FRAUNHOFER BAUSTELLE – 12. OKTOBER 2020….

PLATZ FÜR PARKMÖGLICHKEITEN –

UND NICHT VERGESSEN: FÜR BÄUME….

lange war ich nicht hier. in der zwischenzeit hat sich einiges getan. der raum für die parkplätze ist abgesteckt. die bäume werden dazwischen angeordnet – der mutterboden fehlt noch völlig. ich bin gespannt, welche bäume sie auswählen. die drainagen sind wichtig für den ablauf des regenwassers.

sufian erklärt ausführlich. dank an ihn und seine große geduld. wenn ich kankele ist er zur stelle, hält mich, fängt mich auf, schaut nach sitzgelegenheiten. die gibt es reichlich – zum glück.

an den alten zollbahnhof erinnert nun garnichts mehr. der abriss war weit spannender als der aufbau dieses monströsen gebäudes, bei dem ich wirklich die übersicht verloren habe.

aber noch ist es ja nicht fertig. vielleicht gibt es noch mal spannende momente, die ich noch nicht vorausahnen kann.

FRAUNHOFER NEUBAU – 2. SEPTEMBER 2020….

MAL WIEDER EIN GANG…

über die baustelle.

gezögert habe ich mit dem einstellen der fotos, weil mir kein text dazu einfiel – eben baustelle zum xtenmal. gezögert, weil ich nicht dort fotografieren darf, wo ich es möchte – die vorschriften – angeblich. aber nach ganz oben komme ich e nicht und den außenfahrstuhl der arbeiter darf ich nicht benutzen. also eher frust als lust…

ich schaue also nach dem, was sich verändert hat – und ich suche die kunst, die sich mir nicht zeigen will. das ist natürlich auch in meinem kopf – kunst kann ich sonst aus jedem teilchen machen – und heute eben nicht…

WIE WOLKEN SPIELEN…

AM ALTEN BAHNHOF…

vielen objekten kann ich nicht mehr hinterher, deshalb entscheide ich mich für die, die zu mir kommen. wolken kommen und gehen, treiben ihr himmlisches spiel, verändern mir ein bild schnell oder auch langsam, aber gewiß. am alten bahnhof habe ich gute sicht und schöne zugaben. häuser, baracken, bäume und ähnliches lockern die sicht auf oder schränken sie ein – jenachdem.

seit 2012 bewege ich mich nun auf dem gelände. es ist mir inzwischen sehr vertraut und die vielen veränderungen und umschichtungen auch. keine gegend habe ich bisher besser kennengelernt als diese. den zoll- und verladebahnhof und die ladestrasse mit ihren gebäuden habe ich noch vor dem abbau sorgfältig und umfassend fotografiert und zusammen mit dem abbau in über tausend fotos und filmsequenzen aufgezeichnet.

beim wiederaufbau – fraunhofer – sind es über die jahre weit mehr geworden und ein ende ist noch nicht abzusehen. der bau steht, der innenausbau ist am laufen. und für mich ist eigentlich nur noch die fertige ausführung von interesse. also schaue ich von außen und schmücke die ansichten mit wolken und dergleichen. die wolken sind gute „schmücker“ und die gibt es in diesem jahr besonders reichlich.

FRAUNHOFER NEUBAU – 9. JULI 2020….

AN DER WAND VORBEI…

wand ist nicht gleich wand. diese erinnert mich an kunstwerke auf der documenta. kunstwerk soll es auch hier sein. die aufrisse machen das ganze lebendig. einmal werde ich zu ihr gehen und viel zeit mit ihr verbringen, bis sie mir ihr geheimnis verrät. heute husche ich mit sufian nur schnell vorbei.

 

ein sahnehäupchen obendrein – hat irgend etwas schmetterlinghaftes. lebendigkeit strömt es aus – das ganze. es winkt und ruft – schändlich so vorbeizuhuschen…

FRAUNHOFER NEUBAU – 9. JULI 2020….

DIE SACHE MIT DER KUNST….

es ist kunst, obwohl es nicht auf den ersten blick zu erkennen ist. demnach ist es ein SUCHBILD. ein bild, das dazu auffordert, genau zu blicken.

das bild strahlt für mich ruhe aus. es ist ein ort, der geschichten in mir weckt. hier fuhren vor jahren die güterzüge. der molkerei-schornstein ist immer zugegen – hier nur wie ein kleiner fingerzeig, der sagt, ja du bist am richtigen ort. die begegnung von altem und neuem ist höchst reizvoll. die verträglichkeit ist oder ist nicht – vergleichbar mit der der menschen, so wie zwischen alteingesessenen und zugezogenen.

hier ist das aufzufindende in mitten des bildes, wo man es am wenigsten erwartet. und soll ich dir was agen – es passierte rein zufällig. auf meinem gucker konnte ich es nicht so recht erkennen. zufallstreffer. die sind oft die interessantesten und der grund dafür, dass mir das bild gefällt und auch, weil mir dazu so viele geschichten einfallen.

FRAUNHOFER NEUBAU – 9. JULI 2020….

