SPRUCHBÄNDER…

GESPRÄCHE MIT ENGELN….
20.06.09


lisa – 5 jahre

DAHIN
hast du dich verkrochen
ich suchte dich schon
auf allen wegen
vom himmel
bis zur erde
erklang dein summton
zwischen den dingen
zwischen den menschen
die geschäftig tun
in diesen tagen

sagtest du nicht
dass es kommen wird
das grosse licht
das die menschen erlöst
was suchen sie dann
in den regalen der läden
komm heraus
aus deinem versteck
läute das aus der hektik
gib das licht
das du versprachst
leg es ihnen ins herz
damit sie ruhe finden

rosadora

VORFRÜHLINGSTAGE….

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ob es der winter ist
oder schon das frühjahr
woran erkenne ich das

nicht zu hell
nicht zu dunkel
nicht zu warm
nicht zu kalt

aber immer ist es
irgendwas
irgendwie
irgendwo

ich nehme sie
die helle sonne
den blauen himmel
die klare luft

erste frühlingstage im winter

rosadora

NOCHMAL ROGER WILLEMSEN….

EINE LESEFORM DER BESONDEREN ART…

dass roger willemsen sich meinen geburtstag als sterbetag (sagen wirs ruhig) ausgesucht hat, rührt mich besonders.
dass ich dann dieses bild von ihm fand und meines, das ich schon vor einigen jahren gemacht habe, hat mir meine besondere verbundenheit noch mal deutlich gemacht.
er ist mir nahe und nicht nur heute…

ROGER WILLEMSEN..

Roger Willemsen signature.svg

nach 5 jahren vergißt man schon mal jemanden. roger willhelmsen bleibt mir unvergessen.

ein älter beitrag von mir – 13.02.2006 – ruft ihn ins gedächtnis, literaturhaus hamburg:

FEUER FEUER…

er erzählt reisserisch. es ist kein erzählen, es ist ein begeistertes zueinanderbiegen von literatur, die sonst nie zueinander finden würde. casanova kommt bei ihm gut weg, sehr gut sogar, und ich frage mich, was fehlt ihm, dass er so ins schwärmen gerät, wiederholend betont. was literatur kann, das ist nach seinen vielschichtigen ausführungen erst einmal ganz klar – beigeistern. und danach so unklar, so vieldeutig zu sehen wie zuvor. dass sie schwachen eine stimme geben kann und soll, ist nur eine seite. unzählige möglichkeiten was sie noch kann und soll hier anzuführen, wäre langweilig und vermessen.

auf das stichwort emanzipation zeigt er auf mich, ja sie, sie meine ich. ich muss aber nur eines nach einem grossen glas bier – pinkeln, pinkeln und nichts wie raus. ja, gehen sie nur. sagt er auch, und ich denke im eilen, ich komme (aber) wieder. als ich wiederkomme, bleibe ich an der tür an einer säule gelehnt. ich bitte sie, kommen sie, kommen sie nur. ich sage auch nichts mehr.
das kann er, einen ganzen saal voller menschen zum lachen, fast zum jaullachen, ja brüllen bringen. ich denke nur, anders könnte ich seinen redefluss nicht aushalten. seine lacher befreien von verkrampftem zuhören und sich überfordert fühlen. und das ist man in jedem fall bei der geschwindigkeit, bei dem umschwung, den er nehmen kann in der auswahl von literatur.

ich frage ihn zum schluss, wie er das macht, all das in seinem kopf zu behalten und sinnvoll aneinanderzureihen. überschwenglich und wie erlöst antwortet er wie ein kleiner junge, dass er erst dachte, er würde das heute abend gar nicht schaffen. völlig ausgelaugt sei er gewesen und fertig, noch kurz vor dem vortrag. aber als er dann anfing, gings einfach so weiter.
er kann schwächen zugeben, das macht ihn mir sympathisch. bleibt zu hoffen, dass er es nicht gänzlich zu seinem programm macht. eigentlich ist er ja schon dabei. das würde ins gegenteil umschlagen (bei mir).
sein hellwacher geist, sein witz und humor – ach wären sie doch verbreiteter auf dieser welt…

RUCKEDIKUUU….

