FRAUNHOFER EINS ZWEI DREI…

AUSSICHTEN VOM TREPPENHAUS…


endlich ein bißchen farbe – das treppenhausgeländer ist wohl noch nicht der weisheit letzter schluß. ich bin neugierig, was sie sich da einfallen lassen.
sufian sagt, hier hast du einen schönen ausblick. ich, meckertante, motzerin hoch drei, werfe ein, dass mit dem schwarzen gebäude der panzerersteller sich für mich schönheit nicht einstellen will. außerdem noch krankenhaus und kirche – naja, wohl die, die katastrophen abwenden. die schönheit hat einen knacks. zum glück lassen sich die fenster öffnen – wenigstens hin und wieder frische luft.

das geländer hält – hält mich – und ich kann eine etage absteigen.

in den innenräumen noch geländer über geländer – eben gerüstzeug. der blick zur galerie ist versperrt, es sei denn, ich klettere auf das gerüst – was mir beim besten willen nicht gelingen will…

sufian will eine der offenen türen schließen und die ganze wand wackelt verdächtig – nicht alles, was schön ausschaut, hält, was es verspricht… mit dem kleinsten fahrstuhl der welt geht es abwärts…

FRAUNHOFER II …

DEN NISCHEN AUF DER SPUR…

sufian weiß das wort NISCHEN nicht zu füllen. das wort gibt es so in syrien nicht.
die nischen suchen wir zuerst in der büroetage. einige möbel, so schreibtischartige gebilde, sind hinzugekommen,fertig angeordnet – umstellen fast unmöglich. die eintönigkeit stört mich. sitzgelegenheiten fehlen noch. ich wage zu hoffen, dass jede/r seine eigene form und farbe wählen kann – wenigstens das…

hier könnte man tanzen. für wen diese großzügige räumlichkeit gedacht ist…

und so sehen die pläne raumpläne aus – einer neben dem anderen – ziemlich eng…
die nischen finde ich immer noch nicht – ich werde mich wohl nochgedulden müssen.

FRAUNHOFER fertig mit BAUEN…

UND WEN INTERESSIERT ES…

der bau ist hochgezogen und fast fertig – bis auf die innenarbeiten.
WIEDERAUFBAU ist so fast vollzogen. ein mensch vom botanischen garten interessierte
sich für das, was ich da mache. und als ich sage, dass der reiz vorbei sei für meine fotoarbeit, sagte er, dass in so einem gebäude doch wunderbare innen nischen entstehen oder entstanden sein müßten.
es gab mir den kick für meine gestrige schau, es so zu sehen. leider fehlten die erhofften nischen für mich. sufian und ich fanden, dass mit pflanzen einiges in nischen umgewandelt werden könnte, ja wenn, wenn die pflanzen dann auch wirklich einzug halten würden. ich werde weiter ausschau halten…


aber diesmal zuallererst die kunst. der wettbewerbs bodenschmuck überzeugt noch nicht – ist auch noch nicht ganz fertig. aber dass die menschen da was erkennen können, glaube ich einfach nicht. die steinsäcke im fünferpack hättens auch getan…

ich finde wieder mal was ganz unvorhergesehenes. die schwarze außenwandverkleidung springt mich an sie als kunst zu outen. sicher werde ich beim nächsten besuch nochmal drauf zurückkommen, da ich sie nun als kunst ansehe.

fortsetzung folgt…

DER VERSTAND SO SCHNELL…

DER VERSTAND SO SCHNELL,
DIE SEELE SO LANGSAM…
Volkwin Marg
gespräche wegen architektur
niggli verlag


bauvogel

dass ich dieses buch bei medimops fand, war ein geschenk. ebenso, wie volkwin marg es
als geschenk bezeichnet, zu seinem 80sten geburtstag elf gesprächspartner zu finden, die bereit waren, sich mit ihm über architektur im weitesten sinne zu unterhalten. dass er die gespräche aufzeichnen durfte, war das eigentliche geschenk. und dass ich sie nun lesen kann, ist das geschenk an mich weitergereicht.
VOLKWIN MARG begegnete mir zum ersten mal in den baugeschichtlich orientierten filmen von CHRISTIAN BERKEL. zu den gezeigten ereignissen gab  VOLKWIN MARG seine überlegungen zu den sich rapide verändernden bauvorkommnissen ein, die mich durch die so geistreich und von großem wissen zeugenden erklärungen beeindruckten, in höchstem masse. ich machte mir notizen und mußte unbedingt wissen, wer dieser VOLKWIN MARG ist. dass er einer der größten architekten unserer zeit ist, kam in meinen baugeschichtlichen erkundungen nicht vor.
er mag es nicht, sich hervorzudrängen, und prahlt nicht mit seinem wissen – das macht ihn mir sympathisch und vieles mehr… und dass er sich nicht nur um seine baugeschäfte bemüht – es ist eines der größten in der welt – sondern unsere erde als gesamtvorkommnis sieht, läßt mich annehmen, dass er den durchblick in vielen dingen aufweist – und das ist erforderlich und lobenswert.
jetzt reicht es mit den löbnissen – ich werde mich noch eine zeitlang in dem 367seiten buch herumtreiben, es nicht nur lesen, sondern seite um seite studieren. ich wünsche mir viele sich bei mir einschmeichelnde erkenntnis. danke VOLKWIN MARG.

