EIN BAHNHOF VERSCHWINDET…

ROSADORA – künstlerin – fotografin – filmerin

der film zur ausstellung ist abrufbar

http://www.mediathek-hessen.de/medienview_16073_Christina-Ecknigk-OK-Kassel-Ein-Bahnhof-verschwindet.html

EINLADUNG BAHNHOF FARBIG_P1590507 FOTO NR. 1 _P1110796hier ist das gebäude noch nicht abgerissen. dort fanden teile der d13 statt und ist vielen in guten erinnerung. 2014 wurde es abgebaut und liegt seit dem brach. fraunhofer wird bauen – aber wann…

die ausstellung läuft parallel zur documenta und ist noch bis ende august zu besuchen.

WIR BRAUCHEN HOFFNUNG…

Künstler gegen Trump…
das kunstmagazin art schreibt dazu:
Fast schon verzweifelt wirken die Aktionen der amerikanischen Kunstszene gegen den Präsidenten Donald Trump. Einige legen die Arbeit nieder, andere demonstrieren offen, manche stellen kritische Arbeiten aus. Die Galerie Petzel versammelt dazu Werke in der Ausstellung “We need to talk”.

d14_ANDREA BOWERS_FRAU VOR ZAUN_P1640906_bearbeitet-1 d14_ANDREA BOWERS_ZAUN SCHRIFT_P1640948_bearbeitet-1hier die künstlerin ANDREA BOWERS (geb. 1965)
der drahtzaun wirkt fast bizarr, was die gleichmäßig aufgeführten namen noch unterstreichen. zu ordentlich, zu dekorativ, und so wird er auch gern als hintergrund für ein besucher/innenportrait genutzt.

d4_KÜNSTLERIN BOCHUM_VOR ZAUN__07.063 d14_ANDREA BOWERS_TEXT_P1640915 d14_ANDREA BOWERS_WILMA, NEDERLANDE_07.064_bearbeitet-1

es waren gleich drei künstlerinnen, die mir in die kamera purzelten. vielleicht stehen diese sich vor dem zaun treffenden menschen für jedes menschenleben, das vernichtet wurde und dem hier gedacht werden soll. nicht vergessen werden sollen die, die hier nicht aufgeführt werden konnten, weil sie namentlich nicht erfasst sind.

die szenerie ist äußerst heiter, ignoriert die tatsache der absicht.
heiter soll sie sein, die kunstszene, bei allem, was sie anstoßen will und soll die besucher/innen ermutigen. es gibt viele anstöße, ob denkanstöße, kann ich nicht beurteilen. auf jeden fall haben die gespräche begonnen – wie auch immer geartet.

EIN BAHNHOF VERSCHWINDET…

rosadora – AUSSTELLUNG im OFFENEN KANAL KASSEL…

H E U T E   18 UHR – die ausstellung wird eröffnet …

ZOLLSCHILD M. ROSA_P1160468_bearbeitet-2foto: gert hausmann

 

BAHNHOF_ZOLL_P1150223

nun gehts los…

BAHNHOF VERSCHWINDET_AUSST._P1590221 BAHNHOF VERSCHWINDET_AUSST._P1590222RÄUMLICHKEITEN des OFFENEN KANALS…

oder EIN WARMES LÄCHELN…

ein warmes lächeln senden sie mir, die BODE-brüder paul, der architekt, und arnold, der ducumenta-begründer, aus ihrem zwischenreich, denn vergangen und vergessen sind sie nicht, besonders jetzt zur documenta nicht. das warme lächeln für mich, weil ich mich in ihren HENKELSCHEN räumen so aufgehoben fühle mit den runden formen – die treppe geschwungen, die lampen rund wie bullaugen und eingelassen, dass sich niemand an den kopf stoßen kann. die zwei vierecketen lichtquellen über den beiden bildschirmen fallen aus dem rahmen, stören mich auch, mein blick eckt an, kann sich nicht runden und fließen.
auch einige der bode-federholz-stühle sind noch in benutzung. sie erinnern mich, dass mein ehemaliger mann bei federholz-bode, in der fiedelerstraße, als möbeltischler gearbeitet hat. wir hatten essstühle, kleine und große sessel und eine liege – alles mit federholz. vier essstühle habe ich erst vor einigen jahren in den sperrmüll gegeben, weil ich in der wohnung keinen platz hatte und sie im keller vergammelten – wahnsinnsverkannte tat…
daher der starke bezug zu diesen räumen.
auch sind wir zum tanzen gegangen und mußten als eintritt eine flasche wein verzehren. da war ausgehn noch ein ereignis, das man sich nicht jeden tag leisten konnte.
nun werden die räumlichkeiten für ausstellungen genutzt. nicht von anfang an war mir mein starker bezug zu ihnen bewußt. nicht gleich wußte ich, was es war, das mich so fesselte – es sind 60 jahre vergangenheit, die da an mir vorbeiziehen – angenehme im großen und ganzen, nachkriegszeit, aufstieg aus dem zerbombten kassel.