RINGELTAUBE IM BAUM….

stundenlang sitzt sie da. ich fotografiere durch die scheibe, damit ich sie nicht aufschrecke. die ringeltauben sind dauergäste bei mir – ich füttere – obs schneit, oder die sonne scheint. sie danken es mir  mit ihrem guruu guruu. findeli scherzt manchmal mit den vöggeli, dann klappert er mit den zähnen. sehr zutraulich sind sie nicht – irgendwie gehen katzen und vögel nicht zusammen. doch ich habe besondere freude an meinen vöggeli und an meinem kater.

NATÜRLICH NATUR….

dem grün zugetan

nach dem regen das große erwachen

Hallo Rosadora

Schönes Bild. Interessant. Spontan kommt mir dazu folgendes in den Sinn:

wirre Gedanken – das gelbe Grün gewinnt.

Passt irgendwie zur Corona-Situation. Und die Hoffnung (das gelbe Grün) siegt…Was meinst du?

Gruss aus dem frühlingshaften St. Galler Rheintal. Elsbeth Maag

 

URWALD – JANUAR 2021….

UNERWARTETER BESUCH BEI MARGARETE….

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heute ist margarete für mich zur baumgöttin geworden. das tier in ihrer nähe macht sie dazu. ist es ein gehörntes pferd oder ein mir noch unbekanntes fabelwesen. bei dem schnee konnte ich nicht zu ihm hin und es befragen, aber ich bin beruhigt, dass margarete diese schwere phase nicht allein durchstehen muß. das tier sieht vertrauensvoll aus und birgt ein geheimnis. sicher bietet es margarete einen sinnvollen schutz und bleibt bei ihr – bis zuletzt.

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fotos: mirko tuschick

SCHWEIZ: ALTER SYLVESTER – 13. JANUAR

UMZUG DER SYLVESTERCHLÄUSE…. nach dem julianischen Kalender am 13. Januar (Alter Silvester).

es ist sicher kein vergleich, die chläuse im film zu sehen mit dem, sie erlebt zu haben. und das konnte ich vor jahren. auch schien mir, da war alles noch nicht so im digitalen verfolgtsein. auch die chlausen schienen mir ursprünglicher und echter. ganz dicht konnte ich sie erleben, aber fast scheint mir, dass mir der klang der “zäuerli“ heute mehr unter die haut geht. erst war ich sehr gerührt, dass mir die tränen liefen, nach aufmerk-samerem hinhören konnte ich fast mitsingen. eine stimmliche wucht, egal ob von jung – also fast noch klein – bis alt vorgetragen mit glocken und gebimmel untermalt. schön, dass diese tradition so lange überlebt.

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NEUES JAHR….

EIN JAHR UND NOCH EIN JAHR…

das jahr beginnt – das jahr endet. erst ist es neu, dann ist es alt.
 das alte ist vorbei, das neue beginnt. diese lineare historische zeitidee reisst mir alles auseinander. 
zyklische zeit lässt nichts heraus fallen, nichts ist wirklich vorbei. alles ist in mir und dann liegt es nicht hinter mir, sondern vor mir. ich kann es anschauen. das was kommt, ist nicht sichtbar. 
in amarete in den anden, bolivien, sehen die menschen die zukunft hinter sich, weil sie diese ja noch nicht sehen können und die vergangenheit liegt vor ihnen. (ina rösing kennt sich da genauer aus).
von was soll ich mich da am ende eines jahres verabschieden, wenn es doch in mir bleibt. und ein jahr neu beginnen hiesse, es schon gut vor mir sehen zu können, was nicht so ist. von dingen kann ich lassen, von orten schon eher nicht. immer wird ein ort mit den menschen in mir gegenwärtig sein, mit dem erlebten, mit dem erlernten auch. und meine spur kann ich nicht irgendwann abtrennen, wenn es mir nicht mehr passt. meine spur beginnt mit meiner geburt und endet mit meinem tot und vielleicht darüber hinaus – wer weiss… vielleicht sind ein paar knoten drin, vielleicht auch erinnere ich mich nicht an die ganze strecke meiner spur, doch sie bleibt teil von mir, vielleicht bin ich auch die spur.