Beiträge aus dem September 2008:

ICH SCHLAFE – MEINE SEELE WACHT… II

Mittwoch, 24. September 2008

jüd. friedhof göttingen

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ich dachte, es würde sein wie ‚nachhausekommen’. aber es ist, wie wenn man in eine familie nach längerer abwesenheit heim kommt – alles ist fremd. ersteinmal.
dann sehe ich die veränderungen, finde in den veränderungen neue bilder. auch hier dem anfang eines endes zu – oder dem ende eines anfangs…

AUCH DU BIST SEHR LEICHT…

Mittwoch, 24. September 2008

HILDE DOMIN

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lege den finger auf den mund
rufe nicht
bleibe stehen
am wegrand
vielleicht solltest du dich hinlegen

DIE WELT HOCHWERFEN…

Mittwoch, 24. September 2008

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wer es könnte
die welt
hochwerfen
dass der wind
hindurchfährt

hilde domin

werfen, wie man getreide hochwirft, um die spreu von den körnern zu trennen. Wenn das ginge – die welt hochwerfen, dann wäre jetzt der geeignete zeitpunkt dafür – hoch und höher, damit die ‚spreu’ sich verfliegen möge in alle winde und noch viel höher, damit sie sich an anderem ort nicht niederlassen kann. Mögen die winde sie fressen…

wir kehren ein im wort, wir finden uns im wort, finden uns selbst

denn wir essen brot
aber wir leben vom glanz

H E R B S T …

Dienstag, 23. September 2008

TAG- UND NACHTGLEICHE

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das helle verschwindet
das dunkle macht sich breit
es schiebt sich mit grosser hartnäckigkeit
in den tag
obwohl ich mich in diesen jahresrhythmus füge
mag ich das ganz dunkle und das sehr helle
am wenigsten

UND GOTT SCHUF DIE KATZE…

Freitag, 19. September 2008

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findeli aus sifnos (griechenland, kykladen)

einst soll gott adam und eva, die an einsamkeit litten, einen hund als treuen gefährten geschenkt haben. als nun ein engel berichtete, dass adam und eva mittels des hundes zu stolz wurden und sich zu sehr brüsteten, schuf gott die katze, um adam und eva an ihre grenzen zu erinnern. denn die katze gehorchte nicht und adam und eva lernten beim blick in ihre augen demut. so wurden sie bessere menschen, gott war froh, der hund glücklich und der katze war das alles vollkommen egal…

UR-WALD – UR-ALT…

Mittwoch, 17. September 2008

uralter urwald
sababurg

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eigentlich müsste ein so vergehender wald traurig stimmen. doch die traurigkeit stellt sich nicht ein. so viel stärke, so viel aufrichtigkeit und anmut, so viel bewundernswerte vielfalt von werden und vergehn. bäume sind vorbilder in der ausprägung ihrer eigenheiten und jeder baum überzeugt. dieser grosse da, wie er sich reckt und streckt, dem himmel entgegen, in seiner vergänglichkeit. bis zur vollkommenen unsichtbarkeit lebt er und hört auch dann nicht auf zu existieren.
er hat sich verwandelt in etwas anderes. er lebt weiter in den erinnerungen der menschen.

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so nah…

Dienstag, 16. September 2008

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und dann:
wie ein noch grünes blatt ein welkes birgt
wie in einer hand
behutsam und behütend
fast wie ungewollt
und es mich rührt
so nah dem tod
so nah dem neuen leben auch…

rosadora

TAL DER HERZEN…

Mittwoch, 10. September 2008

jüdischer friedhof obervorschütz

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das erleben, einen jüdischen friedhof zu betreten, geschieht nicht jedesmal in derselben weise. oft habe ich das gefühl erwartet zu werden. heute ist das anders.
der eintritt durch ein verschlossenes tor – ich weiss gar nicht, welche gefühle sich da regen – aufschliessen – zuschliessen – ich bin eingeschlossen mit den toten…
die scheinen auch verunsichert, recken sich mir nicht unbedingt entgegen.

WENN ICH EINST ALT BIN…

Freitag, 5. September 2008

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Wenn ich einst alt bin
trage ich Mohnrot