als solches eindruck hinterlassen.
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LANDESMUSEUM_HALTEGRIFF_P1670902

und dieser handlauf – wie er scheinbar die energie von oben nach unten leitet, sich bündelt und zusammenrollt. ich bin ganz vernarrt in ihn.

d14_LANDESMUSEUM_TREPPEN_07.091auf dem treppenabsatz zwei gegenüberliegender treppen kommen wir uns beim fotografieren in die quere. er stört mein bild – ich seines. ich bin gleich weg, sage ich.
der treppenaufgang begeistert noch lange. später begegnen wir uns auf derselben seite. begeistert sagt er, der baustil ist interessanter als die ganzen documenta objekte. das bestätige ich und wir kommen ins gespräch. wir rätseln welcher baustil. mit baustilen kenne ich mich nicht so gut aus, aber einen hauch jugendstil glaube ich zu erkennen. naja, es ist dann – nachgeguckt – neorenaissance mit ein wenig jugendstil.
die treppenabgänge – da wäre ich als kind gern heruntergerutscht – und – er sagt – hier, zeigt mit der hand den pfeiler – mit dem kopf aufgeschlagen. und der vater hätte ihnen den hintern verbläut. – der war nicht da, der war im krieg. und, frage ich, ist das marmor. – nein travertin. fühlen sie mal hier die vertiefungen – kalk und muschelreste. das verwendete man für… unser gespräch geht noch eine weile. schön, wie die d14 die menschen ins gespräch bringt.
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DEN WEINBERG ERKLIMMEN…

D14_WEINBERG_AUFGANG_TREPPEN_03.092einmal von der d14 ausruhn – ihr aus dem weg gehen – aber weit gefehlt. der weinberg mit seinen sitz- und liegeplätzen ist zum lieblingsort der d14-besucher/innen geworden. die angrenzende grimmwelt belagert wie bei einem volksfest. naja, volksfestähnlichen charakter hat die d14 schon. von kunst keine rede.

wieder sind die gespräche mein anhaltspunkt und lieblingsthema. wien, münchen/athen, düsseldorf und sogar kassel einige male. kassel ist weltstadt.
hier soll kunst sein und wo denn. da weiß ich es noch nicht, muß selbst noch schaun und – welcher bus fährt denn zu den wasserspielen. meine tochter will das wasser sehn. da ist es schon gleich 17 uhr und die spielerei sicher schon am ende.

das frühere gewächshaus – heute eine ruine – erregt immer wieder meine aufmerksamkeit. es wird sträflich vernachlässigt. da könnte doch, sagt eine frau, und erwähnt auch gleich, warum es diesen weg nicht geht. da müßten einige auflagen erfüllt werden. – und ich frage mich immer, wieso nicht…

auch das marmorzelt aus athen, etwas abseits platziert zum glück, umlagert und zum fotohintergrund für die ganze familie auserkoren, hat hochkonjungtur. das flüchtlingsthema nicht in betracht gezogen. auch ich lege mich hinein, lasse ein foto machen und frage, wievielen menschen muß es denn unterkunft bieten. ich komme auf drei. nee nee – acht mindestens und gestapelt noch ein paar mehr. jux statt kunst, blödelei statt flüchtlinge.

ich wollte in ruhe hier sitzen, mich von der d14 erholen und einen latte schlürfen. daraus ist nichts geworden – zu viel los. das legt sich hoffentlich bald wieder…

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D14_WEINBERG_BLICKE VON OBEN_03.093 D14_WEINBERG_grimm_03.091 D14_WEINBERG_MARMORZELT_03.09 D14_WEINBERG_REBECCA MELHORE_P1670812 d14_WEINBERG_REITERBILD_P1670793

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BEREIT ZUM ABSCHIED SEIN UND NEUBEGINNE…

ROSADORAS FILM
von christina ecknigk OK
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finissage

kein müdes lächeln
lautes klatschen

herr h. von fraunhofer
hatte sich den film schon
dreimal im netz angeschaut
wollte ihn – hier zur finissage –
aber noch einmal sehen

ein paar bilder
nicht die ganze ausstellung
aber den film –
das könnte er sich vorstellen
für den neubau

Ein wirklich guter Film.
Gut in Bild und Ton.
Er müsste eigentlich im hr abends laufen.

