
EINE BOTSCHAFT
EINE EMPFEHLUNG
EINE WARNUNG
SAFRASAN
ABNEHMEN
IDEALGEWICHT
EINE IST STOLZ
UND ALLES
MIR VOR DIE FÜSSE
ICH HABE MEIN GEWICHT
ES IST, WIE ES IST…

EINE BOTSCHAFT
EINE EMPFEHLUNG
EINE WARNUNG
SAFRASAN
ABNEHMEN
IDEALGEWICHT
EINE IST STOLZ
UND ALLES
MIR VOR DIE FÜSSE
ICH HABE MEIN GEWICHT
ES IST, WIE ES IST…

Gustav Falke (1853-1916)
Alle unsre Tauben sind schon lange wach,
sitzen auf den Lauben, sitzen auf dem Dach,
sitzen auf dem Regenfass:
Wer gibt denn uns Tauben was.
Tauben, Hühner, kleine Kind‘
jeden Morgen hungrig sind.
Alle unsre Hennen sind schon aus dem Stall,
gackeln schon und rennen, scharren überall.
Und der Hahn kräht: Futter her!
Immer mehr, nur immer mehr.
Tauben, Hühner, kleine Kind‘
jeden Morgen hungrig sind.
(Musik: M. Georg Winter)
WEHLHEIDEN





´es gibt tage
da möchte man
dem teufel zu liebe
den himmel umarmen
einen engel verführen
auf einer wolke
in tiefen stürzen
einfach schlecht sein
das sein geniessen
und kompromisslos
leben´
text
dorothe moritz-mollberg
aus
STUMME BETRACHTER
fotos
helmut laurentius
im verlag
winfried jenior 2007

´ja, wenn man die träume nicht hätte…´
schweigen
´dann käme man besser zurecht im leben.´
schweigen
´und hätte man die liebe nicht?´
fragt der achtundsechziger wie ein psalm
´auch´,
erwidert die alte
aus
roger willemsen
DEUTSCHLANDREISE






platane
baum der göttin
urige baumgestalt
dich leise hervortastend
ins blätterhaus
maigebärende grünliebe
immerwährend

die alten und die neuen bilder
nicht miteinander vergleichen
das verbindende ist auch
immer das trennende
rosadora




die farbe gelb vergoldet das licht, ja, hier ist sie licht. licht, das tausend und abertausendfach das glück und die freude in den mai schickt und dieser lässt uns daran teilhaben.
wieso, wieso nur, sind alle monatsnamen männlich – das fiel mir eben gerade auf. dabei ist der mai so weiblich weich und strahlend.
geburtstag im mai
flieder verführt mich
zum schwur
ich bin ein atem
im mai
die blauen adernflüsse
wer nimmt ihre mündung wahr
welchen anteil
haben die sterne
an meinem traum
im maiglöckchenraum
dem störrischen stier geweiht
der widerspruch
steckt mir als angel
im blut

wenn das weisse morgenlächeln
über meinem kelche hängt,
und der frühluft leises fächeln
sich in meinem haar verfängt,
dass mein grüner körperstengel
sehnsuchtsschwer sich überneigt,
kommt ein schöner falterengel,
der mit mir zum himmel steigt.
meine duftige gewandung
wandelt er zum flügelkleid,
über tag und mittagsbrandung
schweben wir durch lose zeit.
und wir schaukeln, und wir strahlen
unsre seelen in die luft,
füllen alle blütenschalen:
er mit farbe, ich mit duft.
frühes gedicht (ca. 1943)
ZUM GEBURTSTAG VON ROSE AUSLÄNDER
geb. 11. mai 1901