URWALD – JANUAR 2021….

UNERWARTETER BESUCH BEI MARGARETE….

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heute ist margarete für mich zur baumgöttin geworden. das tier in ihrer nähe macht sie dazu. ist es ein gehörntes pferd oder ein mir noch unbekanntes fabelwesen. bei dem schnee konnte ich nicht zu ihm hin und es befragen, aber ich bin beruhigt, dass margarete diese schwere phase nicht allein durchstehen muß. das tier sieht vertrauensvoll aus und birgt ein geheimnis. sicher bietet es margarete einen sinnvollen schutz und bleibt bei ihr – bis zuletzt.

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fotos: mirko tuschick

SCHWEIZ: ALTER SYLVESTER – 13. JANUAR

UMZUG DER SYLVESTERCHLÄUSE…. nach dem julianischen Kalender am 13. Januar (Alter Silvester).

es ist sicher kein vergleich, die chläuse im film zu sehen mit dem, sie erlebt zu haben. und das konnte ich vor jahren. auch schien mir, da war alles noch nicht so im digitalen verfolgtsein. auch die chlausen schienen mir ursprünglicher und echter. ganz dicht konnte ich sie erleben, aber fast scheint mir, dass mir der klang der “zäuerli“ heute mehr unter die haut geht. erst war ich sehr gerührt, dass mir die tränen liefen, nach aufmerk-samerem hinhören konnte ich fast mitsingen. eine stimmliche wucht, egal ob von jung – also fast noch klein – bis alt vorgetragen mit glocken und gebimmel untermalt. schön, dass diese tradition so lange überlebt.

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NEUES JAHR….

EIN JAHR UND NOCH EIN JAHR…

das jahr beginnt – das jahr endet. erst ist es neu, dann ist es alt.
 das alte ist vorbei, das neue beginnt. diese lineare historische zeitidee reisst mir alles auseinander. 
zyklische zeit lässt nichts heraus fallen, nichts ist wirklich vorbei. alles ist in mir und dann liegt es nicht hinter mir, sondern vor mir. ich kann es anschauen. das was kommt, ist nicht sichtbar. 
in amarete in den anden, bolivien, sehen die menschen die zukunft hinter sich, weil sie diese ja noch nicht sehen können und die vergangenheit liegt vor ihnen. (ina rösing kennt sich da genauer aus).
von was soll ich mich da am ende eines jahres verabschieden, wenn es doch in mir bleibt. und ein jahr neu beginnen hiesse, es schon gut vor mir sehen zu können, was nicht so ist. von dingen kann ich lassen, von orten schon eher nicht. immer wird ein ort mit den menschen in mir gegenwärtig sein, mit dem erlebten, mit dem erlernten auch. und meine spur kann ich nicht irgendwann abtrennen, wenn es mir nicht mehr passt. meine spur beginnt mit meiner geburt und endet mit meinem tot und vielleicht darüber hinaus – wer weiss… vielleicht sind ein paar knoten drin, vielleicht auch erinnere ich mich nicht an die ganze strecke meiner spur, doch sie bleibt teil von mir, vielleicht bin ich auch die spur.

REINHARDSWALD – im neuen jahr….

KURZ UND BÜNDIG….
ich erkundige mich, warum hier so viele gekappte bäume stehn.

und erfahre, dass in 2014/15 bei der anhaltenden trockenheit die eichen sehr gelitten haben. das lange ansitzende laub lockte schmetterlingsraupen in großer zahl. die schädigten die bäume so sehr, dass diese aus sicherheitsgründen abgeräumt werden mußten – sicherheit für die menschen.

REINHARDSWALD – IM NEUEN JAHR….

F R I E D W A L D – entwas aufgelockert…

mich ausprobieren, solange es noch geht, mit dem wägelchen, wie ich das gefährt zärtlich nenne. und voller erstaunen – es geht – es fährt. manchmal hebe ich es über holprige strecken. es ist superleicht – mein wägelchen.
den friedbaum kann ich mir noch aussuchen, solange hier noch bäume aufnahmebereit sind. viele sind schon vergeben oder vorgemerkt. der ran auf den friedwald ist fast so intensiv, wie der auf die skipisten. es ist „in“, den friedhof auszuklammern, das hat was mit den forderungen zu tun.

