es wird gearbeitet, auch wenn es nicht so ausschaut. vielleicht muß das büchergestell bis zur d14 gar nicht fertiggestellt sein und die arbeiten sollen über die gesamte documenta hinweg reichen. und dannach. ich bin gespannt. die aktion des abbaus ist sicher ebenso aufwendig wie das errichten.


die bücher sind gut eingepackt. immer mal wieder bringt jemand ein buch vorbei – oder zwei. ab jetzt können sie auch im neuen presse- und informationszentrum – leder meid – abgegeben werden. m., unterm schirm, passt auf, dass niemand unbefugtes das gelände betritt. eine elend langweilige aufgabe – und bei so einem regen. da ist sie froh, daß ich ein bißchen mit ihr rede. noch bis 16 uhr muß sie aushalten. das sind noch mehr als zwei stunden. die andern sitzen im häuschen, verschweißen die bücher, etwas beengt, aber trocken.

die dem fridericianum zugewandte seite ist geschafft. zwei arbeiter – der eine spricht englisch und der andere – der versteht dich nicht, der ist aus frankreich. internationale besetzung. der eine schneidet die drahtgitter in die richtige größe, der andere schleppt sie dorthin, wo sie gebraucht werden – auch wenn da zur zeit nicht gearbeitet wird.


erst komme ich mit h. ins gespräch, er ist designer, hat hier an der uni studiert – und dann mit arash shahali und hannes benn. sie unterstützen die d14 und das sieht gut aus.
hier war bis vor kurzem die firma LEDER MEID. die räume bergen erinnerungen tiefster art. hier hat mir anna elisabeth, meine mutter, einen ledermantel mit gewachsenem fell gekauft – zwei tage nach dem tod ihres mannes, meinem vater. sie sagte, das sei der schönste tag in ihrem leben. nun hatte sie eigenes geld, konnte damit machen, was sie wollte. den mantel hab ich so gut wie nie angehabt. in der schweiz hätten sie mich erschlagen. anna elisabeth war so glücklich, dass ich ihr den wunsch nicht abschlagen konnte…
der große helle raum hat schon jetzt eine gute atmosphäre, ist erfüllt von regen gesprächen und scherzen und lachen und voller hoffnung auf ein gutes gelingen der sicher einmaligen 100 documentatagen.








die gleditschie läßt sich nicht irritieren. sie hat energie für ein weiteres austreiben.
die kaukasische flügelnuß hats etwas schwerer, treibt aber auch wieder aufs neue aus.
dem großen ahorn scheint es nichts ausgemacht zu haben. obs an seinem widerstand lag, oder dass große bäume besser gegen frost ankommen…








viel zu gucken gibts noch nicht am betonröhrenbau von HIWA K. ob er HAUS-RUCKER- CO. und der DOCUMENTAHALLE die schau stehlen kann, ist noch nicht abzuschätzen, solange er nicht in seiner vollen größe – 5 meter hoch – aufgetürmt ist.




die bücher werden eingepackt, verschweißt, umgepackt und aufgehängt
es ist ausgesprochen interessant zu sehen, wie dieses kunstwerk entsteht, wieviel arbeit, wieviel ausdauer, und geschick erforderlich sind von einer großen zahl menschen. es gibt viele zuschauer/innen und kinder – bei dem strahlewetter ist die stadt voll und mir scheint, dass es zur d14 gar nicht viel mehr sein können. die sonne läßt die in folie verpackten bücher leuchten. zuschauen zu können wie der bücherparthenon wächst, ist spannender als der fertige bau.