MEHR ALS SEHEN….

RAGHU RAI – MEISTERFOTOGRAF INDIEN ….

Raghu Rai – Wikipedia

„Alles, was uns umgibt – die großen wie die kleinen Dinge – verdient unsere Aufmerksamkeit, eine Verbindung …

Wenn man lernt, mit den einfachsten, konkretesten Dingen in Verbindung zu treten, entsteht daraus etwas Besonderes“

RAGHU RAI – meisterfotograf indien
alles wird bei RAGHU RAI  zur energie –
und energie fließt – umgibt uns –
nimmt uns oder auch nicht
am frühen morgen bin ich schlaffrisch
da holt mich diese energie
sie ist wie ein fluß um mich
da sind die türen zum herzen offen
alles fließt heraus
alles fließt hinein
alles umarmt mich
alles ist eins
den dingen zugewandt
gibt es nichts böses
die dinge sind wie sie sind
in ihrer einmaligkeit
in ihrem sosein
dass sie mich lieben
wie ich sie liebe
möchte ich glauben
dieser raghu rai
lebt in einer welt
die ihn braucht
aus einem tiefen glauben heraus
bezieht er seine weisheit
er sieht nicht nur
er beobachtet
hält es fest
und gibt ihm damit
seine aufmerksamkeit
er schließt nicht aus
er bezieht nicht ein
er schaut es an
und gibt ihm damit
bedeutung
rosadora
film: arte DAS AUGE INDIENS

´HERZ, DU VERLIERST SEHR VIEL, WENN DU NICHTS AUSHÄLTST´…

BRIEF AN EINE FREUNDIN…
am frühen morgen schon

das herz wird schwächer mit den jahren
und meinem kann ich sagen
dass es viel verliert
aber es stört sich nicht daran
es pocht und pocht in seinem eigenen takt
und läßt sich nicht beirren

herzen sind überhaupt etwas sehr eigenes
nicht dein eigenes
sondern ihr eigenes
das muß frau fein auseinander halten

du kannst mit ganzem herzen bei etwas dabei sein
oder eben nicht
dann hüpft dein herz aus der reihe – sozusagen

meins wurde wieder auf linie gesetzt
aber so ganz ist es nicht wieder dabei
es läßt mich bangen
tags – nachts
und wenn ich es grad nicht will

herz ist was sehr sehr eigenes
jede erregung zeigt es an
schlechte laune etwa
gute, das ist eher die ausnahme
in letzter zeit

und mein herz
es spricht zu deinem
ob es das bemerkt
ich meine – dein herz

sonst habe ich keine herzleitungen
nicht – dass ich wüßte

es ist etwas aussergewöhnlich
am frühen morgen
so über mein/dein herz zu sprechen
aber ständig liegt es mir in den ohren
ob dieser tinni unterstützt oder schwächt
ich weiß es nicht zu sagen
auf jeden fall mischt er kräftig mit

das hört nicht so schnell auf zu schlagen
sagt mein dok
und beruhigt mich damit kein bißchen
und was, wenn doch
naja, das merke ich dann ja nicht mehr
oder…
rosadora

´herz, du verlierst sehr viel, wenn du nichts aushältst.´ florence nightingal

ALLES VORBEI T…

ERGÄNZUNG ZU – WENN ICH EINST ALT BIN…………
die frommen wünsche von vor 10 jahren
kann ich nun nicht mehr erfüllen
die enkel sind groß
selbst das heu gefährlich
wie sollte ich da denn hinein kommen….
das alter ist näher
das alter ist nah – verdammt
und barfuß ins grab
ich las vorsichtshalber
vom gras
der sturz wäre gewaltig
den tod könnte ich nicht becircen
und nicht ausschalten
was aber dann
das bild ist bedrohlich
das dazwischen ist das schlimmste
das mohnrot
will ich nochmal ausgraben
aus meinem kleiderschrank
dem übervollen
und was mir sonst noch
in die quere kommt
naja – viel darfs nicht sein
alles zu viel
alles zu viel erinnerung
die zeit rennt
mir davon
die zeit bleibt stehn
ich eile hinterher
ich bleibe stehn mit ihr
rosadora

