KARLSAUE IM HERBST…

IMMERWIEDER ÜBERRASCHEND SCHÖN…Das Laub fällt von den Bäumen,
Das zarte Sommerlaub.
Das Leben mit seinen Träumen
Zerfällt in Asch‘ und Staub…

…Der Winter sei willkommen,
Sein Kleid ist rein und neu,
Den Schmuck hat er genommen,
Den Keim bewahrt er treu.

erste und letzte strophe…

älterer text:

LAUTER LETZTE TAGE…

es sind die bäume, die rufen:
 komm in den park
. die bäume sind es
, bei denen wir trost suchen.
im park stehen viele alte und grosse bäume,
 denen wir respekt zollen in ihrer beständigkeit, in ihrer
 haltung und gebärde.
 zu jeder jahreszeit haben sie eine botschaft für uns, 
und immer zeigen sie sich uns so, wie sie wirklich sind und immer anders.
 von der zartheit ihrer blühzeit, über die grünkraft und den farbenrausch im herbst, hin zur totalen entblösung im winter. in ihrer nacktheit erkenne ich ihre charaktere – wie ein einzelner baum stärke entwickelt, um allein (be)stehen zu können. 
jetzt im herbst bilden sie, zusammen gesehen, recht farbenfrohe kulissen, verschiedenste tönungen, die doch alle zusammenspielen. keine farbe fällt heraus, so als hätten sie sich abgesprochen.
             was wissen wir denn von der natur, ob dies nicht auch so ist.

‚man muss weggehen können
 und doch sein wie ein baum:
 als bliebe die landschaft und wir ständen fest.
 man muss den atem anhalten,
 bis der wind nachlässt
 und die fremde luft um uns zu kreisen beginnt, 
bis das spiel von licht und schatten,
 von grün und blau,
 die alten muster zeigt 
und wir zuhause sind,
 wo es auch sei….’
hilde domin

BIOTOP BAHNHOF V…

DAS G E L B E vom Gelb…

vor dem frost noch einmal blühendes erwischt. scharbocksgraut im frühjahr bis zur goldrute im herbst ist das gelb das ganze jahr über im blick. das jakobskreuzkraut – das so giftige – ist hier neben der goldrute präsent. ein anderes, mir noch nie vorgekommenes dottergelbes gebilde, kräftig im wuchs und in der blüte, sich üppig vermehrend, eher in feuchten zonen vermutet, für mich noch ohne namen. auch kann ich es nicht ausfindig machen.
der sommerflieder auf meinem biotop grundstück verkrümelt sich schon anfang oktober. von den fast 100 arten des flieders sind die meisten in den tropischen und subtropischen Gebieten Amerikas, Afrikas und Asiens zuhause. als invasive neophyten siedeln sie sich hier auf sehr trockenen böden an. mein bahnhofsstreifen gehört wohl den ganz trockenen, aber sicher nicht so kargen, wie ich vermuten könnte, an.
die arten diversität – ein ziemlich neues und modernes wort – ist umfangreich. bei weitem kenne ich nicht alle hervorgespriesenen neulinge. ganz neu im oktober das acker gauchheil mit nur einer einzigen pflanze. eigentlich passt dieses so zarte gespriese gar nicht auf diesen widerspenstigen boden – aber da habe ich mich getäuscht…
vielleicht wartet der frost noch eine weile, damit ich mich an dem biotopischen gesindel noch recht lange erfreuen kann.

 

 

FRAUNHOFER BAUSTELLE…

AM GRUNDE ALLEN GESCHEHENS…

tief geschabt
platt gedrückt
was der erde geschieht
geschieht auch uns

vor 4 jahren
schon einmal umgewälzt
an die luft gezerrt
die erdballen
und mit ihnen große
gesteinsbrocken
einige verhinderten das bergen
durch allzugroßes gewicht

nun noch einmal gezuckelt
und gezerrt ans licht des tages
ihnen droht gewalt
vernichtung
und umwandlung
in kleinste teilschichten
so erleben sie die möglichkeit
vielerorts verstreut zu werden
eine neue seinsqualität
zu bekommen

sie werden sich einschmeicheln
einschleichen
in tiefste erdgeschehnisse
oder andernfalls
in oberschichten
der welt
den lauf der dinge
besänftigen

hier besehen
wird die wälzung
weiter fortschreiten
mir schauspiel bieten
für längere zeit

https://www.hna.de/kassel/arbeitsagentur-zieht-an-wolfhager-strasse-in-kassel-ngz-10313740.html

dieses, in den 70 jahren erbaute hochhaus, soll bis 2020 vergangenheit sein. in seiner klaren form ist es fast schön und nur die baumängel rechtfertigen sein verschwinden…

 

SALZMANN UND KEIN ENDE…

WARTEN – aber auf was…

wieder einmal nehme ich eine bestandsaufnahme des kulturerbes SALZMANN, das dem untergang geweiht ist – so oder so.
entweder verkommt es und die zeit frißt es auf, oder es wird, wie vorgesehen, verbaut und ist nicht wiederzuerkennen.
einige fenster sind vernagelt mit pressholz, andere stehen weit offen und flattern im wind.

