FRAUNHOFER BAUSTELLE – 25. FEBRUAR 2020 …

…UNTER BEWÖLKTEM SONNENHIMMEL…

 höher geht es nun nicht mehr. man ist ganz oben angekommen. da hinauf geht es für mich nicht. sufian sagt, es liegt und fliegt so viel zeugs herum. da werden die gerüste  abgebaut – das ist gefährlich. fast bin ich traurig, und dann gibt es doch noch einen höhepunkt für mich.


die galerie zum steigen und sitzen, noch im entstehen, aber schon vorstellbar. in gedanken fülle ich sie mit menschen, die hier neugierig auf die bilderwand schauen. ich denke mir hier meine fotoausstellung und spule ab, wie das sein könnte. und filme – unbedingt filme…

viel luft nach oben – das ist gut. langsam eröffnet sich in mir ein bild von den noch entstehenden räumlichkeiten. und mit menschen belebt ist es für mich ein guter ort…

fortsetzung: nächste seiten

SAFETY JACKETS…

Zipped the Other Way…

Kunst für alle

Als HORNBACH mich für dieses Projekt anfragte, war ich sofort begeistert. HORNBACH ist ein Unternehmen, das einen Bezug zum täglichen Leben der Menschen hat. Die Produkte befassen sich sowohl mit den praktischen Aspekten des Lebens als auch mit den dekorativen und angenehmen.

Kunst gehört allen. Alle können Künstler sein oder haben die Möglichkeit, Kunst zu schaffen. Kunst macht die Welt vielleicht nicht zu einem besseren Ort, aber sie hat die Macht, uns zu besseren Menschen zu machen.

ai weiwei

AI WEIWEI – ROSADORA – HORNBACH

KUNST aus dem museum holen – das ist es. nicht bildchen anschaun – wie hieß der doch noch??? nicht geld und kommerz als grundlage, sondern das leben – das leben der menschen – bei mir am FRAUNHOFER die menschen am bau, die menschen, die die arbeit machen. sie geben ihr leben, sie verlassen ihre heimat, um durchzukommen mit dem bißchen geld, das sie hier verdienen, verglichen mit den kunstpreisen, die gehandelt werden.

die sicht auf die dinge muß verändert werden – unbedingt – in dieser überbordenden welt-geschichte. die menschen müssen andere werden. das ist schwer, aber es muß sein, sonst…
als ich gestern zu hornbach kam, wußten die noch gar nicht von ihrem glück, dass sie mit ihren warnschutzjacken das neue werk von AI WEIWEI ausstatten, geschweige denn, dass ich sie bei ihnen kaufen könnte. ich muß in vorleistung gehen und sie bestellen die jacken – was weiß ich wo… und in zwei, drei tagen kann ich sie mir dann abholen, oder zuschicken lassen – jenachdem.
schlechtes beginnen, schlechter eingang in das kunstprojekt. dass es sich noch ein bisschen herum spricht in kassel und auch sonst.
…THE OTHER WAY – das ist es doch…

Safety Jackets Zipped the Other Way von HORNBACH & Ai …

www.hornbach.de › aiweiwei

FRAUNHOFER BAUSTELLE KASSEL…

ZUSAMMENBRUCH und WIEDERAUFBAU…

die einmaligkeit der bilder im zusammenbruch besteht u. a. darin, dass sie nicht wiederholbar sind. der abbau des zoll- und verladebahnhofs kassel bot mir solche bilder in hülle und fülle, nicht zuletzt deshalb, weil ich fast täglich auf der baustelle war, um das ganze zu beobachten und um zu verstehen. ich verstand, dass letzte teile des vom krieg zerstörten und versehrten kassels hier niedergerissen wurden – unwiederbringlich.

in meinem film sage ich, dass in allem hässlichen auch etwas schönes zu finden ist und man es nur so ertragen kann. fotografisch gesehen setzte ich mit überdimmensionalen wolkengebilden noch ein sahnehäubchen drauf. so entstanden unwahrscheinlich schöne bilder.

diese dimension gelingt mir nun bei meinem wiederaufbauprojekt nicht. zwar schätze ich auch hier das spiel der wolken und fange sie mit ein, aber die gleiche wirkung haben sie lange nicht.

wiederaufbau – in dem ausmaß, wie ihn fraunhofer werden läßt, ist ziemlich langwierig und streckenweise auch sehr langweilig. immer bleibe ich an den scheinbar nebensächlichen dingen hängen, wie materialien – noch nie gesehenen und mich verführenden. art und farben und formen finde ich überwältigend, die den wiederaufbau in der betrachtung sehr zähflüssig gestalten.

das staunen hört nicht auf. immer neues fällt mir ins bild. eine große zerknautschte plastikplane, sich in einer noch größeren wasserlache spiegelnd – das ist für mich kunst. kunst, die überrascht, sich in meinen blicken einschmeichelt – nebeneffekte, die einfach da sind und mich erfreuen. und davon gibt es genug.

vielleicht sollte ich nach beendigung des werkes – das für mich auch ein kunstwerk ist – ein bild vom fertigen gesamtbau einstellen, um für ungeduldige den wiederaufbau zu dokumentieren.
und noch eines vom abbau, damit das ab und auf sichtbar wird.

