W U N D E R . . .

DIE GESCHICHTE DER FRAUEN_450

WAS SIND SCHON WUNDER –
GEMESSEN AM LEBEN

aus
dietlind kinzelmann
die geschichte der frauen
christel göttert verlag

´seit jahr und tag, kein mensch weiss, wie lange schon, standen in den wäldern und feldern frauen herum. sie hatten prächtige farben und formen, wie kostbare schätze aus alten zeiten. es schien, als seien sie vergessen oder abgestellt worden. vielleicht waren sie einfach übergeblieben aus fernen jahren, von denen wir nichts mehr wissen. fast hätte man meinen können, sie stünden seit eh und jeh da, als wären sie niemals gekommen und würden niemals gehen. wie verloschene gestalten ohne sehnsucht, ohne glück und ohne trauer. irgendwelche umstände mussten den frauen das leben geraubt haben. seither sangen und klagten sie nicht mehr. sie blieben stumm……´

ein auszug aus
der geschichte der frauen -la storia delle donne
von dietlind kinzelmann

ZUGESTÄNDNIS AN DEN WINTER…

das blendend helle licht, sein gold
in der stiebenden wolke, rosig, gebrochen, und wartet der schnee
hinter der ecke
hinter dem berg
hinter der röte
dann spitze die zähne, die stollen,
straffe den schritt, schärfe den blick;
prüfe das körpergewicht, probe das gleichgewicht.

achte (mit festem fuss) auf das eis
in der helle.

eben wegen all der elemente: aufstieben, rauhreif,
kälte im ganzen, atemhauchwolken.
vertrocknete rosen, blätter, verfaulte dahliensträusse,
kapriolen der katze.
jede scheibe ein widerschein, und der einfall des winterlichts
gleichmässig herab aus den berglücken,
felsspalten, ritzen im holz. und du

lass ihn zu, diesen blendend hellen,
hinterhältigen winter, das schlimme
winterlicht und verzögertes schneetreiben,
verlängerten westwind, tückischen brand.

aus fabio pusterla
solange zeit bleibt
dum vacat

bd1a1fab73

suonate campane
es läuten die glocken
20.02.10
premiere
im theater stok in zürich

programmseite von lupa

www.la-lupa.ch

L U S T I G …

die zigeuner sind lustig
die zigeuner sind froh
sie verkaufen ihre betten
und schlafen auf stroh

es muss einmal eine andere zeit gegeben haben, da waren die menschen bescheidener.
die bescheidenheit, naja, sie ging irgendwie den bach hinunter,
und nun sind die menschen einfach nicht mehr froh.
so einfach ist das…

IM SAUM DER NACHT…

sabine_märchenwache_25.01.09 101

im saum der nacht
gefaltet der tag
steigen bilder
aus umgrenztem raum
lichtscheu
suchen dich
im dunkel
legen dir
vergangenes in dein herz
dessen du dich erwehrst
schleppend
säumt es die tage

aus:
rosadora g. trümper tuschick
ins immer unbekanntere

LICHTMESS – IMBOLC…

24.08.07_auepav._gr. kamera_ 218

also, dass brigit, die lichtgöttin, die bäume wachrüttelt, das gefällt mir besonders. die nacht war so sternenklar, da konnte sie gut unterwegs sein. manchmal reitet sie auf einem pferd. allzu verständlich, sonst bekämen ja nur wenige bäume diesen weckruf. und dass wir es tolerieren, das wachsein der bäume, und nicht mehr an ihnen herumschneiden, versteht sich von selbst, oder.

und dass der winter noch andauert, wenn an lichtmess warmes und sonniges wetter ist – und das war es.
dann schaut das murmeltier nur mal kurz aus seiner höhle und wenn es seinen eigenen schatten sieht, zieht es sich wieder in sie zurück, weil noch kein ende der kalten jahreszeit abzusehen ist.
es ist beginnender frühling. die tage sind merklich länger. gestern war es um halb 5 am nachmittag noch hell! so eine freude, und die energie steigt – ich war wie aufgezogen.
bis zur frühlings-tagundnachtgleiche sind es noch 40 tage.

den frühblühern ist langweilig und sie schauen hier und da schon mal, ob sie sich hervortrauen können.
schneeglöckchen sind da die vorwitzigsten.

die neuen projekte hocken vor der tür und wollen eingelassen werden. alles tun geht leichter und flott voran. auch die neugier treibt blüten, muss sich fast zügeln und geduldig warten, dass eines nach dem anderen geschieht.
und das räuchern nicht vergessen, um die schwarze alte zu verscheuchen und die weisse hervorzulocken
und bitten, dass sie sich zuständig fühlen möge für die kommende zeit.

eine heller werdende zeit euch allen und viel energie.