mohnrot tragen – immer wieder…

WENN ICH EINST ALT BIN…

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Wenn ich einst alt bin
trage ich Mohnrot
weil ich das Brennen nicht missen möchte
in meinen Gliedern
in meinem Herz
Einen grossen Hut
der weit auslädt
und das Gesicht anmutig verschattet
Ich werde stolz sein
wenn die Leute hinter mir tuscheln:
Da geht die verrückte Alte mit ihrem Hut
Vieles werde ich nicht mehr machen
Zuhören zum Beispiel
wenn ich nicht mag
oder bleiben wenn es mich langweilt
nicht mehr fächeln
mit höflichen Floskeln
sondern sagen wie es mir ist
Vieles aber
will ich noch tun
Rutschbahn fahren mit meinem Enkel
rumpurzeln im Heu
und lachen dazu
Leute ansprechen
im Tram auf der Strasse
die mir gefallen und fragen
wie geht’s?
Zeit mir nehmen für einen Schwatz
im Blumenladen die Ansicht
der Gärtnerin kennen lernen
über Jahreszeiten und Sträusse
Reisen
ein Weingut suchen im Herz der Toskana
weil mir das Etikett auf der Flasche gefiel
An die Nordsee fahren
weil ich Sehnsucht habe
nach grauen Stränden und frischem Wind
Was mir so einfällt
ein Nachtspaziergang
Düften folgen
und fliegen lassen Bänder im Wind
Unbekümmert und barfuss
lauf ich ins Grab

Elisabeth Schlumpf
Aus: Wenn ich einst alt bin … Kösel Verlag 2003.

HYGIEIA – GÖTTIN DER GESUNDHEIT…

IN DIESEN ZEITEN…

schön, wenn man – in diesen zeiten – die gr. göttin der gesundheit, hygieia, im haus hat. irgenwann einmal brachte ich sie von einem griechenlandaufenthalt mit nach hause.

dass sie meine einzige beschützerin ist, kann ich nicht sagen. sicher habe ich mehr von diesen gespielinnen um mich. im großen und ganzen bin ich gesund. das, was daneben ging, habe ich mir selbst zuzuschreiben. es gab einen moment, da war ich unaufmerksam, irgendwie. das mußte ich dann auch selbst wieder richten.

und was sonst bei mir noch im argen liegt, dafür kann sie auch nichts. gegen eigensinn und leichtsinn sind auch sie, die wesen, auf die man vertraut, machtlos. blind zu vertrauen, dass sie alles wieder ins lot bringen, ist wahnwizig. nur im gleichklang mit hygieia ist die gesundheit geschützt. danke …

T R Ä U M E . . .

DIESER BEITRAG IST VON 2006…

gedanken von heute würden etwas anders ausfallen. seinerzeit beschäftigte ich mich  mehr mit texten – heute mehr mit fotoprojekten…

t r ä u m e
nicht alles, was verträumt dreinschaut, träumt. heute morgen umgibt mich eine träge schwere masse, dem traumzustand ähnlich, aber weit davon entfernt. sie hält mich nieder – innen wie aussen – und verhindert das flexibele denken und gehen. das wetter, das gestern zu hell war, ist heute zu dunkel – immer diese extreme. vielleicht ist es das spiegelbild des lebens, wechselt wie es von hier nach dort, mal auf, mal ab und ist doch nicht seine eigene gestalterin. es geht dem wetter, wie den träumen – sie kommen und gehen und wissen nicht woher und wohin. wie sollten wir da immer genau unsere wege deffinieren können. aber ausser uns selbst will ja auch kaum jemand den genauen verlauf erfahren. so erfahren auch wir uns erst beim gehen – manchmal mit, manchmal ohne ziel. ob wir dabei etwas gewinnen oder verlieren ist unsichtbares sein.

