
im grenzbereich
treffen wir uns
du und ich
werfen uns schattenbälle zu
setzen uns lichtkronen auf
mit unseren efeustimmen
singen wir
ein halleluja auf den tod
ein halleluja auf das leben
verschmelzen
zu einem einzigen gesang
rosadora

im grenzbereich
treffen wir uns
du und ich
werfen uns schattenbälle zu
setzen uns lichtkronen auf
mit unseren efeustimmen
singen wir
ein halleluja auf den tod
ein halleluja auf das leben
verschmelzen
zu einem einzigen gesang
rosadora
nach einem herzinfarkt…

an manchen tagen
durchwandert dich die zeit
als wärst du eine schattige allee
du rauschst in den wipfeln
bist wind bist baum
elsbeth maag/ch
Hallo Rosadora
Sicher darfst du dieses Gedicht in deinen Blog nehmen. Schön, dass du damit wieder beginnst!
Ein wunderbarer Baum, den du zeigst. Ein Lebensbaum! Der Urwald lässt dich noch nicht gehen!
Im «Last Exit: Poetry 2», soeben erschienen, sind ein paar Gedichte von mir enthalten. Schau mal im Internet nach. Edition Klaus Isele.
Ich wünsche dir weiterhin gute Erholung, Freude und Lust am Leben.
Sei lieb gegrüsst
Elsbeth
Karl Branner-Brücke
2011 kam das Kunstwerk an seinen Platz zurück.

Der Blue Dancer, eine Lichtskulptur von Kazuo Katase (Jahrgang 1947), schwebte seit 2003 über der Fulda neben der Karl-Branner-Brücke. Die Skulptur verband den ältesten Teil Kassels mit der wieder erstandenen Unterneustadt gleichsam als imaginäre Brücke.
ich sitze auf der langen holzbank und mir fallen viele dinge ein zu dem thema wassereimer luftschwebend zwischen wasser und himmel. ein leichter wind weht mir ins gesicht, fast wie eine meeresbrise. aber auch löschen – den brand löschen – feuersbrunst 1943. meine großeltern wohnten in dem teil von kassel.

ich war drei jahre alt und kann mich dunkel erinnern. es ist nichts wiederzuerkennen – alles neu und bombastisch – mit damals verglichen.
kazuo, er ist jünger als ich – hat das nicht erlebt. wir haben gemeinsam studiert – kunst fotografie und einiges mehr – er bei neusüss – ich bei rambow.
die eimer haben bei ihm sicher noch eine andere bedeutung. über dem wasser schweben – einfach nur schweben – das ists…

graslieder
mir an den kopf
ins herz
schwirrende hitze
am boden
die sonnenmuster
die angst
dass es
vorbeigehen könnte
rosadora
20. PFLANZENBÖRSE










CLARA IMMERWAHR STRASSE –
JOSEPH BEUYS STRASSE
gut gewählt sind die strassennamen am verschwundenen zoll- und verladebahnhof, die das baugrundstück von FRAUNHOFER säumen – CHEMIE und KUNST.

clara immerwahr hätte heute sicher einen arbeitsplatz bei FRAUNHOFER finden können. ob sie das gewollt hätte, weiß ich nicht. forschung wird bei fraunhofer groß geschrieben. vielleicht hätte sie sich damit aus der misere giftgas, welches das arbeitsfeld ihres gatten war, befreien können – vielleicht hätte sie damit ihrem suizid ausweichen können – vielleicht hätte sich bei fraunhofer ein betätigungsfeld ihrer vorstellung ergeben – vielleicht – vielleicht.

die clara immerwahr straße ist eine unscheinbare – noch – führt vom nichts ins nichts – näher betrachtet von schiller zu beuys. windig ist es hier – fast immer, sofern er weht, der wind.
mit den straßennamen hält FRAUNHOFER auf der einen seite den CHEMIschen werdegang am laufen – möge die andere seite – die KUNST – auch einen ausschlag finden auf diesem neuen gelände – die JOSEPH BEUYS STRASSE legt dazu ja vielleicht den grundstein… vielleicht – vielleicht – vielleicht…
https://de.wikipedia.org/wiki/Clara_Immerwahr
Nach dem Studium der Chemie wurde sie im Jahr 1900 als erste Frau an der Universität Breslau mit einer physikalisch-chemischen Arbeit (Beiträge zur Löslichkeitsbestimmung schwerlöslicher Salze des Quecksilbers, Kupfers, Bleis, Cadmiums und Zinks) promoviert. wikipedia
IN EINER MONDLANDSCHAFT…

