
jetzt ist sie vorbei, die angst vor dem dunklerwerden der tage.
die längste nacht des jahres ist überstanden.
noch ein paar rauhnächte und die sonne steigt wieder, jeden tag fast unmerklichein wenig. und am 2. februar, an imbolc oder lichtmess, haben wir schon eine ganze stunde eingeheimst, können wir auf die dunkle zeit zurückblicken.
früher war die dunkle jahreszeit dazu da, die arbeit ruhen zu lassen, jedenfalls die auf den feldern, die es heute so nicht mehr gibt. heute werden aktivitäten zur ablenkung und zum trost angeboten in einer weise, die alles andere hat als winterruhe.
wenn man sich einschwingt auf die rhythmen der natur, gelingt es besser, die zeit zu überstehen.
eigentlich war ja auch die adventszeit ehedem eine fastenzeit, was mit der natur verglichen, die ihre ruhephasen hat, eher stimmt, als die fastenzeit im frühling, wo alles treiben und wachsen will. da gelingt es mir nie, mich zu mässigen. auch ist das osterfest ja keine konstante, sondern fällt mal hier und mal dort hin.
ich orientiere mich gern an den bäumen, die jetzt ihre kräfte sammeln und spätestens ab anfang februar deutlich ihre knospenansätze zeigen.
es ist 8 uhr und am himmel zeigt sich ein ganz zart gelbrosa streifen – das ist ein gutes zeichen.