dieses unsichtbare sein, das wir tod nennen – macht es uns nicht deshalb angst, weil es sich unseren vorstellungen entzieht, weil unsere vorstellungen nicht ausreichen für eine ewigkeit, in die wir einzugehen hoffen? und geht unsere sehnen nicht trotz unserer ängste dahin, endlich eins zu werden mit dem weltall, mit einer weltenseele, die wir annehmen, und der sich alles erschliesst und unserem nichtwissen ein ende bereitet?
diesem unsichtbaren sein, dessen wesen unzerstörbar und unvergänglich ist, gehörten wir ihm nicht zu von anbeginn, bevor wir in diese welt hineigeboren wurden – und also auch über diese kleine zeitspanne unseres lebens hinaus?
wir vertrauen der ewigen bewegung der sternengebilde, die uns den fortbestand der ewigkeit garantieren. wir lassen horoskope erstellen und lesen aus den konstellationen der himmelsbilder, welche voraussetzungen für unser leben – das vergangene und das zukünftige auf dieser welt – gegeben sind. es entzieht sich uns also nicht nur die vorstellung von einem zukünftigem, sondern auch von unserem jetzigen leben. die frage, woher wir kommen, zieht die frage nach sich, wer wir sind. nur in teilen können wir es erfassen, und auch nur dann, wenn wir uns diesem prozess bewusst werden, der das ganze leben durchzieht. bewusste menschen werden wir durch die verwandlung von lebensprozessen in bewusstseinsinhalte. dieses ständige verwandeln, das wir leben nennen, ist der sinn unseres sterbens. lebens- oder todesprozess – alles ist einunddasselbe, alles ist eins. wir gehören ihm an – diesem grossen einen – ob wir leben oder sterben. der tod erst lässt aus dem vergänglichen sein der seele das bewusstsein vom ewigen hervorgehen. ‚leben und tod ist in unserem leben ebenso wie in unserem sterben‘. (heraklit)

mehr menschen, als wir ahnen, haben mindestens eine so grosse angst vor dem leben wie vor dem tod. die uneinsichtigkeit, die unmöglichkeit, es in unserem sinne zu lenken und zu beeinflussen, bestimmt ihre vorstellungen und vorahnungen. in dem lebensraum und der lebenszeit, in dem sich sichtbares mit unsichtbarem vermischen, liegen alle möglichkeiten und unmöglichkeiten eines menschenlebens verborgen. zweifel haben darin ebenso cviel platz wie hoffnungen, demzufolge wir weder tot noch lebendig sind. worte, wie tod und zeit und ewigkeit sind nur versuche zu erklären, wo wir uns befinden – hier wie dort – sind oft ungenügende verständigungsmöglichkeiten und den individuellen vorstellungen eines jeden unterlegen. so fühlen wir uns allein – auch ganz zuletzt und von hier aus gesehen. vielleicht ist das unsere todesangst, zu erkennen – zu erkennen, dass wir – bis zuende gedacht – allein sind, und in allem – im leben wie im tod. aus diesem grund suchen wir die gesellschaft von menschen – im grossen wie im kleinen. tief in unserer natur sind wir gruppenmenschen, um diesem leiden an der einsamkeit zu entkommen. wir könnten nicht leben ohne die anderen und ohne sie wäre ein erkennen nicht möglich. in jedem menschen, in all meinem tun, kann ich mich erkennen, spiegelt sich, wer ich bin. mein name macht mich unverwechselbar. auf meinem grabstein wird er eingemeiselt sein, und eine weile noch wird man mich finden auf dem grossen warteplatz für die ewigkeit. dann wird auch er mit mir fallen in das ewige nichts, in dem alles schwingt und alles in sich selber doppelt ist, wo sich die bewegungen von geburt und tod immer wieder neu vollziehen. unangetastet wird sie bleiben – unsere seele, aufgehoben in der grösse und weite der weltenseele. nicht so genau zu sagen. manchmal ist verlust ein gewinn und ein gewinn unser untergang. erhebe sich unser geist an der richtigen stelle und zur richtigen zeit, um dies entscheiden zu können. ein auto ist schön, wenn ich es geschenkt bekomme, aber es ist teufelswerk, wenn ich damit in einem unfall ums leben komme. die relativität ist dehnbar, aber manchmal für persönliches empfinden erschreckend deutlich. es ist relativ früh im jahr, aber relativ spät in meinem leben. es liegt noch relativ viel zeit vor mir, um sie schreibend zu deffinieren, aber wenn ich morgen sterbe, habe ich mich geirrt. es ist glück oder auch unglück, dass wir nicht alles wissen. im nichtwissen unserer zeit liegt auch ein grosses hoffen. mit der genauigkeit ginge dieses hoffen verloren, könnte sogar zur verzweiflung umschlagen, weil wir diese gewissheit unbedingt füllen müssten.
leben wir also mit unseren träumen, leicht oder schwer, mit den relativitäten, so oder auch so. lass uns die zeit einteilen, lass sie uns verschwenden – ganz, wie uns zumute ist und wie wir es vermögen. verzweifeln tue ich manchmal an meinem vermögen, zeit zu füllen mit sinnvollem und daran, dass es mir nicht gelingt, dies auszudrücken. so hoffe ich, dass ich die hoffnung nicht aufgebe, dass mir dies in kleinen ansätzen doch noch gelingen möge.
viele grüsse – oder stossgebet am morgen…
rosadora

