Die Sprache ist das Licht der Welt

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hans georg gadamer

„Immer geht ein Meinen, ein Intendieren über das hinaus, an dem vorbei, was wirklich in Sprache, in Worte gefaßt den anderen erreicht. Ein ungestilltes Verlangen nach dem treffenden Wort – das ist es wohl, was das eigentliche Leben und Wesen der Sprache ausmacht.“

‚…Ein ungestilltes Verlangen nach dem treffenden Wort – das ist es wohl, was das eigentliche Leben und Wesen der Sprache ausmacht.’
immer geht mit diesem verlangen einher, das, Continue reading

E V A A E P P L I

 

 

retrospektive – ausstellungsbesuch im tinguely-museum basel – 01.03.2006

der tod und das leben, das kraftlose und das kraftvolle – es ist alles da. es herauszufinden und es sichtbar machen im bild, das ist meine anstrengung.
dieses herausfiltern zu erlangen – es kommt mir vor, als sei es anstrengender als die figuren entstehen zu lassen. stich für stich, genäht, geformt in pose gesetzt auch und geschmückt – ich rücke nah an sie heran, um die nähte zu studieren, um ihre bedeutung zu erkennen und hervorzuheben. Continue reading

sieben schleier…

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‚einmal wollte ich ‚ich’ schreiben…’ das frauenich noch nicht lang genug auf der welt, um es ohne bedenken herauszusagen. ich bin ich – obwohl – ich es noch nicht lange genug weiss.
ich verberge mich hinter meinen sieben schleiern, wohlwissend, dass alle versuche, sie mir zu entreissen, nichts gebracht haben. Continue reading

HILDE DOMIN 27.07.1909 – 23.02.2006

alle spiegel so klar…
rosadora g. trümper tuschick

da ist es gerissen ‚das goldene seil’ – ‚da wird schon der name gerufen’ – ‚hinweg aus der….welt, …unter die alles vermengende erde.’

‚ich komme wieder’, hatte sie noch gesagt, ‚wenn ich hundert bin’. die worte sind noch in meinem ohr, ich habe mir nicht träumen lassen, dass sie das nicht wahr machen würde, diese kleine resolute person mit den grossen worten. da war sie neunzig. kraftvoll formte sie silbe für silbe, ihr sprechen hatte einen harten ton.

der ‚böse löffel’ des ‚vergessens’ fiel nun – fast unerwartet – in die ‚schale aus schatten’. unerwartet, weil fast ein hauch ewigkeit mit der person hilde domin verbunden ist. sie war schon zu lebzeiten eine legende. da will man nicht wahrhaben, dass sie eines tage nur noch legende sein wird.

‚…die pause ist vorbei.’
‚stehenbleiben und sich umdrehen hilft nicht. Continue reading

Ü B E R L E B E N

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‚das bunte, vielfältige, das mannigfaltige ist auf alle fälle besser als das graue, das durchschnittsgrau.
nur wer schöpferisch denkt und lebt, wird überleben im diesseits und im jenseits’.
friedensreich hundertwasser

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dass farben einen grossen einfluss auf unser seelenleben haben, ist mittlerweile bekannt und erwiesen. warum, ach warum spricht sich dies dann nicht schneller herum, besonders bei denen, die für das häusermachen zuständig sind. allein das ‚machen’ der häuser wäre so viel lustbetonter, als mit maschinen betonteilchen auf betonteilchen zu hieven, die sie nach ein paar jahren wieder abreissen müssen, weil sie baufällig geworden sind. wo bleibt der kreative teil?
offensichtlich hat hundertwasser einen so grossen farbsprung Continue reading

mond um mond…

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am mond festgemacht das jahr
am mond spüren höhen und tiefen
monden das jahr

mondschein mondschatten
die vorgegebenen muster wechseln
mondjahr

immer ziehst du vorbei
wir wollen beständigkeit
mondbesehen

rosadora

vollmond, 13.02.06 _ 5 uhr 44

feuer, feuer… oder roger willemsen

kaum ist er im saal, da steht er auch schon in flammen. aus erwartungsvollen gesichtern werden verschmitzt lächelnde und bittende, erkenn mich doch wieder. er reicht ihnen die hände, nicht hand – hände, ach, sie sind auch wieder da und schön, dass sie gekommen sind. bei mir die frage, was kann er sich noch alles einprägen. stolpernd beginnt er schon ehe er seinen stuhl auf dem pödchen erreicht, bringt sich ein, vom ersten moment an und das gekonnt.

er erzählt reisserisch. es ist kein erzählen, es ist ein begeistertes zueinanderbiegen von literatur, die sonst nie zueinander finden würde. casanova kommt bei ihm gut weg, Continue reading

die wände unseres lebens…

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Robert Musil formuliert diesen Sachverhalt: „Alles Beständige büßt seine Eindruckskraft ein. Alles, was die Wände unseres Lebens bildet, sozusagen die Kulisse unseres Bewußtseins, verliert die Fähigkeit, in diesem Bewußtsein eine Rolle zu spielen. Ein lästiges Geräusch hören wir nach einigen Stunden nicht mehr. Bilder, die wir an die Wand hängen, werden binnen wenigen Tagen von der Wand aufgesogen; es kommt äußerst selten vor, daß man sich vor sie hinstellt und sie betrachtet.“
noch seltener, dass man sich vor sein nicht in erscheinung tretendes bewusstsein stellt, ihm die frage stellt, was kann ich heute für dich tun? Continue reading

N E U M O N D 2006 JAN 29. 15:15

‚…in die Welt hinein, die monden ist…’-

‚…ein weißer schatten in dem glanz der dunkelheit…’ rmr
das licht der mondin als ‚weisser schatten’ – eine weibliche form der vorstellung. mannschatten sind schwarz, dunkel in jedem fall. also wäre ‚die nacht’ weiblich, ‚der tag’ eine männliche angelegenheit. die gewohnten bilder sitzen fester als gedacht. rose ausländer rät ‚nimm ein licht in deinen traum…’ und misstraut ihrer fähigkeit als seherin. Continue reading

zug um zug…

‚…abenteuer, das wusste ich, werden in fortgeschrittenem alter nicht mehr geplant. man lässt sich von ihnen überraschen und erinnert sich höchstens daran, dass früher manches weniger umständlich war. zumindest erscheinen die meisten wege inzwischen wesentlich länger. wahrscheinlich, weil die eigenen schritte etwas kürzer geworden sind. ganz zu schweigen von den tölpeleien der zunehmend aus dem lot geratenen orientierung…’
die einen würden es abenteuer nennen, ich nenne es tölpelei – orientierungslose dazu.
als ich den zugschaffner fragte, wann wir denn in st. gallen seien, liess dieser eine seltsamklingende art lacher los und sagte: ‚überhaupt nicht.’ Continue reading