ROSADORA und DIETER – PORTRAITS – 2007….

ERINNERN AN EINE GEMEINSAME ARBEIT…


FOTOGRAFIN: ROSADORA – DIETER SCHWERDTLE – portrait 1.08.2007

dieses bild von DIETER SCHWERDTLE ist mir sehr wichtig
es entstand bei einer gemeinsamen fotoarbeit mit
dieters kamera

FOTOGRAF DIETER SCHWERTLE: ROSADORA – portraits 1.08.2007

Portraits Rosa Dora, 14.8.07 / DSC_9253

info@schwerdtle-fotografie.de, 0561-28 11 92, 0171-93 54 843
15.08.2007

dieter wollte nacktfotos von mir machen – ALTE WEIBER –
die verweigerte ich und reichte ihm einen kleinen fetzen meiner haut…

KUNST am BAU….

FRAUNHOFER NEUBAU…

wenn der richtung
richtung abhanden kommt

wenn der faden
den faden verliert

wenn die rundung
sich windet im verlauf

dann fangen wände
an zu beben

dann hat der faden
freien lauf

dann hat die rundung
das spiel im griff

gewinnen verlieren
fangen – loslassen

alles ist spiel
alles ist zu viel

rosadora

 

JEAN TINGUELY – 3.MÄRZ 2021….

« le Définitif – c’est le Provisoire »
Neue Sammlungspräsentation Museum Tinguely, ab dem 3. März 2021

25 Jahre nach der Eröffnung des Museum Tinguely am Basler Rheinufer legt die neu gestaltete Sammlungspräsentation ab dem 3. März 2021 einen Hauptfokus auf den charismatischen Künstler Jean Tinguely und seine medienwirksamen Auftritte mit kinetischen Skulpturen und Aktionen. Sie schöpft wie nie zuvor aus den einzigartigen Dokumenten und Archivalien, die die wissenschaftliche Arbeit des Museum Tinguely auszeichnet.

Mit lieben Grüssen – begehrte Künstlerbriefe

Seine Kunst versteht Tinguely als Unsinn mit Sinn. In seinen Inszenierungen spielen Lebenslust, aber auch Vergänglichkeit eine wichtige Rolle. Dies spiegelt sich nicht nur in seinen kinetischen Skulpturen wider, sondern auch in seinen Arbeiten auf Papier, in denen er uns als erfindungsreicher Zeichner und Collagekünstler begegnet. Im Laufe seines künstlerischen Schaffens versandte er hunderte Briefe an Freunde und Personen, mit denen er auf der ganzen Welt arbeitete. Diese farbenfrohen Briefzeichnungen und Collagen aus Alltagsmaterialien besitzen eine eigene Sprache und werden zu spannenden visuellen Zeitzeugnissen.

Die Besucher*innen können in der Ausstellung die kreative Tätigkeit des Briefschreibens, das in der heutigen digitalen Welt in den Hintergrund getreten ist, wieder für sich entdecken und selbst handschriftlich gestaltete Briefe à la Tinguely an Freunde verschicken.Ich zeichne enorm viel, so wie man zeichnet, wenn man telefoniert. Gleichzeitig transformiere ich diese Art Zeichnung systematisch in Mitteilungen an meine Freunde, in Briefe, oder solche Dinge.Jean Tinguely, 1976
ES GIBT SIE NOCH – DIESE BRIEFSCHREIBERIN
SEIT VIELEN JAHREN ERHALTE ICH BRIEFE VON MEINER FREUNDIN ROSMARIE
IN UNGEAHNTER GEDULD UND MIT GROßER FANTASIE ERSTELLTE BRIEFE
REINE KUNSTWERKE
WÄHREND ICH SCHON EWIG NICHT EINEN EINZIGEN BRIEF MIT DER HAND
GESCHRIEBEN HABE
ICH WERDE EINE AUSSTELLUNG MACHEN
DER ZUR SELTENHEIT VERKOMMENEN BRIEFKULTUR GLAUBE ICH
DAS SCHULDIG ZU SEIN
ROSADORA

