BEBERBECKER FRIEDHOF…

WENN BÄUME GRÜSSEN…

tun sie das nicht für den moment, sondern für eine lange zeit – oft über jahre.


so etwa der beberbecker friedhofsbaum. im laufe der zeit hat er sich sehr verändert – er hat sich in sich zurückgezogen sozusagen. in erinnerung bleibt er mir noch lange als mit beiden armen schwungvoll grüßend. das tut er heute zwar noch immer, aber den armen fehlt der schwung – etwas stummelig kommt es mir rüber.

vor drei jahren

 

 

 

heute

ich besuche ihn nach langer zeit mal wieder und ich freue mich, dass er mich noch wiedererkennt – oder erkenne ich ihn…
dass er noch recht lange lebt wünsche ich und er auch weiterhin die richtung vorgibt in dieser zeit, wo die menschen so richtungslos umher irren…

BEBERBECK…

URALTAPFELBAUM…

7 jahre und noch viel mehr… 2011 – da schrieb jupp zu dem besonderen baum:
Liebe Rosadora,
 der Beberbecker Apfelbaum ist wirklich etwas Außergewöhnliches. Zu recht wurde er der Star des Jahres 2013, als der Wildapfel Baum des Jahres war.
 Das hat ihm gut getan, wie man sieht.
 Durch diese Popularität sind auch einige Baumforscher auf ihn aufmerksam geworden. Schließlich geht es auch um die Frage, wie wild der Baum tatsächlich ist. Er ist tatsächlich wild. 
Beim Alter wird es schwierig. Er hat nur noch eine Restwandstärke von 4 cm. Da kann man keine Jahrringanalyse machen. So 200 bis 250 Jahre wird schon stimmen. Die Äpfel werden auch nicht uralt.
 Mit besten grüßen
 jupp.
im mai 2016 war ich mit sylvia dort.


und nun – november 2018 – fand ich ihn – fruchttragend wie nie – die wildäpfelchen dicker denn je. mirko vermutet, dass es der heiße, trockene sommer war. obwohl man sie nicht essen kann, nahm ich drei in verschiedener größe mit mir. man kann sie schneiden und trocknen und als tee aufgiessen. ich werde es versuchen – erstmalig.


sein herz in einmaliger schönheit und meinem herz um einiges voraus, wenn es um stärke und widerstand geht… ich möchte hinein kriechen und sein geheimnis lüften, dieses, was er hat, das andere apfelbäume nicht haben, dass er sooo uralt geworden ist und immer noch bei guter befindlichkeit. er wird mich überleben – und das ist ja auch ein trost…

DOMÄNE BEBERBECK…

ZUCKERRÜBENKUNST…

Die Domäne Beberbeck liegt am westlichen Rand des Reinhardswaldes nordöstlich von Hofgeismar. Die Staatsdomäne ist ein selbstbewirtschafteter landwirtschaftlicher Betrieb des Landes Hessen.

die zuckerrüben haben es mir angetan, nein, nicht wegen ihrer süsse. sie passen thematisch gut in mein tun. berge, und ellenlange mieten, sind sie für mich kunstwerke, einem feld und einer landschaft struktur gebend, die an kunst erinnern. und der satz von thomas hirschhorn – VON EINEM FELD AUS KANN MAN DEN HIMMEL SEHN (etwas abgewandelt), paßt in ganz vorzüglicher weise. und landwirtschaft ist sicher eine kunst – ein große.
sie erinnern an meine kindheit. zuckerrüben mußten verzogen werden, sobald sie nach der aussaat eine höhe von12 – 15 cm erreicht hatten. als ich das vor jahren dem chef der domäne erzählte, klärte er mich auf, dass die aussaat heute und schon lange mit maschinen erfolgt und gleich im richtigen abstand.
rübenroder und rübenmaus verrichten die ernte. wie dann aus rüben zucker entsteht, ist eine wissenschaft für sich. ich habe einen film angehängt, den ich bei you tube fand, der das sehr ausführlich zeigt. zucker ist ein ganz besonderes erleben.