WINTERSONNENWENDE 2019 …

setz dich einen moment zu mir – einen moment, wo das unfassbare geschieht, dass das vorläufige rückläufig wird. da hält selbst das alte jahr den atem an. wir horchen und sinnen, was das bedeuten könnte und was es uns sagen will. auch das neue jahr stürzt sich nicht gleich ins rennen. ebenso wie das alte verhockt es sich und bleibt ganz still und leise. kein wind weht, nichts regt sich draussen. wenn wir diesen atem aufnehmen, den grossen atem der natur, könnte uns zufallen, wonach wir suchen. in das dunkel fällt licht – die geburt des lichtes verheisst uns neue energie.

bedenke, was du mit dieser energie verändern möchtest, denn wie das alte jahr hinter uns bleibt, sollten auch unsere alten vorstellungen vertrieben werden, damit neues platz hat. doch halt noch einen moment inne – in dieser nacht musst du schweigen. da reden die tiere. streng dich an, damit du verstehst, was sie sagen. und sie haben dir viel zu sagen, die tiere.

die tür zur anderswelt ist weit geöffnet. sprich mit deinen anderswesen. wundere dich nicht, dass sie so heiter sind. schwing dich mit ihnen auf den grossen bogen, reite mit über grenzen, die heute keine sind. gib ihnen speise und trank und feiere mit ihnen das grosse fest des allumfassenden.

in den 12 rauhnächten wendet sich das unterste nach oben und das oberste sinkt. ein mischen und mengen tut gut, damit etwas ganz neues werden kann. schaffe platz dafür. schau die bäume – sie schmücken sich und zeigen sich in schönster pracht. doch dann werfen sie all ihre blätter ab. die sinken tief in die erde und werden zu staub. in der dunklen zeit und in grösster stille tragen sie nicht trauer. eifrig bereiten sie das neue wachsen vor, lassen es knospen unter den blättern, mitten im winter. hoffnungsträger.

halte dich ruhig und still und verzweifle nicht. der weg, den du nicht sehen kannst, liegt längst vor dir. du musst ihn nur gehen.

dies ist nicht blüte
nicht frucht
dies ist nicht frühling
nicht sommer
nicht herbst
dies ist nur der winter
mit seiner innigsten
grössten wärme
der hoffnung

rosadora