FRAUNHOFER NEUBAU…

heft 3

K U N S T   am bau

und dann liegt die kunst mal wieder – wie frisch gestapelt und arangiert – vor meinem fotoblick – materialien, die ich noch nie gesehen habe. farben und formen springen mich buchstäblich an und ich schnüffele dem duft hinterher.

DAS LEBEN IST DIE KUNST DER BEGEGNUNG
(vinícius de moraes)

ich begegne menschen, dingen, tieren und den elementen gleichermassen. aus diesen begegnungen entsteht etwas tiefempfundenes und unwiederbringliches, das ich speichere in meinem herzen, in meiner seele, in meinem ganzen körper, und etwas von der schönheit und dem licht beginnt zu leuchten…..

aus meinem blog

FRAUNHOFER INSTITUT…

heft 3
k r a n

MEIN KRAN TANZT
stolz erhebt er sich über mir bis in den blauen himmel hinein und dann beginnt er zu schweben – zu tanzen gar.
leicht und grazil bewegt er das gelbe holzbündel durch die luft. er schwenkt es, als hätte er nur vor zu schwenken und immer weiter es nur zu schwenken, wie ein karusell, hoch und höher und einmalig. er muß das bündel herniederlassen und dann ist das schauspiel vorbei.
stundenlang könnte ich diesem kran zusehen. das schweben in den lüften begeistert mich so, dass er, der kran und sein schwenken, zu meinen lieblingsobjekt wurden und mich noch immer mehr entzücken.
einmal über dem grundstück schweben – das wärs…
rosadora

FRAUNHOFER INSTITUT…

zur ausstellung
EIN INSTITUT ENTSTEHT

buch 3
FRAUNHOFER INSTITUT
wiederaufbau III

ZUSAMMENBCH UND WIEDERAUFBAU

…das staunen hört nicht auf. immer neues fällt mir ins bild. eine große wasserlache mit einer zerknautschten plastiktüte, die sich darin spiegelt – das ist für mich kunst, kunst, die überrascht, sich in meinen blicken einschmeichelt, nebeneffekte, die einfach da sind und mich erfreuen. davon gibt es genug.

vielleicht sollte ich nach beendigung des werkes, das für mich auch kunst ist, ein bild vom fertigen bau einstellen, um für ungeduldige den wiederaufbau zu dokumentieren – und noch eines vom abbau, damit das ab und auf sichtbar wird.

kassel und seine nachkriegsgeschichte liefert dafür ein historisches beispiel, sagte caroline christoph bakargiev bei der 13. documenta. und hier das beispiel sichtbar gemacht.

rosadora

FRAUNHOFER INSTITUT…

zur ausstellung
EIN INSTITUT ENTSTEHT

buch 2
FRAUNHOFER INSTITUT
wiederaufbau II

ZUSAMMENBCH UND WIEDERAUFBAU

… in meinem film sage ich, dass in allem hässlichen auch etwa schönes zu finden ist. fotografisch gesehen setze ich mit überdimensionalen bildern noch ein sahnehäubchen drauf. so entstanden unwahrscheinlich schöne bilder.
diese dimension gelingt mir nun bei meinem wiederaufbau-projekt nicht. zwar schätze ich auch hier das spiel der wolken und fange sie mit ein. aber die gleiche wirkung haben sie lange nicht.
wiederaufbau in dem maße, wie fraunhofer ihn werden läßt, ist ziemlich langwierig und zeitweise auch langweilig. immer bleibe ich an den scheinbar nebensächlichen dingen hängen, wie materialien, noch nie gesehene und mich verführende. art, farben und formen finde ich sehr überwältigend…
rosadora

FRAUNHOFER INSTITUT I…

zur ausstellung
EIN INSTITUT ENTSTEHT

buch 1
FRAUNHOFER INSTITUT
wiederaufbau I

ZUSAMMENBRUCH UND WIEDERAUFBAU

die einmaligkeit der bilder im zusammenbruch besteht u. a. darin, dass sie nicht wiederholbar sind. der abbau des zoll- und verladebahnhofs kassel bot mir solche bilder in hülle und fülle, nicht zuletzt deshalb, weil ich fast täglich auf der baustelle war, um das ganze zu beobachten und zu verstehen.
ich verstand, dass letzte teile des vom krieg zerstörten und versehrten kassels hier niedergerissen wurden – unwiederbringlich…
rosadora

