HINTER DEN DREI BRÜCKEN…

…WO IMMER ICH DA AUCH WAR…

BILDER ANKLICKEN zum vergrößern

eigentlich suchte ich unterirdische gänge und fand sie nicht. dafür fand ich dieses höchst spannende gelände. ich denke, dass es einmal zu den henschelwerken gehörte. die sind nun in fremdem besitz, wie ich las, stehen unter denkmalschutz und niemand weiß, was daraus werden soll.

zwei riesige mümmelmänner grasten zwischen den schienensträngen, kaum dass sie mir aufmerksamkeit schenkten und eine tote amsel konnte ich nur noch bedauern.

HENSCHELHALLEN_ALTE_HASE- HINTER HAUS_02.081HENSCHELHALLEN_ALTE_SCHIENEN UND TURM_02.083schienen weisen in die ferne, ins ungewisse, hier enden sie an einem fabrikgebäude.

HENSCHELHALLEN_ALTE_SCHIENEN AUSSCHL._02.082die natur überwächst alles – büsche, bäume, wilde pflanzen und blumen. sieht aus wie ein haltehäuschen – aber wofür. HENSCHELHALLEN_ALTE_GESCHIENE USW._02.089spuren davon, dass sich hier hin ab und zu menschen verirren – graffiti kreieren, oder das, was sie dafür halten. der mann mit dem herz treibts auf die spitze – aggression besiegt… HENSCHELHALLEN_ALTE_GRAFFITI_HERZ_02.087das kreuz auf einem stein läßt mich an eine grabstele denken – vielleicht ein mensch – vielleicht ein tier. es bewegt sich was in und um mich. HENSCHELHALLEN_ALTE_HINTER DEN HÄUERN_02.086an einem kesselähnlichen gebilde ein WEGMANN schild. henschel – wegmann – auch rüstungsindustrie. kassel wurde nicht ohne grund so radikal zerbombt und niedergemacht. spuren bis in die heutige zeit.HENSCHELHALLEN_ALTE_KESSEL_02.088  HENSCHELHALLEN_ALTE_SCHEIBEN_02.084das morbide, das zerfallende reizt mich, gibt für mich schöne bilder, erzählt geschichten, auch wenn ich sie (noch nicht) kenne. so sind es erstmal nur meine eigenen. es riecht nach moder – es fehlt die frische. das sterbende, das vergehende ist gegenwärtig. festhalten  in bildern, das was war, reicht in die zukunft, gibt hinweise, aufschlüsse, anregungen. HENSCHELHALLEN_ALTE_SCHIENEN ETC._02.085HENSCHELHALLEN_ALTE_backsteinhäuser_ende_02.0810die alten backsteinbauten weisen auf henschel hin. eine machart aus der `gründer`zeit. für mich haben sie etwas dunkles, bedrohliches – insbesondere, wenn es ein trüber tag ist. trüber tag – trübe gedanken.HENSCHELHALLEN_ALTE_LETZTES BILD_RÜCKSEITE MIT CONTAINER_02.08

50 JAHRE UND NOCH VIEL MEHR…

…BEGEGNUNG LIESELOTTE FISCHER – ROSADORA…
FISCHER_HOTEL_EHEPAAR_P1650620FISCHER_HOTEL_BILDWAND_I__09.077FISCHER_HOTEL_BILDWAND_II_P1650610eigentlich will ich die fotos in den fenstern des kurparkhotels fischer fotografieren, mit denen sie einen beitrag zur documenta 14 beisteuern wollen – achja, und meine flyer für meine ausstellung EIN BAHNHOF VERSCHWINDET deponieren.
als ich frage, ob frau fischer im hause ist, wird das erstmal verneint. als ich erzähle, dass wir uns seit fast fünfzig jahren kennen, übernimmt ein junger mann meine frage, und… frau fischer bügelt, bügelt für ihre kinder. und dann kommt sie doch hervor aus ihrem kabuff und fast fallen wir uns um die hälse, und nach anfänglichem stutzen, kann sie sich doch wieder erinnern.