schreibt hermann-josef rapp
jupp – ein freund
wald- und urwaldspezialist
der schon zahlreiche bücher geschrieben
und immer wieder filme über ihn

anrührend
stellt elke fest
nun bin auch ich gerührt
ich sage oft
dass ich mir aus lob nichts mache
und dann ist es doch
an- und auftrieb für neues

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

h. hesse

HINTER DEN DREI BRÜCKEN…

…WO IMMER ICH DA AUCH WAR…

BILDER ANKLICKEN zum vergrößern

eigentlich suchte ich unterirdische gänge und fand sie nicht. dafür fand ich dieses höchst spannende gelände. ich denke, dass es einmal zu den henschelwerken gehörte. die sind nun in fremdem besitz, wie ich las, stehen unter denkmalschutz und niemand weiß, was daraus werden soll.

zwei riesige mümmelmänner grasten zwischen den schienensträngen, kaum dass sie mir aufmerksamkeit schenkten und eine tote amsel konnte ich nur noch bedauern.

HENSCHELHALLEN_ALTE_HASE- HINTER HAUS_02.081HENSCHELHALLEN_ALTE_SCHIENEN UND TURM_02.083schienen weisen in die ferne, ins ungewisse, hier enden sie an einem fabrikgebäude.

HENSCHELHALLEN_ALTE_SCHIENEN AUSSCHL._02.082die natur überwächst alles – büsche, bäume, wilde pflanzen und blumen. sieht aus wie ein haltehäuschen – aber wofür. HENSCHELHALLEN_ALTE_GESCHIENE USW._02.089spuren davon, dass sich hier hin ab und zu menschen verirren – graffiti kreieren, oder das, was sie dafür halten. der mann mit dem herz treibts auf die spitze – aggression besiegt… HENSCHELHALLEN_ALTE_GRAFFITI_HERZ_02.087das kreuz auf einem stein läßt mich an eine grabstele denken – vielleicht ein mensch – vielleicht ein tier. es bewegt sich was in und um mich. HENSCHELHALLEN_ALTE_HINTER DEN HÄUERN_02.086an einem kesselähnlichen gebilde ein WEGMANN schild. henschel – wegmann – auch rüstungsindustrie. kassel wurde nicht ohne grund so radikal zerbombt und niedergemacht. spuren bis in die heutige zeit.HENSCHELHALLEN_ALTE_KESSEL_02.088  HENSCHELHALLEN_ALTE_SCHEIBEN_02.084das morbide, das zerfallende reizt mich, gibt für mich schöne bilder, erzählt geschichten, auch wenn ich sie (noch nicht) kenne. so sind es erstmal nur meine eigenen. es riecht nach moder – es fehlt die frische. das sterbende, das vergehende ist gegenwärtig. festhalten  in bildern, das was war, reicht in die zukunft, gibt hinweise, aufschlüsse, anregungen. HENSCHELHALLEN_ALTE_SCHIENEN ETC._02.085HENSCHELHALLEN_ALTE_backsteinhäuser_ende_02.0810die alten backsteinbauten weisen auf henschel hin. eine machart aus der `gründer`zeit. für mich haben sie etwas dunkles, bedrohliches – insbesondere, wenn es ein trüber tag ist. trüber tag – trübe gedanken.HENSCHELHALLEN_ALTE_LETZTES BILD_RÜCKSEITE MIT CONTAINER_02.08

50 JAHRE UND NOCH VIEL MEHR…

…BEGEGNUNG LIESELOTTE FISCHER – ROSADORA…
FISCHER_HOTEL_EHEPAAR_P1650620FISCHER_HOTEL_BILDWAND_I__09.077FISCHER_HOTEL_BILDWAND_II_P1650610eigentlich will ich die fotos in den fenstern des kurparkhotels fischer fotografieren, mit denen sie einen beitrag zur documenta 14 beisteuern wollen – achja, und meine flyer für meine ausstellung EIN BAHNHOF VERSCHWINDET deponieren.
als ich frage, ob frau fischer im hause ist, wird das erstmal verneint. als ich erzähle, dass wir uns seit fast fünfzig jahren kennen, übernimmt ein junger mann meine frage, und… frau fischer bügelt, bügelt für ihre kinder. und dann kommt sie doch hervor aus ihrem kabuff und fast fallen wir uns um die hälse, und nach anfänglichem stutzen, kann sie sich doch wieder erinnern.

