BOTANISCHER GARTEN KASSEL – 17. august 2020….

DIE BLUMEN UND PFLANZEN IM ANSCHLUSS….

die zitronenverbene habe ich schmerzlich vermisst – nun finde ich sie an anderer stelle – mitten im kräutergarten.

dass sie mit der gartenverbene verwandt sein soll, kann ich mir gar nicht vorstellen. und außerdem gibt es nur noch 74 bis 80 andere arten. mal wieder muß ich mein blickfeld erweitern.

auch die artemis verwirrt mich in ihrer vielfalt und ich kann sie nur schwer auseinander-halten. 250 bis 500 arten!!!! diese hier blüht und hilft mir beim auseinanderhalten…

die riesigen stauden wetteifern mit dem sommer und wollen wohl auch noch mit dem herbst sich messen.

BOTANISCHER GARTEN KASSEL….

DAS ROTKEHLCHEN mit seinem zartroten kehlchen und seinem schwachbräunlichem rücken…

es hüpft mir hinterher, begleitet mich ein stück des weges. ich sehe keine fliege, keine mücke, keinen käfer und frage mich, wovon es denn lebt. die pflanzen im garten sind üppig, fast riesig und vielleicht ist die freßzeit, an der es insekten gibt und würmer und schnecken eine andere. vielleicht erwartet das kehlchen, dass ich ihm futter mitbringe – könnte ich ja, hab ja futter zuhause, wo ich die vögel versorge, auch jetzt im sommer. wir haben corona – die vögel haben futternot.

 

MEHR ALS EINE ROSE….

BOTANISCHER GARTEN KASSEL…

der dichter RAINER MARIA RILKE ging in der zeit seines pariser aufenthaltes regelmäßig über einen platz, an dem eine bettlerin saß, die um geld anhielt. ohne je aufzublicken, ohne ein zeichen des bittens oder dankens zu äußern, saß die frau immer am selben ort. rilke gab nie etwas – seine französische begleiterin warf ihr häufig ein geldstück hin. eines tages fragte die französin verwundert, warum er nichts gebe. rilke antwortete: „wir müssen ihrem herzen schenken, nicht ihrer hand.“

wenige tage später brachte rilke eine eben aufgeblühte weiße rose mit, legte sie in die offene, abgezehrte hand der bettlerin und wollte weitergehen. da geschah das unerwartete: die bettlerin blickte auf, sah den geber, erhob sich mühsam von der erde, tastete nach der hand des fremden mannes, küßte sie und ging mit der rose davon.      eine woche lang war die alte verschwunden. der platz, an dem sie vorher gebettelt hatte, blieb leer. nach acht tagen saß sie plötzlich wieder an der gewohnten stelle. sie war stumm wie damals, wiederum nur ihre bedürftigkeit zeigend durch die ausgestreckte hand.

„aber wovon hat sie denn in all den tagen gelebt?“ fragte die französin.

rilke antwortete: „von der rose…“

josef bill

BOTANISCHER GARTEN KASSEL – 21. juni 2020….

BLUMENTRAUM….

obwohl sie zu träumen scheinen, die blumen, ist ihnen solch ein zustand nicht zuzurechnen. immer stecken sie in ihrer entwicklung – ohne pause. sie haben nicht einmal ein ganzes jahr für dieses ereignen, wofür wir menschen ein ganzes leben brauchen – fast hätte ich gesagt ver-brauchen. aber wer kommt schon auf die idee, sich mit einer blume zu messen. da müssen bäume, die uns an jahren oft um ein vielfaches überdauern, schon eher herhalten.

der zierlauch und bulgarische lauch haben den größten teil ihres blühens schon erledigt. doch in welcher phase sie sich auch befinden, sie verzaubern mich mit ihren ungeheuer fantasievollen gebärden und farben. sie geben noch einmal alles, was sie können und bleiben dabei doch zart und grazil.

