HERBSTSTIMMUNG IN WILHELMSTHAL…

einer der kühleren sonnentage

wilhelmsthal_div._5.102einige der engel dürfen noch draussen stehen – sie glänzen im sonnenlicht und sind beliebt bei den fotografinnen und fotografen – sie geben dem ort eine märchenhafte stimmung

wilhelmsthal_ENGEL_5.101

wilhelmsthal_ZAUN_5.10am zaun endet alles – oder auch nicht – immerhin hat er türen um nach draussen zu gelangen – er hat patina angesetzt in all den jahren in denen ich hierher komme – und ich auch…

und… die wildgänse sind unterwegs nach süden…                                            foto: mirko tuschick

HERBST – WIR ERWARTEN DICH…

AUCH DIE LIEDER FEHLEN NICHT…

das laub fällt von den bäumen
das zarte sommerlaub
das leben mit seinen träumen
zerfällt in asch‘ und staub

volkstümliches lied – 1800/1900 jarhundert – 1. strophe

wilh. herbstbeginn_4.10erst das gelb
dann das rot
und noch das braun
so golden ist der herbst

dieses farbenspiel erscheint uns golden
der herbst beinhaltet den abschied
und unser herbstliches sehen und fühlen
geht eigene wege

je nach dem

DAS STÖHNEN UND ÄCHZEN…

DER VERLADEBAHNHOF VERABSCHIEDET SICHBAHNHOF_wolken_11.09immer sind es die wolken bei denen wir trost suchen – der blick zum himmel – wenn etwas passiert das wir nicht ändern können stammeln wir herum – wo mich gestern noch  gestalten gebilde fast wesen anschauten fällt es mir heute schwer das noch wahrnehmbare in bilder einfliessen zu lassen – alles fliesst saust weg wird eingeebnet oder weggeschafft – platz muss gewonnen werden platz für neues noch nicht erkennbares doch schon gewusstes – fraunhofer wird den platz füllen mit neuen inhalten neuen aufgaben und ich werde neu schauen müssen ob mir das gefällt was ich sehe und ob ich das alte darüber vergessen werde

BAHNHOF 10.09keine gesichter keine beine mehr die geschichten erzählen oder gar märchen – platt und platter wird das gelände – 32000 meter im quadrat – es stöhnt und ächzt und niemand hört es – steine sand und erde mundtot gemacht und dennoch sprachrohr

BAHNHOF_SANDBERG_die gebackenen und zermalten steine wärmen das licht – oder umgekehrt…

s. stadt kassel.de projekte

Ein Teil des Gebietes mit einer Fläche von etwa 32.000 Quadratmetern wurde Ende vergangenen Jahres von der Stadt an die Fraunhofer Gesellschaft verkauft. Diese will dort die bislang auf verschiedene Standorte im Stadtgebiet verteilten Bereiche des Fraunhofer Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) bündeln. Auf den restlichen 28.000 Quadratmetern können sich weitere Firmen mit ähnlicher inhaltlicher Ausrichtung ansiedeln. Dies bietet die Chance ein europäisches Forschungsnetzwerk zu entwickeln, das seinen Sitz in Kassel hat und vom Fraunhofer-Institut IWES gesteuert werden soll. Ziel sei es, Teile eines europäischen Instituts im direkten räumlichen Verbund mit dem IWES zu verorten.

KOMPOSTLOCH – SONNE UND REGEN WECHSELN…

nur ein einziges bild wird mir geschenkt an diesem tag – ein sonnentagKOMPOST_SONNENTÜMPEL_P1130717mal wieder mache ich einen gang durchs kompostloch – es ist heiss – die sonne erhitzt das rund förmlich – ich kann es nicht lang aushalten – aber ein bild wird mir geschenkt – dieses einzige in dem sich das licht auf dem tümpel niederlässt – immer wieder anders immer wieder neu

KOMPOST REGEN_HÜHNERGERSTE_31am nächsten tag werde ich mit regen beschenkt – mit und ohne schirm fotografiere und filme ich das prächtige grün – es erstaunt mich immer wieder wie natur sich zu erneuen vermag – die hühnerhirse die im herbst völlig mit in den rüttelschüttelvorgang geriet hat sich zwischen restliche erdmassen gerettet und wächst  und blüht mir zur freude