TERZETTE von ELSBETH MAAG…

Dreizeiler von ELSBETH MAAG, die ein guter Bekannter romanischer Herkunft ins romanische Idiom Sursilvan übersetzt hat…

 

Wasserglöcklein im Ohr
unter meinen Füssen
muss eine Quelle sein

bransins d’aua ell’ureglia
sut mes peis
sto ei esser ina fontauna

ich bin deine Sonne
sagte der Mond zum
Nachtwanderkäfer

jeu sun tiu sulegl
ha la glina detg
al bau da notg migront

Silhouette
unterm gestirnten Himmel wandern Bäume
von Hügel zu Hügel

siluettassut
il tschiel stelliu caminan plontas
da collina tier collina

 

und rosadora

das wasserglöcklein im ohr
es wird mir zum tinnitus
zum rauschenden fall

der mond
das bin ich
du wandelst in meinem licht

mit den bäumen
schreite ich des nachts
am tag bin ich blind

 

STEINKAMMERGRAB ZÜSCHEN…

IN ALTE ZEIT VERSETZT…

Das Steinkammergrab von Züschen, auch Steinkiste genannt, ist eine vorgeschichtliche Megalithanlage, die im Feld zwischen den Fritzlarer Ortsteilen Züschen und Lohne in Nordhessen liegt. Es ist ein Galeriegrab, eines der bedeutendsten Exemplare seiner Art, und stammt aus dem 4. bis 3. Jahrtausend v. Chr. Wegen seiner eingeritzten Bildzeichen nimmt es eine Sonderstellung unter den Megalithanlagen vom Typ Züschen der Wartberg-Kultur ein.
wikipedia

 

von ackergeräten über lange zeit verletzt und unbeachtet. in der nähe ein basaltsteinbruch. das gestein nicht sehr hart und widerstandsfähig.

INDUSTRIEKUNST….

es fügt sich gut ein in die landschaft – dieses gebäude. für eine weile nimmt es die wolken auf, wie auf ein bett. flüstert harmonie und schönheit. klare linien – ein bisschen erinnert es an bauhaus – schlicht und zweckgebunden. idustriekunst eben. der turm in seiner wucht blendet besonders…

ich zoome es heran und der zauber ist dahin.
wie alles schöne nicht nur schön ist, so ist auch dieser zauber schnell verflogen.
verblendung auf der ganzen linie. der turm ist ein silo, also ist das ganze ein stall oder eine geflügelmastanlage. zwei güllestreuer stehn in ständiger bereitschaft.
diese totale stille verblüfft mich – dazu noch völlig geruchlos – getragen von den geräuschen der b 49. vor enttäuschung vergesse ich, weitere bilder zu nehmen.

am nächsten tag mache ich mich schlau und erfahre, dass es sich
„um einen Geflügelmaststall eines ortsansässigen Landwirts“ handelt.
„die zuständige Genehmigungsbehörde ist das Regierungspräsidium Kassel.                  Der Betreiber ist ein Landwirt.

Sicher wird Ihnen klar sein, dass wir aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht befugt sind, Ihnen den Namen des Betreibers zu nennen.“

und von anderer stelle:
„Der „Turm“ ist ein Futtermittelsilo, die Abluftanlage links ist sehr modern.“

mit a. rede ich noch stundenlang über die ungerechtigkeit, wie mit unseren tieren umgegangen wird und dass einsicht geredet, aber nicht umgesetzt wird.

so wird aus der ästhetik der kunst
eine ÄSTHETIK DES GRAUENS….

eine schöne landschaft ist noch immer schön – aber eben nicht nur. hinschauen und nachdenken und handeln ist notwendig und zwingend.
dorla, wehren, werkel, lohne
sind des hessenlandes krone
aber aus der krone ist ein zacken herausgebrochen – oder auch zwei. ist das dann noch eine krone….

EIN RUCK IM BLICK – FRIEDDRICHSPLATZ….

