DER TANZ DER SPATZEN…

fantstisch machten sie das – sie flogen und fraßen und tanzten
ihren spatzenfresstanz. ich hatte meine freude.
als ich den teller auf die erde stellte, kam noch eine taube dazu.

neben mir ein mann, belehrte mich – das wird teuer. das kostet 60 euro.
wir gerieten in ein heftiges gespräch und ich sagte, dass tauben auch hunger hätten. –
die kacken aber alles voll. – na und wir, was passiert mit unserem kack…. usw.
dass es nicht mein kuchenteller sei und von den vorgängern zurückgelassen wurde,
liess ihn dann verstummen. bald war auch der kuchen aufgefressen…

BIOTOP BAHNHOF…

EINST LADESTRASSE…

vorderseite

rückseite

plattgemacht

und heute…

BIOTOPE

oft zwischenakkorde und selten beachtet, überraschen mich immer wieder ob ihres ideenreichtums und vielfältigkeiten. die mich verwirrende frage ist, wo sie diese – fast kann man sagen BIOVERSITÄT – versteckt halten. lange zeit sind sie in dunkelheit und abgrund verborgen, um dann, sobald sie wieder ans licht befördert werden, fast zu prahlen mit irgendwie nicht erklärbaren blumen und gewächsen. wie lange hält ein samen das aus – vergraben und vergessen worden zu sein – wo und wie verbirgt er diese ausdauer.
hier am bahnhof gab es schon einige biotope – erst vor dem abriss des zoll- und verladebahnhofs. da erklärte sich die vielfalt wie von selbst durch seine beständigkeit über jahre.
nach dem abriss eine pause bis zum beginn des fraunhofer baues. staunen macht mich diese sprunghaftigkeit – wie herausgesprungen kommen sie – die blumen und pflanzen und hier sogar die bäume, die an größe mich immerhin in der kurzen zeit überwuchsen. nach der steten bebauung nun kein biotop mehr.
dafür in der einstigen ladestrasse – heute beuys strasse – der helle wahnsinn. nicht nur aus erde, sondern aus einem splitbelag heraus gelang es ihnen, in kürzester zeit diese fläche – gegenüber der fraunhofer baustelle – zu bespielen – könnte ich fast sagen. in diesem jahr zwar hohe pflanzen und büsche – doch in ihrem wachstum durch die trockenheit gestört und auch aufgehalten. vor zwei jahren noch freude durch das ausbrechen der kleinen pflänzchen – in diesem jahr dann die große enttäuschung durch die trockenheit.

HERBST TAG- UND NACHTGLEICHE 2019…

TAG UND NACHT GLEICH…

das helle verschwindet
das dunkle macht sich breit
es schiebt sich mit grosser hartnäckigkeit
in den tag
obwohl ich mich in diesen jahresrhythmus füge
mag ich das ganz dunkle und das sehr helle
am wenigsten

über die felder renne ich zur zeit nicht und so wie früher vielleicht nie wieder, doch die erinnerung sagt mir, dass die felder jetzt – bis auf den mais – abgeerntet sein müßten.

auf meinem bahnhofsbiotop habe ich es kurze zeit geschafft und den sommerflieder und den brombeerbusch erwischt – ein hauch von herbst. der kleine fuchs hat mich besonders erfreut. da ist es gut, dass es diese fremdlinge – sommerflieder – bei uns gibt, die blühen und blühen – und setzen immer wieder neu auf.

die rosen – längst verblüht – stechen nun mit ihren roten hagebutten ins auge. schöne farbtupfer und verkürzt die wartezeit auf die neuen blüten.

FRAUNHOFER NEUBAU am bau …

WIE EIN SPÄTSOMMERTAG…

nicht ganz schlecht – an so einem sonnentag auf dem bau zu arbeiten – wenn auch keine ganz einfache arbeit. sie haben noch ein paar arbeiter zusätzlich angefordert, damit sie voran kommen – jetzt sind es mehr als 40. räume entstehen – ich meckere, dass sie so winzig sind – bei all der größe insgesamt…

zuallererst die arbeiter…

stahl und beton – so wahnsinnig viel – du glaubst es nicht… es gibt keine pfade – klettern ind steigen ist angesagt. zum glück kann ich das heute. das ist nicht immer so. ich bin fast glücklich. immer bin ich glücklich zwischen diesem gewühle, in das ich mit meinen fotos eine ordnung – meine ordnung – einbringen kann. das ist meine art zu bauen. ich schaue mir fast die augen aus und kann nicht so lange fotografieren, wie ich gern möchte. sufian, der mich wieder herumführt, kann ich nicht ewig lang belegen. auch reicht meine energie nicht wie ich sie gern hätte.

und die feinarbeiten – das zänglein an dem verbund…

an anderer stelle…

noch mehr stahl – ein stahlkäfig… (es ist der grund eines fahrstuhls…)

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URWALDSTÜRME IM URWALD II …

M A R G A R E T E . . .

