URWALD – MEIN BAUM – 11.11.2021 …

IMMERHIN…

finde ich ihn noch wieder – MEINEN BAUM – aber so wild und verlassen habe ich ihn mir nicht vorgestellt. der farn hat die oberhand und vielleicht weicht der ja zum winter hin noch ein wenig, damit ich eine blasse ahnung habe, wie unbeirrt und strahlend MEIN BAUM sein enden begann. sein strahlen ist gänzlich versunken und es ist, als habe er sich nun damit abgefunden, der erde gleich gemacht zu werden – durch nicht endenwollende wetter, niederschläge – wortwörtlich genommen, der erde näher als dem himmel, meiner bewunderung entzogen. ich muß gestehen, trauer umfängt mich, habe ich doch bisher irgendwie schutz gesucht und gefunden. das spiel ist aus – es ist vorbei. mein baum bleibst du trotzalledem und in nieendender bewunderung.

gestern war ich nach langer langer zeit mit mirko wieder mal im urwald
mirko hatte mir mein wägelchen auf der straße
parallel zu meinem baum aufgestellt
damit ich in der zeit, in der er das auto zum parkplatz fuhr
mich dort absetzen konnte
aber das hielt nicht
mit stock stakselte ich hin zu meinem baum
über farn und gewächse ohne weg und weisung
war danach fix und fertig
mirko sammelte mich wieder ein
s. blog

das wars dann auch schon
einen gang in den urwald konnte ich nicht mehr

wir haben dann noch an der saaaababurg gehalten
und geguckt, was sich da so tut
tut sich aber nichts – verdammmmmmt

mit frau aus korea und mann aus london
die dort ein paar tage verweilten
haben wir noch angenehm geredet
ich mein kärtchen abgegeben
damit die den urwald und drum und dran
wenigstens nachlesen und -schauen können

ich schreibe mindestens eine mail
sagte er – und ich warte drauf

das wars für gestern

also wie du siehst und liest
es hat geklappt und war wunderschön
ich war glücklich, mal wieder bei meinem baum gewesen zu sein
vor allem wage ich für nichts sonst so eine anstrengung…
ja bäume…

aber wer nicht weiß, dass unter dem ganzen gewürge
ein baum liegt, findet ihn nicht, weiß von der ganzen geschichte
einfach nichts – gut so – so ist es meine geschichte
und dies ganz allein

URWALD – JANUAR 2021….

UNERWARTETER BESUCH BEI MARGARETE….

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

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heute ist margarete für mich zur baumgöttin geworden. das tier in ihrer nähe macht sie dazu. ist es ein gehörntes pferd oder ein mir noch unbekanntes fabelwesen. bei dem schnee konnte ich nicht zu ihm hin und es befragen, aber ich bin beruhigt, dass margarete diese schwere phase nicht allein durchstehen muß. das tier sieht vertrauensvoll aus und birgt ein geheimnis. sicher bietet es margarete einen sinnvollen schutz und bleibt bei ihr – bis zuletzt.

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fotos: mirko tuschick

URWALD – MEIN BAUM…

ALTES GESICHT NEU…

alles hat ein gesicht. was dir gesichtlos scheint, hast du verkannt. deutlicher als je vorher ist das gesicht meines baumes und sehr ausdrucksstark. jedesmal werde ich mich jetzt vor diesem gesicht verneigen. die fragen sind nun deutlicher. wenn es dem ende zugeht, wird alles deutlicher, deutlicher, wenn du es zuläßt – sonst verhuscht es. seine stirn ist gewaltig – ich könnte denken, der eigentliche (denk)prozess hat jetzt erst begonnen. bisher war es, als hätte er sich, mein baum, lustvoll in der sonne geräkelt und seinen zustand in ganzer länge genossen.

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jetzt muß ich, mehr noch als bisher, versuchen, ihn in seinen ganzen spitzfindigkeiten zu ersinnen und herauszuhören, was er mir sagen will. und dann muß ich versuchen, alles zu verstehen. ohjeeee….

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BAUMHILFE treegator-bewässerungssäcke….

ODER – UNERKANNT…

wir – kl. g. und ich stehen in der clara-immerwahr-straße und reden eine weile. als wir uns verabschieden fragt kl. mich, kann ich dir dein gepäck zum auto tragen. er meint den grünen sack auf der anderen straßenseite, der am baum lehnt.

der sack ist ein TREEGATOR – ein wassersack, der dem baum und auch anderen bäumen das wachsen erleichtert und sicherstellt. wir drei lachen  – ein witz – oder.

und ich denke dabei an die städtische gartenpflege, denen ich vor zwei jahren den hinweis gab, dass die bäume vertrocknen und bedanke mich, dass sie so umsichtig diese wassersäcke angebracht haben. ohne diese kommen auch andere stadtbäume nicht aus. ein großes danke an die gärtner/- und baumpfleger/innen.

sooo teuer…. eine große ausgabe für die baumpflege

Treegator® Original-Bewässerungssack 60 l grün

treegator – 29,23 € / Stück

4. juli 2019

KIRSCHBLÜTE – 26.03.2020 ….

