M O D E R N D E S L A U B . . .

‚… moderndes Laub. Es ist kein Geheimnis ich zerfalle zu Staub’.

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jeder see birgt sein geheimniss. in der dunklen jahreszeit scheint es besonders tief. ein see ist wie der spiegel unserer seele. heute will ich hinein in den see, um seelentiefe zu erlangen, um erfahrungen auszutauschen, um wieder einen schritt näher zu mir hin zu machen.
dann reicht es nur zu einem fussbad… das kribbeln erfrischt, das kalte macht munter, meine füsse wundern sich über meine freche entscheidung, die ich ihnen antue, nein, eher zugute kommen lasse. Continue reading

MEIN LIEBLINSPLATZ –

PARK WILHELMSHÖHE KASSEL…

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wenn ich einen platz benennen sollte, wo ich mich wohl fühle, dann ist es mein geliebter park. Er ist so verheissungsvoll und immer neu, mit jedem tag. die jahreszeiten und das licht spielen die grösste rolle.

Jetzt, mitte november, muss man dem licht hinterher, um die restliche bunte herbstpracht zu fotografieren. Ich schwelge in den warmen farbtönen, vergesse fast vor begeisterung auf den auslöser zu drücken, atme tief den besonderen erdgeruch alles vergehenden. Continue reading

WAS DER WELT IM WEGE STEHT…

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was der welt im weg steht, ist die welt selbst – so, wie ich mir manchmal im weg stehe – oder fast ständig? welt stolpert über die eigenen füsse, also das, was man als füsse bezeichnen könnte – das fundament. das fundament – es wird wackelig und wackliger mit jedem neuen tag. die menschen beschmutzen es täglich und räumen ihren unrat nicht wieder weg. wohin denn auch. hinaus aus der welt? das wäre, als wenn ich den dreck von einem zimmer ins andere schiebe. augenwischerei. jedes saubermachen hat zur folge, dass ich den dreck hinein in die welt kippe. er kommt ja auch aus der welt. Continue reading

S P I E G E L B I L D . . .

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alles
was wüst
und leer ist
in mir
tritt zutage

und versteckt
was denkt
und noch sucht
und sich sehnt
und sich ändern könnte

mein gesicht
verfettet
und alternd
straft mich wahrheit

erich fried

wem das nicht so ginge beim anblick des eigenen spiegelbildes…
und wie sie sich zeigen, die spuren eines langen lebens – die ‚wüsten und leeren’ überdeutlich, wie mir scheint. wo verstecken sie sich nur – die denkerinnen, die sucherinnen, die sehnerinnen und die grossen noch bereiten änderinnen? vielleicht brauchen sie ihre energien, um noch intakt sein zu können, um noch eifrig die welt zu hinterfragen, wieder und immer wieder, um (sich) noch zu ändern und zu verändern, um an deutlichkeit und wahrhaftigkeit zu gewinnen. dann würden sie sich das ‚zutagetreten’ aufsparen bis zuletzt, bis ganz zuletzt und sich beschwichtigend über ein gesicht legen, zu gunsten eines friedlichen aussehens, das man bei toten so gern wahrnehmen kann (will). Continue reading

J U N G F O T O G R A F I N . . .

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heute würde ich sagen, dass es doch eigentlich klippundklar war, was die berufung dieser dreijährigen gewesen ist, bei dem hellen, untäuschbaren blick, den sie damals schon hatte – eben fotografin. noch genauer besehen – portrait-fotografin. hätte man um die Bedeutung der bilder gewusst, hätte man das vorgegebene beachtet und vertieft, hätte man die neugier und die sehergabe inbetracht gezogen, hätte man, hätte man, hätte man… Continue reading

H Ä N D E . . .

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fotos: helena sarantidis

von ‚einander die hand reichen’ bis ‚die hand für eine ins feuer legen’ –
es gibt viele redewendungen, die sich mit händen beschäftigen.
in meinem buch für ‚redewendungen und sprichwörter’ gibt es über 130, die den händen handeln zuweisen. ich war erstaunt. ich hätte vielleicht mit 10 gerechnet. so flüchtig mögen auch die gedanken sein, die sich, aufgefordert, mit ‚händen’ beschäftigen. bei näherem hingucken, hinfühlen, hindenken fallen mir eine ganze menge gefühle, gedanken und bilder ein. Continue reading

GERTRUDE STEIN…

‚also, wenn wir schreiben, schreiben wir; und die dinge die wir wissen fliessen unseren arm hinunter und werden auf dem papier sichtbar. noch kurz bevor wir sie schreiben, wussten wir eigentlich gar nicht, dass wir sie wissen; wenn sie in unserem kopf als wörter geformt sind, dann ist das ganz falsch und sie werden wie tot herauskommen; aber wenn wir bis zum augenblick des schreibens nicht wussten, dass wir sie wissen, dann kommen sie mit schockartiger überraschung zu uns.‘

diese gewissheit, wenn ich doch nur auf sie vertrauen könnte. oft mache ich die gleichen erfahrungen, dass ‚mich etwas schreibt’, dass wir das, was wir wissen, nicht erst in worte fassen können, ehe wir sie schreiben. der denkprozess wäre ein doppelter, ein bereinigter, sozusagen, nicht echt, nicht fliessend. ich mache die erfahrung, wie die sätze dann stolpern, wie sie um die ecke denken, wie sie sich zieren vielleicht, oder aufspielen, etwas besonderes ausdrücken wollen, ohne dass sie es erreichen.

nun schrieb gertrude stein, eine sehr eigenwillige und wagemutige schreiberin, mit dem stift oder füllhalter. da fliesst es auf eine besondere art und weise und das gefühl des fliessens wird durch die tinte sichtbar. die wörter fliessen vom kopf den arm hinunter durch die hand und den füller aufs papier ohne unterbrechung, es sei denn, die gedanken im kopf sind nicht konzentriert beieinander.

ich schreibe gern in den pc. da kann ich die wörter schneller herauslassen als beim schreiben mit der hand. die gedanken sind ja schnell, schnell wie blitze – blitzgedanken sozusagen. da muss ich schnell hinterher, sonst überlagern sie sich, verwickeln sich miteinander und ich kann sie nicht mehr entwirren. dass sie mit ‚schockartiger überraschung’ zu mir kommen ist höchst selten. aber manchmal wundere ich mich schon, wie sich das angesammelte wortgewitter entlädt. wie ein bunter regenbogen steigen dann die sätze vor mir auf. farbenprächtig, in vielen farben glitzernd, und manchmal leuchtet auch eines zwischendrin – wie ein stern, der das ganze erhellt, der mir den weg weist. dann eile ich ihm hinterher, bis er nicht mehr zu sehen ist und auch mein wortwettern sich beruhigt.
jetzt flunkert die sonne mir was vor und wäre auch fähig, mich zu inspirieren. aber ich kann ja nicht allen gleichzeitig hinterher.

‚…FORMT WILDER STROM DER ZEIT EIN LÄCHELN RUND…‘ (K. W.)

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vom zeitstrom werden wir weggeschwemmt. schneller trägt er uns davon, als wir dachten. verletzender gebährdet er sich, als wir es wünschten. überrumpelnder ist seine wucht, als wir es uns in unseren köpfen hätten ausmalen können.
der zeitstrom reisst alle mit.

den strom als bild für die zeit zu benutzen, ist ein gefährliches bild. ströme haben etwas mit wuchtigem dahineilen, mit gefahr und überschwemmungen gemeinsames. wir können ihn mit menschenkraft nicht aufhalten, nicht kontrollieren und schon gar nicht in den griff bekommen. Continue reading