12.07.2016
so sah sie vor drei jahren aus – die margarete – so, als könne ihr nichts und niemand etwas anhaben.

dann dies – eine ganze flanke – würde man bei einem tier sagen – ist heraus gerissen. eine große wunde klafft an ihrer südwest-seite. ein großer teil von ihr ist herausgerissen und ich glaube, ihren stillen schrei zu hören. bei einem menschen wüßte ich zu trösten – bei einem baum aber ist das gar keine option. sie, die margareta, wird nie mehr gesunden. ihr werdegang geht nur in eine richtung. viele jahre habe ich sie besucht und oft – wie auch heute – zu ihren wurzeln gesessel und zugehört. ausgeruht habe ich mich auf ihren grünen ausläufern und ihr zugeschaut.
ich kenne sie gut und immer kam sie mir groß und stark und unverwundbar vor. aber das war natürlich schon lange nicht mehr so. in ihrem inneren passierten für mich unvorstellbare dinge.
die wasserleitungen waren lange schon gekappt und die baumin verdurstete sozusagen. der verwandlungsprozess hat erdartiges – eine humusartige trockenmasse – hervorgebracht.

sie ist für einige wenige menschen berühmt wegen folgender geschichte –

‚Der Sage nach hat in dem Gemäuer der Sababurg einst, so heißt es, ein despotischer Riese geherrscht. Mehrmals hat er seiner Tochter Margarete verboten, sich mit dem Nachbarssohn Kuno zu treffen. Doch die Liebe der verzweifelten Riesentochter ist so stark, dass sie alle Warnungen ihres wütenden Vaters ignoriert – eine Entscheidung mit fatalen Folgen.
Eine verzauberte Prinzessin…
Als Margarete wieder einmal heimlich aus der Burg flüchtet, nimmt das Unheil seinen Lauf. Der Riese verwandelt Kuno, den Liebhaber, in eine Eiche. Und auch Margarete bleibt nicht verschont. Zu unbeweglichem Holz verzaubert ist die Prinzessin bis heute.’
diese geschichte hat mir jupp rapp übermittelt. so ganz schlüssig und vollständig scheint sie mir nicht. aber ich kann sie nirgends finden. und wieso gibt es eine verwandelte riesentochter – eine verzauberte prinzessin und wo steckt der verwandelte liebhaber fest. bis heute ist er mir nicht begegnet…

URWALDSTÜRME…

DIE WAPPENEICHE IM URWALD…

dieses bild habe ich am 30. oktober 2013 aufgenommen. die wappeneiche bestand da aus einem müden und einem lebendigen teil.
ich bewunderte ihre tat- oder triebkraft. fast sah es aus, als wären es zwei bäume in verschiedenen lebensphasen.
bis vor ein paar wochen noch – also sechs jahre später – hat sie diesen zu- oder aufstand halten können.

Hoher Baumnun ist es vorbei. einsam steht der baum in seiner halbheit und ich bin mir unsicher, wie ich ihm zukünftig begegnen soll. vielleicht entschließt er sich, seinem grünling zu folgen. alt genug wäre er ja. und welchen grund sollte er haben, aufrechtstehend sein vergehen zu ertragen.
mir würde er fehlen – auch in seiner halbheit, in der er immer noch die von mir viel umworbene eiche ist. kürzlich erst sass ich unter ihr – der ganzen eiche und ahnte nicht, wie nah sein schicksal bevor stand.

text von vor sechs jahren, als die eiche noch zweiteilig war:

eine eiche in dem alter hat einen ungeheuren ausschlag. ich sitze lange dicht bei ihr – lausche, was sie sagt, was sie singt, rieche den einmaligen eichenbaumduft, betaste und begrüße sie, schaue, wo sie sich regt, sich verändert und wie sie der erde und dem himmel verbunden ist und ich mit ihnen.

sie stellt mir wichtige fragen – fragen die das sein betreffen – das leben – das sterben auch. oder stelle ich sie ihr. unsere zwiegespräche ziehen sich heute in die länge. es ist ein gemisch von mich ruhigstellen und aufgewühltsein. die antworten kommen oft viel später – heute besonders.

ich bewundere ihre ausdauer. viele jahre schon suche ich den kontakt zu ihr. immer denke ich sie müßte in sich zusammenbrechen. dass sie es nicht tut und sogar noch mit blattaustreibungen beschäftigt ist, erstaunt mich sehr. frisches junges grün an der einen seite bis hin zum knorrig vergehenden holz in den erstaunlichsten farben zeigen mir einen eichenlebenskalender. und wenn sie den regen einsaugt ist es, als würde sie sich noch einmal aufbäumen – schmückt sie sich mit eichenbaumnotationen, die ich in ihren veränderungen immer wieder einfange.
es ist das, was wir sehen, an das wir unser herz binden, was uns die besonderen ereignisse schenkt, was uns in erstaunen versetzt, wovon wir lernen.

FRAUNHOFER BAUSTELLE…

WEITER UND IMMER WEITER…

MEIN KRAN TANZT…

stolz erhebt er sich über mir bis in den blauen himmel hinein und dann beginnt er zu schweben, zu tanzen gar.
leicht und grazil bewegt er das gelbe holzbündel durch die luft. er schwenkt es, als hätte er nur vor zu schwenken und immer weiter es nur zu schwenken, wie ein karusell, hoch und höher und einmalig. er muß das bündel herniederlassen und dann ist das schauspiel vorbei.
stundenlang könnte ich diesem kran zuschaun. das schweben in den lüften bergeistert mich so, dass er, der kran und sein schwenken, zu meinem lieblingsobjekten wurden und mich immer noch mehr entzückt.
einmal über dem grundstück schweben – das wärs…


Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co. KG – das schwarze gebäude im hintergrund und immer gegenwärtig – und der weiße betonfahrwagen im vordergrund bilden nicht nur farblich einen kontrast. sie sind auch firmenmäßig stark industriell orientiert und haben damit etwas gemeinsames, auch wenn auf dem fraunhofergelände keine panzer gefertigt werden. beim fotografieren begeistern mich an erster stelle formen und farben.

und immer wieder das wahrzeichen – der schornstein der firma linns – ein überbleibsel aus molkereizeiten. er ist oft mittelpunkt, scheint zu beobachten, was sich da tut. schon beim abbau des alten zollbahnhofs war er immer dabei. er wird so schnell nicht weichen. das abreissen ist zu teuer, deshalb wird er für funk- und sichtachsen vermietet.