A U G E N W U N D E R

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sie war im urlaub in st. peter ording – annaelisabeth, meine mutter, 88 jahre.
die bügel ihrer brille wackelten und sie ging zum optiker. der fragte, wie lange sie die brille schon hätte. 15 jahre. ’die haben sie aber gut gepflegt, die ist ja wie neu.’
weil er dachte, nach 15 jahren könnte er der alten dame eine neue brille verpassen, prüfte er ihre augen. annaelisabeth sprach vom ‚grauen star’ auf dem linken auge und dass sie an eine operation denke. sie wollte die meinung des optikers hören. der sah die operations-überlegungen als gerechtfertigt an. in zwei tagen, wenn annaelisabeth die reparierte brille abholen würde, wollte er, ein ‚netter junger mann’, wie mir meine mutter bestätigte, mit ihr gemeinsam überlegen. Continue reading

WENN DER GÖTTIN MOND…

der mond scheint ins fenster herein – einen tag vor ‚vollmond’.
ich hätte ihn fotografieren sollen, denn am nächsten abend, am ‚vollmondabend’, setzten sich dicke wolken davor.
ich hatte meinen fotoapparat schon in die richtung gestellt und gewartet, dass er sich wieder zeigen würde. aber nüscht!! blitz und donner stattdessen. auch ein geschenk! Continue reading

DIE WÄNDE UNSERES LEBENS…

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Robert Musil formuliert diesen Sachverhalt:
„Alles Beständige büßt seine Eindruckskraft ein. Alles, was die Wände unseres Lebens bildet, sozusagen die Kulisse unseres Bewußtseins, verliert die Fähigkeit, in diesem Bewußtsein eine Rolle zu spielen. Ein lästiges Geräusch hören wir nach einigen Stunden nicht mehr. Bilder, die wir an die Wand hängen, werden binnen wenigen Tagen von der Wand aufgesogen; es kommt äußerst selten vor, daß man sich vor sie hinstellt und sie betrachtet.“
noch seltener, dass man sich vor sein nicht in erscheinung tretendes bewusstsein stellt, ihm die frage stellt, was kann ich heute für dich tun? Continue reading

NEUES VON FINDUS…

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mein sifnos-mai-kater ist nun ein jahr und 4 monate.
sifnos ist eine kykladeninsel, auf der ich im mai 2005 urlaub machen wollte.
doch dann kam alles ganz anders.
am ersten abend fand ich ein wenige tage altes kätzchen – neben den müllcontainern.
ich nahm es zu mir und päppelte es mit einer pipette und katzenmilch auf und schmuggelte es mit in die schweiz.
hier lebt mein kater nun, ist munter und vor allem neugierig und vorvorallem liebenswert und schön. Helena fragt immer, warum lieben wir diese katze so? Continue reading

A L T W E I B E R S O M M E R . . .

ob er schon begonnen hat, der altweibersommer, frag ich mich. die tage liegen ja nicht fest. wage siedeln sie ende september anfang oktober. was ist es aber dann, was sich dieser tage um uns zusammenspinnt? ein vorläufer, ein verspäteter sommer, also spätsommer? dann könnten wir ja noch eine lange zeit mit diesen sommersonnentagen rechnen.
‚be’-rechnen, das ist eine unberechenbare angewohnheit geworden. das wetter können wir ‚voraus’-berechnen, aber letztlich macht es doch, was es will.

auf jedenfall kommt der name ‚altweibersommer’ nicht von alten weibern. Continue reading