KIRSCHBLÜTE – 26.03.2020 ….

GUSTAV MAHLER TREPPE ….

ein bißchen wiederholungsmüde – es kommt mir vor, als wäre dieses rosarauschen erst vor ein paar wochen an mir vorbeigezogen. oder sind es die menschen, die coronabedingt fehlen und für die auffrischende frühlingsstimmung sorgen. eigentlich wollte ich dieses thema hier nicht erwähnen, aber es ist unabdingbar – unumgänglich. das frühlingsblühen alleine hilft den menschen nicht zu besserer, aufgeheiterter stimmung.
auf einer steinbank, es ist kalt und windig, rede ich mich mit j. ein. wir berichten unsere halben lebensgeschichten. sie stellt ähnlichkeiten fest, mit mir, obwohl sie 50 jahre jünger ist als ich.
später mit c. das gleiche szenario. wir reden über ‚schöne fotos‘ und haben sehr unterschiedliche meinungen.

obwohl mir das fotografieren heute keinen spass bereitet – es ist zu hell – die farben der blüten zu flach – aber für einen blogbericht reichen sie allemal. hab ich gar nicht gedacht…

WOLKENSCHÄUMCHEN…

LÖWENZAHNWIESE…


so weiß – so weich wie wolkenschäumchen…

wie in einem versteck, geheim auch – eine ungemähte löwenzahnwiese.
hineinlaufen möchte ich, wie in kindertagen, mich drehen und wenden, mich mit den löwenwölkchen verbinden. das hineinlaufen fällt schwer und erst recht das drehen. also bleibt mir nur eines, den traum im foto festzuhalten.
eine ungemähte wiese, das macht freude, das zeigt mitdenken.

KOMPOSTLOCH-ERDBROCKEN…

das ist eine längere geschichte…

diese erde, den berg, der er jetzt ist und den berg, der er einst war, habe ich über jahre verfolgt.
in meinem kompostloch – einst untilled von pierre huighe – machte er mir eine große freude, als er in einem jahr – fast rundum gelb – mit seiner ackersenfblüte überraschte.
ich nutzte ihn für meine aktion LYRIK und I LOVE. ich erwiderte damit den gefallen, den er, der erdberg, mir tat.


ich bedauerte es als er abgetragen wurde und verfolgte sein abbleiben. sein neues zuhause war nun im gelände des werkhofs. da liegt er heute noch – fast unbeeinträchtogt –
und immer mal wieder schaue ich nach, was mit ihm wird.


gestern überraschte er mich mit großer pflanzenfülle. ackersenf war auch dabei, aber nicht so üppig, und brennesseln und taubnesseln und knoblauchrauke und kohlkratzdistel und schöllkraut und klettenlaubkraut und indisches springkraut und

als ganz große überraschung eine mir völlig unbekannte pflanze CLAYTONIA PERFOLIATA – gewöhnliches tellerkraut (hab ich im internet herausgefriemelt…
so schön und zartblühend – etwas empfindsam in seiner art – also knackleicht zu brechen. und es hat eine verwandte, die ich noch nicht blühend gesehen habe.
meinen erdbrocken werde ich nun öfter besuchen und schaun, was er so hervorbringt im laufe des blühjahres.

INSEL SIEBENBERGEN…

– Bis zum April 2019 und damit dem Saisonbeginn der Blumeninsel soll der Pavillon fertig sein. Dann dürfte Kassel um eine Attraktion in seinen Parks reicher sein. – so schreibt thomas siemon vor einem jahr…
nichts zu sehen von der angekündigten attraktion. der fotograf f. sagt zu mir – in china hätten die das in 48 stunden hingestellt. so groß die unterschiede also und die enttäuschen.

die ersten frühblüher (bäume) sind schon hui. dafür schreit der pfau umso lauter. er zählt wie eh und je zu den hinguckern und überrascht die besucherinnen und besucher.


ein schwan hockt auf seinem nest – ganz in der nähe des gehweges. eine gans sitzt auf ihren eiern und ein paar graugänse sind auch übriggeblieben nach dem großen abschuß der nilgänse. großes vergehen an der natur und ihren bewohnern…

bunt ist es und grün, erfreut mein herz. weniger, dass die vogelvolliere am falschen platz steht – der sonne abgewendet. so bekommen die vögel nicht einen einzigen sonnenstrahl ab, was am alten standort der fall war.