FISCHER_LIESELOTTE_P1650619 der junge mann hat das bügeleisen ausgestellt und sorgt dafür, dass wir uns zeit nehmen für unsere sooo lange bekanntschaft. lieselotte ,oder auch lilo oder lottchen, kommt ins erzählen von früher. über unsere kinder, lilo hat 3 töchter, ich zwei söhne, die heute über 50 sind, kommt alles in gang – und angelika und silvia und mirko und boris und aska, die dalmatinerhündin, und und und…  das ist wie antippen ins vergangene, erinnerungen wachrufen – lieselotte hört gar nicht mehr auf. alles scheint ihr plötzlich gegenwärtig.
nach zwei stunden verabschiede ich mich und sie sagt – bis baldmal wieder.

http://www.waldhotel-elfbuchen.de/ueber-uns.html

da gibt es einen film über die über 4 generationen gehende geschichte der fischers…

BASALT-STEIN-BRUCH…

BASALTSTEINBRUCH_PFLANZEN UND GEGEND_IV_09.073was mich sehr schmerzt sind die trockenen blätter der vielen kleinen birken und erlen. die trockenheit macht sich an den hängen besonders bemerkbar, da hat das regenwasser keinen halt, läuft den ganzen berg hinunter. traurig sehen sie aus, sind es sicher auch.
laut bitte ich um regen – heute nacht dann – noch nie habe ich so sehr den regen begrüßt, ein segenvolles geräusch, dem ich lausche mitten in der nacht.
BASALTSTEINBRUCH_PFLANZEN_III_09.074in der bachebene üppiger wuchs des schmalblättrigen zottigen weidenröschens, bachehrenpreis – zaghaft erst blaublühend, blühende binsen und sehr üppig der huflattich, schachtelhalm und schilf und und und…

STEINBRUCH_ZWEIZAHN_P1650461Hallo Rosadora!
 Ein feuchteliebender Neophyt aus Amerika – der Schwarzfrüchtige Zweizahn! Lästig, wenn man hunderte samen am Hosenbein kleben hat! Pieken sich ein mit den 2-3 Borsten an der samenspitze! 
Viele Grüße, Jürgen
ich habe sie nie vergessen – diese schwarzen zweizähne. und tatsächlich haben sie sich ausgesämt wie wild, sie blühen noch nicht – tun mir also noch keinen piek. ich bin stolz, sie wiederzufinden, sie wiedererkannt zu haben.

basaltsteinbruch_steinkreis_P1650513aus meinem unversehrten steinkreis nehme ich das verwuselte herz nun doch heraus. so scheint es mir klarer – die pflanzen, die sich breiten, lasse ich. einen augenblick verweile ich im schatten, habe ein gutes gefühl, hier – zwischen den hohen pflanzen, die mir ein durchkommen gestatten – nur, weil ich die jetzt sehr verborgene stelle kenne.
BASALTSTEINBRUCH_UMSICHT_I_09.076auch nach meinem aufstieg zu den felswänden ganz hinten habe ich noch einen schattenplatz. ich verbinde mich mit den steinen, schaue und lausche und höre, was sie mir zu sagen haben. das blicken nach innen – das herausfinden, was die steine mir sagen – meine ganz eigene schau…
BASALTSTEINBRUCH_STEINE_I_09.072 BASALTSTEINBRUCH_STEINE_II_09.071

der stein in mir

im stein die geballte energie
ich brauche viel geduld
um zu hören
was sie sagen
was sie mir sagen
im besonderen

dann einer
er blendet mich
will sagen
nun schau mich an
hör mir zu
vernimm die botschaft

ein anderer
funkt dazwischen
ich nehme es an
das licht
es setzt zeichen
in der tiefe das verstehen

stein um stein
ganz in sich gekehrt
erzählen stund um stund
wenn du es nur hörst
steingeschichten
die geheimnisvollen

BASALTSTEINBRUCH_WEG MIT STEINKLEE_P1650593

dem steinklee macht die hitze so überhauptnichts aus, im gegenteil, mit der hitze kommt er gut zurecht. ganze flächen hat er vereinnahmt, auf dem hinabweg hat er sich völlig ausgebreitet. schön sieht es aus, ein leuchten an dem sonst kargen ort.

