INA KOMMT…

NUN NICHT MEHR…

jetzt kann ich nicht mehr erkennen, wann und wie ina kommt.
ROSA – das war ihr erkennungszeichen. räder und frontscheibe
verziert mit rosa farbe, eine tolle idee in den tristen baubetrieb.
gleich konnte man erkennen, wenn ihr betonmischer in die baustelle einfuhr.
und freudig wurde sie begrüßt.


nun ist nix mehr dergleichen. einem herrn von der betonfirma gefiel das nicht,
aus was für gründen auch immer, und ina mußte ihr fahrzeug allen anderen
wieder angleichen, indem sie die farbe entfernte.
da sind wir wieder – gleichmache, nur nicht aus der reihe tanzen. dabei übt die junge generation auf den straßen dieser welt gerade das ungehorsamsein.
ina ist die einzige frau auf dem gelände – da kann sich ungehorsam nicht leisten.
schön war dieser farbklecks und fantasievoll. nun sind wieder alle gleich. obs den
betonfirmaherrn zufriedenstellt. vielleicht überlegt er es sich ja noch einmal – mir würde das gefallen, und die bauarbeiter könnten IHRE LADY wieder gebührend begrüssen…

FRAUNHOFER – NOVEMBER – II …

DIE HINTERANSICHT…

trübe sicht – den überblick gibts trotzdem frei. dominierend noch das AA. es hat noch enorm viel freien platz. ob hier wohl das kleine pärkchen hin kommt – hoffentlich nicht klein, gar winzig. mir fallen die umwälzungen bei dem bahngelände abriss ein…

UND EIN BISSCHEN KUNST…

es ist eine kunst, so ein gebäude zu errichten – es ist eine kunst, so viele stahlgitter unterzubringen. regentropfen geben vor, kunst sein zu wollen. und ein blau gibt kunstvoll vor, dass alles in ordnung ist.

FRAUNHOFER – NOVEMBER – I …

ZÜGIG VORAN…

trotz regen sind die arbeiter am wuseln… der graue himmel darf sie nicht abhalten von ihrem tun – ihrem auftrag. ich zögere und bin unentschlossen – doch dann sehe ich vor dunklem regenhimmel mir einige bilder zuwinken. das ignorieren fällt mir schwer.

sie haben viel geschafft in den vergangenen tagen.  über die boxen sind decken gekommen und eine weitere etage. das wird noch höher, sagt samir, und ich werde dabei sein. die kräne schwingen durch die luft, tragen große stahlgitter von hier nach da. ein weiterer kran ist zur hilfe gekommen. atemberaubend, und ich muß sie immer wieder verfolgen und fotografieren.

an den burj khalifa denke ich und hoffe, dass dieses gebäude keine höhenrekorde brechen wird. die stadt könnte es nicht verkraften. mich reizt, was da so in den himmel ragt, dem molkereiturm konkurrenz macht. die anbindung ist ja auch so gegeben…

ERDEN BEI FRAUNHOFER…

ERDEN GANZ ALLGEMEIN – UND IM SPEZIELLEN…

mit claire pentecost
auf der d13 erwuchs mein interesse für den wert der erde. es geht dabei um den wert des bodens, für den claire pentecost eine neue werteinheit vorschlägt, eine art neue währung, die den petrodollar ersetzt.
der gedanke bewegt mich seit 2014, als der zoll- und verladebahnhof abgebaut wurde und das thema ZUSAMMENBRUCH UND WIEDERAUFBAU mich zu meinem projekt bewegte und das noch immer nicht beendet ist. mit dem bau von FRAUNHOFER belege ich mein wiederaufbau thema.
bei meiner ausstellung, EIN BAHNHOF VERSCHWINDET 2017, hatte ich die ERDE als kunstsonderthema. bei dem abbau des bahnhofs wurden erden verschleppt und gewendet, gehäufelt und plattiert. sie waren es mir in ihrer verschiedenheit wert, sie in gläsern zu sammeln und in die ausstellung zu tragen, damit ein bewußtsein über erden entstehen konnte, indem man ihr ansichtig wurde.
auf dem fraunhofer baugrund habe ich die vielschichtigkeit nicht dokumentieren können. mir wurde der zutritt und das fotografieren von der firma, welche die kampfmittelbeseitigung in auftrag hatte, untersagt.


jetzt war also nur noch ein rest von erde und eher kies und sand vorhanden. trotzdem wollte ich nachsehen, was ich damit anstellen könnte.
zumindest hat es mir das thema ERDE wieder ins bewußtsein gerufen. ich kann die vielen umbrüche ab 2014 bis jetzt wieder andenken. besonders die zeiten der biotope, die vor und während der bauphasen erwuchsen. ich habe sie kartiert und nehme nun noch anteil an der gegenüberliegenden seite, wo einst die gebäude der ladestraße standen. von erde ist da nicht viel zu sehen. auf einem riesen splitbett gedeihen die pflanzen dennoch – mal schmächtig, aber eher wuchtig. und alle sind mir wichtig, sie zu betrachten und zu beobachten – nicht ganz ohne wehmut, weil sie den menschen so ausgeliefert sind…