ich besuche meinen liebling – den blauglockenbaum und – er hat mir einen kleinen ast hinterlassen, mit trockenen samenhülsen. ich darf ihn mitnehmen und seine hundertfachen klitzekleinen samen erzählen die geschichte, wie in der natur das kleinste groß werden kann, hin bis zu einem baum. in diesem jahr erblüht er sicher wieder üppiger. ich wünsche es ihm und mir…

KARLSAUE IM HERBST…

IMMERWIEDER ÜBERRASCHEND SCHÖN…Das Laub fällt von den Bäumen,
Das zarte Sommerlaub.
Das Leben mit seinen Träumen
Zerfällt in Asch‘ und Staub…

…Der Winter sei willkommen,
Sein Kleid ist rein und neu,
Den Schmuck hat er genommen,
Den Keim bewahrt er treu.

erste und letzte strophe…

älterer text:

LAUTER LETZTE TAGE…

es sind die bäume, die rufen:
 komm in den park
. die bäume sind es
, bei denen wir trost suchen.
im park stehen viele alte und grosse bäume,
 denen wir respekt zollen in ihrer beständigkeit, in ihrer
 haltung und gebärde.
 zu jeder jahreszeit haben sie eine botschaft für uns, 
und immer zeigen sie sich uns so, wie sie wirklich sind und immer anders.
 von der zartheit ihrer blühzeit, über die grünkraft und den farbenrausch im herbst, hin zur totalen entblösung im winter. in ihrer nacktheit erkenne ich ihre charaktere – wie ein einzelner baum stärke entwickelt, um allein (be)stehen zu können. 
jetzt im herbst bilden sie, zusammen gesehen, recht farbenfrohe kulissen, verschiedenste tönungen, die doch alle zusammenspielen. keine farbe fällt heraus, so als hätten sie sich abgesprochen.
             was wissen wir denn von der natur, ob dies nicht auch so ist.

‚man muss weggehen können
 und doch sein wie ein baum:
 als bliebe die landschaft und wir ständen fest.
 man muss den atem anhalten,
 bis der wind nachlässt
 und die fremde luft um uns zu kreisen beginnt, 
bis das spiel von licht und schatten,
 von grün und blau,
 die alten muster zeigt 
und wir zuhause sind,
 wo es auch sei….’
hilde domin

d14 – MÜHLE DES BLUTES…

ANTONIO VEGA MACOTELA – MEXIKO…
P1630908vor der orangerie entsteht das kunstwerk – soll 9 m breit und 6 meter hoch werden.
ein arbeiter erklärt mir, dass es eine druckmaschine, gelddruckmaschine, werden soll.
mehr weiß er auch nicht. na, dann mal her mit der pinke, damit die d14 ohne schulden raus kommt…
tulla tulla – jaja
d14_AUE_movARTP1630899movART
macht den blinker, ist der hammer schlechthin. slogan der documenta…
D14_AUE_ ANTONIO VEGA MACOTELA _6er_09.05MANITOU
klingt indianisch. ob die hier mitwirken…

mateco
ein kleiner bruder, der auch mitspielen will…
d14_mühle des blutes_pause_P1630916alles ein spiel – die documenta, das leben eben…

unter mitwirkung und aufsicht von
ZACATLAN, PUEBLA, MEXICO

ach, wieder ein zipfelchen d14

FROSTIGER FRÜHLING…

IN DER KARLS AUE…

zuerst die am boden – der japanische staudenknöterich hält sich am besten. ihn kann so schnell nichts umbringen. sein widerstand ist sprichwörtlich.

AUE_KOMPO_JAP. STAUDENKNÖTERICH_. 25.042dagegen die mammutpflanze hats erwischt. auch erfroren täuscht sie noch haltung vor – steht, aber ganz erstarrt.

AUE_RHABARBER ERFROREN_ 25.04_bearbeitet-1die gleditschie läßt sich nicht irritieren. sie hat energie für ein weiteres austreiben.

AUE_GLEDITSCHIE_ 25.041_bearbeitet-1die kaukasische flügelnuß hats etwas schwerer, treibt aber auch wieder aufs neue aus.AUE_KAUKAS. FLÜGELNUSS_25.044_bearbeitet-1dem großen ahorn scheint es nichts ausgemacht zu haben. obs an seinem widerstand lag, oder dass große bäume besser gegen frost ankommen…

AUE_GR. BAUM ?_25.043die wolken legen sich zwischen sonne und schönheit – lassen denken, es sei alles gut. machen eine schöne landschaft.

AUE_WÖLKCHEN_P1630503