ODER IST ES EIN FELD…
über ampfer weiß ich gar nicht viel zu berichten, nur dass er steht und fällt mit dem hohen gras und dass sie sich gut vertragen – ampfer und gras, und dass der ganze bereich neu eingesät wurde nach der d13, und dass noch ein zirkus alles, was wiese war, verdrängte und vermatschte. da muß beim einsäen der ampfer dazwischen gekommen sein, denn vorher war da kein ampfer.
übrigens es gibt über 130 sorten ampfer, das verwirrt mich einigermaßen. den krausen ampfer fand ich im vergangenen jahr im kompostloch in der aue. der hat so herrliche valvenkränzchen um den bauch mit weißen schwielen und wechselt die farbe von grün bis rötlich. den blättern, die sich von grün über gelb über orange bis rot einfärben, kann ich nicht widerstehen. ich trage sie mit heim und habe sie am bücherregal getrocknet hängen zum schmuck und freudiger erinnerung. ein echtes schmuckstückchen.
ich finde sie sehr besonders – diese ampferwiese und die drei lindenbäume mittendrin sind auch ziemlich neu. mal sehen, was sie zur d14 dort aufbauen werden.
ich bin wieder mittendrin in der wiese und bin neugierig, was das lange gras sich einfallen läßt, vorausgesetzt, es wird nicht einfach abgemäht. so ein gras beobachten zu können, was es denn macht, wohin es verschwindet und wie es sich wieder erneuert, das finde ich spannend. aber ich denke, es wird ihm, dem gras, und mir, der beobachterin, nicht vergönnt sein, das grasvergehen bis zum ende beobachten zu können.
also, heute ist grastag, heute ist ampfertag…







ich verweile und fühle mich geborgen. er legt einen schutzmantel um mich, er verweist mich auf gedanken, die ich sonst nicht denken würde – die vergänglichkeit in seinen schönsten formen und farben. er ist ein trost für mich, wie er mir zeigt, dass alles in den kreislauf der natur, ja der welt, zurückkehrt. er belehrt mich mit größter sorgfalt und vielen bildgleichnissen. dafür danke ich ihm.

der prinz hat dornröschen wachgeküßt. nun wird geheiratet. die sache mit dem standesamt ist erledigt. praktisch ist es eingerichtet – gleich im schloss ist das amt. gefeiert wurde auch schon – schätze ich mal – und nun gehts auf hochzeitsreise. ab mit der pferdekutsche. die wartet im hof. das ziel ist nicht bekannt.
es wird noch auf den fotografen gewartet – der hat sich verspätet. ich schaue mich derweil schon mal um, mache meine fotos. das licht ist gut – die sonne scheint.




ich fotografiere in bisschen hier, ein bisschen dort – aber freude macht es mir nach der enttäuschung nicht so recht.




ich lande im bauch des steinbruchs. da war ich lange nicht, aber es ist sehr heiß. der wind macht einen bogen um diesen teil des geländes. die zackige graue steinwand trotzt der mittagssonne und ich stelle mir vor, wie wenig ich die lage aushalten würde, wäre ich hier fest verankert. ob mein besuch irgendwelche regungen in ihr hervorbringt. auf jedenfall verändern sich meine augen, mein schauen – immer erscheint sie mir und alles ringsum in einem anderen licht, erzeugt andere gefühle und gedanken.













auch ihr ging ich ins geäst und sah große parallelen zu der kamineiche. vielleicht sind sie geschwister – sie stehen nicht weit voneinander entfernt. sie erhält nicht annähernd die aufmerksamkeit von der kamineiche. dabei ist sie mindestens ebenso interessant. auch hier das licht des sommertages ein gewinn und gute ausleuchtung meiner fotos.

in ihrem geäst leuchten farbfetzen, das kleid zerrissen und etwas schmerzt mich, weil es auch ausschaut wie klaffende wunden. die wunden machen sie verletzbar und dazu denke ich, dass, wenn die grelle sonne in das so offene baumfleisch hineinfällt, der schmerz der eiche immens sein muß.