FRAUNHOFER NEUBAU…

EIN NEUES JAHR…

mittagspause im gänsemarsch – kein nebeneinander – kein miteinander – das läßt tief blicken…

weiß die wände vor strahlendblauem himmel – an klarheit nicht zu übertreffen – mit blick ins nördliche kassel und ausschau und überblick ins innere…

hoch – und noch nicht hoch genug.

westen – norden – süden … das AA ist nicht zu übertrumpfen. es ist und bleibt im bilde – oder…

und das uneinschätzbare material…

es ist eine riesige baustelle. es gibt viel zu sehen und alles möchte ich sichtbar machen – dadurch wird es zur kunst – für mich.

ein neuer artikel, damit es nicht ermüdet.

IMMER WIEDER…

ANGELUS NOVUS…

ENGEL DER GESCHICHTE

zur erinnerung…

Klee-angelus-novus

„Es gibt ein Bild von Klee, das Angelus Novus heißt. Ein Engel ist darauf dargestellt, der aussieht, als wäre er im Begriff, sich von etwas zu entfernen, worauf er starrt. Seine Augen sind aufgerissen, sein Mund steht offen und seine Flügel sind ausgespannt. Der Engel der Geschichte muß so aussehen. Er hat das Antlitz der Vergangenheit zugewendet. Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert. Er möchte wohl verweilen, die Toten wecken und das Zerschlagene zusammenfügen. Aber ein Sturm weht vom Paradiese her, der sich in seinen Flügeln verfangen hat und so stark ist, daß der Engel sie nicht mehr schließen kann. Dieser Sturm treibt ihn unaufhaltsam in die Zukunft, der er den Rücken kehrt, während der Trümmerhaufen vor ihm zum Himmel wächst. Das, was wir den Fortschritt nennen, ist dieser Sturm.“

 

                     – Walter Benjamin: Über den Begriff der Geschichte (1940), These IX
                     wikipedia
diese menschen fehlen heute, die den durchblick haben, die warnen und raten könnten.
walter benjamin, HAP grieshaber…
und heute aussagen dürften, was sie denken und empfinden – bleibt – ihre worte von damals wenigstens heute zu verstehen…
heute:
die katastrophen scheinen nicht aufzuhören.weil die menschen aus vergangenem nicht lernen, wird es ihnen immer wieder vor die füsse geworfen. wie mir scheint, solange bis…
wie ein ständiger begleiter fällt mir benjamins ENGEL DER GESCHICHTE immer wieder vor die füsse, immer wieder in meinen sinn. fast verliere ich den glauben, dass menschen aus vergangenem lernen können. die geschichte wiederholt sich – immer wieder…

N E U E S J A H R . . .

2020 – ein NEUES JAHR
wenn ich etwas will – bekomme ich garnichts
will ich aber nichts – liegt alles – wie ausgebreitet vor mir

so geht es mir  mit diesem text
der etwas wll und soll
er soll das NEUE JAHR mit allen guten wünschen versehen

da es aber lange her ist und peter handke schon in
ALS DAS WÜNSCHEN NOCH GEHOLFEN HAT
das wünschen infrage stellte
mache ich gar nicht erst den versuch
das NEUE JAHR zu verklären

claudia sagt – es ist wie es ist
und ich sage – es kommt, wie es kommen muß

ich mache mir auch nicht die mühe
herauszufinden – wer das beeinflusst
wenn ich da auch so einen verdacht habe

und der satz JEDER IST SEINES GLÜCKES SCHMIED
stimmt nur so lange – wie der schmied selbst noch schmieden kann

und auch das WÜNSCHEN – so scheint mir –
hat an kraft und einfluss verloren

so schraube ich die hoffnungen und erwartungen nicht all zu hoch
und strenge mich an – mich nicht selbst zu enttäuschen
alles in allem also – es kommt, wie es kommen muß
oder auch ganz anders…

rosadora

»about: documenta« … R U N D G A N G III . . .

diese spiegelei ist gut gelungen – einfach wunderbar. sie lockt die fantasie und den spielgeist. wie tief du hineinschauen kannst, kann ich nicht herausfinden – achtmal, oderso…

die geschichtsleiste läuft wie ein band nebenher. yoko ono und john lennon halten an ihrem level fest WAR IS OVER! wenns doch nur so wäre – und für alle zeiten. das ist so spinnet wie realistisch zugleich…

die d13 – die documenta meiner wahl. bakargiev war die größte. schlau wie verrückt, rafiniert noch mehr, sie führte die kasselänerinnen und kasselänern an der nase herum mit ihrer tomatenstorrrry… sie brachte jemanden wie pierre huighes hier her. die beiden hunde waren, trotz allen einwänden, die lieblinge. sie besuchen mich heute noch und dürfen auf findelis lieblingsplatz – sofa – liegen….

anfang und ende….