 

 

von fragilität kann ich bei der elfenbeindistel nichts bemerken. sie schwingt und schwebt nicht, steht fest an ihrem platz, fast wie ein zinnsoldat. und nicht einmal im regen duckt sie sich, hält alles aus. auch einen eigenen sonnenschutz scheint sie in sich zu bergen. nur zwischen all den anderen blühenden ist sie auszuhalten.

die verschiedenen arten schaue ich nach. doch bei den lilien finde ich nur LILIEN und dass es viele sorten gibt. benannt finde ich sie nicht. dabei hätte diese prächtige es doch verdient. na wenigstens fällt sie mir besonders ins auge.

die skarbiose gibt es auch in verschiedenen farben und größen. auffällig ist, dass eine bestimmte bienensorte sie besonders zu lieben scheint.

noch verwirrender ist die anzahl der arten von nachtkerzen – so dass ich sie oft nicht als solche erkenne. nur die anzahl der bienen – hier vermute ich eine wildbienenart – übersteigt die anzahl bei weitem.

A R T E M I S I A ANNUA…

BOTANISCHER GARTEN KASSEL….

 

Schon in der Antike waren Artemisia-Arten als Heil- und Gewürzpflanzen bekannt. Fast alle Artemisia-Arten enthalten viel Bitterstoffe und ätherische Öle. Sie werden vor allem wegen ihrer dekorativen, oft duftenden und bisweilen insektenabwehrenden Laubblätter kultiviert.

Der Einjährige Beifuß wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin als Malaria-Mittel genutzt. Auf Extrakten aus dem Einjährigen Beifuß beruht die von der WHO empfohlene Therapie gegen Malaria (siehe Artemisinin).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

als ich im vergangenen jahr auf die ARTemisia aufmerksam wurde, gab es von der corona krise noch keine anzeichen. ich brachte sie mit der göttin ARTEMIS in verbindung und mit deren guten eigenschaften und heilung auf jeden fall.

nun, da das max planck institut sich mit forschungen beschäftigt, ob die pflanze bei corona heilung bringt, wird sie zur PFLANZE DER HOFFNUNG. vielleicht hilft sie nicht unbedingt gegen krebs und corona, aber dass sie die abwehrkräfte stärken könnte, wenn man sie als tee zu sich nimmt, will ich gern glauben.

TEE:  pflanzenteile mit heißem wasser überbrühen und 5 – 8 min. ziehen lassen. langsam und genüsslich trinken.

er hat einen starken eigengeruch und der körper reagiert darauf mit entsprechenden ausdünstungen.

 

 

STRAUCHPÄONIEN…

IM BOTANISCHEN GARTEN…

leider sind sie hin und weg – die strauchpäonien von vergangenen jahren. unsachgemäße pflege – falscher schnitt zu falscher zeit. dieser ist schon verblüht und alle anderen sind einfach verschwunden. ich habe sie sooo geliebt, diese blütenkünstlerinnen. und so bleibt mir ein rest, ein wehmütiges suchen…

die übrigen pfingsrosen sind auch schon dem blütenende nahe. es ist, als wäre sommer im frühjahr und es fehlt die feuchte einbettung. das wetter wird für die pflanzenwelt in diesem jahr noch dramatischer werden. jede besucherin, jeder besucher müßte eine kann wasser mitbringen – das wärs doch, und als eintritt kein zu hoher preis…

die schwertlilien brauchten auch etwas schatten und wasser. die sonne ist heute viel zu heiß und das von eben auf jetzt.

BOTANISCHER GARTEN III . . .

AGAVE – ACHJEEE…

sie hat es nicht geschafft – noch nicht. die bedingungen sind nicht so, wie sie die gerne hätte. der standort zu mickrig – in jeder weise. 72 jahre am selben ort – solange braucht in der natur, und evtl. griechenland, keine agave americana, um ihren höhepunkt und blüte zu erreichen. ja, die bedingungen… und das viel zu kleine kakteenhaus – eben zu niedrig – für viele der sukkulenten und der kübel nicht der rechte, u. u. u…

wenn doch eine oder zwei der großen kasseler firmen ein erbarmen hätte und eine neue kakteenbleibe finanzieren und bauen würde – bitte, jetzt und gleich – es eilt.