E R D E N am bau FRAUNHOFER…

zur ausstellung
EIN INSTITUT ENTSTEHT

heft 2
E R D E N
die beim bau des fraunhofer instituts bewegt wurden

ERDEN GANZ ALLGEMEIN UND IM SPEZIELLEN
mit claire pentecost auf der d13 erwuchs mein interesse für den wert der erde. es geht dabei um den wert des bodens, für den claire pentecost eine neue werteinheit vorschlägt, eine art neue währung, die den petro-dollar ersetzt.
der gedanke bewegt mich seit 2014, als der zoll- und verladebahnhof abgebaut wurde und das thema ZUSAMMENBRUCH UND WIEDERAUFBAU mich zu meinem projekt bewegte.

bei meiner ausstellung, EIN BAHNHOF VERSCHWINDET 2017, hatte ich die ERDE als kunstsonderthema. bei dem abbau des bahnhofs wurden erden verschleppt und gewendet, gehäufelt und plattiert. sie waren es mir in ihrer verschiedenheit wert, sie in gläsern zu sammeln und in die ausstellung zu tragen, damit ein bewußtsein über ERDEN entstehen konnte, indem man ihr ansichtig wurde.
auf dem fraunhofer baugrund habe ich die vielschichtigkeit nicht dokumentieren können. mir wurde der zutritt und das fotografieren von der firma, welche z. der zeit die kampfmittelbeseitigung in auftrag hatte, untersagt.
jetzt war also nur noch ein rest erde vorhanden. trotzdem wollte ich nachsehen, was ich damit anstellen konnte.
zumindest hat es mir das thema ERDE wieder ins bewußtsein gerufen. ich kann die vielen umbrüche ab 2014 bis jetzt wieder andenken. besonders die zeiten der biotope, die vor und während der bauphasen erwuchsen…
ein foto spricht einen tag, nachdem ich es eingefangen habe, zu mir…
– die verschiedenen erdschichten
– die bäume – insbesondere die blühende robinie
– der schornstein – der alten molkerei, die es nicht mehr gibt
– alle und alles – insbesondere form und farben
wie könnte ich annahmen, dass sie schweigen – all diese wesen
einmal werden meine knochen auch zu erde werde
dann will ich mich mit ihnen verständigen können
ich muß sie also – diese erdberge und bäume – schon heute lieben, damit sie mich einst erkennen…..

…Petrodollar ist die umgangssprachliche Bezeichnung für diejenigen Deviseneinnahmen, welche die erdölexportierenden Länder aus dem Eport von Erdöl und dessen Abrechnung in US-Dollar erzielen. Der Wortbestandteil PETRO steht für Erdöl, vgl. Petrochemie…
Wikipedia

M E N S C H E N am bau FRAUNHOFER…

zur ausstellung
EIN INSTITUT ENTSTEHT

heft 1
M E N S C H E N
am bau
FRAUNHOFER INSTITUT

MENSCHENWERK

es waren arbeiter – menschen – aus verschiedensten ländern – ähnlich wie beim turmbau von babel. nur, dass sie nicht einfach ihre arbeit niederlegen konnten, weil es vielleicht nicht die arbeit war, die sie sich vorgestellt haben. bei wind und wetter, bei starker sonne und bei großem regen waren sie tätig.
ich versuchte immer zu kontakten, ihnen zu zeigen, dass ich sie wahrnahm und ihr tun schätzte. ohne mich sprachlich verständigen zu können, bis auf wenige ausnahmen, war das einigermaßen schwierig. ich lächelte sie an und winkte ihnen zu, redete mit händen und füßen. das brachte ein erstaunen und lächeln auf ihr gesicht. fotografieren durfte ich alle, und r. sagte, jetzt nicht. morgen, da ziehe ich mich schön an für dich. du kommst doch. na klar komme ich.
reinhold, der bauleiter, sagte, du bist bekannt wie ein bunter hund. und ich überlegte, weshalb das so sein könnte. naja, frauen gab es, außer ina, die den betonmischer herbeifuhr, ja nicht. also war ich meistens die eizige auf dem gelände.
und als f., der fahrer von der firma kimm, mich fragte, ob ich die chefin vom ganzen sei, fühlte ich mich ganz schön gebauchpinselt – darf ich hier so sagen – oder.
die arbeiter leisteten unvorstellbares. die arbeiten waren so verschieden, dass auch die arbeiter immer andere waren. und… zeitarbeiter nennt man sie wohl.