FISCHER_LIESELOTTE_P1650619 der junge mann hat das bügeleisen ausgestellt und sorgt dafür, dass wir uns zeit nehmen für unsere sooo lange bekanntschaft. lieselotte ,oder auch lilo oder lottchen, kommt ins erzählen von früher. über unsere kinder, lilo hat 3 töchter, ich zwei söhne, die heute über 50 sind, kommt alles in gang – und angelika und silvia und mirko und boris und aska, die dalmatinerhündin, und und und…  das ist wie antippen ins vergangene, erinnerungen wachrufen – lieselotte hört gar nicht mehr auf. alles scheint ihr plötzlich gegenwärtig.
nach zwei stunden verabschiede ich mich und sie sagt – bis baldmal wieder.

http://www.waldhotel-elfbuchen.de/ueber-uns.html

da gibt es einen film über die über 4 generationen gehende geschichte der fischers…

BASALT-STEIN-BRUCH…

BASALTSTEINBRUCH_PFLANZEN UND GEGEND_IV_09.073was mich sehr schmerzt sind die trockenen blätter der vielen kleinen birken und erlen. die trockenheit macht sich an den hängen besonders bemerkbar, da hat das regenwasser keinen halt, läuft den ganzen berg hinunter. traurig sehen sie aus, sind es sicher auch.
laut bitte ich um regen – heute nacht dann – noch nie habe ich so sehr den regen begrüßt, ein segenvolles geräusch, dem ich lausche mitten in der nacht.
BASALTSTEINBRUCH_PFLANZEN_III_09.074in der bachebene üppiger wuchs des schmalblättrigen zottigen weidenröschens, bachehrenpreis – zaghaft erst blaublühend, blühende binsen und sehr üppig der huflattich, schachtelhalm und schilf und und und…

STEINBRUCH_ZWEIZAHN_P1650461Hallo Rosadora!
 Ein feuchteliebender Neophyt aus Amerika – der Schwarzfrüchtige Zweizahn! Lästig, wenn man hunderte samen am Hosenbein kleben hat! Pieken sich ein mit den 2-3 Borsten an der samenspitze! 
Viele Grüße, Jürgen
ich habe sie nie vergessen – diese schwarzen zweizähne. und tatsächlich haben sie sich ausgesämt wie wild, sie blühen noch nicht – tun mir also noch keinen piek. ich bin stolz, sie wiederzufinden, sie wiedererkannt zu haben.

basaltsteinbruch_steinkreis_P1650513aus meinem unversehrten steinkreis nehme ich das verwuselte herz nun doch heraus. so scheint es mir klarer – die pflanzen, die sich breiten, lasse ich. einen augenblick verweile ich im schatten, habe ein gutes gefühl, hier – zwischen den hohen pflanzen, die mir ein durchkommen gestatten – nur, weil ich die jetzt sehr verborgene stelle kenne.
BASALTSTEINBRUCH_UMSICHT_I_09.076auch nach meinem aufstieg zu den felswänden ganz hinten habe ich noch einen schattenplatz. ich verbinde mich mit den steinen, schaue und lausche und höre, was sie mir zu sagen haben. das blicken nach innen – das herausfinden, was die steine mir sagen – meine ganz eigene schau…
BASALTSTEINBRUCH_STEINE_I_09.072 BASALTSTEINBRUCH_STEINE_II_09.071

der stein in mir

im stein die geballte energie
ich brauche viel geduld
um zu hören
was sie sagen
was sie mir sagen
im besonderen

dann einer
er blendet mich
will sagen
nun schau mich an
hör mir zu
vernimm die botschaft

ein anderer
funkt dazwischen
ich nehme es an
das licht
es setzt zeichen
in der tiefe das verstehen

stein um stein
ganz in sich gekehrt
erzählen stund um stund
wenn du es nur hörst
steingeschichten
die geheimnisvollen

BASALTSTEINBRUCH_WEG MIT STEINKLEE_P1650593

dem steinklee macht die hitze so überhauptnichts aus, im gegenteil, mit der hitze kommt er gut zurecht. ganze flächen hat er vereinnahmt, auf dem hinabweg hat er sich völlig ausgebreitet. schön sieht es aus, ein leuchten an dem sonst kargen ort.