ich treffe mich mit zwei zuständigen herren auf dem baugelände und befinde mich zwischen angehäufelten erdhügeln. mit etwas größerem abstand schaue ich über sie hinweg, näher dran versperren sie mir die sicht. sie erinnern mich an die kunstbilder HÜGEL meiner ausstellung zum thema EIN BAHNHOF VERSCHWINDET. auch hier suchen meine augen nach dem thema KUNST und sie in bildern einzufangen. fand ich sie beim abbruch erst zum ende, kann ich sie hier ja nicht schon zu beginn ausfindig machen. vielleicht wäre das die suche nach einer anknüpfmöglichkeit. – aber locker machen – offen bleiben…


rost bleibt weiter für mich interessant, wenn auch nur schrott. bis zu 5 meter tief mussten sich die suchtrupps durchwühlen. nun ist die aktion beendet und es kann mit den bohrungen losgehn.
dazu werden schotterstrassen angelegt, damit die riesigen bohrtürme nicht kankeln oder umstürzen. mit den stelzen beginnt ein weiterer teil der vorbereitungen – ich bin sehr neugierig und werde es dokumentieren.
foto von der baustelle FRAUNHOFER…

dieses foto spricht einen tag nachdem ich es eingefangen habe zu mir…
die verschiedenen erdschichten
die bäume – insbesondere die blühende robinie
der schornstein – der alten molkerei, die es nicht mehr gibt
alle und alles – in besonderer form und farbe
wie könnte ich annehmen, dass sie schweigen
all diese wesen
einmal werden meine knochen auch zu erde werden
dann will ich mich mit ihnen verständigen können
ich muß sie also – diese erdberge und bäume – schon heute lieben
damit sie mich einst erkennen
mein staunen gilt den bäumen
und insbesondere dem blühen – der robinien zum beispiel
die in diesem jahr besonders ertragreich sind
und überquellen vor lauter blüten
im menschlichen würde ich das als übermut bezeichnen
und immer dringlicher mein fragen
woher kommt sie – diese energie – und immer wieder
STEINBROCKEN – 2014 – 2018

ABBRUCH-STEINBROCKEN – 2014

DERSELBE BROCKEN – 2018
da taucht er plötzlich wieder auf, er und einige andere auch noch. übersehen – das kann nicht sein, dazu sind sie zu groß. aber was dann – nicht klein zu kriegen, weil zu hart, oder keine maschine am ort war, die ihn hätte fressen können.
auf jeden fall haben die kampfmittelberger einiges zu tun, bis sich ihnen das angezeigte hindernis zeigt. vom 10. stockwerk aus – also von oben – rätsele ich, was dieser längliche fleck im gelände sein könnte. eben – auch ein riesengroßer steinbrocken, der einem riesen hätte als tisch dienen können. was sie damit wohl machen.
sind wahre schätze, die da noch versteckt in der erde schlummern. bestimmt nicht zur freude des neuen bauherrn. die suche der kampfmittelberger dauert in unerwarteter weise.
werde den abbruch-menschen fragen, was der grund war für die hinterlassenschaften…
ROBINIENGLÜCK ODER -UNGLÜCK…

das ganze biotop ist verschwunden – ich weiß nicht wohin… nur diese eine robinie ist verschont geblieben – weshalb auch immer.
ob glück oder unglück … glück – hätte man sie bewußt verschont und ihr einen zukünftigen platz auf dem fraunhofer-gelände zugedacht. zusammen mit dem großen steinbrocken wäre es ein hindenken an geswesenes. sie könnte wachsen und so ihrer aufgabe voll gerecht werden. robinien haben schöne weiße blüten, die obendrein betörend duften und auch ihre samenschoten sind auffallend atraktiv.
dem steinbrocken könnte sie bald schatten spenden und damit ihren dank ausdrücken für die rettung, an der er ja ob seiner größe beteiligt war, der bagger erschrocken vor ihm halt machte.
andernfalls – sie wäre traurig, weil sie ihre geschwister vermisst und sich einsam fühlt und nun bangen muß, dass es ihr auch noch an den kragen oder ans gebüsch geht, dass sie nun zittert, wann immer das sein wird.
erst aber noch finde ich den dreiklang – robinie steinbrocken bohrtürme – bezaubernd und mich becircend. ich werde immer wieder nachsehen und ihr schicksal verfolgen und den bauleiter auf das baumsteinschicksal aufmerksam machen. vielleicht hat er ein einsehen und einen künstlerischen blick…

R O B I N I E N sind maiblüherinnen. gerade blühen sie. diese stehen auf dem bahnhofsgrundstück, das vom FRAUNHOFER baugrund abgetrennt wurde. sie duften betörend. hinter der documentahalle stehen wunderbar große exemplare, deren stämme eine außergewöhnliche form haben. so in die höhe gewachsen entwickeln sie eine ungewöhnliche strahlkraft und das zarte, doch üppige, blüten- und grünwerk geben einen außergewöhnlichen akzent zu der sehr herben rinde.

vielleicht werden ja robinien auf dem FRAUNHOFER grund angesiedelt. sie haben den vorteil, dass sie schnell wachsen und bald zur blüte drängen.