…ich habe in etel adnans buch gelesen, in dem sie mit ihrer seele spricht.
dann umgab mich ein betörender duft. am nachmittag habe ich schneeglöckchen gepflückt. sie stehen auf meinem tisch in einer vase.
am abend beginnen die dinge zu duften – bei nacht wenn es dunkel wird. dann verdichten sich unsere wahrnehmungen, werden vom tageslicht nicht abgelenkt.
der duft beglückt mich – ein kleine stilles glück. die freude darüber, dass mir in meinem alter mein geruchssinn nicht genommen wurde – noch nicht.
in den schneeglöckchen verbirgt sich glück. die dunkelheit versteckt sie hinter ihrem nächtlichen vorhang. glück ist ein geschenk. ich empfinde es so…
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BÄUME REISEN…
„Bäume sind keine Erweiterungen des Selbst, sondern reine Erscheinungen. Ihre Zeit überschneidet sich nicht mit der unseren. Sie reisen auf andere Weise. Sie sind zyklisch und werden darum beneidet. Ihre Leben sind nicht Teil unseres tragischen Kontinuums; sie haben eine Leichtigkeit, eine Nähe zu Wasser, Luft und Feuer, alles aus eigener Kraft.“
Etel Adnan in Jahreszeiten
BAUMFÜSSE…
grün ist die farbe der hoffnung…
baumfüsse – schoß es mir durch den kopf und ich fand, das die bäume gerade jetzt im frühjahr ihre füße recht weit hervorstrecken. zum teil auffällig dadurch, dass sie mit moos bewachsen sind und dem geflecht reichlich platz geben. sie schmücken sich, dachte ich, und dies ist ihre frühjahrsmode.
gut gemacht und gut genutzt. sie passen sich an und sehen doch nie gleich aus. von jahr zu jahr überraschen sie mich. in diesem jahr hat es besonders viel moos, das grün sticht ins auge, gibt durch die farbe grün mir schwung und hoffnung. grün ist die farbe der hoffnung. vielleicht brauchen wir grad sehr viel davon, die weltlage entmutigt…
ERREGUNG…
„Im Februar gerät die Jahreszeit in Erregung, knapp unter dem Erdboden.“
Etel Adnan in Jahreszeiten
frühblüher wagen sich heraus, sie warten nicht auf das frühjahr. sie erwecken in uns die hoffnung, dass alles seine ordnung hat.
freude kommt in uns auf. grundlos wie mir scheint, wir sind noch nicht über den berg.die vögel waren auch zuversichtlicher als in jedem jahr vorher. sie haben den weiten weg vom süden auf sich genommen, ohne dass hier ihr leben in sicherheit wäre.
die erde bläht sich auf, oder sind es die pflanzen, die das bewirken. so in frühjahrsform haben wir vertrauen in sie. dank der klimaerwärmung recken sich die pflanzen schon vor der zeit in position. der winter könnte unserer freude einen strich durch unser befinden machen. er hat schon so manches schnippchen hervorgezaubert. schnee im mai und unsere freude erhält einen knick.
nehmen wir die freude als geschenk, auch wenn sie nicht von dauer ist.
NIEMALS NICHTS…
KIWI
oder chinesische stachelbeere
nicht gleich weiß ich, was ich da in den fingern halte. etwas laubiges zupfe ich ab und erkenne nach und nach, daß es eine kiwi ist oder gewesen sein muß. etwas zottelig ist sie noch immer. der winter war nicht so hart, dass er sie genommen hätte. es geht auf das frühjahr zu und sie wird noch erleben, dass ihr stammbaum zu blühen anfängt und sie so ihren ganzen werdezyklus miterleben konnte.
wie ein kleines tier lege ich sie behutsam auf einen alten baumstamm, um sie zu fotografieren, sozusagen ein kunstwerk aus ihr werden zu lassen.
die kiwis, die ich z. zt. im laden kaufe, veranstalten kaum so etwas mit mir. sie sind reine vitaminspender.
ich hatte mich hinter dem schulungszentrum auf einer bank niedergelassen. im scheinbaren nichts etwas zu finden ist immer spannend. und so im sitzen herumzuschauen und die genauigkeit des sehens zu üben, ist entspannend und anstrengend zugleich. gleich neben der kiwi lag noch ein gerippe der ahornfrucht. achja, die walnußschale nicht zu vergessen. zur ergänzung des kleinen kunstwerks legte ich alles neben die kiwi und noch einen kleinen gemusterten stein dazu. so gefiel mir das bild.

dass es das nichts nicht gibt, bewies ich mir mit diesen beiden fotos – farblich wunderbar abgestimmt, ein wunderbarer übergang zum frühling.
hier ist er hinter gittern eingesperrt und unter laub versteckt die kommenden pflänzchen. die violetten und roten schildchen haben es mir verraten.
beim weggehen fand ich noch mehr von den kiwis. sie lagen auf einer plane, die über eine tonne gelegt war. und weil unter der plane etwas farbiges lag und gerade ein wenig sonnenstrahlen herauskamen, war die aufforderung eine so ganz andere. wie eine kollage sah das ganze aus und noch garniert mit etwas vogelfutter, sonnenblumenkernhülsen. na sowas aber auch…
MEDITATION…
MEIN BAUM im urwald
ich schaue mich um
über die linke schulter ein ganzer wald
bäume
die nach sonne sich verzehren
wolken gehen drüberhin
restschnee am boden
dazwischen ich
in meditation
am baustamm hockend
in gleisender sonne
mein baum
erzählt geschichten
immer neue
von altersher
ich lausche immer noch
in meinen baum
bette ich mich
mit ihm schwinde ich
nicht frühling nicht winter
immer nur immer
dem farn
war er nicht kalt genug
der winter
in schlingen verfange ich mich
das neue wird noch zurückgewiesen
EIN HAUCH VON FRÜHLING…
PARK WILHELMSHÖHE UND GEWÄCHSHAUS…
es wird doch nicht… doch, doch – zarte anzeichen von frühling im blasenbaum…

das gewächshaus bestätigt es. kamelien, primeln, orchideen, mimosen, fensterblattähliches und …
noch klare aststrukturen am himmel – nicht mehr lange. sie sagen einiges über beschaffenheit und willensstärke des baumes aus.








