OSTERURWALD…

…ZU DEN ANEMONEN…

OSTERN – als ob das nicht genau meinem ewigen thema entspräche – tod und auferstehung – leben und sterben – zusammenbruch und wiederaufbau.
die anemonen, in der nähe meines auchthemas – MEIN BAUM – verkörpern für mich die auferstehung in reinster form. das klare weiß blendet fast, erfreut mich zum wiederholten male, seit vielen jahren. wie eine decke, ausgebreitet über eine schöne große fläche.

dagegen schildert mir MEIN BAUM das ganze gegenteil – eben sterben. in letzter zeit geht er unverkennbar diesen weg. ich besuche ihn seit ca. 10 jahren. da fiel er einfach um. mit diesem plötzlichen weggehen verdeutlichte er mir das gebot des vergehenden sichtbar und sinnbildlich. er läßt mir zeit mich mit dem gedanken zu beschäftigen und sagt mir, das weg nicht einfach weg ist. eine sterbende alte frau sagte mir einmal NICHTS FÄLLT HERAUS AUS DIESER WELT. das schien ihr die angst zu nehmen vor dem sterben. und nun muß er mich trösten und auch vorbereiten.

als vielleicht letztes geschenk zeigt mir mein baum dieses wunderbar großäugig, sanfte schalentier. ehemals schale und gehäuse seines einst dicken stammes. die sanftheit rührt mich, besonders aus seiner einmaligen lage heraus.

auch die beiden baumfrauen sagen es auf ihre weise. aus der einen trat eine zweite hervor, und nun schaut es aus, als würden sie sich gegenseitig halten – vielleicht auch mut machen.
ich stelle ihnen einen baum mit sonnenästen hinzu, der erinnert mich an den osterspaziergang von caspar david friedrich, und dass die sonne wieder aufgeht – wieder und wieder…

SONNENBLUMEN IM SPÄTHERBST…

GRÜNDÜNGUNG in der landwirtschaft…                                                                   DOMÄNE BEBERBECK

wie könnte ich einen acker, der ende november sonnenblumen hervorbringt, unbeachtet lassen. wie könnte ich die wunderbar gelben blüten nicht als etwas besonderes ansehen.
kürzlich erst kam ich vorbei und merkte mir die stelle – da wollte ich unbedingt noch mal hin, um die sommerblumen im winter zu fotografieren.


ich hatte stiefel an und eine gefütterte hose für outside. das war gut, so konnte ich mich bis mitten in das feld hinein wagen. ich fühlte mich grün, ich fühlte mich gelb, ich fühlte und fühlte das riesige blumenfeld in mir. vom nebel sehr nass und die sonne, die herausgekommen war, hat in dieser jahreszeit nicht die kraft, um das kostbare nass schnell wegzuschlürfen. es tut den pflanzen gut und mir ebenso.


am liebsten hätte ich mich mitten zwischen die blumen gelegt, aber das ist z. zt. nicht drin. ich muß mich gedulden.
dass es phacelia und ackersenf und wicken und erbsen schon viele jahre als wichtige gründüngung gibt, wußte ich – aber sonnenblumen. naja, es gibt immer mal wieder überraschungen. ich war sehr überrascht über die gelben blüten in dieser jahreszeit – und als gründünger – welche verschwendung…


naß bis über die kniee – aber irgendwie glücklich.

https://de.wikipedia.org/wiki/Gründüngung

SAMENPLANTAGEN…

im REINHARDSWALD…

noch nie habe ich von SAMENPLANTAGEN gehört und mir war völlig unbekannt, dass bäume aus samen gezogen oder gar geklont werden…

 

Liebe Rosadora
danke für die Informationen.

Ja diese Bäume. Wahrscheinlich sind es die an der Höhenstrasse bei der Kühbacher Wiese. Es handelt sich um Samenplantagen aus den 60er Jahren. Es gibt dort eine mit Birken, eine mit Ahorn und eine mit Linden. Die Ulmenplantage ist abgestorben.
Was steckt dahinter?
Es geht um die gezielte Produktion von hochwertigem Saatgut.
Dazu sind Zweige von besonders guten Bäumen dieser Arten aus ganz Deutschland abgeschnitten und auf langsamwüchsige Unterlagen gepfropft worden.
Diese kleinen Bäumen ließen sich dann gut beernten. Außerdem konnte durch die Mischung dieser Hochleistungsklone die Qualität des Saatgutes verbessert werden.
Durch die Nähe zur Forstlichen Versuchsanstalt in Hann. Münden gibt es im Reinhardswald einige dieser Anlagen. Herzliche Grüße Jupp.

