BIOTOP BAHNHOF V…

DAS G E L B E vom Gelb…

vor dem frost noch einmal blühendes erwischt. scharbocksgraut im frühjahr bis zur goldrute im herbst ist das gelb das ganze jahr über im blick. das jakobskreuzkraut – das so giftige – ist hier neben der goldrute präsent. ein anderes, mir noch nie vorgekommenes dottergelbes gebilde, kräftig im wuchs und in der blüte, sich üppig vermehrend, eher in feuchten zonen vermutet, für mich noch ohne namen. auch kann ich es nicht ausfindig machen.
der sommerflieder auf meinem biotop grundstück verkrümelt sich schon anfang oktober. von den fast 100 arten des flieders sind die meisten in den tropischen und subtropischen Gebieten Amerikas, Afrikas und Asiens zuhause. als invasive neophyten siedeln sie sich hier auf sehr trockenen böden an. mein bahnhofsstreifen gehört wohl den ganz trockenen, aber sicher nicht so kargen, wie ich vermuten könnte, an.
die arten diversität – ein ziemlich neues und modernes wort – ist umfangreich. bei weitem kenne ich nicht alle hervorgespriesenen neulinge. ganz neu im oktober das acker gauchheil mit nur einer einzigen pflanze. eigentlich passt dieses so zarte gespriese gar nicht auf diesen widerspenstigen boden – aber da habe ich mich getäuscht…
vielleicht wartet der frost noch eine weile, damit ich mich an dem biotopischen gesindel noch recht lange erfreuen kann.

 

 

BIOTOP AM BAHNHOF…

WIE IM EILTEMPO…

Biotop am Bahnhofund bei der großen hitze fast ganz ohne regen, wächst dieses biotop heran – ganz ohne zutun. es ist, als ob es sich beeilt, die ganze fläche zu vereinnahmen. die pflanzen dehnen und strecken sich, kriechen am boden. der sommerflieder schießt den vogel ab. er kriecht nicht zu kreuze, nein, bäuchlings schiebt er sich, wird breit und üppig, fast übermütig. violett und weiß präsentiert er sich, verziert damit die letzten sommerlichen tage.

ganz verzweifelt bin ich, weil ich einige der pflanzen gar nicht benennen kann – so viel unwissenheit. wenigstens finde ich sie gleichsam alle schön und interessant. ein admiral begleitet mich – oder begleite ich ihn? einem rotschwänzchen sagt dieses ausnahmegebiet zu, letztens sogar ein hase – immerhin.das gebiet ist eingezäunt und hält mir die außenwelt ein bißchen vom leibe. biotopische sonderstellung. ein zug und noch einer – wie aus einer anderen welt. die abendsonne schmeichelt und auf dem frauenhofer-gelände ist auch ruhe eingekehrt.

BIOTOP AM BAHNHOF I…

RUDERALFLÄCHE…

nachdem die letzten gebäude auf der ladestraße des alten hauptbahnhofs in kassel verschwunden sind, entstand dort eine von menschen geschaffene ruderalfläche. die natur sorgte und sorgt dafür, dass auf ihr einzigartige gewächse sich breit machen.
breit machen im wahrsten sinne des wortes, nutzen sie doch den ihnen zur verfügung stehenden platz weidlich aus. sie nehmen sich breiten, die sie sonst so schnell nicht an den tag legen können. auch ein kräftiger wuchs zeichnet sie aus. so hat z. b. die königskerze einen stattliche gestalt und eine enorme höhe.
neben den pflanzen, die ich nicht benennen kann, finde ich doch auch einige mir bekannte wieder.


gewöhnlicher natternkopf
sommerflieder in großer zahl
königskerze


rainfarn
spitzwegerich
kamille
weißer gänsefuß
goldrute


kanadischer katzenschweif
schafgarbe
huflattich
kleiner nachtschatten
gemeine pestwurz


gewöhnlicher beifuß
virginische kresse
und
und
und…

bei jürgen feder habe ich einige angefragt, die ich nirgends finden konnte.

biotope, wie ich sie bisher nannte, sind wohl oft ruderalflächen, die auf kies schotter oder schutt erwachsen. am bahnhof ist es eine hemerobe von menschen geschaffene fläche.
der begriff biotop ist wertfrei – also werde ich ihn in zukunft weiterhin benutzen zum besseren verständnis.
diese schotterfläche übt einen besonderen reiz auf mich aus. der untergrund ist hell und umgibt die pflanzen mit einer leuchtenden aura. der geräumige platz verschafft ihnen eine besondere ausstrahlung und geltung.