…Kassel und seine Nachkriegsgeschichte lieferten dafür ein historisches Beispiel… sagt caroline bakargiev bei der 13. documenta.
und hier – das beispiel noch einmal sichtbar gemacht.
rosadora

FRAUNHOFER NEUBAU…

MITTENDRIN…

manchmal bin ich verliebt in meine bilder – wie sie mit der landschaft – mit den anderen objekten sich arrangieren oder arrangiert wurden – wie sie sich mit ihren farben bei mir einschmeicheln. dieser rot/schwarze stapel mit den neuen fenstern, sie legen sich mit der
firma im hintergrund an, die dauerrecht zu haben scheint – und gewinnt. bei mir jedenfalls. die treppe – umschmeichelt von grau in grau ichweißnichtwas hat auf mich auch einen besonderen reiz. grau ist eine nicht unbedeutende farbe – auch im bauwesen nicht…

und nun das runde – es ist überall, wenn du willst. es dreht und schwingt – für mich macht es für ein paar sekunden halt. danke.

die vielen kleinen schornsteine – was sie wohl bewerkstelligen – machen meinem molkereischornstein keine konkurrenz. er schiebt sich überall dazwischen. gut gemacht…

den kleinkram noch – den so farbenfrohen  – nägel – flex – schippe und würthigen steinen ist alles mit drin im großen baugeschehen. sie necken mich – wollen beachtet werden. na, und ob…

FRAUNHOFER NEUBAU…

EIN NEUES JAHR…

mittagspause im gänsemarsch – kein nebeneinander – kein miteinander – das läßt tief blicken…

weiß die wände vor strahlendblauem himmel – an klarheit nicht zu übertreffen – mit blick ins nördliche kassel und ausschau und überblick ins innere…

hoch – und noch nicht hoch genug.

westen – norden – süden … das AA ist nicht zu übertrumpfen. es ist und bleibt im bilde – oder…

und das uneinschätzbare material…

es ist eine riesige baustelle. es gibt viel zu sehen und alles möchte ich sichtbar machen – dadurch wird es zur kunst – für mich.

ein neuer artikel, damit es nicht ermüdet.

FRAUNHOFER BAUSTELLE…

K R A N   K R A N E   K R Ä N E . . .

KRAN
KRANE
KRÄNE

kranweise
die weise vom kran
von den kränen
auch

festklebend am himmel
feststehend auf der erde
schwingliebend
den schwung im griff

kranwärts
bewege ich mich
mein blick hängt
am kran

verkrane mich
verkräne oft
kran kran
kräne kräne

krankräne
luft luftig
gewitter
nochmal

waagerecht
senkrecht
immer im
gleichgewicht

gewicht
schleppend
durchs blaue
im blauen blau

KRAN
KRANE
KRÄNE

rosadora

FRAUNHOFER NEUBAU …

AN EINEM TRÜBEN TAG…

das mittige grüngehaltene ist das ganze FRAUNHOFER GELÄNDE – mit großem parkplatz – da wo die bäume eingezeichnet sind – und noch platz für ein kleines pärkli – das ist löblich…

der platz für das kleine pärkli – er ist vorhanden – klein und hoffentlich dann fein…

hier gehts um die kurve und ist die vorderansicht.

der himmel hat sich zugezogen, trüb ist es und wirklich kein gutes fotowetter. das wirkt sich auf meine begeisterung aus und sufian scheint auch nicht gerade lustig, mich übers gelände zu führen. machen wir das beste daraus. durch schlamm und pfützen, meine lieblinge, staksele ich und schaue mich um. die gebäude sind mittlerweile so hoch, dass von unten keine so guten motive sichtbar sind.

hier und da ein gespräch mit den bauarbeitern. a kommt aus bebra und spielt mit endloslangen plastikschlangen. da kommen später leitungen rein und gehen quer durchs gelände. a ist jung und agil und es scheint ihm fast spaß zu machen. gut so…

die auswahl der fotos ist immer noch mal ein vertiefen der eindrücke. ich hatte den eindruck, als hätte ich nicht viel fotografiert – das graue hat mich irritiert – und dann finde ich doch mehr, als ich erwartet habe. ich werde es also, ob der menge, in zwei sequenzen aufteilen, die gehören aber zusammen

als ich mit fotografieren fertig bin, ziehen am nördlichen himmel wunderbare wolkenbänder auf und vom süden her scheint sogar die sonne. allerdings keine lange strecke und für ein wiederholen zu kurz.

INA KOMMT…

NUN NICHT MEHR…

jetzt kann ich nicht mehr erkennen, wann und wie ina kommt.
ROSA – das war ihr erkennungszeichen. räder und frontscheibe
verziert mit rosa farbe, eine tolle idee in den tristen baubetrieb.
gleich konnte man erkennen, wenn ihr betonmischer in die baustelle einfuhr.
und freudig wurde sie begrüßt.


nun ist nix mehr dergleichen. einem herrn von der betonfirma gefiel das nicht,
aus was für gründen auch immer, und ina mußte ihr fahrzeug allen anderen
wieder angleichen, indem sie die farbe entfernte.
da sind wir wieder – gleichmache, nur nicht aus der reihe tanzen. dabei übt die junge generation auf den straßen dieser welt gerade das ungehorsamsein.
ina ist die einzige frau auf dem gelände – da kann sich ungehorsam nicht leisten.
schön war dieser farbklecks und fantasievoll. nun sind wieder alle gleich. obs den
betonfirmaherrn zufriedenstellt. vielleicht überlegt er es sich ja noch einmal – mir würde das gefallen, und die bauarbeiter könnten IHRE LADY wieder gebührend begrüssen…