 

 

 

 

 

 

 

es war am 16. november – beberbeck – die kraniche konnte ich hören, aber lange nicht sehen. doch dann waren sie plötzlich hoch, hoch über mir. ich konnte sie nicht mehr heranzoomen. sie waren schon zu weit weg. es ist eine freude, sie zu sehen und es ist eine trauer, wenn sie wegziehen…

SONNENBLUMEN IM SPÄTHERBST…

GRÜNDÜNGUNG in der landwirtschaft…                                                                   DOMÄNE BEBERBECK

wie könnte ich einen acker, der ende november sonnenblumen hervorbringt, unbeachtet lassen. wie könnte ich die wunderbar gelben blüten nicht als etwas besonderes ansehen.
kürzlich erst kam ich vorbei und merkte mir die stelle – da wollte ich unbedingt noch mal hin, um die sommerblumen im winter zu fotografieren.


ich hatte stiefel an und eine gefütterte hose für outside. das war gut, so konnte ich mich bis mitten in das feld hinein wagen. ich fühlte mich grün, ich fühlte mich gelb, ich fühlte und fühlte das riesige blumenfeld in mir. vom nebel sehr nass und die sonne, die herausgekommen war, hat in dieser jahreszeit nicht die kraft, um das kostbare nass schnell wegzuschlürfen. es tut den pflanzen gut und mir ebenso.


am liebsten hätte ich mich mitten zwischen die blumen gelegt, aber das ist z. zt. nicht drin. ich muß mich gedulden.
dass es phacelia und ackersenf und wicken und erbsen schon viele jahre als wichtige gründüngung gibt, wußte ich – aber sonnenblumen. naja, es gibt immer mal wieder überraschungen. ich war sehr überrascht über die gelben blüten in dieser jahreszeit – und als gründünger – welche verschwendung…


naß bis über die kniee – aber irgendwie glücklich.

https://de.wikipedia.org/wiki/Gründüngung

BAUM-ART…

BEBERBECKER FRIEDHOF… reinhardswald

BEBERBECKER FRIEDHOF_I_P1500266die ahornbäume des beberbecker friedhofes sind etwas besonderes. gleichsam alle bemühen sich, kunstwerke hervorzubringen in form von knollen oder wucherungen besonderer art. BEBERBECKER FRIEDHOF_IV_P1500245

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nicht einfach knollenförmige beulen entwickeln sie, sondern gestalten ihre tumorigen ausbuchtungen so detailbeflissen, dass ich sie in die kategorie BAUM-ART einordne. ordnen, das gelingt ihnen nur bedingt, aber immerhin nehmen sie diese baumkrankheit, von erdstrahlen, bakterien oder pilzen ausgelöst, als einen teil von sich und machen das beste daraus.
auch für holzliebhaber sind sie der beste teil eines befallenen baumes, da ihr holz sehr hart wird und einmalige maserungen aufweist, einmalig, weil keine der anderen gleicht.
in unbeaufsichtigten baum- und waldzonen wird ihnen also nicht ihre krankheit, sondern die raffgier der holzliebhaber zum verhängnis. auf dem beberbecker friedhof besteht diese gefahr (hoffentlich) nicht.

BEBERBECKER FRIEDHOF…

400 JÄHRIGE EICHE…
BEBERBECKER FRIEDHOF_2011_DSC_57732011
sie winkt mir zu – diese uralteiche – wenn ich vorbei fahre – schon seit vielen jahren – und ich würdige sie immer eines blickes. einen arm streckt sie weit aus – das schaut dann aus wie ein winken.
2011 brachte sie noch etwas laub hervor. als ich sie dieser tage auf dem friedhof  persönlich besuchte, war das nicht mehr der fall.

BEBERBECKER FRIEDHOF_MAI 2016_P1480310BEBERBECKER FRIEDHOF_EICHE_06.06
sie ist wie ein denkmal und unter den baumfreunden bekannt. sie steht da, als wolle sie in dem zustand noch lange verharren. das wäre schön – ohne sie wäre beberbeck um eine sehenswürdigkeit ärmer.

