B L A U E R H I M M E L . . .

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wieder ein beweis für die wandelbarkeit des wetters,
die uns fehlt, weshalb wir es behandeln, als wären
die ausbrüche und ausdrücke fataler irrtum.

die moderatorin erzählt den wetterbericht wie eine drohung,
viermal ´leider gottes´in fünf sätzen.
´leider gottes keine besserung in aussicht´, dabei gabs ein
paar regenwolken zu vermelden. und
´leider gottes immer noch viel zu warm´.
also, leider regen, leider viel zu warm, leider sonne –
und was wäre, wenn nur immer die sonne schiene?
nicht auszudenken – und die folgen.

also, heute zeigt sich der himmel in seinem blauesten blau,
und das im november. ein geschenk.
noch immer habe ich die heizung nicht eingeschaltet,
ja, ja weil es zum glück so milde temperaturen hat
einen monat vor weihnachten

und ein glück,
dass die menschen das wetter nicht beeinflussen können.

ENGELGLEICH…

Panoramabild 8

wie du
möchte ich über alles
gehn wie ein hauch
mir einen flügel wachsen lassen
einen unsichtbaren
engelgleich
möchte ich mir sein
mich herausheben
und davon fliegen
hin und wieder
und doch
mich spüren
in meinen ängsten
meiner freude
mich erinnern als mensch
mich fragen
wer ich bin
im angesicht deines lichtes

K E N N E N. . .

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Viele kennen mein Lachen,
aber keiner weiss, was ich fühle….
Viele hören was ich sage,
doch keiner weiss, was ich denke…
Viele sehen was ich schreibe, doch keiner weiss,
was sich dahinter verbirgt….
Viele sagen sie kennen mich,
dabei wissen sie nur wie ich aussehe……..!!!!!!!
…..
(Quelle unbekannt)
gefunden in dorosgedankenduene

HERBSTFINDLINGE…

das licht verändert die dinge, die wir sehen.
mal ist eine hexe da, mal ist keine hexe da,
manchmal sind viele hexen da, aber das ist selten.
die knorrigen alten äste sind nicht nur äste.
so manche gestalt verbirgt sich in ihnen.
es gilt sie zu finden, noch schwerer, sie zu benennen
und viel, viel schwerer noch, die geschichten dazu
zu hören.
heute war der urwald sehr belebt – in jeder weise…

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WINTERTRÄUME…

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Ein Grashalm sagte zu einem Blatt vom Herbst:
„Du machst solchen Lärm, wenn Du fällst!
Du störst meine Winterträume.“
Das Blatt antwortete ungehalten:
„Du bist von niedriger Herkunft und
hast dich nie über deine Niedrigkeit erhoben,
griesgrämiges, stummes Ding.
Du lebst nicht in den höheren Sphären
und hast von Musik keine Ahnung.“

Dann legte sich das Blatt auf die Erde und schlief ein.
Als der Frühling kam, erwachte es wieder –
und war ein Grashalm.
Als es Herbst wurde, die Zeit für den Winterschlaf nahte
und in den Lüften die Blätter fielen, murmelte es:
„O diese Blätter im Herbst!
Sie machen so einen Lärm!
Sie stören meine Winterträume.“

Kahlil Gibran (1883-1931)