DIE DINGE SINGEN HÖR ICH SO GERN…


tasche mindestens 100 jahre alt…

es singt ein fluss
es singt ein baum
sie singen leise
du hörst es kaum

es singt ein dach
es singt ein stein
du musst mit ihnen
verbunden sein

gestern sang
eine tasche für mich
ganz sanft und leise
rührte sie sich

sie sang von längst
vergangnen geschichten
so schön ich könnte sie
nicht erdichten

ich nahm sie mit
und hin zu mir
hängte sie
an meine tür

da fing sie wieder
an zu singen
alles herum
begann zu schwingen

die tasche
ich habe es vernommen
ist extra her
zu mir gekommen

dass sie recht lang
noch singen mag
wie heute
so an jedem tag

nichts angetan
hat ihr das alter
seelen- geschichten-
und zeitverwalter (in)

rosoadora

sie sang mich an in einem laden der REGAL heisst
da kannst du ein regal mieten – sachen hineinlegen zum verkauf
und du kannst dinge finden – die du eigentlich nicht brauchst
das ist das ding mit der nachhaltigkeit

AUS UND VORBEI…

der HESSENTAG
der 10 tage dauerte
sperrte die ganze innenstadt zu
ob die menschen glücklich waren
weiss ich nicht
ich war nicht dabei

heute sehe ich
wie alles wieder verschwindet
wie die männer räumen und schuften müssen
um das was sie aufgebaut haben
nun wieder abzubauen

ich laufe zwischen den aubbauten
die männer fragen – können wir ihnen helfen
ich sage – nein ich kann mir ja selbst nicht helfen
das soll lustig gemeint sein..
andere fragen – was machen sie denn da
ich antworte – ich mache kunst
sie sagen – davon verstehn wir nichts
aber dann entspinnt sich ein eindrucksvolles
gespräch über kunst
was es ist und was es nicht ist

der rasen tut mir leid
er ist nun in einem fast sonnigen gelb
und was er alles erdulden muss
an manchen stellen ist er total platt

aber das volk will feiern
unterhalten werden
sich vergewissern
es ist wie es schon immer war
also bleibt es dabei

ich liebe
die kleinen feste
die feste der jahreszeiten
und wie sie sich zeigen
und ihre freude herausblühen
und wieder zurücknehmen
ich liebe

DIE QUALEN EINES MALTAGES…

im MALWERK BAD AROLSEN henning drescher

blumen malen
henning und galeide waren im feld und haben blumen gepflückt
mohn glockenblumen und margeriten
ein farbenfroher willkommensgruss


bärbel hat schon sooo viele mohnblumen gemalt
sie entschliesst sich für margeriten


monika mag nichts pingeliges
ihr schwebt was grossflächiges vor


martha ist entschlossen
schnappt sich die grosse mohnblume
die henning aus dem garten geopfert hat
und legt los

rosadora will sich heute dem thema stellen
obwohl sie keine blumen malen kann und mag
energie- und fantasielos hockt sie
vor ihrer leeren leinwand


allen fehlt der schwung zum beginnen
nur martha malt entschlossen

wir nören alle
monika gefällt ihr blau nicht
monika verfällt dem pingeligen
und ist unglücklich darüber
rosadora hat noch immer nicht angefangen
martha erstaunt mich mit ihrem tatendrang
überflügelt uns alle

alle malen jetzt
henning gibt hilfestellung
heute grössere als sonst


rosadora die auch noch ins malen fällt
malt ein gemeinschaftsbild mit henning


nach ihrem ersten fertigen bild
ist bärbel ganz down – sagt das wetter
will nachhause gehen


ich überrede sie zu bleiben
henning gibt ihr einen neuen malgrund
und einen anstoss für einen versuch
sie druckt und bleibt
ist am ende wieder ganz locker


monika die unglückliche
bekommt auch noch einen neuen malgrund
sie druckt nun etwas
und ist am schluss ganz glücklich


rosadora beginnt ein weiteres bild
und braucht dafür fast keinen pinsel
ist trotz fehlender energie
am ende ganz froh und glücklich


martha ist zielstrebig geblieben
zeigt weder
müdigkeit noch unlust
und hat zum schluss
eine wunderbare mohnblüte
und ist happy


die krönung ist wieder mal
galeides bewirtung
sie beglückt uns mit ihrem salat
melissentee der uns durch den tag
begleitende muntermacher
und als krönung einen eiskaffee

vor den erfolg haben die götter
die qual gesetzt

in jeder blume lauert die schlange…

MALEN IST KEINE KUNST…


rosadora
acryl 60 x 80

wenn du denkst
du malst ein bild
völlig daneben
das bild malt dich

wenn du denkst
du wählst die farben
du kannst gar nicht wählen
die farben sind einfach da

wenn du denkst
du wählst das malwerkzeug
hoppla
das wartet längst auf dich

wenn du denkst
du bestimmst die muster
ach nee
die muster fallen dich an

du denkst zu viel
du wolltest doch malen
naja
und wenn ich nicht weiss was

und wenn ich nicht weiss wie
und wenn die fantasie streikt
die energie am boden liegt
bei der hitze

nja dann solltest du vielleicht schwimmen gehn….