KOMPOST REGEN_SPRINGKRAUT_32auch das indische springkraut hat wege gefunden  aus den durchrüttelten erdresten wieder heraus zu springen – fast sieht es ein bisschen aus wie zur documentazeit – der duft ist abgeschwächt und bienen finden nur selten den weg hierher

KOMPOST REGEN_winden_3die ackerwinde nimmt den platz des klettenlabkrautes ein – begrünt ganze hügel – wie abgesprochen halten sie eine reihenfolge ein – sie sprechen miteinander die pflanzen – geben sich platz untereinander ganz zeitgemäss – die grosse kratzdistel die blühte und nun ihre samen verteilt scheint sich zu verneigen vor dem ihr zugeteilten – der regen beugt sie ein bisschen mit dem nassgewicht das sich in ihren samen versammelt hat

die grünkraft – wie hildegard von bingen es zu nennen pflegte – überwältigt alle und alles – mein grünes kompostloch – es ist ein kamäleon – wechselt die farben je nach jahreszeit…

 

HEUTE WIRD GEBLÜMELT…

 

einen gang mit reseda durch meinen kompostgarten

KOMPOST_BLUMENREIHE_AUSSCHNITT_P1110761_bearbeitet-1sieh an die blumen                                                                                                                       schau die blumen zwischen den stäbenerblüht sind sie von eben auf jetzt dir zur freude – mir fehlen die worte – lass blumen sprechen – in grosser hitze nur du weisst wie das ist

ein kleiner hingucker  – gelbes versprechen – den krähenvögeln ist recht sie flattern leicht vorbei  heute bekommen sie kein futter von mir – sie nehmens gelassen – sie verstehen dies ist nicht ihr tag

dies ist dein tag wie immer und in jedem tag heissesster aller tage – mag kommen was auch immer sommersonnenblumentag

hi

KOMPOSTLOCH_BLUMENREIHE_4.07

ICH STÄBELE…

wo – im kompostloch
KOMPOST_STÄBE_P1110662ich stäbele
erlange stabsichtigkeit
stabförmig schlängele ich durchs „unkrautbeet“
heilpflanzen allesamt ich schlängele mich heil
heil wird mir zuteil
wer stäbe sticht in ausgemerzte erden
wird zum stachelschwein
ach nein
das hat nur den anschein
ich bin nicht die gärtnerin
ich bin die künstlerin
ich stecke stäbe
achso sagt mir ein fremder mensch
ich dachte sie sammeln etwas ein
ich mache arme kunst
als gegengewicht zu der kommerzkunst
das finde ich gut
das gefällt mir
als er geht ist er jörg …
sein kleiner sohn rutscht mit dem fahrrädchen
durchs kompostloch
geniesst die menschenfreie zone
seine frau wartet mit dem baby im
kinderwagen
wir sehn uns
wir sehn uns
KOMPOST_STÄBE_03.07es sind 30 grad
die sonne macht mich kirre
drei anläufe brauche ich zum
schlangenstabstecken
das ist das alter sagt mein arztsohn
es ist die hitze sage ich
es ist was es ist
unaushaltbar heiss

ich mache pausen auf einem stein im schatten
da fressen mich die mücken fast auf
und am morgen war ich beim arzt
eine zecke wollte so tief in mich hinein
dass sie herausgeschnitten werden musste
dieses luder
ein luder nimmt keine rücksicht auf das alter
aber nun haben wirs ja