Hermann-Josef „Jupp“ Rapp – ist ein deutscher Forstmann und Naturschützer. Er ist bekannt als die „Stimme des Reinhardswaldes“.

https://www.amazon.de/Baumriesen-Adlerfarn-Urwald-Sababurg…/dp/3933617219

 

MEIN BAUM IM SEPTEMBER…

 

IM URWALD SABABURG…URWALD_MEIN BAUM_P1670998

mit mirko traue ich mich hin bis zu meinem baum. der adlerfarn ist in diesem jahr etwas mickrig ausgefallen, so daß wir hindurchstakseln konnten. meinen baum hätte ich fast nicht wiedergefunden, so sehr ist er mit grünem überzogen. fast zehn jahre begleite ich ihn nun schon in diesem zustand und wenn er sich einmal ganz flach auf die erde legt, um danach wieder ein teil von ihr zu werden, kann ich ihn sicher auch nicht lassen…

URWALD_MIRKOBILDER_mein baum mit rosa_10.09

wir stolpern  und fotografieren – nicht wirklich – sitzen mal auf moosbewachsenen baumstämmen und genießen die saubere luft, nehmen energie von bäumen und grün – das soll die seele erhellen und säubern und stärken. und wir erfreuen uns, dass wir uns von der d14 mal frei machen konnten, obwohl sie ja nun zu ende geht – es war an der zeit.

mirko findet gefallen an den verschiedenen pilzarten – klitzekleine und poppigfarbene große. das ist jetzt ihre zeit, sagt er. auch das moos lebt jetzt auf, wenn es feuchter und kühler wird. die moospolster auf den baumstämmen gefallen mir besonders, auch wenn sie zum draufsitzen etwas feucht sind – macht nix – ein anorak muß reichen.

das wetter spielt mit – nicht zu heiß, nicht zu kühl – das wars mal wieder…URWALD_MIRKOPILZ_I_P9102001 URWALD_MIRKOPILZ_II_P9102072

U R W A L D …

TOURISTEN FALLEN EIN…

wer das wohl verzapft hat – touristenmassen in scharen – verstopfter parkplatz – gefährdung durch autos auf fahrbahn – gejohle und geschreie durchdringen den wald.URWALD_LEUTE_30.041dass er das erleben muß – der urwald – dass den bäumen dies um die ohren fliegt. was war die idee, so viele menschen hierher zu locken. die großen baumriesen haben sie eingezäunt, um sie zu schützen, und es hält die menschen doch nicht ab, die zäune zu durchbrechen. nur urwaldmäßig ist das nicht mehr. sie versperren wege – wer immer das auch angeordnet hat und weshalb – greifen ein – kontrollieren jeden fleck. vor 30 jahren war es ein URWALD,  in dem nichts gepflastert und abgetrennt war. jetzt ist er eine touristenattraktion.

URWALD_MEIN MAIBAUM_P1630663ich setze mich einen moment auf einen abgesägten baum und fliehe. das kann ich nicht ertragen, das tut mir in der seele weh – diese vermarktung eines urwaldes – eine vergewaltigung des ursprünglichen.

URWALD_I_leute_30.04 meinen maibaum finde ich dann doch noch. ein friedliches bild – diese schafe – aber auch das täuscht.

 

ZWISCHENAKKORD…

U R W A L D …

urwald_brandbaum_P1590197wie einen seelentröster nehme ich ihn – den urwald – nach so vielen kalten und trüben tagen. er nimmt mich so wie ich bin. das allein ist schon trost. die anemonen breiten einen blütenteppich aus vor meinem lieblingsbaum. als erstes besuche ich ihn, sitze eine weile, schaue mich satt an dem zarten grün.

URWALD_MEIN BAUM_24.043_bearbeitet-2in den buchen und eichen tut sich noch nicht so viel. sie sind auf der hut, warten auf den gesicherten frühling, wo die tage wärmer sind. sie brauchen etwas länger zu ihrer entfaltung.

URWALD_3 BÄUME_24.04ausschließlich fotograf/Innen sind unterwegs. erfahrungen tauschen wir aus und technisches zeugs. der urwald gefällt – auch neu entdeckt. ich kenn ihn nun schon seit jahren. habe eine beziehung zu ihm. betrachte ihn mir auch in bildern daheim – immerwieder. stelle fest, wie er sich verändert und wie es immer schneller geht mit der veränderung – scheint mir.

URWALD_FOTOGRAFEN_24.042heute keine großen touren und schon gar keine gewagten. boris sagt, das ist das alter…also altbekanntes in neuer variante. und tief atmen, auch wenn die luft den frühlingsduft kaum wahrnehmbar und zögerlich verströmt.

URWALD_I_24.041die kleinen buchen sind mutig. schon mal zwei große faltblätter ausgestreckt, damit sie niemand übersieht.

buchenbäumchen_P1590159

MEDITATION…

MEIN BAUM im urwald

URWALD_MEIN BAUM_PAAR_P1610027ich schaue mich um
über die linke schulter ein ganzer wald
bäume
die nach sonne sich verzehren
wolken gehen drüberhin
URWALD_MEIN BAUM_MEDITATION_13.021restschnee am boden
dazwischen ich
in meditation
am baustamm hockend
in gleisender sonne
URWALD_MEIN BAUM_KOPF SECHSFACH_13.022mein baum
erzählt geschichten
immer neue
von altersher
ich lausche immer noch
URWALD_MEIN BAUM_6 FACH_13.023in meinen baum
bette ich mich
mit ihm schwinde ich
nicht frühling nicht winter
immer nur immer

URWALD_MEIN BAUM_BAUMSCHATTEN_13.02dem farn
war er nicht kalt genug
der winter
in schlingen verfange ich mich
das neue wird noch zurückgewiesen