BLIEB NUR DIE LIEBE…

ein ältere gedicht

ZUR ERINNERUNG
an meine  2025 verstorbene seelenfreundin
ROSMARIE SCHMID
schweiz

BLIEB NUR DIE LIEBE…
Freitag, 30. Juli 2010

ins kraut geschossen
ist der der sommer
auch
meine liebe schwirrt
und tiriliert nicht mehr
des herbstes nebel
legen früh sich nieder
schon
meine liebe
liegt
im erntehauch
das ganze land
trägt früchte
vom vergangnen jahr
blieb nur die liebe
blieb die liebe nur

aus: INS IMMER UNBEKANNTERE
rosadora g. trümper tuschick

DAS GRÜN DES BEGINNENS NICHT…

älterer artikel

mir heute zugefallen und ichi in ihn…

rosadora im august 2026

DAS GRÜN DES BEGINNENS NICHT…
Sonntag, 3. Juli 2011

das alles überwuchernde grün ist nicht mehr das grün des beginnens.
es ist matt, es ist stumpf und vor allem verdunkelt es die welt.
depressionen, am grün fest gemacht, erreichen jetzt ihren höhepunkt.
dem auge fehlen die anreize der verschiedenen grüntöne.
im beginnenden frühling erreichen sie eine endlose skala von hell- zu dunkelgrün.
die blättchen wickeln sich aus vom winter ins frühjahr.
ihre unendliche fantasie verzaubert, lässt staunen, lässt hoffen.
die farbe grün wird zu einem seelengetränk, das die lebensgeister weckt.
es zu schlürfen macht trunkenheit.
die grünen wortergüsse verfallen dem schwelgen.
aber warum nicht.
das frühjahr ist die einzige jahreszeit, der das schwelgen
und den wortüberlauf glaubhaft unterstreichen.
im schwelgen merken wir nicht, dass sich der facettenreichtum des grün
mehr und mehr zu einem einheitsgrün verwandelt.
jetzt fahre ich in den wald wie in eine dunkle höhle.
keine blume am boden, kein hellgrünes winken in der höhe.
das blühen der bäume hat ein ende.
im schweren, dunklen grün lassen sich die bäume nur schlecht unterscheiden.
fast nimmt das fahle, stumpfe grün eine drohende haltung ein.
die sommerblumen versuchen ihr bestes, schütten farbtiegel um farbtiegel in die landschaft,
malen üppige farbtupfer in das ermattete grün.
es gelingt ihnen auch uns zu erfreuen und staunen zu machen,
doch das grüne grün in seiner ausbreitung und beharrlichkeit gewinnt immer wieder die oberhand.
die farben nehme ich in meinen bilder auf und breite sie um mich herum aus, wie einen sommerteppich.
für eine weile kann ich die farben des sommers erinnern und das grün vergessen.
doch auch die bilder verblassen und das erinnern wird schwächer.
die jahreszeiten fliessen und mit ihnen die farben.
rosadora

M I M I K R Y – KERSTIN BRÄTSCH

FRIDERICIANUM  –  MIMIKRY  –  21.januar 2023 – februar 2027

etwas verspätet mein artikel – aber die fotos sind aktuell (juli 2026)

‚An der Grenze von Kunst und funktionsorientiertem Design begegnet sie den Betrachter*innen augenzwinkernd als überaus gegenwärtige Dinosaurierin. So lädt MIMIKRY kleine und große Besucher*innen nicht allein zum Verweilen ein. Die Arbeit regt ebenso zu einer ungewohnten Auseinandersetzung mit Zeit und Zeitlichkeit sowie mit kunsttheoretischen Fragestellungen an.‘

das besondere: diesmal haben gäste platz genommen und beleben die szene es ist zum ort geworden, wo menschen sich zum caféklatsch und gesprächen einfindendie urzeiten des planeten werden lebendig in den imens grossen darstellungen von lebendigen dinosauriern und anderen lebewesen