FRAUNHOFER NEUBAU…

UND DIE KUNST – nicht zu vergessen…

augen auf und nicht drüber treten… wo es nicht viel zu finden gibt, was ich als kunst bezeichnen könnte, helfe ich mir aus mit dem, was ich am boden finde. nenne es: bodenspurenkunst. geschichten, welche die richtung angeben…

pause und ende…

FRAUNHOFER NEUBAU…

NACH LANGER ZEIT MAL WIEDER…

abgeschlossen sind die bauarbeiten noch nicht. im inneren gibt es noch viel zu tun. ohne es nicht gesehen zu haben, kann man sich das gar nicht vorstellen. und ich bekomme auch nicht die übersicht von dem, was noch alles zu tun ist. innen schaut es noch aus wie ein rohbau.

 

 

sufian: da gehts zu den büros…

kleine büros – immer für 2 personen – und mir für eine schon zu eng, um evtl. jahrelang darin zu arbeiten, große räumlichkeiten für treffen und versammlungen, großraumbüros. helle große fenster mit ausblick ins nicht sehr romantische umfeld. endlos lange gänge…

die mich im ersten stadium noch begeisternde galerie vermag mich heute nun nicht mehr zu begeistern. wie das einmal wirklich ausschauen wird, kann ich mir nicht so recht vorstellen. vielleicht begeistert sie mich ja erst dann, wenn mein endlosfilm von den aufbauarbeiten zu sehen sein wird – wäre doch denkbar.

dass der wärmespeicher nun unter erde und nicht wie geplant mit einem kleinen teich verbunden ist, enttäuscht mich sehr. dass fraunhofer bei dem großen projekt nun mit einsparungen rechnet, ist mir unvorstellbar.

die weißen säcke haben es mir mal wieder angetan. aber so in reih und glied haben sie lange nicht den reiz, wie die auf der ganzen abrissfläche verteilten kalksäcke, denen ich worte und bilder in einem büchlein schenkte, die einmalig in künstlerischer geste sich zeigten.

achja – und einen zirkus hats hier auch – das menschenmögliche…

sufian hat einige der sackbilder fotografiert. mein laufpensum war ausgeschöpft. er macht das sehr gut und auch gerne.

BODENMOSAIK BEI FRAUNHOFER…

das erinnern war offensichtlich nicht wichtig bei der auswahl des kunstwerkes, das dem vorderbereich des fraunhofer gebäudes eindruck verleihen soll.
man hat sich für die künstlerin katja davar mit ihrem bodenmosaik entschieden. es soll die fragilität unseres planeten zeigen.
damit das für nichteingeweihte erkenntbar ist, müßte man eine tafel aufstellen, auf der das umfangreich erklärt wird. mir, als künstlerin, erschließt es sich ohne diesen hinweis nicht unbedingt.


wie viel wichtiger wäre es für uns kasseläner gewesen, an das, was man weggeräumt hat, um das fraunhofer gebäude zu errichten, nämlich den zoll- und verladebahnhof, zu erinnern – mit einer kleinen geste.
diese möglichkeit bot sich förmlich an – gleich zu beginn, beim herausriss der gleise und träger stand da, wie ein fingerzeig, ein fertiges kunstwerk. teil eines trägers in form und färbung wie gemacht. es war so grazil, wie man es nicht besser hätte anfertigen können.
nicht nur für mich war es ein glücklicher umstand. schnittger trug den arbeitern auf, es für mich aufzubewahren,  und tatsächlich haben sie es die ganze zeit über wie ein juwel umgangen.
da sie es nicht auf dem grundstück aufbewahren konnten, hätte ich es bis zum baubeginn aufbewahren müssen. das ging nicht, weil ich kein grundstück besitze. außerdem wäre es enorm teuer geworden – abtransport usw. mit fraunhofer hätte ich abklären müssen, ob sie es denn übernehmen wollten.

der abbau und der baubeginn lagen jedoch zu weit auseinander
da hatte ich zu fraunhofer noch gar keinen kontakt –
also 2014 abbau und 2017 zaghafter baubeginn mit
unterbrechung.


also, dass ich dem ganzen noch heute nachtrauere, hilft ja nun auch nichts mehr. ich muß mich mit meinen vielen fotos, die ich von dem prunktstück gemacht habe, zufrieden geben. alles einfach schade…

 

 

 

 

 

 

 

rosadora

FRAUNHOFER – IM FLUR…

ERKLÄR MIR LIEBE…

ingeborg bachmann ist schon daran verzweifelt. man kann sie einfach nicht erklären – diese liebe. man kann sie nicht erklären, weil es sie so gar nicht gibt. du kannst sie nicht hören, nicht sehen – und wenn doch, macht dich das sehr betroffen und du kannst sie nicht einfach so nehmen. sie hat kein oben und kein unten und das dazwischen ist auslegbar, wie immer du willst.

also, erklär mir liebe. es gibt sie so einfach nicht. einfach ist nichts und überhaupt nichts.
das mußt du begreifen, sonst fällst du auf diese behauptung herein.

ingeborg bachmann – sie ging daran zugrunde – oder…