FRAUNHOFER NEUBAU – NOCH OKTOBER IV…

BEVOR DAS DACH KOMMT…

acht wände sind in einem wahnsinnstempo aufgestellt worden. gleich kommt das dach drauf und ich kriege diesen bauabschnitt nicht in mein fotoprojekt. reinhold gestattet mir eine sondersession. also…

ich wage mich zu dicht dran, da tönt es von oben „rosadora“ – reinhold ist in der zwischenzeit nach oben gestiegen und warnt mich vor der umherschwingenden wand… es schwingt und wedelt über mir und alles, alles reizt mich und ich muß es fotografieren.

der blick nach oben gibt kunstvolle bildausschnitte – ich liebe sie. selten werden sie entdeckt. der kran schwingt immer wie ein i-tüpfelchen dazwischen – das gelbe vor dem himmelblau lockt meine augen.

FRAUNHOFER BAUSTELLE – OKTOBER IV . . .

SCHATTENGERÜST…

viel licht und viel schatten zwischen dem gestänge – die kamera spielt mit – setzt dunkles ins helle und helles ins dunkle. das auge hat freude daran, sucht diese gegensätze, damit die spannung gesteigert wird. diese fotos nur hingehaucht im vorübergehen. sufian gibt die richtung an – auch die geschwindigkeit. ich würde gern stunden hier verweilen, um spezieller gucken zu können. ich schaue schnell, doch die kamera kommt nicht immer hinterher – flüchtig geklickt. also, klickfotos – ist doch auch was…

FRAUNHOFER BAUSTELLE – OKTOBER III . . .

SUFIANS BLICK VON GANZ OBEN…

sufian klettert da, wo ich mich nicht hin traue und fotografiert für mich mit meiner kamera. so habe auch ich einen kleinen überblick. er findet die farben schön, nein, nicht die am bau, sondern die herbstfarben der bäume im hintergrund…


rundungen sieht man von unter überhaupt keine. wie gespannt ich bin, was das werden soll…


danke sufian für das mitdenken und mittun…

FRAUNHOFER BAUSTELLE – OKTOBER II . . .

ÜBER DEN DÄCHERN VON KASSEL…

das wars!!! sufian fragt, ob ich die treppen steigen kann – welche treppen? na, die aufs dach. ob ich das kann – ich will!!! da wird grad der beton gegossen und das muß ich sehen. ich krabbele eher, als dass ich steige, ziehe mich am geländer, das noch ein provisorisches ist, hoch und schaffe es!! aber dann bin ich auch erstmal ko, sitze ab und schaue mich so um.

faszinierender blick. wie ich das liebe. oben herum zu schauen ist eben was ganz anderes, als zu ebener erde und gradaus. ein paar fotos mache ich aus meiner sitzposition.

sufian klettert weiter und bietet mir an, mit meiner kamera ein paar fotos zu machen. danke sufian, das ist es. stundenlang könnte ich so schauen.


abwärts geht es nicht sehr viel einfacher. es ist ein kraxeln und tasten. aber da oben gewesen zu sein – das war es einfach. hatte schon bedauert, dass ich da nie hin kommen würde. und nun doch. sufian hatte nicht die vorstellung, dass das für mich schwierig sein könnte……

damit das obere geschoss an einem tag fertig wird, haben die arbeiter, so sagt mir samir, 11 stunden am stück gearbeitet. gleich 5 betonfahrmischer stehen in der schlange, damit es zu keinen hemmnissen kommt. ich staune über die leistung und die fähigkeiten der einzelnen arbeiter. es sind noch einige mehr, damit das bauen voran kommt. die firma SPENNER HERKULES im stress…

nachmittags dann noch ein höhepunkt. die firma KIMM ist auch am schaffen. sie war schon beim abbruch des zoll- und verladebahnhofs dabei. ich gehe zum mischer, um dem fahrer einen gruß an bert mitzugeben. macht er – und fragt SIND SIE DIE EIGENTÜMERIN? ist wohl ein scherz – oder… nein im ernst. ich fühle mich einen moment geschmeichelt und widerlege die annahme. fast ist er enttäuscht. und ich…
wie ein großer ameisenhaufen scheint mir das ganze heute – so viele menschen am schaffen. es muß – es muß doch werden…

FRAUNHOFER BAUSTELLE – OKTOBER …

VORBEIGEGUCKT…

ca. 60 arbeiter arbeiten am bau und ein geschrabbel – wie ein bauchor hört es sich an – und ich kann kein wort verstehen. dafür freundliches HALLO und ein lachen vom dach. wieder angetan haben es mir die beiden KRÄNE – nein, nicht krähen – kräne. die schwingen durch die sonnigen lüfte, transportieren, was das zeug hergibt. dem wolff-kranführer geht es nicht so gut – glaube ich. er ist so weit entfernt von dem geschehen – dass er trotzdem in kontakt steht, das ist sicher. sonst würde er wegfliegel, wohin auch immer.