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kein augebauter weg – aber gut gehbar. die umgebung hell, ja sogar sonnig – das wünscht man sich für die zukunft – oder man wünscht es sich für seine besucher/innen. selbst ist die sonne dann ja unwichtig.

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dieser kleine hier würde mir genügen. er ist so bescheiden und wenig protzig. das war erst mal ein michannähern. festgelegt habe ich mich noch nicht , aber zeit wäre schon dafür. die überlegungen sind noch imgange…

Terzette, die Herz und Seele berühren….

Die LYRIKERIN ELSBETH MAAG veröffentlicht ein neues Buch

foto: benjamin manser

Die Buchser Lyrikerin Elsbeth Maag hat 69 Terzette in Buchform veröffentlicht. Der pensionierte Buchser Kantonsschullehrer Valentin Vincenz hat die Texte ins romanische Idiom Sursilvan übersetzt.

unruhige nacht
der mond im streit
mit den wolken

rosen am zaun
malven und mohn
die gärten feiern

pappeln im wind
sie üben das fliegen
ich fliege mit

die schlammzungen
die deutlichen reden
des rheins

im sturmwind der
bizarre fächertanz

BUCH :   T E R Z E T T E

lyrik von ELSBETH MAAG – ins rätoromanische übersetzt von valentin vincenz                   24 CHF  erhältlich im buchhandel und bei
e.maag@rsnweb.ch und vvincenz@bluewin.ch

URWALD – MEIN BAUM…

ALTES GESICHT NEU…

alles hat ein gesicht. was dir gesichtlos scheint, hast du verkannt. deutlicher als je vorher ist das gesicht meines baumes und sehr ausdrucksstark. jedesmal werde ich mich jetzt vor diesem gesicht verneigen. die fragen sind nun deutlicher. wenn es dem ende zugeht, wird alles deutlicher, deutlicher, wenn du es zuläßt – sonst verhuscht es. seine stirn ist gewaltig – ich könnte denken, der eigentliche (denk)prozess hat jetzt erst begonnen. bisher war es, als hätte er sich, mein baum, lustvoll in der sonne geräkelt und seinen zustand in ganzer länge genossen.

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jetzt muß ich, mehr noch als bisher, versuchen, ihn in seinen ganzen spitzfindigkeiten zu ersinnen und herauszuhören, was er mir sagen will. und dann muß ich versuchen, alles zu verstehen. ohjeeee….

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REINHARDSWALD – HEXE….

HEXE WIRD ZUM STIER…

diese hexe hat sich ganz schön was einfallen lassen in ihrer vergänglichkeit. sie, die ich seit jahren als eingangsverwalterin jeweils fragte, ob ich in den urwald darf, ist nicht einfach in einen schlaf gefallen. sie hat den kampf aufgenommen und hat den weg über die stierische verwandlung gewählt. hörner, nicht gerade sehr kleine, hat sie sich aufgesetzt. mir scheint, sie hat trotzdem eine versöhnungswillige miene. hexe wie stier – ich bewundere euch sehr.

REINHARDSWALD….

SCHÜTZEND STEHN SIE VOR DEN JUNGEN….

wie menschen im alter suchen sie sich eine aufgabe. schützend strecken sie ihre arme aus und stellen sich vor die jungen bäumlinge und verhindern so, dass sie umgeweht und entwurzelt werden. sie gefallen mir sehr, wie sie mit letzter kraft versuchen, etwas sinnvolles zu tun.

REINHARDSWALD – SAG MIR, WO DIE BÄUME SIND….

WO SIND SIE GEBLIEBEN…


das tut meinem auge weh – natur gegen natur. kahlschlag, wie an noch vielen anderen stellen hier im reinhardswald – und was nun?
in diese kraft kann ich mich nicht einfühlen. wir haben es selbst verschuldet – oder?

diese dünnen birken haben es überstanden – oder war es zufall, weil sie nicht dicht genug standen und der sturm  nicht hindurch konnte?

„wenn in einem orkan ganze fichtenwälder fallen, so betrifft dies in der regel die künstlichen forste aus fichten oder kiefern. sie stehen oft auf geschädigten, mit maschinen verdichteten und somit kaum durchwurzelbaren böden, können sich also nicht richtig festhalten.“

peter wohlleben DAS GEHEIME LEBEN DER BÄUME