HENKEL RESTAURANT mit seinen HENKEL-SÄLEN…
Am 1. August 1948 wurde durch die Brüder Henkel in der Eingangshalle des Bahnhofs die große Konditorei eröffnet und Ende 1949 konnte die Henkelsche Bahnhofsgaststätte wieder in Betrieb genommen werden. Die Ausstattung gestalteten Paul Bode und Arnold Bode. In den 50er Jahren war das Henkel-Restaurant mit seinen „Henkel-Sälen“ bekannt für seine Feiern zu Silvester und Karneval. Als am 29. Juni 1953 Wilhelm Henkel verstarb, musste sein Bruder Herbert den Betrieb alleine weiterführen. Ab 24. Juni 1953 führte er auch das Rasthaus Kassel-Söhre an der Autobahn. Als das Restaurant im Hauptbahnhof geschlossen wurde, ging in Kassel eine große Gastronomen-Ära zu Ende. Heute befindet sich hier der „Offene Kanal“. Von der Inneneinrichtung haben sich die Bar, der Treppenaufgang, Teile der Möblierung und die Türen erhalten.

ALTE BAHNHOFSBILDER…

ROSA JOSEFA in GLEIS 1…
BAHNHOF_GLEIS 1_BELEUCHTET_P1590229_bearbeitet-1sie erzählt mir – sie ist die wirtin des gleis 1 – dass sie lange im stadtarchiv nach den drei fotos suchen mußte und sie auf die jetzige größe gebracht hat.

BAHNHOF_JOSEFA_GLEIS 1_20170609-194102auf einem kann ich fast den zollbahnhof erahnen, von dem es so gut wie keine bildablagen gibt. ich darf sie fotografieren.
sie bekundet reges interesse für meine bahnhofsausstellung und diesen bahnhof, in dem sie seit vier jahren ihr restaurant hält. das interesse  macht sie mir sympathisch – nein, nicht nur das. und als sie mir zusichert, häppchen zu machen für meinen ausstellungsbeginn – kein problem – als spende sozusagen, wächst die sympathie ins unermessliche. auf anhieb sagt sie – kein problem. und als ich sage, dass iwes (fraunhofer) mit 300 leuten kommen will, sagt sie lässig, das läßt sich machen. so viel frauensolidarität und unterstützung…
ich finde es aufschlußreich, diese alten bilder zu zeigen, um einen bogen zu kriegen von heute zu damals. es war ein so schöner bahnhof und viel schöner als der heutige, der keine atmosphäre und stimmung aufkommen lässt.

BAHNHOF_BAND_FÉTE_P1590249wer wollte da schon feiern, wie hier am heutigen abend eine féte steigt für die jungen leute – techno – mit ricardo villalobos und band. und heute feiern sie hier gleich doppelten junggesellenabschied – bahnhofsmäßig, versteht sich…

lange sitze ich mit birgit aus hamburg. sie hat die d14 angeschaut – in teilen – und ist enttäuscht, sagt sogar, daß sie die weltausstellung langweile. und ganz besonders versteht sie nicht, weshalb man in der neuen galerie einen alten liebermann zeigt, kriegt den sinn nicht rund, was das auf dieser weltausstellung soll. aber sie kommt wieder am sonntag mit mann – und am montag kommen sie zu meiner ausstellungseröffnung, so der mann das auch will. und die d14 verändert sich auch noch in ihren augen, wie immer mehr einsicht entsteht, wenn man länger hinschaut, und man traurig ist, wenn man den drehpunkt nicht findet…

