TEAPARTY…

ROSEMARIE TROCKEL
tea party p a v i l l o n
karlsaue 312 nr. 176

im tea party p a v i l l o n von rosemarie trockel findet die party nicht statt. wo aber dann?

begrüsst werde ich mit einem mich als erstes konfrontierenden plakat mit ´greetings´ von wickelbraten und schweinerippen.
so geradlinig wie die form des hauses, die mich sehr begeistert, ist die botschaft nicht. das ist offensichtlich absicht, denn auch im begleitbuch befindet sich kein hinweis auf dieses objekt.

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auf der dX waren es schweine, die man sehen und riechen konnte.
hier ist vom tea keine spur. wenigstens ein leichter teaduft könnte die räumlichkeit durchziehen und mich umschmeicheln, um die fantasien freizusetzen…

eine frau zum tisch dekradiert,
die flugversuche eines ikarus,
die uns bald überwältigende flut von steropur.
nichts scheint den kerl in hockhaltung zu irritieren. umgeben von masken fühlt er sich doppelt sicher.
gipsabdrücke, vielleicht ein bein…

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an der anderen wand noch ein kerl mit krawatte und sonnenbrille ohne ausstrahlung.
oumou sy, die senegalesische modedesignerin sagte kürzlich, die europäischen männer seien die konservativsten und unbelehrbarsten, mit ihren stricken um den hals. nur schweine und sklaven würden (noch) an stricken geführt…
den blick sichert er sich mit einer duklen sonnebrille. zu viel sehen ist gewagt…
zwei frauen belächeln ihn, oder sind sie erfreut.

auch ein anderer lässig auf einer bank lümmelnder typ wird hinterfragt und belächelt…

zum nächsten treff bitte den tee mitbringen.

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DER PREIS DER LIEBE…

ETEL ADNAN
documentahalle
180 nr. 3

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„Sie vermisst den Mount Tamalpais hinter ihrem Haus in Sausalito. Dreißig Jahre lang hat sie den Berg immer wieder gemalt, doch vor zwei Jahren hat sie ihre nomadische Existenz aufgegeben und den Tamalpais verlassen.“

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ihr tun geht aus ihrer tiefen verbundenheit mit dem, was sie umgibt, was sie erlebt, hervor.
sich mit etwas zu verbinden, in etwas zu versenken, hat das starke ansinnen, zu begreifen, für diesen moment des tuns eins zu sein mit der welt.
sie liebt die offene ausdrucksform
wenn sie schreibt, konstruiert sie nicht
es fällt ihr zu
es fällt aus ihr heraus
das beinhaltet höchste identifikation
aufrichtigkeit und ehrlichkeit
sie orientiert sich nicht an sprachlich orientierter kultur

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ein bild ist wie ein gedicht
kurz knapp deutlich
formale reduktion
in die man alles ersinnen kann
je strenger ein gemälde abstrahiert ist
desto mehr enthält es
je mehr kann man hineingeben

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niemand verlangt von dir
ein engel der angst
oder gar des todes zu sein
wir wollen nur
deine haut wäre so glatt
wie die see
an einem nachmittag im oktober
in beirut
libanon
zwischen zwei bürgerkriegen

etel adnan