WER, WENN ICH SCHRIE(B)E, HÖRTE MICH DENN…

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foto: helena sarantidis

‚wer, wenn ich schriebe, hörte mich in der engel unordnung?’
elfriede jelinek

das unaushaltbare – nicht zu schreiben.
das schmerzliche bedauern – etwas geschrieben zu haben.
den worten auf die spur geholfen, die sich selbständig machen.
selbständig machen in einer weise, die ich nicht vorausahnen konnte.
sie werden mir enteignet.
die eigenen worte nicht mehr meine, weil eine andere sie jetzt schreibt oder spricht oder stottert oder herumfaselt damit. Continue reading

DIE JAHRESSPIRALE AN IHREM TIEFSTEN PUNKT…

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die spirale des jahres erfährt ihre engste enge, ihre tiefste tiefe und verdichtet in den nächsten 12 nächten, den rauhnächten, ihre verwandlung in den gegenschwung in ein neues, ein weiteres jahr. in der dunkelheit dieser besonderen zeit bereitet sich das licht vor. nie waren die ängste der menschen ausgeprägter, die hoffnung, dass eine wendung erfolge, grösser, als in den tagen der wintersonnenwende. Continue reading

ICH SCHLAFE – MEINE SEELE WACHT…

der fotografische blick als weg in die seelenlandschaft tod und sterben.
bilder, die in die ewigkeit reichen

gefunden auf jüdischen friedhöfen – hier kassel

die bilder finden – sie tief in mir versenken…

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knochentrockenes holz. mir vor die füsse. chaos im revier. grabplattenverschändelung. zuerst denke ich das. ich steige – steige über die gräber – über holz. herbstholz – herbstfriede – herbstgewölk. finde mich ab. schaue betroffen erst. sehe mehr dann. sehe ordnung im chaos. mir fremd. schnell doch vertraut. neue bilder, neue ausblicke, neue befindlichkeiten. kastanienbäume. braun zusammengerollt die blätter. eichen auch. ein eichenblatt – gelb – auf grünem moos – moosmoos. Continue reading