kaum ein wort…

im sommergefährt
durch die landschaft
das wär´s
gasgeben oder auch nicht
fahren oder stehenbleiben
den wind um die nase
auch wenn mal keiner weht
wo ich so ein ding wohl bekomme
und wie heisst es denn
kaum ein wort…

im sommergefährt
durch die landschaft
das wär´s
gasgeben oder auch nicht
fahren oder stehenbleiben
den wind um die nase
auch wenn mal keiner weht
wo ich so ein ding wohl bekomme
und wie heisst es denn

zwei amseln unterhielten sich
ich hörte ihnen zu
zwei amseln überraschten mich
es liess mir keine ruh
was sie sich da erzählten
ihr speisenangebot ist rar
es fehlen viele sorten
aus blieben die vom letzten jahr
hier und an andern orten
sie konnten sich nicht vermählen
es fehlt an diesem und an jenem
sie nehmens wie es ist
pech wenn dann noch ein andrer
das wenige wegfrisst
auch eben zu erwähnen
rosadora

Rainer Maria Rilke

Wo ist zu diesem Innen
ein Außen? Auf welches Weh
legt man solches Linnen?
Welche Himmel spiegeln sich drinnen
in dem Binnensee
dieser offenen Rosen,
dieser sorglosen, sieh:
wie sie lose im Losen
liegen, als könnte nie
eine zitternde Hand sie verschütten.
Das dunkle Roseninnere
Sie können sich selber kaum
halten; viele ließen
sich überfüllen und fließen
über von Innenraum
in die Tage, die immer
voller und voller sich schließen,
bis der ganze Sommer ein Zimmer
wird, ein Zimmer in einem Traum.

du stolze aufrechte
du bescheidene blüherin
immer sah ich dich
nie erkannte ich dich
erst in die blüte
fiel mir ein licht
in deinen lippen
lag botschaft mir

dein anblick
lindert mir herzschmerz
gibt ruhe und gelassenheit
grosse heilerin
gewogene schlichterin
in magen und darm
fliesst beruhigt
verdauungsfluss

im gewalle der pflanzen
bist du ruhender pol
vom sonnenlicht
erhältst du
den streitbaren saft
der alles schafft
herzgespann
du gnadenreiche
ERGÄNZUNG…
ich musste diese pflanze noch einmal in meinen blickpunkt rücken
sie lockte mich rief mich mit ihrem farbenspiel
eine pflanzenmalerin

ampfer
was dich herausragen lässt
über alles gras
ist deine klare blütenspitze
treibst sie
bis in die rostige röte
lässt sie dann gleiten
in blätter deiner wahl


valven und schwielen
geschützt im aufstreben

woher nimmst du
dieses rot
das unnachahmliche
dieses sanfte leuchten

wie du schöner wirst
von tag zu tag
wie du dich reihst
ins kommen und gehen
wie du mir die augen öffnest
mal wieder ganz neu


klettenlabkraut
verdirbt alles
würgt jedes grün
verwächst alle sicht
mischt sich aufdringlich ein
der documentablick ist futsch
kamille
wächst auf den wegen
wo zu viele menschen gingen
die energie ist beeinträchtigt
mit der kamille erwächst heilung
der duft weht mich an

engelwurz
treibt aus
treibt blüten und samen
weiss was er tut
nur die bienen fehlen
in diesem jahr
der sehr giftige hahnenfuss
unverschämt ausgebreitet
ein grosses terrain erobert
wie er das geschafft hat
bei der d13 waren es
nur einzelne pflänzchen

riesenbärenklau
ich zweifle noch immer daran
dass es eine herkulesstaude ist
an den blättern fehlen
die giftigen zähne
er sieht ganz lammfromm aus
das giftige bilsenkraut
schon verblüht
hat krönchen aufgesetzt
sie schaukeln auf den stengeln
wie kleine prinzessinnen
den wievielten tanz

brennesseln
die steten erneuerer
heilbringende feuer
drängen und werden verdrängt
haben nicht die beste position
zur zeit

zaunwinde
die galante tänzerin schlängelt
mal helfend und ergänzend
mal würgend überwältigend
im blühen trägt sie
die absolute schönheit

gras
fliehend wie ein wasserfall
fliessend wie ein meer
kommend und gehend
niedergestreckt im fall
wogendes energiebündel
rosadora

immer der nase nach
und nicht irritieren lassen
der vögel gesang wird schon weniger
da ist es schwierig
die richtige richtung einzuschlagen
so sang- und klanglos
macht das leben
gar keinen spass
da wird es schon winter
mitten im sommer
und das wetter
dieser spassvogel
glaubt auch
mich foppen zu müssen
na warte
ich werds ihnen zeigen
augen zu und durch
rosadora

tasche mindestens 100 jahre alt…
es singt ein fluss
es singt ein baum
sie singen leise
du hörst es kaum
es singt ein dach
es singt ein stein
du musst mit ihnen
verbunden sein
gestern sang
eine tasche für mich
ganz sanft und leise
rührte sie sich
sie sang von längst
vergangnen geschichten
so schön ich könnte sie
nicht erdichten
ich nahm sie mit
und hin zu mir
hängte sie
an meine tür
da fing sie wieder
an zu singen
alles herum
begann zu schwingen
die tasche
ich habe es vernommen
ist extra her
zu mir gekommen
dass sie recht lang
noch singen mag
wie heute
so an jedem tag
nichts angetan
hat ihr das alter
seelen- geschichten-
und zeitverwalter (in)
rosoadora
sie sang mich an in einem laden der REGAL heisst
da kannst du ein regal mieten – sachen hineinlegen zum verkauf
und du kannst dinge finden – die du eigentlich nicht brauchst
das ist das ding mit der nachhaltigkeit
der HESSENTAG
der 10 tage dauerte
sperrte die ganze innenstadt zu
ob die menschen glücklich waren
weiss ich nicht
ich war nicht dabei

heute sehe ich
wie alles wieder verschwindet
wie die männer räumen und schuften müssen
um das was sie aufgebaut haben
nun wieder abzubauen
ich laufe zwischen den aubbauten
die männer fragen – können wir ihnen helfen
ich sage – nein ich kann mir ja selbst nicht helfen
das soll lustig gemeint sein..
andere fragen – was machen sie denn da
ich antworte – ich mache kunst
sie sagen – davon verstehn wir nichts
aber dann entspinnt sich ein eindrucksvolles
gespräch über kunst
was es ist und was es nicht ist
der rasen tut mir leid
er ist nun in einem fast sonnigen gelb
und was er alles erdulden muss
an manchen stellen ist er total platt
aber das volk will feiern
unterhalten werden
sich vergewissern
es ist wie es schon immer war
also bleibt es dabei
ich liebe
die kleinen feste
die feste der jahreszeiten
und wie sie sich zeigen
und ihre freude herausblühen
und wieder zurücknehmen
ich liebe

die wolken
ob sie einziehen
oder ausziehen
ich schaue ihnen zu
und bin verblendet

sie werden zu schlosswolken
geben eine blendende kulisse ab
in standhaften bildern das lockere
ziehen und gezogenwerden