HALTESTELLE HAUPTBAHNHOF UNTERIRDISCH…

BEGEGNUNGEN UNTER DER ERDE…

die haltestelle HAUPTBAHNHOF irritiert. es war nie eine station des hauptbahnhofs, sondern eine strassenbahnhaltestelle mit der bezeichnung HAUPTBAHNHOF…
d14 _BALLANCE_UNT. BAHNHOF_P1650353d14_zeichnerinnen_UNTERIRDISCHER ALTER BAHNHOF_06.07
zuerst die zeichnenden frauen aus frankfurt. sie hocken am boden, sitzen am rande des bahnsteigs – sie beleben diesen ort mit ihrer anwesenheit. zeichnen – das ist ein workshop zur documenta – schauen- genau schauen, und sie lassen ihre blicke schweifen. jede wagt einen eigenen ausschnitt.
sie absolvieren ein freiwilliges soziales jahr – das gibt es also auch noch in der heutigen zeit… natürlich sind wir im gespräch und ich verrate ihnen ein bißchen von kassel, ein bißchen von der documenta, welches meine 14te ist. schöne details haben sie festgehalten…

d14_GRAFFITO_UNTERIRDISCHER ALTER BAHNHOF_06.071 d14_TEXTE_UNTERIRDISCHER ALTER BAHNHOF_06.075

dann die drei schweizerinnen. ich erkenne sie an ihrem akzent. und gleich haben wir ein interessantes gespräch – ich habe fast 10 jahre in der schweiz gelebt – über die beziehung schweiz – deutschland. nein, ich habe nicht so günstige auskünfte – viel nationales, viel deutsch- und fremdengehässiges und und und…
sie finden, kassel ist eine offene stadt – wenigstens das…
d14_BEGEGNUNGEN_UNTERIRDISCHER ALTER BAHNHOF_06.074mit einer frau, die mit einer gruppe aus giesen – glaube ich – unterwegs ist, komme ich über private dinge ins gespräch. wie sich xaipete ausspricht und was es bedeutet und dass ich das griechische nicht beherrsche, obwohl….
sie geht meinem sprachunvermögen auf den grund, wie es mit dialekt ist. hier spricht man kassseläner platt und ich mag es nicht, weil….
wir reden lange, dann kommt ihre gruppe und sie ziehen weiter…

und dann das paar aus frankfurt. ich sage, dass ich menschen mit so großen sonnenbrillen später nicht wiedererkennen kann. und th. schäkert, zieht die brille ab und fragt, und so… lupft den hut, und so… nein, besser mit hut…
undsoweiterundsofort…

d14_KLASSENDEMO_UNTERIRDISCHER ALTER BAHNHOF_06.072 d14_PLakate_UNTERIRDISCHER ALTER BAHNHOF_06.073

EIN BAHNHOF VERSCHWINDET…

ROSADORA – künstlerin – fotografin – filmerin

der film zur ausstellung ist abrufbar

http://www.mediathek-hessen.de/medienview_16073_Christina-Ecknigk-OK-Kassel-Ein-Bahnhof-verschwindet.html

Bildergebnis für rosadora.de ein bahnhof verschwindet offener kanal kassel

EINLADUNG BAHNHOF FARBIG_P1590507 FOTO NR. 1 _P1110796hier ist das gebäude noch nicht abgerissen. dort fanden teile der d13 statt und ist vielen in guten erinnerung. 2014 wurde es abgebaut und liegt seit dem brach. fraunhofer wird bauen – aber wann…

die ausstellung läuft parallel zur documenta und ist noch bis ende august zu besuchen.

SCHWARZWEISSER BAHNHOF…

Veröffentlicht am von

TITEL -600_P1110746_bearbeitet-1300 seiten – schwarzweiss-fotos

verlag: Books on Demand

ISBN: 9783734745904

WIR BRAUCHEN HOFFNUNG…

Künstler gegen Trump…
das kunstmagazin art schreibt dazu:
Fast schon verzweifelt wirken die Aktionen der amerikanischen Kunstszene gegen den Präsidenten Donald Trump. Einige legen die Arbeit nieder, andere demonstrieren offen, manche stellen kritische Arbeiten aus. Die Galerie Petzel versammelt dazu Werke in der Ausstellung “We need to talk”.

d14_ANDREA BOWERS_FRAU VOR ZAUN_P1640906_bearbeitet-1 d14_ANDREA BOWERS_ZAUN SCHRIFT_P1640948_bearbeitet-1hier die künstlerin ANDREA BOWERS (geb. 1965)
der drahtzaun wirkt fast bizarr, was die gleichmäßig aufgeführten namen noch unterstreichen. zu ordentlich, zu dekorativ, und so wird er auch gern als hintergrund für ein besucher/innenportrait genutzt.

