Konstantin Wecker singt „Den Parolen keine Chance“ | NDR Talk
Den Parolen keine Chance
lasst sie nicht ans Tageslicht
lasst sie in den Grüften modern
öffnet ihre Gräber nicht
Volk, Nation und Vaterland
sind ihr krudes Kampfgebrüll
alles was dadurch verbrochen
war doch längst entsorgt im Müll.
Wenn sie jetzt den Menschenfängern
wieder aus den Mäulern sprudeln
lasst sie ungehört verdorren
lasst euch nicht dadurch besudeln.
Kriege mit Millionen Toten
haben sie uns eingebracht
Folter, Mord und Diktaturen –
Siegeszug brutaler Macht.
Nein ich hör nicht auf zu träumen
von der herrschaftsfreien Welt
wo der Menschen Miteinander
unser Sein zusammenhält.
Lasst uns jetzt zusammen stehen
es bleibt nicht mehr so viel Zeit,
lasst uns lieben und besiegen
wir den Hass durch Zärtlichkeit.
Nennt mich gerne einen Spinner,
Utopisten und naiv,
doch ich will nicht akzeptieren
was da aus dem Ruder lief.
Es gibt sicher schön’re Lieder
wohlgefällig ausgedacht
doch ich glaube, hin und wieder
ist ein Aufschrei angebracht.
Ja, ich hab’s schon oft besungen
doch ich wiederhol’ mich gern
damals war das Schreckgespenst
zwar bedrohlich, doch noch fern
aber jetzt sind die Gespenster
wieder mal aus Fleisch und Blut
und es darf nicht mehr erwachen
was in ihnen drohend ruht!
Nein, ich hör nicht auf zu träumen
von der herrschaftsfreien Welt
wo der Menschen Miteinander
unser Sein zusammenhält.
Lasst uns jetzt zusammen stehen
es bleibt nicht mehr so viel Zeit,
lasst uns lieben und besiegen
wir den Hass durch Zärtlichkeit.
Konstantin Wecker
Musik und Text: Konstantin Wecker (mit einem musikalischen Beethoven Zitat)
Video erstellt von Werner @Songs an einem Sommerabend and friends
Den Parolen keine Chance – das Video:
https://www.youtube.com/watch?v=qyaZhNF5_48
Werners facebook Seite Songs an einem Sommerabend and friends:
dreh mich doch mal um. ich will doch nicht dauernd diese jeans angucken müssen. elkes mutter sitzt im rollstuhl. aus ihrer sicht gesehen stelle ich mir ein projekt mit ihr vor, in dem sie, also die 92 jährige, aus dem rollstuhl heraus fotografiert. mal sehn, ob wirs hinkriegen… spannend auf jeden fall.
kinder, hunde, kameras – kontaktwesen und gern genutzt. kameras sind auf der d14 die renner…
Stephen Antonakos, ANTIDORON






hier ist es eberhard. ich spreche ihn auf seine wunderbare leinenhose an, die ich hier nicht so ohne weiteres bekomme. leinen – ein wunderbar sommerliches material und aufhänger zum gespräch. er schaut etwas aus wie pierre huighes, den er nicht kennt. wir scherzen noch – soll ich sie ausziehn – ja bitte – dass er aus kassel ist verwundert mich und dass er tanzt, noch mehr. seelenverwandt… wo krieg ich nur so eine hose her.
stille zuschauer…


er war ein jahr jünger als mein vater, wie er im rußlandfeldzug und anschließender kriegsgefangenschaft. sie hatten sogar eine gewisse ähnlichkeit, haaransatz undso… ach, wenn er doch – der vater – nur hätte malen können. meine welt wäre eine andere gewesen.
erst als ich den lebenslauf der LORENZA erfahre, von einem choristen, der das werk mit einer gruppe betrachtet, werde ich etwas aufmerksamer. zweimal bin ich schon vorbei gekommen und es hat mich nicht unbedingt beeindruckt. fußmalerei ist ja nichts unbekanntes. was mich rührt, ist ihr/sein schicksal. ich kann mich noch an sie erinnern mit dem tänzerisch schwingenden gang. für mich war sie eine SIE ohne hintergedanken oder bedenken. contergan kam mir vielleicht in den sinn, tiefer stieg ich nicht in ihr lebensthema ein.

schienen weisen in die ferne, ins ungewisse, hier enden sie an einem fabrikgebäude.
die natur überwächst alles – büsche, bäume, wilde pflanzen und blumen. sieht aus wie ein haltehäuschen – aber wofür.
spuren davon, dass sich hier hin ab und zu menschen verirren – graffiti kreieren, oder das, was sie dafür halten. der mann mit dem herz treibts auf die spitze – aggression besiegt…
das kreuz auf einem stein läßt mich an eine grabstele denken – vielleicht ein mensch – vielleicht ein tier. es bewegt sich was in und um mich.
an einem kesselähnlichen gebilde ein WEGMANN schild. henschel – wegmann – auch rüstungsindustrie. kassel wurde nicht ohne grund so radikal zerbombt und niedergemacht. spuren bis in die heutige zeit.
das morbide, das zerfallende reizt mich, gibt für mich schöne bilder, erzählt geschichten, auch wenn ich sie (noch nicht) kenne. so sind es erstmal nur meine eigenen. es riecht nach moder – es fehlt die frische. das sterbende, das vergehende ist gegenwärtig. festhalten in bildern, das was war, reicht in die zukunft, gibt hinweise, aufschlüsse, anregungen. 
die alten backsteinbauten weisen auf henschel hin. eine machart aus der `gründer`zeit. für mich haben sie etwas dunkles, bedrohliches – insbesondere, wenn es ein trüber tag ist. trüber tag – trübe gedanken.

