KUNST – EINE RUNDE SACHE….

sufian sagt – es ist schmutzig, man sieht nichts. ich halte ein plastikteil vor die linse und bin mir sicher, dass es der kunst zugute kommt – vonwegen verschleierung – verwischung – blindblick auch und nicht zuletzt NEUE ANSICHT. wie mir das gefällt….

diese hat sufian zuvor eingefangen und – alles klar….  sufian fotografiert, weil ich mich nicht so tief bücken kann. aber das runde reizt mich.

an anderer stelle diese rohransammlung und rosadora aus dem stand. weniger interessant, aber die serie vervollkommnend – wenigstens…

und noch einmal rundes – eigentlich spiraliges – das ich kunstwürdig empfinde – dämm-material. das runde schließt alles ein – schließt alles aus. das spiralige ist in bewegung – rein und wieder raus – wie theseus mit hilfe des ariadnefadens. das erklärt alles….

FRAUNHOFER NEUBAU – 9. JULI 2020….

VERWERFUNGEN – VERWECHSLUNGEN AUCH….

die einstellung an der kamera verhutzeln – das passiert schon mal – nur – dass es die meisten nicht zugeben würden – und das beste draus machen ohne reue. das mit der reue ist etwas riskant. die verhuschten bilder waren die schönsten. auch das anzunehmen ist riskant, weil, ja weil nicht nachprüfbar im nachhinein.
ob in farbe oder schwarzweiß gerettet – es bleibt ein defizit – im besten fall ein gewinn. na, sehn wir mal….

GOLDENER SCHNITT….

diese beiden gab es schon mit der wärmekamera verfeinert. das schwarzweiße gefällt mir so falsch auch ganz gut. TOPU – MAX – TARE – NET – CAP usw…. ach ja, und HBSU 205596 0 und ….

FRAUNHOFER NEUBAU – 10. JUNI 2020….

…. GEHT NICHT GIBTS NICHT…

es sind die geschichten, die zählen – mehr als jedes einzelne foto. eigentlich will ich gar nicht fotografieren. bringe sufian nur den fotoband von RUGHA RAI, dem indischen meisterfotografen.

also, ich kann kaum laufen. sufian sagt, du läufst besser als andere 80 jährige. sollte ein trost sein… dann gehn wir doch und weiter als angedacht.

den HOF, den ich fotografieren möchte, ist nicht so, wie ich ihn mir dachte, also, lass ich ihn. gestern hat REGEL riesige fenster in die höhe gehievt – nur ein teil vom ganzen…

mir fehlt die energie und damit die aufmerksamkeit, die ich sonst jedem kleinsten einzelnen ding entgegenbringe. ein bißchen ringe ich mir trotzdem ab. lasse mich nieder in ein röhrenboot, was nur ich so sehe. sufian sorgt sich – gib acht, da gehts tief ab. ich möchte ein foto von der szene – wer weiß, wie lange das noch so geht…

die fassaden sind nun grau – mausgrau – wie ich bemängele. sufian fragt, was ist mausgrau… vielleicht kriegen sie ja noch einen anstrich, der mir mehr freude machen würde.

wieder sind es die pfützen, die mich reizen. ich zeige sie sufian als schatten. nein, sagt er, das sind keine schatten, das sind spiegelungen – wunderbar – ich differenziere… und die spuren in sand und erde – die werfen keine schatten – also spiegelungen. erde, die kostbare – bald wird sie untergewurschtelt sein, licht und wind entzogen.

die blumenpalette – die keine ist. sufian hebt sie, dreht sie, und sagt, da könnte man blumen hinein pflanzen. – könnte man, nicht ganz schlecht. aber der platz dazu fehlt, leider. ich mache sie zum symbol des tages…

und willkürliche spiegelungen – keine schatten – als KUNSTteil und linien – auch willkürliche.

gefällt mir einfach – diese rollage. form und farbe machens wohl…

aber die eigentliche geschichte passiert heute zwischen sufian, steffen und rosadora. von corona bis blütenhonig von den bienen steffens sohnes – sehr ausführlich. ich kann den bogen schlagen zu den bienen im kompostloch 2012 auf der bienenfrau. und dass ich von dem imker aus witzenhausen, der den bienenstock brachte und wieder abholte, meinen honig bezogen habe. und nun krieg ich ihn von steffens sohn – eine kiste – 6 gläser. sufian möchte auch zwei… nebenbeihandel auf dem fraunhofergrundstück. das ist doch was. das ist echte menschlichkeit – mitgedacht – zugewandt und offenen ohres…

die arbeiter kommen von der pause – müssen nochmal ran…

 

das sind die geschichten von heute – nur einige…

FRAUNHOFER BAUSTELLE – 19. MAI 2020….

HIER FOTOGRAFIERT ROSADORA WIEDER SELBST….

zuerst die wolken, die mir den allzublauen himmel wieder annehmbar gestalten. die dämmwolle – vordergrund – scheint mir bei der wärme fast überflüssig – aber eben vordergrund.

dann die verzweifelte suche nach KUNST. die spur im sand ruft mich. der runde kupferfarbene kanaldeckel gibt die ergänzung – förmlich gesehen. und dass es KUNST ist – na, wenn du es sagst….

wahnsinnskulisse und das am helllichten tag…. dahinein gehe ich jetzt und sufian steigt aufs dach.

aus dem, was ich vorfinde, mache ich eine aufgabe….

türkiserei und blaue wucht KUNST….

und etwas umgeschaut….

zuletzt die wärmende KUNST….