…WO IMMER ICH DA AUCH WAR…
BILDER ANKLICKEN zum vergrößern
eigentlich suchte ich unterirdische gänge und fand sie nicht. dafür fand ich dieses höchst spannende gelände. ich denke, dass es einmal zu den henschelwerken gehörte. die sind nun in fremdem besitz, wie ich las, stehen unter denkmalschutz und niemand weiß, was daraus werden soll.
zwei riesige mümmelmänner grasten zwischen den schienensträngen, kaum dass sie mir aufmerksamkeit schenkten und eine tote amsel konnte ich nur noch bedauern.

schienen weisen in die ferne, ins ungewisse, hier enden sie an einem fabrikgebäude.
die natur überwächst alles – büsche, bäume, wilde pflanzen und blumen. sieht aus wie ein haltehäuschen – aber wofür.
spuren davon, dass sich hier hin ab und zu menschen verirren – graffiti kreieren, oder das, was sie dafür halten. der mann mit dem herz treibts auf die spitze – aggression besiegt…
das kreuz auf einem stein läßt mich an eine grabstele denken – vielleicht ein mensch – vielleicht ein tier. es bewegt sich was in und um mich.
an einem kesselähnlichen gebilde ein WEGMANN schild. henschel – wegmann – auch rüstungsindustrie. kassel wurde nicht ohne grund so radikal zerbombt und niedergemacht. spuren bis in die heutige zeit.
das morbide, das zerfallende reizt mich, gibt für mich schöne bilder, erzählt geschichten, auch wenn ich sie (noch nicht) kenne. so sind es erstmal nur meine eigenen. es riecht nach moder – es fehlt die frische. das sterbende, das vergehende ist gegenwärtig. festhalten in bildern, das was war, reicht in die zukunft, gibt hinweise, aufschlüsse, anregungen. 
die alten backsteinbauten weisen auf henschel hin. eine machart aus der `gründer`zeit. für mich haben sie etwas dunkles, bedrohliches – insbesondere, wenn es ein trüber tag ist. trüber tag – trübe gedanken.










































heute gehe ich, rosa, an den gleisen entlang, fange die namen mit der kamera ein, verwickele sie mit den restlichen lebensthemen in meinem kopf, und frage mich, wie man das alles hätte verhindern können und ob und überhaupt – und ob es heute anderswo mehr als tausendfach nicht wiederpassiert und dass ich klein werde, winzigklein, vor den problemen der ganzen welt. niewieder kann also überhaupt niemand garantieren. und ich frage mich, wie ich bei dem gedanke nicht verrückt werde.


