FRAUNHOFER – NOVEMBER – II …

DIE HINTERANSICHT…

trübe sicht – den überblick gibts trotzdem frei. dominierend noch das AA. es hat noch enorm viel freien platz. ob hier wohl das kleine pärkchen hin kommt – hoffentlich nicht klein, gar winzig. mir fallen die umwälzungen bei dem bahngelände abriss ein…

UND EIN BISSCHEN KUNST…

es ist eine kunst, so ein gebäude zu errichten – es ist eine kunst, so viele stahlgitter unterzubringen. regentropfen geben vor, kunst sein zu wollen. und ein blau gibt kunstvoll vor, dass alles in ordnung ist.

ERDEN BEI FRAUNHOFER…

ERDEN GANZ ALLGEMEIN – UND IM SPEZIELLEN…

mit claire pentecost
auf der d13 erwuchs mein interesse für den wert der erde. es geht dabei um den wert des bodens, für den claire pentecost eine neue werteinheit vorschlägt, eine art neue währung, die den petrodollar ersetzt.
der gedanke bewegt mich seit 2014, als der zoll- und verladebahnhof abgebaut wurde und das thema ZUSAMMENBRUCH UND WIEDERAUFBAU mich zu meinem projekt bewegte und das noch immer nicht beendet ist. mit dem bau von FRAUNHOFER belege ich mein wiederaufbau thema.
bei meiner ausstellung, EIN BAHNHOF VERSCHWINDET 2017, hatte ich die ERDE als kunstsonderthema. bei dem abbau des bahnhofs wurden erden verschleppt und gewendet, gehäufelt und plattiert. sie waren es mir in ihrer verschiedenheit wert, sie in gläsern zu sammeln und in die ausstellung zu tragen, damit ein bewußtsein über erden entstehen konnte, indem man ihr ansichtig wurde.
auf dem fraunhofer baugrund habe ich die vielschichtigkeit nicht dokumentieren können. mir wurde der zutritt und das fotografieren von der firma, welche die kampfmittelbeseitigung in auftrag hatte, untersagt.


jetzt war also nur noch ein rest von erde und eher kies und sand vorhanden. trotzdem wollte ich nachsehen, was ich damit anstellen könnte.
zumindest hat es mir das thema ERDE wieder ins bewußtsein gerufen. ich kann die vielen umbrüche ab 2014 bis jetzt wieder andenken. besonders die zeiten der biotope, die vor und während der bauphasen erwuchsen. ich habe sie kartiert und nehme nun noch anteil an der gegenüberliegenden seite, wo einst die gebäude der ladestraße standen. von erde ist da nicht viel zu sehen. auf einem riesen splitbett gedeihen die pflanzen dennoch – mal schmächtig, aber eher wuchtig. und alle sind mir wichtig, sie zu betrachten und zu beobachten – nicht ganz ohne wehmut, weil sie den menschen so ausgeliefert sind…

FRAUNHOFER BAUSTELLE – OKTOBER IV . . .

SCHATTENGERÜST…

viel licht und viel schatten zwischen dem gestänge – die kamera spielt mit – setzt dunkles ins helle und helles ins dunkle. das auge hat freude daran, sucht diese gegensätze, damit die spannung gesteigert wird. diese fotos nur hingehaucht im vorübergehen. sufian gibt die richtung an – auch die geschwindigkeit. ich würde gern stunden hier verweilen, um spezieller gucken zu können. ich schaue schnell, doch die kamera kommt nicht immer hinterher – flüchtig geklickt. also, klickfotos – ist doch auch was…

FRAUNHOFER NEUBAU KASSEL…

ERGÄNZUNG ZU GESTERN…

es gibt viel zu sehen auf dem baugrundstück – manchmal kann ich zusammenhänge erkennen, so wie gestern – meistens bleibt es mir völlig rätselhaft.

also, hier die rätsel… und immer wieder der fahrstuhl, der in den himmel will..

und die material- und KUNSTSCHAU…

manchmal reizen mich die farben, oft die formen und noch mehr das zusammenspiel von allem – also, die ordnung in dem chaos. wie sie abstand halten und sich nicht gegenseitig die show stehlen – und – es hat alles seinen platz…

rost ist immer der höhepunkt – mehr geht nicht. ein neues stück strahlt bloß – ein rostteil leuchtet – leuchtet in mein herz.                                                                                           

und KUNST – die ist nicht einfach da, obwohl sie immer da ist. wenn du kein auge dafür hast, siehst du sie nicht. ich finde sie immer und immer wieder – sie foppt mich förmlich und das finde ich gut – und wie gut ich das finde…  ich müßte mich mal einschließen lassen nach feierabend, damit ich unbegrenzte zeit habe und in ruhe schauen kann. alles voller kunst – ich sage es dir…

FRAUNHOFER NEUBAU am bau …

WIE EIN SPÄTSOMMERTAG…

nicht ganz schlecht – an so einem sonnentag auf dem bau zu arbeiten – wenn auch keine ganz einfache arbeit. sie haben noch ein paar arbeiter zusätzlich angefordert, damit sie voran kommen – jetzt sind es mehr als 40. räume entstehen – ich meckere, dass sie so winzig sind – bei all der größe insgesamt…

zuallererst die arbeiter…

stahl und beton – so wahnsinnig viel – du glaubst es nicht… es gibt keine pfade – klettern ind steigen ist angesagt. zum glück kann ich das heute. das ist nicht immer so. ich bin fast glücklich. immer bin ich glücklich zwischen diesem gewühle, in das ich mit meinen fotos eine ordnung – meine ordnung – einbringen kann. das ist meine art zu bauen. ich schaue mir fast die augen aus und kann nicht so lange fotografieren, wie ich gern möchte. sufian, der mich wieder herumführt, kann ich nicht ewig lang belegen. auch reicht meine energie nicht wie ich sie gern hätte.

