SPENDEN FÜR DEN ERHALT DES SALZMANN KULTURERBES…
wären die kasseläner echte kasseläner und an ihrer stadtgeschichte auch nur einen hauch interessiert, sie würden spendengelder für den erhalt des kultur- und industriegebäudes SALZMANN sammeln und nicht für einen obelisken, der zu kassel nicht auch nur einen hauch von verbindung herstellt. die letzte documenta kann der aufhänger ja nicht sein – die war ja wohl ein flopp. was ist es dann, das menschen immer wieder an neuerworbenem festhalten läßt. der trieb scheint mir dort gelagert, wie der alljährliche kauf von weihnachtsplunder, den man nicht einmal braucht, doch unbedingt haben muß.


die stadt kassel hat in der zeit von 2012 – dem beginn des abbruchs – drei inverstoren gefunden und wieder verloren. die begonnenen arbeiten gerieten immer wieder ins stoppen, wegen vorliegender altlastprobleme. keiner will sie entsorgen, und so blieben die neuen baufantasien eben nur fantasie.

immer wieder gibt es versuche, – den kasten – in brand zu setzen, und die vergehende zeit in die länge zu ziehen, damit der kulturschutz nicht mehr wirksam werden und das gebäude dem erdboden gleich gemacht werden kann.
jedesmal wenn ich mich daran mache, das industrieerbe zu besuchen, um es zu fotografieren, weint etwas in mir, ob des fortschreitenden verfalls. aber auch sehe ich die bemühungen der stadt, die verfallschäden in grenzen zu halten, indem sie fenster erneuert und dachabdeckungen dichtet.

ein rest stolz ist dem gebäudekomplex noch anzumerken, so, als würde er sich recken und strecken und so sonnenbeschienen einen glanz erzeugen, als könne ihn nicht wirklich jemand ausradieren. und ich werde immer wieder fotografieren, was sie ihm antun werden – auf- oder abbau. heute hat er mich sogar auf sein gelände eingeladen – sowas aber auch.
er wird lebendig bleiben in der erinnerung und die damit verbundene salzmann geschichte auch.
























poetisch die vorstellung, dass ich hindurchsehen kann, ohne selbst ganz gesehen zu werden, dass die wand entblättert und verbirgt. diese doppelwirkug ist reizvoll. ich nähere mich, entferne mich, um die unterschiedlichen bilder einzufangen, berühre auch, was niemand merkt – die mauer kalt und glänzend. die menschen geben eine neue dimension, machen aus sichtnischen mauern.




auf dem treppenabsatz zwei gegenüberliegender treppen kommen wir uns beim fotografieren in die quere. er stört mein bild – ich seines. ich bin gleich weg, sage ich.




einmal von der d14 ausruhn – ihr aus dem weg gehen – aber weit gefehlt. der weinberg mit seinen sitz- und liegeplätzen ist zum lieblingsort der d14-besucher/innen geworden. die angrenzende grimmwelt belagert wie bei einem volksfest. naja, volksfestähnlichen charakter hat die d14 schon. von kunst keine rede.





ich beschließe, mir die bootsteile näher zu betrachten – schaut eine zu und sagt – sie machen kunst aus kunst. jaja, ich mache KUNST AUS KUNST. das ist die einzige möglichkeit, selbst in aktion zu treten, dem kunstgespenst näher zu kommen.
es ergeben sich gespräche, ich schaue ein weiteres mal und ganz neu – und ich finde, dass die kunstprojekte schlecht, sehr schlecht ins licht gerückt sind. neuerlich, oder schon eine ganze weile, sind sonnenschutzmatten auf den scheiben angebracht. das nimmt das licht und die roten filzstränge von CECILIA VICUNA hängen von der decke, wie nasse lumpen – schade. die inspiration ist futsch. warum kümmert sich nur niemand. ja um kunst muß man sich kümmern – sie kann es ja nicht selbst.