Moritz Wesseler, Direktor Fridericianum

KERSTIN BRÄTSCH
MIMIKRY  21.januar 2023 – februar 2027

Im Spiel mit Imitation, Materialien unterschiedlichster Qualität sowie diversen Herstellungsverfahren „sedimentiert“ Brätsch ihre malerische Praxis und erprobt künstlerische Überlebensstrategien. An der Grenze von Kunst und funktionsorientiertem Design begegnet sie den Betrachter*innen augenzwinkernd als überaus gegenwärtige Dinosaurierin. So lädt MIMIKRY kleine und große Besucher*innen nicht allein zum Verweilen ein. Die Arbeit regt ebenso zu einer ungewohnten Auseinandersetzung mit Zeit und Zeitlichkeit sowie mit kunsttheoretischen Fragestellungen an.

CATHERINE O P I E – FRIDERICINAM II…

THE PAUSE THAT DREAMS AGAINST ERASURE II..

das weitere das ich aufnehmen konnte war die beseitigung dieses denkmals
es erinnerte mich an meine graffiti-szenen, die ich letztlich vervollständigt habe…

robert-e.-lee – denkmal in richmond, virginia

„Die Kontroverse um das Denkmal für Robert E. Lee in Richmond, Virginia, rührte vor allem von seiner Verbindung zur Konföderation und seiner Rolle bei der Förderung einer schmerzhaften Geschichte von Rassismus und Unterdrückung gegenüber Afroamerikanern her“ es wurde abgebaut und viel später erst eingeschmolzen…„und dem ort an dem die aktivstinnen ihre aktion begannen..“

bei christina marie ruederer:
„Durch perspektivische Untersicht büßt die überlebensgroße koloniale Reiterfigur ihre Massivität ein und lässt den mit kolonialkritischen Protestkommentaren versehenen Sockel über nahezu den vollständigen Bildraum anwachsen – ein künstlerischer Eingriff, der vor dem Hintergrund präsenter Gewalt gegenüber nichtweißen Menschen und den aktuellen Versuchen der Auslöschung kolonialer Geschichte in den USA die heroische Inszenierung jener Geschichte unterläuft und den Fokus auf den Widerstand verschiebt.“

Die Notfallsanitäterin Taylor war in ihrer eigenen Wohnung erschossen worden, als Polizisten am 13. März bei einer Drogenrazzia ohne Vorankündigung ihre Tür eintraten. daraufhin errichtete man für sie dieses positive denkmal…

ins nichts eintauchen – ruhe finden – dieses foto versinnbildlichte es und löste für mich alles auf…

bei christina maria ruederer über catherine opie in TEXTE ZUR KUNST:

„…In einer Zeit wachsender gesellschaftlicher Verhärtungen insistiert Opies Werk neben der Notwendigkeit, gesehen zu werden – „To Be Seen“, wie es der Titel ihrer Londoner Schau verkündet –, auch auf der Möglichkeit, Räume neu zu lesen und zu konfigurieren, um sich allen Desorientierungsmanövern zum Trotz in ihnen zurecht und in der eigenen Selbstwirksamkeit wiederzufinden…“

CATHERINE O P I E – FRIDERICIANUM I – …

THE PAUSE THAT DREAMS AGAINST ERASURE – I …

DIE PAUSE, DIE GEGEN DIE AUSLÖSCHUNG TRÄUMT…

catherine opies werk als ganzes darzustellen halte ich ob des riesigen umfangs und der verschiedenheit der themen –  70 werke aus vier jahrzehnten – wohl insgesamt gesehen politische denk- und sichtweise – als vermessen

„es ist dieser feste glaube an DIE KRAFT DES BILDES erinnerungen und gewalt der geschichte infrage zu stellen, der OPIEs dokumentation politischer proteste zugrunde liegt…“

hier „wird das süsse gefühl nach zugehörigkeit und einem liebvollen queren zuhause paradoxerweise durch dIe intimität des körperlichen mediums betont…“