GUSTAV MAHLER TREPPE ….

ein bißchen wiederholungsmüde – es kommt mir vor, als wäre dieses rosarauschen erst vor ein paar wochen an mir vorbeigezogen. oder sind es die menschen, die coronabedingt fehlen und für die auffrischende frühlingsstimmung sorgen. eigentlich wollte ich dieses thema hier nicht erwähnen, aber es ist unabdingbar – unumgänglich. das frühlingsblühen alleine hilft den menschen nicht zu besserer, aufgeheiterter stimmung.
auf einer steinbank, es ist kalt und windig, rede ich mich mit j. ein. wir berichten unsere halben lebensgeschichten. sie stellt ähnlichkeiten fest, mit mir, obwohl sie 50 jahre jünger ist als ich.
später mit c. das gleiche szenario. wir reden über ‚schöne fotos‘ und haben sehr unterschiedliche meinungen.

obwohl mir das fotografieren heute keinen spass bereitet – es ist zu hell – die farben der blüten zu flach – aber für einen blogbericht reichen sie allemal. hab ich gar nicht gedacht…

URWALDSTÜRME IM URWALD II …

M A R G A R E T E . . .

12.07.2016
so sah sie vor drei jahren aus – die margarete – so, als könne ihr nichts und niemand etwas anhaben.

dann dies – eine ganze flanke – würde man bei einem tier sagen – ist heraus gerissen. eine große wunde klafft an ihrer südwest-seite. ein großer teil von ihr ist herausgerissen und ich glaube, ihren stillen schrei zu hören. bei einem menschen wüßte ich zu trösten – bei einem baum aber ist das gar keine option. sie, die margareta, wird nie mehr gesunden. ihr werdegang geht nur in eine richtung. viele jahre habe ich sie besucht und oft – wie auch heute – zu ihren wurzeln gesessel und zugehört. ausgeruht habe ich mich auf ihren grünen ausläufern und ihr zugeschaut.
ich kenne sie gut und immer kam sie mir groß und stark und unverwundbar vor. aber das war natürlich schon lange nicht mehr so. in ihrem inneren passierten für mich unvorstellbare dinge.
die wasserleitungen waren lange schon gekappt und die baumin verdurstete sozusagen. der verwandlungsprozess hat erdartiges – eine humusartige trockenmasse – hervorgebracht.

sie ist für einige wenige menschen berühmt wegen folgender geschichte –

‚Der Sage nach hat in dem Gemäuer der Sababurg einst, so heißt es, ein despotischer Riese geherrscht. Mehrmals hat er seiner Tochter Margarete verboten, sich mit dem Nachbarssohn Kuno zu treffen. Doch die Liebe der verzweifelten Riesentochter ist so stark, dass sie alle Warnungen ihres wütenden Vaters ignoriert – eine Entscheidung mit fatalen Folgen.
Eine verzauberte Prinzessin…
Als Margarete wieder einmal heimlich aus der Burg flüchtet, nimmt das Unheil seinen Lauf. Der Riese verwandelt Kuno, den Liebhaber, in eine Eiche. Und auch Margarete bleibt nicht verschont. Zu unbeweglichem Holz verzaubert ist die Prinzessin bis heute.’
diese geschichte hat mir jupp rapp übermittelt. so ganz schlüssig und vollständig scheint sie mir nicht. aber ich kann sie nirgends finden. und wieso gibt es eine verwandelte riesentochter – eine verzauberte prinzessin und wo steckt der verwandelte liebhaber fest. bis heute ist er mir nicht begegnet…

URWALDSTÜRME…

DIE WAPPENEICHE IM URWALD…

dieses bild habe ich am 30. oktober 2013 aufgenommen. die wappeneiche bestand da aus einem müden und einem lebendigen teil.
ich bewunderte ihre tat- oder triebkraft. fast sah es aus, als wären es zwei bäume in verschiedenen lebensphasen.
bis vor ein paar wochen noch – also sechs jahre später – hat sie diesen zu- oder aufstand halten können.