IBRAHIM MAHAMA – documenta 14…

TORWACHE NR. II…

IBRAHIM MAHAMA_TORWACHE LI._P1640745

IBRAHIM MAHAMA_TORWACHE_05.06verkleidet ist sie nun ganz – die torwache. als feinheiten tauchen noch plomben auf in gemäßigten massen. irgendwie schaun sie aus wie verzierung. sie schmücken, lenken den blick auf sich, ob ich das schön finde, weiß ich noch nicht. aber darum geht es ja nicht – ums schönfinden. sie gehören zu den säcken, die damit verplombt waren. ein blickfang also.

IBRAHIM MAHAMA_TORWACHE_05.062ganz schön viel menschen sind zu dem kunstwerk unterwegs – pfingsspaziergang einmal anders. h. und f. führen ihren erwachsenen sohn, der aus berlin hergekommen ist – zum 80. seiner mutter, an verschiedene orte, schauen, was documentamäßig schon alles los ist. danach gehts zum speisen zu lohmann im kötor – auch eine sehenswürdigkeit…
mit kind und kegel, mit und ohne rad – alle sind neugierig, was die d14 so im sack hat.
für mich sind das nur säcke, sagt eine – eine andere – für mich ist das einfach nur schön. na also, jeder das ihre, jedem das seine – im sack sind viele überraschungen, wie an weihnachten.
IBRAHIM MAHAMA, der sackkünstler, ist auch da. für fragen der besucherinnen und besucher ist er offen – das gefällt mir. meinen blogartikel hat er auch gelesen – bürgerinnennähe…

IBRAHIM MAHAMA_TORWACHE_05.061einer paßt auf, dass die leute keine plomben klauen – na sowas aber auch. eine andere gibt wieder zu bedenken, was alles passieren kann mit den säcken. ich muß immer denken an die worte von christa wolff in ihrer kasandra, dass das, was wir befürchten, eintritt. also, lasst das. legt euch ein anderes denken zu.
ich hab vergessen zu fragen, ob mein kleid zur d14 schon fertig ist…

IBRAHIM MAHAMA_TORWACHE_05.063

EIN BAHNHOF VERSCHWINDET…

FILM- UND FOTOAUSSTELLUNG im OFFENEN KANAL KASSEL             

juni – juli – august 2017PLAKAT II_P1110796

ZOLL – UND VERLADEBAHNHOF
ALTER HAUPTBAHNHOF NORD KASSEL

2014 habe ich den abbruch des zoll-bahnhofs fast täglich fotografiert und gefilmt
über 9 tausend fotos und die filmsequenzen wurden zu einem ganzen zusammengefügt
mein anliegen war und ist es
dieses alte kasseler kulturdenkmal nicht in vergessenheit geraten zu  lassen
lange zeit war es unterkunft für viele künstlerinnen und künstler

die documenta 13
nutzte die räumlichkeiten für 100 tage – die alten gemäuer und die kunst waren ein vortrefflicher gegensatz – das unschmucke ambiente war unübertrefflich
wie es das herausgeputzte fridericianum nicht hergeben kann

der bahnhof wird nicht wieder auferstehn
aber dem erinnern eine chance geben

rosadora

der OFFENE KANAL KASSEL befindet sich im gebäude des ALTEN HAUPTBAHNHOFS – Rainer-Dierichs-Platz 1

in einem gesonderten film wird die künstlerin erklären, wie sie zu diesem projekt kam und wie ein biotop hinter dem alten bahnhof der eigentliche grund war. so wollte sie das kompostloch – biotop – in der karlsaue, zur d13 projekt des künstlers pierre huighe – untilled – ablösen durch das neu entdeckte. doch dann kamen die abbaupläne dazwischen. jetzt war ihr hauptanliegen, den zollbahnhof mit ihren fotos und filmen in der erinnerung zu bewahren.

ab 12. juni zu sehen in:

http://www.mediathek-hessen.de/partner_13_Medienprojektzentrum-Offener-Kanal-Kassel.html