ach, wäre es doch geblieben, was es war. eine kulturstätte, in der gefetet und gefeiert und getanzt wurde, in der künstler ihren platz hatten und räume vermietet waren an werktätige anderer art. so war es wenigstens nicht dem verfall preisgegeben. einer verbesserung der bausubstanzen hätte nichts im wege gestanden und ein für die stadt so wesentliches kulturerbe einen besseren fortgang genommen.

so, wie im moment, hat es weder eine ausstrahlung noch einen hauch von leben. der ruhrpott macht es uns vor, was es heißt, ein ungenutztes industriegelände sinnvoll zu nutzen und wieder lebendig werden zu lassen auf ganz eigene weise.

wie nolda und hilgen sich freuen konnten über eine neue holding, die wohnungen und damit gewinn beabsichtigen, kann ich nicht nachvollziehen.
nun versucht es rossing noch einmal – beim besten willen kann ich ihm einen erfolg nicht wünschen. ich bin kasselänerin und salzmann liegt mir am herzen…

kurze übersicht:
http://regiowiki.hna.de/Salzmann-Gelände

 

der W E L S als GEWÄSSERÖKOSYSTEM…

es ist der WELS.  vor jahren wurde er durch die MHK im rahmen der bewirtschaftung der gewässer in den Lac gesetzt. seine aufgabe ist es, den bestand an friedfischen im rahmen zu halten, damit diese nicht überhand nehmen, (was der gewässerqualität abträglich wäre). diese maßnahme hat dazu beigetragen, das damals starke vorkommen an blaualgen im lac zu reduzieren. der WELS gehört also zu diesem gewässerökosystem.  er ist nach wie vor im Lac vorhanden und geht seiner aufgabe nach.

am vergangenen samstag schwamm er gemächlich in den lac-fluten und ich konnte ihn bewundern, wie er in aller ruhe seine runden schwamm.

GEGEN DIE TODESSTRAFE…

heute ist 16. welttag gegen die todesstrafe
obs was nützt

wo menschen menschen töten sind sie aus dem gleis gelaufen
wo menschen sich über andere menschen erheben gehen sie über ihre menschlichen grenzen

heute ist auch der 9. todestag von DIETER SCHWERDTLE
er war ein studienkollege – ein freund
ich habe ihn vermisst auf der documenta 13  und 14 als fotograf
und im wirklichen leben

 

E R D E N . . .

FRAUNHOFER NEUBAU KASSEL VI…

ich überlege, ob diese berge von – ja von was denn – also, von verschiedenster beschaffenheit aus geschrettertem von schon einmal verbautem material als ERDEN zu bezeichnen sind.
ich neige dazu sie so zu benennen, da in einer warteschleife von den bauarbeiten pflanzen hervorgesprossen sind, was bei nichtvorhandensein von erde nicht möglich wäre, mit wenigen ausnahmen. von sommerflieder und rainfarn über goldruten und kamille, nachtkerzen, klee und phacelia und grünem, das scheinbar niemals blüht, und vielem mehr.


deshalb bringe ich die erdberge in verbindung mit Claire Pentecost die bei der d13 erden als die neue währung – Soil-erg – benannte. also können diese verschiedenen erdberge nicht völlig wertlos sein. in diesem falle muss fraunhofer aber richtig viel zahlen, damit sie weggebracht und andernorts abgeladen werden können.


also ist mein werk das preisgünstigste. die wolken unterstützen mich – mal wieder – und tun ihr bestes, damit meine bilder – nur von außen gesehen – gelingen. erde und wolken erscheinen mir in schönstem licht, von schneeweiß bis zum tiefsten violettblau, als würden sie ein großes spiel hervorzaubern. es ist fliessend – das spiel – fliesst mir auf und wieder davon. es gilt mitzuspielen, sonst ist es, wie nicht gewesen.
erde und wolken haben eine große entsprechung, oder sind sie gar eins – etwas unzertrennliches. heute erschien es mir so und niemals mehr kann ich sie voneinander trennen – und ich mittendrin…

BIOTOP AM BAHNHOF…

WIE IM EILTEMPO…

Biotop am Bahnhofund bei der großen hitze fast ganz ohne regen, wächst dieses biotop heran – ganz ohne zutun. es ist, als ob es sich beeilt, die ganze fläche zu vereinnahmen. die pflanzen dehnen und strecken sich, kriechen am boden. der sommerflieder schießt den vogel ab. er kriecht nicht zu kreuze, nein, bäuchlings schiebt er sich, wird breit und üppig, fast übermütig. violett und weiß präsentiert er sich, verziert damit die letzten sommerlichen tage.

ganz verzweifelt bin ich, weil ich einige der pflanzen gar nicht benennen kann – so viel unwissenheit. wenigstens finde ich sie gleichsam alle schön und interessant. ein admiral begleitet mich – oder begleite ich ihn? einem rotschwänzchen sagt dieses ausnahmegebiet zu, letztens sogar ein hase – immerhin.das gebiet ist eingezäunt und hält mir die außenwelt ein bißchen vom leibe. biotopische sonderstellung. ein zug und noch einer – wie aus einer anderen welt. die abendsonne schmeichelt und auf dem frauenhofer-gelände ist auch ruhe eingekehrt.