STADTBAUM – OJEH…


20.JUNI 2013


OKTOBER 2011


APRIL 2011

zu einem der bilder schrieb eine von euch
dass der baum, die rotbuche, das stadtleben vielleicht mag

ich wusste es
er mag es nicht
es tut mir in der seele weh ihn so zu sehn
was aber ist die ursache
das angrenzende grundstück ist bebaut worden
aber eigentlich nicht nah genug um ihm zu schaden

vielleicht hat er wirklich einfach aufgegeben
weil ihm der lärm und der gestank und die hektik
der autos zu viel waren

ich trauere um ihn
der so viel älter ist als ich
und unter naturschutz steht

SOMMERSONNENWENDE…

die sonne steht in ihrer vollen lichtkraft
gegenüber den 12 rauhnächten liegen die 12 nächte des mittsommers
unsere pläne und wunschvorstellungen die wir in den 12 rauhnächten gesponnen haben sind kurz vor ihrer erfüllung
noch können wir alle unsere energie dahingehend verwenden die letzten schliffe anzubringen ehe wir ernten
höhepunkte werden ersehnt im äusseren tun wie im inneren gestalten
ebenso werden sie gefürchtet weil die zeit abläuft uns weiter nichts bleibt als zu schauen ob uns dies und das gelungen ist
ob wir die gelegenheit erwischt haben oder ob wir sie haben verstreichen lassen versetzt uns in grössere spannungen
die teilerfolge stimmen uns nicht glücklich obwohl es in allem so ist dass etwas gelingt und anderes nicht und dass das der natürliche lauf der dinge ist
wir wollen immer alles
die sonnenwende ist die nahtstelle zwischen den welten
da tanzen göttinnen und allerlei hexenfrauen mit
die frauen brauten einst starkbier und versetzten dies mit kräutern
es hatte eine berauschende und aphrodisierende wirkung
es wurde getanzt bis zum ver-rücktwerden
die alltagsgedanken konnten sich nicht mehr durchsetzen
ins feuer könnten wir unsere bedenken werfen und unsere nicht erfüllten wünsche und sie umwandeln lassen zu mehr gelassenheit
gelassenheit – ein wort das sehr viel von uns verlangt
es stellt eine ständige anforderung an uns

wenn unser rhythmus ein kleinwenig fester gelegt wäre so wie die sonne ihre bahnen zieht die erde sich dreht die bäume blühen und verwelken hätten wir es leichter
die ansprüche hätten keinen platz mehr zur entfaltung und die unzufriedenheit würden wir nicht kennen
aber da wir unser schicksal hin und herschieben können (oder auch nicht) müssen wir weiter durchs feuer uns läutern und reinigen bis wir ganz klein und zu asche werden
heute lodern die feuer – hier und da und dort – und es ist nicht an schlafen zu denken und nicht an schatten und nicht an misslungenes
heute feiern und tanzen wir und singen
‚SONNE, DU FEUERKRAFT, WIR FEIERN DEINE FÜLLE, LICHT SEI IN UNS.’
lied: arunga heiden

das mittsommerfest – ein fest der freude und des dankes…

HEISS UND INNIG…

BRIEF VON ROSADORA an rosmarie
antwort auf ALLES UND NICHTS…

liebe rosmarie

die vorstellung des nichts

alles oder nichts
alles ist immer da
das nichts gibt es nicht

das alles verschwindet
ins nichts nur in unserem
bewusstsein als mensch

raum und zeit
legen wir in unseren
massstäben fest

es gibt samen
die überdauern unsere
lebenszeit bei weitem

sonnenblumenkerne
bleiben hunderte von jahren
keimfähig

nun weisst du
warum ai weiwei
dieser schlaue hitzkopf

und exzelente denker
sie zu seinem kunstwerk
verwendet hat

leben ist schön
und hässlich und spannend
leben wir es

liebend durchs leben gehn
ganz hereinnehmen das leuchtend schöne
das sich zur zeit so deutlich zeigt
hineinfallen und mitblühen
und danken
dass wir so gesegnet sind

heiss und innig
lebensklänge von
rosadora

BLÜTENPRACHT UND SAMENWUCHT…

BRIEF VON ROSMARIE aus der schweiz
antwort auf BLÜHEN UND WELKEN

liebe RosaDora

ja, wie recht du hast, die angst oder gar trauer anzusprechen
hat wirklich zu tun mit unsern erfahrungen des sterblichen seins,

BLÜHEN UND WELKEN
BLÜTENPRACHT UND SAMENWUCHT
GENAUES HINSCHAUEN

WIR WISSEN NICHT WAS DAS NICHTS IST
WENN RAUM UND ZEIT UND MATERIE
FÜR UNS WEGFALLEN

AUCH DER SAMEN MACHT DIE VORSTELLUNG
DES NICHTS NICHT DEUTLICHER, DOCH
DER SAMEN GEHÖRT ZUM SCHÖPFUNGSLIED.

DER SAMEN IST NICHT BELANGLOS,
ER ZEIGT UND WEIST AUF, DASS ES EINEN
NEUANFANG GIBT.

BUDDHISTEN FINDEN DARIN IHREN WEG-
CHARAKTER – AUCH DIE MENSCHEN, WELCHE
AN DIE WIEDERGEBURT GLAUBEN

MEINEN REALITÄTSGEHALT SUCHE ICH IMMER
NOCH IN DER SCHÖNHEIT UNSERES LEBENS,
HALT EBEN IN DER LIEBE ZUM SCHAUEN

VON BLÜHEN UND WELKEN UND BLÜHEN UND ….
VOM MITSCHAUEN DÜRFEN

darum,
was sprichst du denn von einem suchen eines
dankes für mich??
deine botschaften in wort und bild sind für
mich lebensklänge der besten ART

eine innige umarmung
rosmarie

BLÜHEN UND WELKEN III…

sehr deutlich zeigen sich bei den päonien die samenstände
jede art hat eine andere kreation
alle finde ich ausnehmend interessant – fast magisch
ausdrucksstark und formvollendet geben sie sich ihrer aufgabe hin
sie lassen mich teilhaben an diesem werdegang

sie gleiten in die samen und in ihre weiterexistenz
die samen tragen die energie für ein nächstes