300 JAHRE HERKULES …

GESPRÄCHE UNTERM HERKULES…

HERKULES_300 JAHRE_I_P1630546da steht er nun – seit 300 jahren – HERKULES – heros der antike – held des welterbes wilhelmshöhe, seit jahren schon eingepackt in gerüste, umschwenkt von baukränen. und gerade ziehen dunkle wolken auf und ich wollte ihn in meinen fotos in wonnewölkchen packen.

die delphische PYTHIA befragte er, nachdem er im wahn frau und kinder erschlagen hatte. die riet ihm, sich in den dienst des mykenischen königs EURYSTEUS zu stellen und 10 arbeiten für ihn zu errichten, woraus dann 12 wurden, weil sie zwei nicht anerkannte.

die wonnewölkchen verzogen sich, ich begegnete frank und verflocht ihn in ein gespräch von herkules über waldorfschule, kinder, die taten der menschen, steinbruch und kompostloch, und und und in gott und die welt. wir verquatschten uns regelrecht – über eine stundelang. ich hatte mich derweil an einen tuffabgrenzungsstein gelehnt.

mir war das gespräch mit einem interessierten menschen wichtiger als meine fotoabsicht. den umwölkten herkules würde ich ja noch oft ablichten können. frank war erst das zweite mal hier, kann sich erinnern, dass er mit 11 jahren mit seinem vater hier gewesen ist. er kommt aus luxembourg, ist waldorflehrer und hat sechs kinder im alter von 6 bis 21. ein reicher erfahrungsschatz.

HERKULES_300 JAHRE_III_26.04

auf dem parkplatz besucher/innen aus berlin. darf ich sie was fragen und dann gleich noch eine frage. er zeigt auf den herkules – ist da drin ein fahrstuhl. ist natürlich nicht. und ich erzähle, dass ich als 4jährige bis in die keule gestiegen bin, mit wem weiß ich gar nicht mehr. und weiter noch, woher der tuffstein stammt. aus dem naheliegenden tuffsteinbruch. der jetzt geschlossen ist.

und mein vater erwähnte immer diesen – seinen lieblingsspruch:

…doch der schrecklichste der schrecken ist – pause – den herkules am po zu lecken, denn – pause – er hat grünspan dran…

der berliner kommt nochmal zurück – darf ich sie was fragen? – ja – was für ein jahrgang sind sie – 1939 – meine hochachtung. 1941 – wir verkrümeln uns lachend…

HERKULES_300 JAHRE_IV_P1630569

D14 – OBELISK AUF DEM KÖNIGSPLATZ…

WIE IM HIMMEL SO AUF ERDEN…
oder
PHALLISCHES SYMBOL…
KÖ.PLATZ_OBELISK_P1620865ich will den bauverlauf des obelisken notieren, doch ausser einem bauzaun ist bisher nichts zu sehen. er soll einer der mittelpunkte der d14 werden. doch kassel ist viel zu eng, und der kö.platz wird den bürgern der stadt für eine lange zeit entzogen.

KÖ.PLATZ_OBELISK_II__01.04veranstaltungen, wie die frühjahrsmesse, haben schon so keinen geeigneten platz. es schaut aus wie sodom und gomorra. ich konnte nicht erkenne, dass es so etwas wie eine frühjahrsmesse sein soll. karusell mit getöse, luftballons und eine himmelhochwippe – den menschen scheints zu gefallen.KÖ.PLATZ_FRÜHLINGSGEDICHT_P1620873

immerhin haben sich die cafés ringsherum eingerichtet und werden damit dem d14_ansturm gewachsen sein.
ich bin neugierig auf den obelisken – 16 meter hoch soll er werden – und noch neugieriger, was die menschen sich für gedanken dazu machen werden.
KÖ.PLATZ_OBELISK UND RUMMEL__01.042
symbollexikon opus magnum:
Seine Form stellt die Verbindung zwischen Erde (Menschen) und Himmel (Göttern) bzw. Sonne dar, er ist ein phallisches (Phallus) Symbol.
Er steht für männliche Zeugungskraft, Fruchtbarkeit und Erneuerung, für Potenz und Macht, sowie für die Aufwärts- und Höherentwicklung des Menschen zum Licht. Er kann auch als Weltachse (Achse) oder als Lebensbaum (Baum) gesehen werden.