BEBERBECK UND URALTAPFELBAUM…

URWALD MIT SYLVIA_BEBERBECK APFELBAUM_06.051er setzt mich immer wieder in erstaunen – der beberbecker uralte apfelbaum. noch nie habe ich ihn so üppig blühen sehn, wo er doch so viele jahre auf den ästen trägt- 200 bis 250 jahre schätzungsweise. einfach bezaubernd und kein apfelbaum vermag, mich so zu erfreuen. ich begrüße ihn, nehme kontakt auf und staune, dass auch sein herz sich kräftig zeigt und tüchtig schlägt. der heftige wind erzeugt ein baumblütenastrauschen – der baum singt, sagt sylvia und wir lauschen gemeinsam dieser wunderbaren melodie. wo gibt es  schon apfelbäume, die so mehrstimmig singen können.

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Liebe Rosadora,
der Beberbecker Apfelbaum ist wirklich etwas Außergewöhnliches. Zu recht wurde er der Star des Jahres 2013, als der Wildapfel Baum des Jahres war.
Das hat ihm gut getan, wie man sieht.
Durch diese Popularität sind auch einige Baumforscher auf ihn aufmerksam geworden. Schließlich geht es auch um die Frage, wie wild der Baum tatsächlich ist. Er ist tatsächlich wild.
Beim Alter wird es schwierig. Er hat nur noch eine Restwandstärke von 4 cm. Da kann man keine Jahrringanalyse machen. So 200 bis 250 Jahre wird schon stimmen. Die Äpfel werden auch nicht uralt.
Mit besten grüßen
jupp

URWALD – 6400 …

URWALD_BLONDER AST_P1350533die 6400 knackte meine freude

ich musste in den urwald – etwas in mir drängte so sehr, dass ich los fuhr.

beberbeck liegt auf dem weg. ich war lange nicht dort und wollte u. a.  nach dem 250 jahre alten apfelbaum schauen. er erstaunt mich immer wieder. tatsächlich hatte er auf einer seite viele kleine wildäpfelchen hervor gebracht. einen nahm ich mit als geschenk – als beweis sozusagen.

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im dornröschenschloss, wo ich von der ganzen familie kosseck begrüsst und umsorgt wurde, lies ich es mir schmecken – venus bekam den grössten teil davon. ein guter wein – der musste sein. zwetschgenkuchen und ein espressomachiato rundeten das ganze ab. verwöhnen war angesagt. es könnte das letztemal sein – wegen der geplanten schonwiederumbauten und besitzerwechsel.
das ,letzte mal‘ ist aus alters- und gesundheitsgründen immer gegenwärtig. doch dann lief es sehr gut. immerhin lief ich den gesamten 1er-weg ohne grosse schwierigkeiten. ich hatte freude und war in hochform. wein und kaffee sind gute antreiber…

U R W A L D_UNFALLGEFAHR_09.09ich fotografierte mit grossem enthusiasmus – ging einen verbotenen weg – traf ein ehepaar, die von der entgegengesetzten richtung das verbot durchbrochen hatten – sie sind oft hier unterwegs –

U R W A L D_SCHULKLASSE_09.092die schüler einer klasse aus dem rheinland, die nicht hindurchgingen, da ihr lehrer bedenken hatte, weil… ein grosser vogel sass auf einem abgebrochenen baum, als würde er auf mich warten und flog dann doch davon. gern hätte ich ihn fotografiert.
die alte eiche sieht erbarmunswürdig und traurig aus – mich schmerzt das sehr – ich kenne sie schon sooo lange – aber alles ist in verwandlung – auch wir – vielleicht schmerzt das uns am meisten – und der baum hat gar keine schmerzen – wer weiss…

U R W A L D_BAUM LIEGEND_09.091

das war ein so gelungener tag und ich freute mich auf die fotos. doch dann – 6400 ISO waren einfach zu viel. alle fotos in schwimmendem zustand. die freude dahin.
nein, nein – und das fazit – es war nicht das letzte mal. ich muss noch einmal hin in den urwald – bald…

DER BAUM IST EIN BAUM, IST EIN BAUM, IST EIN BAUM…

der baum ist ein baum, ist ein baum, ist ein baum…

dieser hier ist es schon ziemlich lange, an unserem eigenen leben gemessen.
einmal wird er nicht mehr baum sein, so wie wir einmal nicht mehr mensch sein werden.
nicht jeder baum hat so einen ort, von dem er nicht fort muss.
dieser hier steht unter naturschutz.

