
wortgirlanden
die hänge ich mir
um meine hüften
wie kali
sammele sie ein
streue sie aus
samt und sonders
wo sie sich
breitmachen
ist nicht gewiss Continue reading

wortgirlanden
die hänge ich mir
um meine hüften
wie kali
sammele sie ein
streue sie aus
samt und sonders
wo sie sich
breitmachen
ist nicht gewiss Continue reading

ein gedicht
ein gedicht schreiben
am frühen morgen
doch was ist schon früh
vielleicht ist es schon
zu spät Continue reading

gelb ist eine farbe, die das herz öffnet, weit – viel zu weit, und vervollkommnet mit dem duft des rapses fast nicht auszuhalten. ich verspüre den drang, mich im rapsfeld zu suhlen und zu wälzen wie ein tier, das die hemmungen des ‚das darfst du nicht’ nicht kennt. wenigstens wage ich mich über eine fahrspur tief ins feld hinein. mirko folgt zögernd. die farbe gelb, die sich an ihn hängt und an ihm kleben bleibt – auch an mir, aber mir macht das nichts – versucht er durch klopfen und abwedeln von seinen kleidern zu bekommen. Continue reading

in den tag gehen
den duft der felder atmen
dem gesang der lerchen lauschen
ehe er sich auf dich legt
wie ein tier
das seinen tribut fordert
rosadora
die lesung
ein grosser erfolg.
30 passten in das cafe’ und vierzig kamen – und blieben.
aufmerksame hörerinnen und hörer, unersättliche und
dankbare auch. ich war in meinem element. sie spürten es…
15. Mai 2008 im Allee Cafe’
Lyriklesung
Rosadora G. Trümper Tuschick
In den Traum ist Rose Ausländer geflüchtet.
Wir begleiten sie für einen Moment auf diese Ebene.
ROSE AUSLÄNDER,
geb. 11. Mai 1901 – gest. 3. januar 1988
Bekannteste und beliebteste deutsch-jüdische Lyrikerin. Continue reading

schatten
werden kürzer
fliegen den traum
vom mai
bringen kühlung
den nach liebe
duftenden herzen
werden intensiver
löschen den brand
rosadora
komm vogelgedanke
niste in meinem ohr
fürchte dich nicht
ich brüte dich aus
und erfinde deine stimme
weißt du nicht
dass ich ein vogel bin
ein zugvogel
der singen kann
wohin ziehn wir
mein vogel
rose ausländer

ins land meiner kindheit gefahren.
lerchen singen, nicht so zahlreich wie früher, aber immerhin.
sie schwirren und stehen in der luft und singen – wer das könnte…
‚…mein herz ist wie ‚ne lerche…’.
nachtigallen und kuckucks hörte ich noch keine. ‚…bring auch viel nachtigallen und schöne kuckucks mit’.
raps bringt volle blüte hervor – gibt abwechlung ins grün. der duft umwirbt mich, erfüllt mich mit wohlbefinden.
immer stiess ich mich an dem satz ‚…die bäume schlagen aus’ – im lied ‚der mai ist gekommen’. viel zu hart, viel zu aggressiv. aber was in den letzten tagen passiert ist, sich ereignete, das grenzt schon an ein mächtiges hervortreten. plötzlich ist die welt grün. nur noch grün. die sehnsucht nach diesem grün hat sich erfüllt und ist fast nicht auszuhalten. immer übertrifft das, was man sich wünscht, in einem masse ein, wie es nicht vorstellbar ist. es übertrifft – auf die eine oder andere weise. Continue reading