»about: documenta« … R U N D G A N G II . . .

dieser mix von stilen aus den 50 jahren bis heute ödet mich an. übel wird mir von so viel erinnerungen aus vergangenem bis heutigen. der buddda sprengt alles. die gerafften gardinen – immerhin irgendwie grün in grün. die schreibecke – was und wohin soll man da schreiben… lampen, o nein, o nein..

diese figur aus blech, schön von zeit und vergangenheit gezeichnet – im wahrsten sinne – farbenfroh dazu, wenn man nur genau hin schaut, inspiriert mich, lacht mich an, ruft: fang mich… was ich dann auch tue.

de maria – fällt es mir ein… wie dünn dieser stab ist. ich hatte ihn mir immer armesdick gedacht. er gehört in die anfänge und ist noch immer an seinem ort. manchmal begrüße ich ihn – mache ein foto…

»about: documenta« … R U N D G A N G . . .

obergeschoss der NEUEN GALERIE

galerie der erinnerung

gedankenblitze – etwas wird im gehirn aktiviert. es ist wie ein überfall. lange nicht erinnertes wird hervorgeschleudert. ich mache den fehler, und beginne mit der 1. documenta. die wege zum ursprung sind einfach zu lang.
es wäre besser bei der letzten, also 14., zu beginnen und sich langsam in tiefere erinnerungsschichten zurückzutasten. wie verklebt scheinen sie, und es beginnt ein sortieren, ein kritisches schauen und hinterfragen nach der gültigkeit, ob der eindruck von damals heute noch dieselbe wirkung hat, oder ob es ein neues schauen – anschauen – ist.
ich mache mich locker – nicht so viel verständnis auf ein mal – und gibt es das überhaupt – verstehen – verständnis gar in der kunst. alles kann so oder so gesehen, gedeutet werden. das ist besonders in der kunst so.
das kunstverständnis ändert sich mit der zeit, mit der geschichte, mit den menschen. eindeutig erweitert sich mein kunstbegriff, je mehr ich mich darum kümmere.
heute musste mein begreifen sprünge machen. und ich weiß, dass ich auf die nächste documenta neugierig und gespannt bin.
und vielleicht ist ja bis dahin auch die vorstellung davon, dass die neue galerie ganz zum ort der documenta-geschichte wird, realität geworden, wie es sich BERTRAM HILGEN wünscht, den ich in der jetzigen ausstellung treffe.

docu
document
document aaaaaa

ZEIT UND NEBEL…

time and fog escape our grasp. but when i drive through a visiting cloud, through limited to a (blissful) moment, i negotiate directly with a cosmic happening, i domesticate an impersonal part of nature.
ETEL ADNAN

Zeit und Nebel entziehen sich unserem Zugriff. aber wenn ich durch eine besuchende wolke fahre, die auf einen (glückseligen) moment begrenzt ist, verhandele ich direkt mit einem kosmischen ereignis, ich domestiziere einen unpersönlichen teil der natur.

FRAUNHOFER – NOVEMBER – II …

DIE HINTERANSICHT…

trübe sicht – den überblick gibts trotzdem frei. dominierend noch das AA. es hat noch enorm viel freien platz. ob hier wohl das kleine pärkchen hin kommt – hoffentlich nicht klein, gar winzig. mir fallen die umwälzungen bei dem bahngelände abriss ein…

UND EIN BISSCHEN KUNST…

es ist eine kunst, so ein gebäude zu errichten – es ist eine kunst, so viele stahlgitter unterzubringen. regentropfen geben vor, kunst sein zu wollen. und ein blau gibt kunstvoll vor, dass alles in ordnung ist.

ERDEN BEI FRAUNHOFER…

ERDEN GANZ ALLGEMEIN – UND IM SPEZIELLEN…

mit claire pentecost
auf der d13 erwuchs mein interesse für den wert der erde. es geht dabei um den wert des bodens, für den claire pentecost eine neue werteinheit vorschlägt, eine art neue währung, die den petrodollar ersetzt.
der gedanke bewegt mich seit 2014, als der zoll- und verladebahnhof abgebaut wurde und das thema ZUSAMMENBRUCH UND WIEDERAUFBAU mich zu meinem projekt bewegte und das noch immer nicht beendet ist. mit dem bau von FRAUNHOFER belege ich mein wiederaufbau thema.
bei meiner ausstellung, EIN BAHNHOF VERSCHWINDET 2017, hatte ich die ERDE als kunstsonderthema. bei dem abbau des bahnhofs wurden erden verschleppt und gewendet, gehäufelt und plattiert. sie waren es mir in ihrer verschiedenheit wert, sie in gläsern zu sammeln und in die ausstellung zu tragen, damit ein bewußtsein über erden entstehen konnte, indem man ihr ansichtig wurde.
auf dem fraunhofer baugrund habe ich die vielschichtigkeit nicht dokumentieren können. mir wurde der zutritt und das fotografieren von der firma, welche die kampfmittelbeseitigung in auftrag hatte, untersagt.


jetzt war also nur noch ein rest von erde und eher kies und sand vorhanden. trotzdem wollte ich nachsehen, was ich damit anstellen könnte.
zumindest hat es mir das thema ERDE wieder ins bewußtsein gerufen. ich kann die vielen umbrüche ab 2014 bis jetzt wieder andenken. besonders die zeiten der biotope, die vor und während der bauphasen erwuchsen. ich habe sie kartiert und nehme nun noch anteil an der gegenüberliegenden seite, wo einst die gebäude der ladestraße standen. von erde ist da nicht viel zu sehen. auf einem riesen splitbett gedeihen die pflanzen dennoch – mal schmächtig, aber eher wuchtig. und alle sind mir wichtig, sie zu betrachten und zu beobachten – nicht ganz ohne wehmut, weil sie den menschen so ausgeliefert sind…

FRAUNHOFER BAUSTELLE – OKTOBER IV . . .

SCHATTENGERÜST…

viel licht und viel schatten zwischen dem gestänge – die kamera spielt mit – setzt dunkles ins helle und helles ins dunkle. das auge hat freude daran, sucht diese gegensätze, damit die spannung gesteigert wird. diese fotos nur hingehaucht im vorübergehen. sufian gibt die richtung an – auch die geschwindigkeit. ich würde gern stunden hier verweilen, um spezieller gucken zu können. ich schaue schnell, doch die kamera kommt nicht immer hinterher – flüchtig geklickt. also, klickfotos – ist doch auch was…