BEWUSSTSEINSERWEITERUNG…

HAUS-RUCKER-CO. – 1977 – ein gutes teil – wie ich finde. es ist nicht zu übersehen und wird auch genutzt und ist der ferne blick vom avanti-restaurant aus.

ich mache ein spiel daraus, versuche, den rahmen ohne pkws zu fangen. und alles ist überall – der herkules spenner- betonmischer – ein alter bekannter vom fraunhofer neubau am verschwundenen zollbahnhof.

eine sehr streng gekleidete frau in großer sommerhitze – zwei weitere personen ausdauernd sich der sonne aussetzend… vor nicht aufhörender autokolonne… ich, beobachtend und fotografierend – eiscafé schlürfend…

 

KUNST – GANZ UNPLANMÄSSIG….

ODER … EIN EISCAFÉ MIT AVANTIBLICK….

das fridericianum ist außerhalb der documenta kein ort, der übermäßig besucht wird. es reizt auch nicht mit besonderen ausstellungen. eigentlich schade. und die drei bäume sehen auch aus, als hätten sie schon bessere zeiten erlebt. nicht nur die menschen erleben zur zeit enorme einschränkungen…

ebenso thomas schütte`s DIE FREMDEN – von der d 9 – haben einen schwund erlitten – ursprünglich waren es 6 menschen. ob sie so erreichen, was sie ursprünglich sollten. den fremden in unserer stadt sind sie wohl keine große unterstützung und ich bezweifle, dass sie davon überhaupt kenntnis haben…

dagegen dreht und wendet sich die turmfigur von STEPHAN BALKENHOL seit den anfänglichen bedenken von Carolyn Christov-Bakargiev bis heute unbeirrt auf der elisabeth kirche.

POETISCHER BLICK…

,jeder gegenstand kann poesie sein, wenn du dich dafür entscheidest…. ein stück brot auf dem tisch, wir haben es jeden tag, und plötzlich ist es eine erscheinung. das stück brot wird mysteriös, denn es ist mysteriös. aber wir nehmen uns nicht die zeit das zu sehen.
aber wenn wir uns die zeit nehmen etwas zu betrachten, dann wird dieses etwas zu einem poetischen objekt, einem poetischen gefühl oder einem poetischen gedanken.‘
etel adnan

manchmal muß ich mir überhaupt nicht so furchtbar viel zeit nehmen. die erscheinungen auf der baustelle springen mich an. sie wollen, dass ich sie ansehe in ihrem sosein. das ist dann, als wäre alles in erfüllung gegangen, was sie sich gewünscht haben, unbeachtet dessen, was ihnen danach noch geschieht. auch in unserem leben sind es nur momente, die wir als erinnern zurückbehalten.

etel adnan schreibt einmal, dass es ein aufwachen ist, wenn wir sterben. diesen wunsch kann ich gut nachempfinden. vielleicht liegt dann nicht unser ganzes leben vor uns, sondern ein großer leerer fleck, damit unsere seele ruhe haben kann.

WIE WOLKEN SPIELEN…

AM ALTEN BAHNHOF…

vielen objekten kann ich nicht mehr hinterher, deshalb entscheide ich mich für die, die zu mir kommen. wolken kommen und gehen, treiben ihr himmlisches spiel, verändern mir ein bild schnell oder auch langsam, aber gewiß. am alten bahnhof habe ich gute sicht und schöne zugaben. häuser, baracken, bäume und ähnliches lockern die sicht auf oder schränken sie ein – jenachdem.

seit 2012 bewege ich mich nun auf dem gelände. es ist mir inzwischen sehr vertraut und die vielen veränderungen und umschichtungen auch. keine gegend habe ich bisher besser kennengelernt als diese. den zoll- und verladebahnhof und die ladestrasse mit ihren gebäuden habe ich noch vor dem abbau sorgfältig und umfassend fotografiert und zusammen mit dem abbau in über tausend fotos und filmsequenzen aufgezeichnet.

beim wiederaufbau – fraunhofer – sind es über die jahre weit mehr geworden und ein ende ist noch nicht abzusehen. der bau steht, der innenausbau ist am laufen. und für mich ist eigentlich nur noch die fertige ausführung von interesse. also schaue ich von außen und schmücke die ansichten mit wolken und dergleichen. die wolken sind gute „schmücker“ und die gibt es in diesem jahr besonders reichlich.