„schon immer hat für mich etwas erhabenes nicht nur in der weite der natur, sondern auch im emotionalen terrain der queerness gelegen –  was es bedeutet, am abgrund der anerkennung zu leben, einen körper zu bewohnen, den geschichte, politik und institutionen oft nicht sehen wollten. so wird das erhabene zu einer queeren erfahrung, ein zustand, in dem man am abgrund steht – nicht nur einer klippe oder küste  – sondern auch der kulturellen akzeptanz – ein raum in dem ehrfurcht und nichtdazugehören nebeneinander existieren“

gleichermassen existierte und existiert heute noch die voreingenommenheit und ausgrenzung queerer menschen – obwohl in amerika anders als in deutschland

 

DIE ERDE DIE SCHÜTZENSWERTE…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

HERAUSFORDERN…

mit deutlicher gebärde
der welt sagen
was sie verletzt
mehr und mehr
verlangt es
sie zu retten

herausfordern
die menschen
aus ihrem
lauten schlaf
ihnen die augen öffnen
und die ohren

damit sie sehen
die erde
die schützenswerte
die geschöpfe
die die chance hätten
menschen zu werden

rosadora

altes gedicht – vor 10 jahren – und aktueller denn je….
foto – hamburg-niendorf 2019

IST DER TRAUM WIRKLICHKEIT….

 

WO WO WO …

ist der traum wirklichkeit
oder die wirklichkeit traum
was – wenn nichts wäre wie es ist
was – wenn das nichts alles ist

meine traumwirklichkeit  füllt das nichts
im wirklichkeitstraum fällt es heraus
nichts ist alles – alles ist nichts
relativ die betrachtensweise

aus dem nichts kommen wir
in das nichts gehen wir
und wo sind wir jetzt

rosadora

R U N E M I E L D S …

 

RUNE M I E L D S
* 1935
 – 2027..

Das Leben fließt durch den fließenden Strom (1992)

„Wir verlieren eine Künstlerin, die sich vehement dafür einsetzte, die Rolle der Frauen in der Kunst in einer damals von Männern dominierten Kunstwelt ins Bewusstsein zu rufen und zu stärken“, so die galeristin Andreae.

sie war eine der ersten die ihr grab in der nekropole gestaltete (1992)
nun ist sie mit 91 jahren in köln gestorben.

 

 

 

 

 

 

 

an der documenta 6 in kassel waren ihre werke 1977 – sancho-primzahlen -zu sehen

Auf ihren eigenen Wunsch hin wird rune Mields in der Künstler-Nekropole Kassel beigesetzt.

 

01.10.2006 rosadora blog

DAS
UNENDLICHE
IST
EIN
DUNKLES
UNERMESSLICHES
MEER
OHNE
GRENZEN

rune mields

RUNE MIELDS war die erste künstlerin, die mit ihren steinen den grund legte für die künstlerinnennekropole. der mathematische ansatz, der sich in vielen ihrer bildern zeigt, fällt mir auch hier bei dieser ‚liegenden treppe’ auf. die zeichen, die sie eingab, konnte ich nicht erfassen. ich mache mir die mühe noch einmal, wenn die blätter mehr licht durchlassen. RUNE MIELDS ist bisher die einzige frau – vielleicht sollte ich sie unterstützen…
„Der Begriff des Unendlichen (Infinity)….

 

 

INGEBURG BACHMANN – SKULPTUR… ANSELM KIEFER…

100ster GEBURTSTAG INGEBORG BACHMANN…

 

Anselm Kiefer bezog sich mit seiner Skulptur auf das Bachmann-Gedicht «AN DIE SONNE» mit den Zeilen «…SCHÖNER ALS DER BEACHTLICHE MOND UND SEIN GEADELTES LICHT…“

Die Installation ist Teil des Jubiläumsjahres zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann. Gleichzeitig bildet sie einen Vorgeschmack auf die Sonderausstellung „Ingeborg Bachmann – Eine Hommage“, die am 18. Oktober im kärnten.museum eröffnet wird und an der auch Anselm Kiefer beteiligt ist.