mir fielen fast die augen aus, so mußte ich staunen, hatte ich doch noch nie bei einem durchunddurch stahl- und betonbau zugesehen oder die details in augenschein genommen.
während die arbeiter nur an einem bestimmten platz zugange waren, sauste ich auf dem gesamten gelände hin und her und machte die seltsamsten und aufregendsten beobachtungen, dass ich noch jetzt und heute überwältigt bin. hier will ich kein buch schreiben, aber die arbeiter müssen einfach hervorgehoben werden. ohne sie wäre das hier alles nicht erstanden und ein buch könnte ich allein erstellen von den vielen verschiedenen tätigkeiten. vom schweißer bis zum gärtner, vom stahlträger bis zum anstreicher. nein, ich höre schon auf. auch würde es ein viel zu dickes buch werden, damit alle, die hier geschafft haben, erwähnung finden würden.
deshalb – ein D A N K E an alle, die hand angelegt haben, und meine
B E W U N D E R UN G .

TAUSEND DANK – IHR WARD WUNDERBAR.
rosadora

F R A U N H O F E R …aktuell

EIN FORSCHUNGSINSTITUT ENTSTEHT…

EINLADUNG FRAUNHOFER

E I N   I N S T I T U T   E N T S T E H T
FRAUNHOFER
F O T O – FILM – AUSSTELLUNG

rosadora g. trümper tuschick
juni – juli – august 2022
im OFFENEN KANAL KASSEL

ALTER HAUPTBAHNHOF NORD KASSEL
ZUSAMMENBRUCH UND WIEDERAUFBAU
EIN INSTITUT ENTSTEHT
FRAUNHOFER

rosadora

vom verschwinden des zoll- und verladebahnhofs bis zum nun fertiggestellten fraunhoferinstituts habe ich in tausenden von bildern fotografiert und gefilmt. mein anliegen war und ist es, diesen prozess zu verfolgen und festzuhalten und nicht zuletzt auch zu verstehen.
die fraunhofer-gesellschaft ist die führende organisation für angewandte forschung in europa. nach zoll und kunst nun die forschung. das fraunhofer IEE forscht und entwickelt aktiv an lösungen für die technologischen und wirtschaftlichen herausforderungen der energiewende.

mein part war es, durch meine beharrlichen bild- und blog-aufzeichnungen den prozess aufzuzeigen und sichtbar zu machen.
für zoll gibt es keine verwendung mehr, kunst läßt sich an anderen orten nieder, aber forschung ist angesagt, mehr denn je.
es beginnt eine neue zeit für uns und ebenso für fraunhofer. die kasseler und kasselänerinnen werden sich an den neuen anblick gewöhnen.

im OFFENEN KANAL, KASSEL, im alten hauptbahnhof

 

 

FRAUNHOFER EINS ZWEI DREI…

AUSSICHTEN VOM TREPPENHAUS…


endlich ein bißchen farbe – das treppenhausgeländer ist wohl noch nicht der weisheit letzter schluß. ich bin neugierig, was sie sich da einfallen lassen.
sufian sagt, hier hast du einen schönen ausblick. ich, meckertante, motzerin hoch drei, werfe ein, dass mit dem schwarzen gebäude der panzerersteller sich für mich schönheit nicht einstellen will. außerdem noch krankenhaus und kirche – naja, wohl die, die katastrophen abwenden. die schönheit hat einen knacks. zum glück lassen sich die fenster öffnen – wenigstens hin und wieder frische luft.

das geländer hält – hält mich – und ich kann eine etage absteigen.

in den innenräumen noch geländer über geländer – eben gerüstzeug. der blick zur galerie ist versperrt, es sei denn, ich klettere auf das gerüst – was mir beim besten willen nicht gelingen will…

sufian will eine der offenen türen schließen und die ganze wand wackelt verdächtig – nicht alles, was schön ausschaut, hält, was es verspricht… mit dem kleinsten fahrstuhl der welt geht es abwärts…

FRAUNHOFER II …

DEN NISCHEN AUF DER SPUR…

sufian weiß das wort NISCHEN nicht zu füllen. das wort gibt es so in syrien nicht.
die nischen suchen wir zuerst in der büroetage. einige möbel, so schreibtischartige gebilde, sind hinzugekommen,fertig angeordnet – umstellen fast unmöglich. die eintönigkeit stört mich. sitzgelegenheiten fehlen noch. ich wage zu hoffen, dass jede/r seine eigene form und farbe wählen kann – wenigstens das…

hier könnte man tanzen. für wen diese großzügige räumlichkeit gedacht ist…

und so sehen die pläne raumpläne aus – einer neben dem anderen – ziemlich eng…
die nischen finde ich immer noch nicht – ich werde mich wohl nochgedulden müssen.