d14_LANDESMUSEUM KASSEL…
dieses museum – 1913 erbaut – hat zwei weltkriege fast unbeschädigt überdauert. das haben wir gemeinsam – überdauert. den zweiten weltkrieg überdauert. es wurde überarbeitet und 2016 wieder eröffnet.
eine frau aus den niederlanden bedauert – die schönen tapeten. ja es war einmal tapetenmuseum und hat bei der letzten documenta als solches eindruck hinterlassen.

und dieser handlauf – wie er scheinbar die energie von oben nach unten leitet, sich bündelt und zusammenrollt. ich bin ganz vernarrt in ihn.
auf dem treppenabsatz zwei gegenüberliegender treppen kommen wir uns beim fotografieren in die quere. er stört mein bild – ich seines. ich bin gleich weg, sage ich.
der treppenaufgang begeistert noch lange. später begegnen wir uns auf derselben seite. begeistert sagt er, der baustil ist interessanter als die ganzen documenta objekte. das bestätige ich und wir kommen ins gespräch. wir rätseln welcher baustil. mit baustilen kenne ich mich nicht so gut aus, aber einen hauch jugendstil glaube ich zu erkennen. naja, es ist dann – nachgeguckt – neorenaissance mit ein wenig jugendstil.
die treppenabgänge – da wäre ich als kind gern heruntergerutscht – und – er sagt – hier, zeigt mit der hand den pfeiler – mit dem kopf aufgeschlagen. und der vater hätte ihnen den hintern verbläut. – der war nicht da, der war im krieg. und, frage ich, ist das marmor. – nein travertin. fühlen sie mal hier die vertiefungen – kalk und muschelreste. das verwendete man für… unser gespräch geht noch eine weile. schön, wie die d14 die menschen ins gespräch bringt.






einmal von der d14 ausruhn – ihr aus dem weg gehen – aber weit gefehlt. der weinberg mit seinen sitz- und liegeplätzen ist zum lieblingsort der d14-besucher/innen geworden. die angrenzende grimmwelt belagert wie bei einem volksfest. naja, volksfestähnlichen charakter hat die d14 schon. von kunst keine rede.





ich beschließe, mir die bootsteile näher zu betrachten – schaut eine zu und sagt – sie machen kunst aus kunst. jaja, ich mache KUNST AUS KUNST. das ist die einzige möglichkeit, selbst in aktion zu treten, dem kunstgespenst näher zu kommen.
es ergeben sich gespräche, ich schaue ein weiteres mal und ganz neu – und ich finde, dass die kunstprojekte schlecht, sehr schlecht ins licht gerückt sind. neuerlich, oder schon eine ganze weile, sind sonnenschutzmatten auf den scheiben angebracht. das nimmt das licht und die roten filzstränge von CECILIA VICUNA hängen von der decke, wie nasse lumpen – schade. die inspiration ist futsch. warum kümmert sich nur niemand. ja um kunst muß man sich kümmern – sie kann es ja nicht selbst.

genau hinschauen, dann wird aus dem strandbild eine geschlossene fotoaktion. fotografieren und fotografieren lassen – mit kamera, handy oder tablet. kunst, die gefällt.