 

BOTANISCHER GARTEN – HERBST II . . .

ARTEMISIS ANNUA…

Artemis war eine wilde, unzähmbare Göttin, die Leben nicht nur gibt, sondern auch nimmt…

Unter den Pflanzen sind ihr das Wermutkraut (lat. Artemisia absinthium) und die Zypresse, die Moorlilie und die Palme heilig.
wikipedia

ich kenne sie aus griechenland als die vielbusige fruchtbarkeitsgöttin… wie diese pflanzen zu dem göttlichen namen kamen, ist mir schleierhaft. carl von linnè kann ich nicht mehr befragen. er nannte sie schon 1753 in Species Plantarum.

zwei frauen fragen mich, ob ich die artemisia annua kenne und wisse wo die steht. nein, ist mir völlig unbekannt. aber Dieter Rüsseler von den kakteenfreunden ist im garten. vielleicht weiß der was. ja, er kennt die pflanze und weiß wo sie steht.
später, im kräutergarten treffe ich die beiden frauen wieder und die kasseler, (die andere ist zu besuch aus berlin), verrät mir, wo artemisia annua steht. und sie weiß viele einzelheiten zu der pflanze, dass sie eine einjährige pflanzenart aus der familie der korbblütler ist. sie – die artemisia – ist eine heilpflanze und hilft erfolgreich gegen malaria. –
2015 wurde die chinesische Pharmakologin Tu Youyou für die Substanzgewinnung von Artemisinin mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet.
die krautige Pflanze ist einjährig, woher das botanische Artepitheton annua ‚ein Jahr andauernd‘ von lateinisch annus ‚das Jahr‘ stammt. Auffällig ist der aromatische Duft.[1] Die Pflanze wird 50 –150 Zentimeter hoch. Der Stängel ist meist völlig kahl. Die Laubblätter sind zwei- bis dreifach fein gefiedert. Die Blattzipfel sind kammförmig gesägt.
Die in einem rispigen Gesamtblütenstand angeordneten gelbgrünen und körbchenförmigen Teilblütenstände enthalten wenige gelbe Röhrenblüten. Die Blütenköpfchen sind nickend. (wikipedia)

später finde ich die pflanze und zupfe ein bißchen. sie riecht sehr stark und auch ein foto mache ich.
aber richtig widmen werde ich mich demnächst einmal, wenn ich allein im garten unterwegs bin.
dank den frauen, dass sie mich darauf angesprochen haben. gern lerne ich neues kennen. artemisia werde ich nun nicht mehr vergessen.
schöne fotos auf:
www.awl.ch/heilpflanzen/artemisia_annua/einjaehriger_beifuss.htm

BOTANISCHER GARTEN…

AGAVE IN WARTESTELLUNG…

sie ist mehr als geduldig – diese agave – sie wartet auf ihre blühzeit, die zeit, in der sie in ihrem herkunftsland blühen würde. ich weiß diese zeit nicht – aber sie kennt sie wohl. und weil das so ist, unterstützen sie viele kakteen mit blüten in allen farben.

es ist eine pracht und die menschen staunen über die vielfältigkeit und unverhältnismäßigkeit, was die größe anbetrifft.

der schwiegermuttersitz mickert mit einer klitzekleinen blüte, andere bringen prachtblüten hervor an einem schlangenartigen, dünnen und kleinen kaktusleib.

 

 

 

es lohnt sich, in diesem mickrigen und viel zu eng gewordenen kakteenhaus diese üppige blütenschau anzusehen. die meisten besucherinnen und besucher kommen wohl, um die agave zu sehen und sind enttäuscht, dass sie noch immer nicht blüht. irgendwann wird sie einfach losplatzen und viele blühhände ausstrecken.