d4_KÜNSTLERIN BOCHUM_VOR ZAUN__07.063 d14_ANDREA BOWERS_TEXT_P1640915 d14_ANDREA BOWERS_WILMA, NEDERLANDE_07.064_bearbeitet-1

es waren gleich drei künstlerinnen, die mir in die kamera purzelten. vielleicht stehen diese sich vor dem zaun treffenden menschen für jedes menschenleben, das vernichtet wurde und dem hier gedacht werden soll. nicht vergessen werden sollen die, die hier nicht aufgeführt werden konnten, weil sie namentlich nicht erfasst sind.

die szenerie ist äußerst heiter, ignoriert die tatsache der absicht.
heiter soll sie sein, die kunstszene, bei allem, was sie anstoßen will und soll die besucher/innen ermutigen. es gibt viele anstöße, ob denkanstöße, kann ich nicht beurteilen. auf jeden fall haben die gespräche begonnen – wie auch immer geartet.

EIN BAHNHOF VERSCHWINDET…

rosadora – AUSSTELLUNG im OFFENEN KANAL KASSEL…

H E U T E   18 UHR – die ausstellung wird eröffnet …

ZOLLSCHILD M. ROSA_P1160468_bearbeitet-2foto: gert hausmann

 

BAHNHOF_ZOLL_P1150223

nun gehts los…

BAHNHOF VERSCHWINDET_AUSST._P1590221 BAHNHOF VERSCHWINDET_AUSST._P1590222RÄUMLICHKEITEN des OFFENEN KANALS…

oder EIN WARMES LÄCHELN…

ein warmes lächeln senden sie mir, die BODE-brüder paul, der architekt, und arnold, der ducumenta-begründer, aus ihrem zwischenreich, denn vergangen und vergessen sind sie nicht, besonders jetzt zur documenta nicht. das warme lächeln für mich, weil ich mich in ihren HENKELSCHEN räumen so aufgehoben fühle mit den runden formen – die treppe geschwungen, die lampen rund wie bullaugen und eingelassen, dass sich niemand an den kopf stoßen kann. die zwei vierecketen lichtquellen über den beiden bildschirmen fallen aus dem rahmen, stören mich auch, mein blick eckt an, kann sich nicht runden und fließen.
auch einige der bode-federholz-stühle sind noch in benutzung. sie erinnern mich, dass mein ehemaliger mann bei federholz-bode, in der fiedelerstraße, als möbeltischler gearbeitet hat. wir hatten essstühle, kleine und große sessel und eine liege – alles mit federholz. vier essstühle habe ich erst vor einigen jahren in den sperrmüll gegeben, weil ich in der wohnung keinen platz hatte und sie im keller vergammelten – wahnsinnsverkannte tat…
daher der starke bezug zu diesen räumen.
auch sind wir zum tanzen gegangen und mußten als eintritt eine flasche wein verzehren. da war ausgehn noch ein ereignis, das man sich nicht jeden tag leisten konnte.
nun werden die räumlichkeiten für ausstellungen genutzt. nicht von anfang an war mir mein starker bezug zu ihnen bewußt. nicht gleich wußte ich, was es war, das mich so fesselte – es sind 60 jahre vergangenheit, die da an mir vorbeiziehen – angenehme im großen und ganzen, nachkriegszeit, aufstieg aus dem zerbombten kassel.

HENKEL RESTAURANT mit seinen HENKEL-SÄLEN…
Am 1. August 1948 wurde durch die Brüder Henkel in der Eingangshalle des Bahnhofs die große Konditorei eröffnet und Ende 1949 konnte die Henkelsche Bahnhofsgaststätte wieder in Betrieb genommen werden. Die Ausstattung gestalteten Paul Bode und Arnold Bode. In den 50er Jahren war das Henkel-Restaurant mit seinen „Henkel-Sälen“ bekannt für seine Feiern zu Silvester und Karneval. Als am 29. Juni 1953 Wilhelm Henkel verstarb, musste sein Bruder Herbert den Betrieb alleine weiterführen. Ab 24. Juni 1953 führte er auch das Rasthaus Kassel-Söhre an der Autobahn. Als das Restaurant im Hauptbahnhof geschlossen wurde, ging in Kassel eine große Gastronomen-Ära zu Ende. Heute befindet sich hier der „Offene Kanal“. Von der Inneneinrichtung haben sich die Bar, der Treppenaufgang, Teile der Möblierung und die Türen erhalten.

