es ist schwül und drückend in meinem herzen. das, was sich da zusammenbraut, gleicht den gewitterwolken am himmel. als müssten diese dunklen vorahnungen sich aufs schmerzhafteste erfüllen! ich hatte gar nicht richtig hingehört, die worte in meinen untiefen versenkt, dorthin, wo wortbedeutungen ihrer zerstörenden kraft beraubt werden, dorthin, wo himmel und hölle im kapf miteinander liegen, dorthin, wo schreckenerregende wahrheiten mit anderem unverdaulichen durch die darmkanäle verschwinden. Continue reading
Monthly Archives: Januar 2006
mit meinem computer
mit meinem computer kann ich sehen
was alles ist in der welt geschehen
er sagt warum es einen regenbogen gibt
nicht warum lilli den paul nicht liebt
mit meinem computer kann ich spielen
er und ich haben lust zu vielem
hat mein freund keine zeit für mich
spielen wir – mein computer und ich
mit meinem computer kann ich dichten
er kann worte aneinanderschichten
stimmt eines nicht schmeisst er es raus
korrigiert mich – ich gebe ihm applaus
wenn ich keinen computer hätte
ich mache mit dir jede wette
fiel mir sicher etwas anderes ein
was ich tun könnte
ohne computerlein
es war ein kamel
es war ein kamel das beklagte sich
über seinen buckel ganz fürchterlich
es sah so überhaupt nicht ein
weshalb es nicht sollt ohne buckel sein
da kam ein anderes kamel daher
dem gefiel das kamel mit dem buckel sehr
und war bisher jedes einsam
gingen sie nun gemeinsam
durch den heissen wüstensand
was ich auch verstand
ein elefant
ein elefant wollt roller fahren
doch frag mich bloss nicht wie
ich glaub
das kommt so mit den jahren
es war nicht einfach fantasie
es sass fest in seinem elefantenhirn
und wollt nicht wieder raus
oh du armer elefantentropf
wir geht das spiel wohl aus
er hebt ein bein
nein zwei aufs pedal
mit den restlichen gibt er gas
und saust um die ecke
allemal
du glaubst es nicht
ungläubiger thomas
manchmal…

manchmal trittst du mich
gibst mir einen stoss
mit dem fuss
dann verwechsle ich dich
mit deinen satanischen kollegen
mein zorniger engel
alles in allem
hast du recht getan
war an der zeit
dass du mich stiessest
aus meinen träumen
dass du mich
drängtest ins leben
alles in allem
lieb ich dich so
‚das ist mir ganz wertvoll’

ich bin pauls ‚omma rosa’.
ich besuche paul in hamburg.
ich bringe paul eine plakette mit.
auf der oberen hälfte der plakette ist ein zeppelin,
auf der unteren die stadt friedrichshafen.
ich erzähle paul die geschichte, die mit dieser
plakette verbunden ist. Continue reading
aus dem schatten geschält dein gesicht…
aus dem schatten geschält dein gesicht, nicht gemeisselt, nicht geformt – geschält. dabei die vorsicht walten lassen, nicht zu viel heraus zu schälen -keine schicht zu viel, keine zu wenig. dein gesicht sehen, so wie es ist. die schälung kommt einer häutung gleich. die häutung ist ein innerer, selbstgewählter vorgang, während die schälung durch ausseneinwirkung passieren muss – muss, damit du heraus kommst. und du willst doch herauskommen. Continue reading
verschwommene tage…
wie sie sich schleppen und wälzen durch die jahreszeiten, diese verschwommenen tage. wie sie sich platt legen über ganze landschaften.
wie ihnen das fortkommen erschwert ist, das plagen der menschen gelingt, ohne dass sie es wollten. bleiern die landschaften, bleiern die menschen, die sich bemühen, unter dem schwamm des tages eine heitere gelassenheit hervorzuziehen. Continue reading
hier geblieben…
eine fahrkarte gekauft
wissen ich kann fort
jederzeit
und doch hier geblieben
rosadora
fremde

gerade in den begegnungen wird uns das fremde macht uns zu fremden sind wir rücksichtsvoll hinterfragen wir das eigene ist nicht das eigene auch das fremde lieben wir unsere gewohnheiten mehr kann ich nicht sagen wir doch den anderen dass wir haben ein haus und ein land und eine heimat ist niemals eine heimat ist niemals sind wir heimisch am eigenen herd fressen uns die sorgen verfliegen erst in der fremde lassen sie uns in ruhe sterben können wir das denn in der fremde werden wir können die heimat nicht sehen wir uns das übrige an der donau liegt schon das fremde ist in uns legen wir unsere angst zugrunde gehen wir an der heimat die keine ist der niemand denn auch jemand der uns kennt kann nicht fremd sind wir uns selbst am nächsten