Hoher Baumnun ist es vorbei. einsam steht der baum in seiner halbheit und ich bin mir unsicher, wie ich ihm zukünftig begegnen soll. vielleicht entschließt er sich, seinem grünling zu folgen. alt genug wäre er ja. und welchen grund sollte er haben, aufrechtstehend sein vergehen zu ertragen.
mir würde er fehlen – auch in seiner halbheit, in der er immer noch die von mir viel umworbene eiche ist. kürzlich erst sass ich unter ihr – der ganzen eiche und ahnte nicht, wie nah sein schicksal bevor stand.

text von vor sechs jahren, als die eiche noch zweiteilig war:

eine eiche in dem alter hat einen ungeheuren ausschlag. ich sitze lange dicht bei ihr – lausche, was sie sagt, was sie singt, rieche den einmaligen eichenbaumduft, betaste und begrüße sie, schaue, wo sie sich regt, sich verändert und wie sie der erde und dem himmel verbunden ist und ich mit ihnen.

sie stellt mir wichtige fragen – fragen die das sein betreffen – das leben – das sterben auch. oder stelle ich sie ihr. unsere zwiegespräche ziehen sich heute in die länge. es ist ein gemisch von mich ruhigstellen und aufgewühltsein. die antworten kommen oft viel später – heute besonders.

ich bewundere ihre ausdauer. viele jahre schon suche ich den kontakt zu ihr. immer denke ich sie müßte in sich zusammenbrechen. dass sie es nicht tut und sogar noch mit blattaustreibungen beschäftigt ist, erstaunt mich sehr. frisches junges grün an der einen seite bis hin zum knorrig vergehenden holz in den erstaunlichsten farben zeigen mir einen eichenlebenskalender. und wenn sie den regen einsaugt ist es, als würde sie sich noch einmal aufbäumen – schmückt sie sich mit eichenbaumnotationen, die ich in ihren veränderungen immer wieder einfange.
es ist das, was wir sehen, an das wir unser herz binden, was uns die besonderen ereignisse schenkt, was uns in erstaunen versetzt, wovon wir lernen.

BEUYS-BÄUME GERETTET…

joseph beuys bäume am alten hauptbahnhof gerettet…

nach der großen hitze fiel mir auf, dass die eichen vertrockneten. das stadtgartenamt verständigt und chr. schn. leitete meine meldung schnell weiter.

zwei tage später wurden die bäume mit wassersäcken versehen, um den schaden noch abzuwenden. eine woche später zeigen die bäume bereits erstarkte blätter.
dank an alle beteiligten.
rosadora

BEUYS BÄUME UMBLÜHT…

HINTER DEM ALTEN BAHNHOF…

gerade zeigen sich die beuys-bäume hinter dem alten bahnhof, u. a. in der clara immerwahr strasse, umrandet von beginnender blumenpracht, und ich habe angst, dass diese pracht in den nächsten tagen, ehe es so richtig zur pracht kommen könnte, abgemäht wird, dass es trotz klimabedenken den ordnungsliebenden gartenbefugten einfallen könnte, alles abzumähen, wie im vergangenen jahr. da hatte es von mohn über , margeriten, wiesenknöpfen, schafgarbe, versch. kleesorten, flockenblumen, oranges habichtskraut und einige mehr hervorgebracht.


ich hoffe, ich hoffe, dass es in diesem jahr wachsen darf. ich werde es anregen.

wo die vielen beuys steine und bäume im nachhinein noch aufgetaucht sind, weiß ich nicht. aber sie sind da, dass sie in dieser noch trostlosen gegend an bedeutung gewinnen könnten, müssen wir abwarten. vielleicht, wenn fraunhofer dem ganzen eine angemessene sicht zukommen läßt…

dass mir diese neue art baum – säuleneiche – gefallen würde, kann ich nicht sagen. sie sieht sehr gezwungen aus und hält angeblich kalten wintern stand (aber ob es die hier noch mal gibt).

BEBERBECK…

URALTAPFELBAUM…

7 jahre und noch viel mehr… 2011 – da schrieb jupp zu dem besonderen baum:
Liebe Rosadora,
 der Beberbecker Apfelbaum ist wirklich etwas Außergewöhnliches. Zu recht wurde er der Star des Jahres 2013, als der Wildapfel Baum des Jahres war.
 Das hat ihm gut getan, wie man sieht.
 Durch diese Popularität sind auch einige Baumforscher auf ihn aufmerksam geworden. Schließlich geht es auch um die Frage, wie wild der Baum tatsächlich ist. Er ist tatsächlich wild. 
Beim Alter wird es schwierig. Er hat nur noch eine Restwandstärke von 4 cm. Da kann man keine Jahrringanalyse machen. So 200 bis 250 Jahre wird schon stimmen. Die Äpfel werden auch nicht uralt.
 Mit besten grüßen
 jupp.
im mai 2016 war ich mit sylvia dort.


und nun – november 2018 – fand ich ihn – fruchttragend wie nie – die wildäpfelchen dicker denn je. mirko vermutet, dass es der heiße, trockene sommer war. obwohl man sie nicht essen kann, nahm ich drei in verschiedener größe mit mir. man kann sie schneiden und trocknen und als tee aufgiessen. ich werde es versuchen – erstmalig.


sein herz in einmaliger schönheit und meinem herz um einiges voraus, wenn es um stärke und widerstand geht… ich möchte hinein kriechen und sein geheimnis lüften, dieses, was er hat, das andere apfelbäume nicht haben, dass er sooo uralt geworden ist und immer noch bei guter befindlichkeit. er wird mich überleben – und das ist ja auch ein trost…