heute habe ich gestäbelt
und morgen blümele ich
also

KOMPOST – ENDSTATION FÜR EINE LINDE…

KOMPOSTLOCH_OFFENE WUNDE_26.062bäume haben eine dicke haut – was darunter ist bekommen wir nicht zu sehen –
dieser baumstumpf gewährte mir einblick – beim dem letzten unwetter hat es in der kasseler karlsaue viele grosse starke bäume umgestossen – sie waren gross stark aber nicht unverletzlich –
drei wurzelballen wurden im kompostloch abgelegt – immer hat das schreckliche auch schöne bilder – die verletzbarkeit lag wie eine offene wunde – so schien es mir – vor mir –
bäume weinen  bäume bluten bäume klagen – sie liegen am boden und haben meine hochachtung – sie waren schön sie sind schön sie werden es immer bleiben – sie strömen einen unvergleichlich betörenden duft aus – ich gehe mit meiner nase dicht heran und atme ihn tief in mich hinein –
die nassen wunden leuchten in allen farben – g. hält die rinde ab damit ich besser fotografieren kann – die rinde schützt die wunde – am nächsten tag hat jemand den grossen rindenstreifen abgerissen…
KOMPOST_BAUMWURZELN_24.06dass die bäume eine „dicke haut“ haben und kein empfinden glaube ich nicht – sie nehmen die feinsten regungen um sich herum wahr – sie reagieren auf jedes wetter sie verzeichnen es in ihrem innern mit jahresringen und geben kunde davon in ihren rinden –
die dicke linde hat gerade geblüht – die wurzel ist von der krone getrennt – keine von beiden weiss um das schicksal der anderen genauso wenig wie ich es weiss…

KOMPOSTLOCH_OFFENE WUNDE_26.063

KOMPOSTLOCH – WIE NOCH NIE…

 

oder LUBAS MEINUNG ZUR LAGE
KOMPOST_LUBA_P1110391_bearbeitet-1KOMPOSTLOCH GEMÄHT_1000_26.06
das ist zum mäusemelken
rasen gras alle pflanzen ratzeputze ab
und wo krieg ich nun mein zartes grünfutter her
und wo bitte nehme ich nun platz wo kein gras mehr ist
und wo bitte lassen die libellen sich nieder – prachtlibellen wohlbemerkt –
und was erzähle ich meinen aufmerksamen augen
und was erzähle ich den naturlieben besucher/innen weshalb sie hier überhaupt noch durchgehen sollen
und wo bleibt da der spass am herumtollen durchs hohe gras das so schön am bauch kitzelt
und beim versteckspiel mit anderen hunden – wie weit muss ich da laufen und heraus aus dem kompostloch

den gärtnern ist das natürlich vollkommen egal
sie haben den auftrag zu mähen – und sie mähen – sie überlegen nicht was sie damit anrichten – sie müssen es tun weil sie ja den auftrag haben
sie sind ausgerichtet
auf rasenmähen oder bäumeprüfen oder erde wälzen
eben oder
können sie das eine sind sie für das andere nicht zuständig
und oft können sie eben nur das eine
aufträge – die menschen hier richten sich gern danach

vorschriften – ohne die würden sie herumirren – ich weiss nicht wo – sie kämen ja von den wegen ab – würden auf bäume steigen oder gar blumen pflücken
ROSA UND LUBA_P1110382
ich leg mich jetzt zu rosadora – die nimmts gelassen – und das gras wächst ja wieder – immer wieder – wenn nicht hier dann anderswo….

KOMPOSTLOCH GEMÄHT_ROSA_1000_26.061_bearbeitet-1

möge das grün seine kraft behalten  – immer werden sie mähen – aber immer wieder wird das grün ihre bemühungen überwältigen

vergeblichkeit der menschen – gegen die kraft und unerschöpfliche energie der natur

ES KREIST IM KOMPOSTLOCH…

KREIS UND KREUZ

KREIS UND KREUZ_KOMPO_P1110229acryl – mischtechnik 80 x 120

ich muss zugeben dass das kompost zur zeit ziemlich viel platz einnimmt in meinem leben – die symbolik des kreises – hier steinkreis – habe ich versucht malerisch umzusetzen – es kreist suzusagen in mir um mich rundherum – ach wäre die welt doch rund…

ZWEI GR. KREISE_KOMPO_P1110221acryl – mischtechnik – 60 x 80

die symbolik umsetzen – es geht in jeder technik – es ist ein tiefes hineinfühlen – es fliesst mir so noch intensiver in mein empfinden