KÖNIGSKERZEN – GIGANTISCHE AUSMAßE…

BIOTOP BAHNHOF…

KÖNIGSKERZE
VERBASCUM GIGANTEUM

weil es so viele arten der königskerze gibt, nenne ich meine GIGANTEUM. ich beobachte sie von anfang an und in diesem jahr nimmt sie gigantische ausmaße an. an länge überragt sie mich und ihr kräftiger wuchs macht mich staunen. gab es doch im vergangenen jahr auf dem grundstück zwei oder drei mickrige mutterpflanzen, von denen die diesjährigen ja wohl ihren ausgangspunkt haben…

 

die blütenstände waren kompliziert und sicher gefaltet. es sah aus, als wollten sie sich quer auslegen – haben sie ja vielleicht auch, um sich dann aufzurichten. und wollig umschützt vor kälte und sonne, vor sonne, die zur zeit schon absurd heiß brennt, da braucht es schutz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

wenn sie dicht beisammen stehn und ich zwischendurch schlüpfe, streicheln mich die wollblätter zärtlich. überhaupt sind sich viele der pflanzen zärtlich zugewendet. wenn zwei dicht beieinander stehn und die eine sich über die andere wie schützend beugt, sehen sie aus wie ein liebespaar. es gibt sie – die liebe – überall, auch im pflanzen- und tierreich, auch wenn wir denken mögen, dass sie nur uns zugehörig ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

MAIBIOTOP…

BIOTOP BAHNHOF – EHEMALS LADESTRASSE…

schon beim letzten fototermin war zu erkennen, dass sich die königskerze hier wohlfühlt. sie hat sich stark ausgebreitet und auch ihr wuchs ist königlich. kein nachtfrost wird ihr noch etwas anhaben können – und mit der sonne, der sie erbarmungslos ausgesetzt ist, ist sie eh befreundet.
das stein-sand-erdgemisch scheint eine gute grundlage für die hier ansässigen pflanzen zu sein. nur, woher sie kommen, bleibt mir ein geheimnis. sie sind ja nicht ausgesät worden, wie eine spaziergängerin vermutete.
was mit diesem teilgrundstück der bahn weiterhin werden soll, weiß ich nicht. noch ist es eingezäunt und ein café in nachbarschaft von dem fraunhoferinstitut ist unter den 4 hochspannungsmasten schlecht denkbar. ich werde mal nachfragen.

 

 

 

 

 

 

 

BLÜHBEGINN…

BAHNHOFS-BIOTOP…

die energie hat nie gefehlt – aber jetzt kann man sie wieder deutlich wahrnehmen. ich schwinge mich ein, schaue mich um nach längerer pause.

mein absolutes lieblingsbild – diese beiden wuschelköpfe vom vergangenen jahr. die kann ich nicht so ohne weiteres erkennen. auf jeden fall drängt das neue schon nach, und ich werde aufmerksam sein…

die KÖNIGSKERZE hat einen guten start. die anzahl der exemplare hat sich stark vergrößert. möge sie mich mit einer guten blüte erfreuen. fast noch üppiger ist der SOMMERFLIEDER im kommen. an einigen büschen sind die blüten vom vergangenen jahr kaum ganz vergangen. ich mag ihn, trotz unkenrufen, wegen seiner violetten blüten und dem besonderen duft. der HUFLATTICH hat schon seine erste blüte hinter sich. groß und kräftig ist er ausgefallen und leicht mit dem LÖWENZAHN zu verwechseln. der ist hier auch zu finden – blühkräftig.

ich kenne nicht nicht alle pflanzen, manche erst, wenn sie blühen, aber verschiedene KLEEsorten, SPITZWEGERICH, HECKENROSE,  RAUKE, GOLDRUTE, ACKERSENF, HOLUNDER, STORCHENSCHNABEL, VERSCH. DISTELN, BROMBEERE, FETTHENNE, HELLERKRAUT, LUPINE, SCHAFGARBE, und und und nutzen die sehr warme frühlingssonne, die sommerliche temperaturen bietet.

ich treffe andzrej – auch künstler – wir plaudern durch den zaun. er findet meine arbeit sehr wichtig und interessant und meint, sie müsste große aufmerksamkeit bekommen. kommt vielleicht noch… er arbeitet an schulen, fädelt grad ein baumprojekt ein.

ich treffe sylvia mit schwarzem hund, jung und interessiert an meinem tun. sie fotografiert auch gern und nimmt meine anregungen dankend an.

ich treffe reinhold auf der gegenüberliegenden fraunhofer baustelle. er betreut sie. vor ein paar tagen hat er mich über die baustelle geführt und bietet mir an: sag, wenn du wieder fotografieren möchtest… ein schatz. er respektiert meine arbeit, die zwischen ZUSAMMENBRUCH und WIEDERAUFBAU sich mehr und mehr ausbreitet.

alles beginnt hier – alles endet hier (oder doch nicht)…

BIOTOP BAHNHOF…

…UND ENDE NOVEMBER

in dert natur gibt es keinen stillstand. noch die reduzierteste form rührt mich, mach mich neugierig. immer ist es spannend, was da neues kommt. die pflanzen auf dem biotop scheinen eine besondere metamorphose zu durchlaufen, wenn sie sich in ihrer form verändern. zum winter hin neigen sie dazu sich zu minimieren. im frühjahr haben sie sich dann so verändert in größe und oft auch in der form, dass ich sie freudig empfange, obwohl ich sie kaum wiedererkenne.

der sommerflieder wagt mehrere anläufe, als brauchte er das frühjahr gar nicht, er kann es einfach nicht abwarten. seine herkunftsländer weisen andere bedingungen auf, so daß das blühen kaum unterbrochen wird.
die nachtkerze ist auch ungeduldig – kaum verblüht, hat sie sich schon wieder in eine form gebracht, als könne sie jeden moment wieder blüten hervorbringen. ich schaue, ob sie unbeschadet den winter übersteht, eingemummelt wie in einen pelz sind ihre blätter ja.
die goldrute imponiert mir noch besonders. im wintergegenlicht verströmt sie einen wahren zauber.
wie auch immer eine jede pflanze sich in ihre verwandlung fügt, einen zauber verströmen alle und meine neugier läßt nicht nach.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

NOVEMBER-BIOTOP…

… AM ALTEN BAHNHOF

NOVEMBER-BIOTOP BAHNHOF…

der klälteeinbruch, der auf sich warten läßt, spielt auf meinem biotop eine wunderbare rolle – einige blüten schmücken den streifen längs der bahnhlinie noch. verschiedene, die nicht unbedingt von der kälte abhängig sind, sondern ihre zeit abgelaufen ist aus anderen gründen, ziehen sich zurück, fast möchte ich sagen – in sich zurück – und versuchen sich in den brauntönen.
ich werde beobachten, welche im nächsten jahr wieder erscheinen und welche einmalblüher/innen sind. sicher kommen auch noch neue hinzu, die es diesmal nicht gleich bis ans licht gebracht haben.
ich erfreue mich an allen, den kommenden und den gehenden. die abwechslung läßt mich auf der lauer liegen.

ns
dies ist mein TAGEBUCH und die wiederholungen zeigen die veränderungen auf….