ALTE BAHNHOFSBILDER…

ROSA JOSEFA in GLEIS 1…
BAHNHOF_GLEIS 1_BELEUCHTET_P1590229_bearbeitet-1sie erzählt mir – sie ist die wirtin des gleis 1 – dass sie lange im stadtarchiv nach den drei fotos suchen mußte und sie auf die jetzige größe gebracht hat.

BAHNHOF_JOSEFA_GLEIS 1_20170609-194102auf einem kann ich fast den zollbahnhof erahnen, von dem es so gut wie keine bildablagen gibt. ich darf sie fotografieren.
sie bekundet reges interesse für meine bahnhofsausstellung und diesen bahnhof, in dem sie seit vier jahren ihr restaurant hält. das interesse  macht sie mir sympathisch – nein, nicht nur das. und als sie mir zusichert, häppchen zu machen für meinen ausstellungsbeginn – kein problem – als spende sozusagen, wächst die sympathie ins unermessliche. auf anhieb sagt sie – kein problem. und als ich sage, dass iwes (fraunhofer) mit 300 leuten kommen will, sagt sie lässig, das läßt sich machen. so viel frauensolidarität und unterstützung…
ich finde es aufschlußreich, diese alten bilder zu zeigen, um einen bogen zu kriegen von heute zu damals. es war ein so schöner bahnhof und viel schöner als der heutige, der keine atmosphäre und stimmung aufkommen lässt.

BAHNHOF_BAND_FÉTE_P1590249wer wollte da schon feiern, wie hier am heutigen abend eine féte steigt für die jungen leute – techno – mit ricardo villalobos und band. und heute feiern sie hier gleich doppelten junggesellenabschied – bahnhofsmäßig, versteht sich…

lange sitze ich mit birgit aus hamburg. sie hat die d14 angeschaut – in teilen – und ist enttäuscht, sagt sogar, daß sie die weltausstellung langweile. und ganz besonders versteht sie nicht, weshalb man in der neuen galerie einen alten liebermann zeigt, kriegt den sinn nicht rund, was das auf dieser weltausstellung soll. aber sie kommt wieder am sonntag mit mann – und am montag kommen sie zu meiner ausstellungseröffnung, so der mann das auch will. und die d14 verändert sich auch noch in ihren augen, wie immer mehr einsicht entsteht, wenn man länger hinschaut, und man traurig ist, wenn man den drehpunkt nicht findet…

IBRAHIM MAHAMA – documenta 14…

TORWACHE NR. II…

IBRAHIM MAHAMA_TORWACHE LI._P1640745

IBRAHIM MAHAMA_TORWACHE_05.06verkleidet ist sie nun ganz – die torwache. als feinheiten tauchen noch plomben auf in gemäßigten massen. irgendwie schaun sie aus wie verzierung. sie schmücken, lenken den blick auf sich, ob ich das schön finde, weiß ich noch nicht. aber darum geht es ja nicht – ums schönfinden. sie gehören zu den säcken, die damit verplombt waren. ein blickfang also.

IBRAHIM MAHAMA_TORWACHE_05.062ganz schön viel menschen sind zu dem kunstwerk unterwegs – pfingsspaziergang einmal anders. h. und f. führen ihren erwachsenen sohn, der aus berlin hergekommen ist – zum 80. seiner mutter, an verschiedene orte, schauen, was documentamäßig schon alles los ist. danach gehts zum speisen zu lohmann im kötor – auch eine sehenswürdigkeit…
mit kind und kegel, mit und ohne rad – alle sind neugierig, was die d14 so im sack hat.
für mich sind das nur säcke, sagt eine – eine andere – für mich ist das einfach nur schön. na also, jeder das ihre, jedem das seine – im sack sind viele überraschungen, wie an weihnachten.
IBRAHIM MAHAMA, der sackkünstler, ist auch da. für fragen der besucherinnen und besucher ist er offen – das gefällt mir. meinen blogartikel hat er auch gelesen – bürgerinnennähe…

IBRAHIM MAHAMA_TORWACHE_05.061einer paßt auf, dass die leute keine plomben klauen – na sowas aber auch. eine andere gibt wieder zu bedenken, was alles passieren kann mit den säcken. ich muß immer denken an die worte von christa wolff in ihrer kasandra, dass das, was wir befürchten, eintritt. also, lasst das. legt euch ein anderes denken zu.
ich hab vergessen zu fragen, ob mein kleid zur d14 schon fertig ist…

IBRAHIM MAHAMA_TORWACHE_05.063