URALTEICHE_DSC_8072

dieser hier ist schon gereist, was nicht viele bäume von sich sagen können.

DPAG-20060105-Winter-1

2006 hat er die reise angetreten, da hat ihn johannes graf auf einer briefmarke verewigt.
verewigt ist vielleicht übertrieben. ich denke mal, dass die originaluralteiche die briefmarke überleben wird.

verbundenheit, mal mehr, mal weniger, dieses verpflichtende wort, zwischen den dingen, den menschen, den taten. verbunden sein mit allem. verknüpfungen herstellen, damit wir verstehen.
an verschiedenen orten passiert ähnliches, in anderen gegenden wachsen gleiche gestalten, gleiche bäume.

so hat caspar david friedrich bei seinen baumstudien einen ganz ähnlichen baum entdeckt. auch dieser sieht aus wie eine uralteiche. ob er ihr verbunden war, kann ich nicht sagen. imponiert haben wird sie ihm schon, um ihm als objekt zum zeichnen zu dienen.
viele dinge dienen uns, nicht nur zum zeichnen. wir nehmen sie in unsere dienste, ohne zu fragen.

mit meinem baum rede ich, ich begrüsse ihn und frage, ob ihm meine gesellschaft angenehm ist. für seine vielen geschenke bedanke ich mich.
letztens klopfte ich an, als ob ich durch eine tür zu ihm gehen wollte. das klang ganz hohl, was mich verwunderte, sehr verwunderte, weil ich ein florierendes wasserwerk in ihm vermutete, so, wie das im fs oft gezeigt und erklärt wird. aber kein baum war davon so alt.
und nun grübele ich, wie er das schafft, leben immer wieder in sich aufkeimen zu lassen.
es gibt äste an ihm, die sind ganz grün und üppig belaubt. junges und altes so dicht beieinander. ganz bedeutungsvoll ist er mir, wenn ich auf seinen baumwurzeln unter ihm stehe. sobald ich von ihm wegtrete, fällt er ins nichts und erst in meinen bildern und gedanken wird das erlebte wieder lebendig.

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und, als wäre caspar david friedrich am gleich ort gewesen, eine baumreihe, wie auf den beberbecker huden.

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weltweit scheinen die bäume die gleiche sprache zu sprechen.
hier ein oelbaum auf der insel mallorca.
den hat sohn mirko bei seinem besuch dort gefunden und fotografiert.

olivenbäume übertreffen die eichen noch an alter, und so einen sah ich bisher noch nicht.
er muss einer der ältesten und eindrucksvollsten oelbäume der welt sein.
er nimmt sich aus wie ein gedenkbaum für alle oelbäume stellvertretend.

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NOTATIONEN EINER URALTEICHE…

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was ist kunst?
das, was die natur hervorbringt, oder das, was wir, durch sie angeregt, nachahmen?
ich neige dazu, ersteres anzunehmen. schliesslich hat die natur die älteren anrechte.
sie war vor uns da.

die zartesten muster hat diese uralteiche in seine rinde gezeichnet.
sie sind für mich wie gedichte aus wind und sonne.
wie noten eines sehr alten liedes.
wie allerfeinste stickereien.
wie notationen eines wesens, das wir nie ergründen werden.

sich einem baum anzunähern, das ist ein ungeheures anliegen, nur in kleinsten nuancen erreichbar.
heute zeigt er mir ein klar erkennbares bild, morgen kann ich es nicht mehr finden.
er lehrt mich, immer neu zu schauen.

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