und die feinarbeiten – das zänglein an dem verbund…

an anderer stelle…

noch mehr stahl – ein stahlkäfig… (es ist der grund eines fahrstuhls…)

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FRAUNHOFER BAUSTELLE…

WEITER UND IMMER WEITER…

MEIN KRAN TANZT…

stolz erhebt er sich über mir bis in den blauen himmel hinein und dann beginnt er zu schweben, zu tanzen gar.
leicht und grazil bewegt er das gelbe holzbündel durch die luft. er schwenkt es, als hätte er nur vor zu schwenken und immer weiter es nur zu schwenken, wie ein karusell, hoch und höher und einmalig. er muß das bündel herniederlassen und dann ist das schauspiel vorbei.
stundenlang könnte ich diesem kran zuschaun. das schweben in den lüften bergeistert mich so, dass er, der kran und sein schwenken, zu meinem lieblingsobjekten wurden und mich immer noch mehr entzückt.
einmal über dem grundstück schweben – das wärs…


Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co. KG – das schwarze gebäude im hintergrund und immer gegenwärtig – und der weiße betonfahrwagen im vordergrund bilden nicht nur farblich einen kontrast. sie sind auch firmenmäßig stark industriell orientiert und haben damit etwas gemeinsames, auch wenn auf dem fraunhofergelände keine panzer gefertigt werden. beim fotografieren begeistern mich an erster stelle formen und farben.

und immer wieder das wahrzeichen – der schornstein der firma linns – ein überbleibsel aus molkereizeiten. er ist oft mittelpunkt, scheint zu beobachten, was sich da tut. schon beim abbau des alten zollbahnhofs war er immer dabei. er wird so schnell nicht weichen. das abreissen ist zu teuer, deshalb wird er für funk- und sichtachsen vermietet.

 

AM FRAUNHOFER NEUBAU…

REGENLIED…

wieder dieser kampf – nicht schon wieder am bau zu fotografieren. aber da ist es schon geschehen. ich sehe diesen rotgelben quader und lege los. der himmel ist grau und es grollt. da bin ich schon unterwegs.

als die ersten regentropfen fallen, weiß ich, das ist mein tag. ich halte mein gesicht offen, den tropfen entgegen, die erst sanft und dann immer stärker herabprasseln und genieße – genieße diese sommerregendusche. als der regen dann übermütig wird und andauert, setze ich mich unter das dach der resthäuser in der ladestraße und warte ab.

auch die arbeiter sind geflohen, haben sich untergestellt.
ich habe meinen spass und versuche – regentropfen vor abgrenzwand – sehe sie auf der straße hüpfen. das geräusch von aufplatschenden tropfen auf autodächern gibt die musik dazu.

irgendwann hört es einfach auf zu regnen – da habe ich meine bilder längst im kasten und das muß reichen. erlebnisse – ganz in der nähe – und der himalaya reizt mich überhaupt nicht…
17 jahre – mit einer ausnahme – nicht geflogen und nichts vermißt.

WIEDER FRAUNHOFER…

IMMER NEU UND SPANNEND…

zweiergespann – sufian und rosadora…

ich habe einen dreibeinhocker gekauft – sufian trägt ihn mir, und ich sitze dann auf holzstapeln, betonecken und vielem anderen. eigentlich kann ich nicht gut laufen, aber die baustelle lockt und ich will fotos – so sehr, will ich sie, dass…

dies ist mein TAGEBUCH und ich berichte von meinen schwierigkeiten, damit ich später lesen kann, unter welchen umständen dies alles geschah. okay…

als erstes gleich ein riesenlastwagen, der firma imperial logistics, der mir sehr imponiert mit ungeheurer last, alles für FRAUNHOFER. ich stolpere über ein paar bretter, plastik und pfützen – sufian hält mich.

jetzt sind wieder mehr arbeiter da, der urlaub ist vorbei, und auf der baustelle gibt es viel neues zu sehen.

als erstes das bunte. m. sagt, dass die baustelle so wunderschön bunt wäre. deshalb zuerst das rosa, das hier dominiert.

und hier dominiert schon der stahl. wo der im endeffekt verschwindet, ist später nicht mehr zu sehen. stahl und beton – altbewährtes baumaterial, schon in den beeindruckendsten gebäuden der welt verwendet – seit jahrhunderten.

weiter im nächsten bericht…

FRAUNHOFER NEUBAU…

W A N D…

da ist eine wand – sie ist schwarz – ich stehe vor ihr. darüber blicken kann ich nicht. ich schaue an ihr empor und mein blick wird geleitet in den himmel. der himmel ist das große ganze – er umgibt mich, die wand und alles um mich herum.
heute schmückt sich der himmel mit weißen wolken. die wolken sind nicht ganz teilnahmslos an dem, dass ich diese wand wahrnehme. sie sind ein guter kontrast, bringen gefühle ein und steigern mein wohlbefinden und meine lust am tun.
hier bleibt die wand nicht wand. sie wird teil eines gebäudes sein und für mich nicht mehr auffindbar.