‚…FORMT WILDER STROM DER ZEIT EIN LÄCHELN RUND…‘ (K. W.)

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vom zeitstrom werden wir weggeschwemmt. schneller trägt er uns davon, als wir dachten. verletzender gebährdet er sich, als wir es wünschten. überrumpelnder ist seine wucht, als wir es uns in unseren köpfen hätten ausmalen können.
der zeitstrom reisst alle mit.

den strom als bild für die zeit zu benutzen, ist ein gefährliches bild. ströme haben etwas mit wuchtigem dahineilen, mit gefahr und überschwemmungen gemeinsames. wir können ihn mit menschenkraft nicht aufhalten, nicht kontrollieren und schon gar nicht in den griff bekommen. Continue reading

SO BLAU DAS BLAU…

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insel mainau

der heutige tag, der 26. oktober 2006, er wird mir unvergesslich bleiben.
25 grad wärme, wie im hochsommer. es ist der wärmste tag im oktober seit temperaturen gemessen werden. und so blau der himmel, so blau…
nur die schatten sind kühler als im sommer, sie sind auch länger. das macht das fotografieren um einiges schwieriger.

zum glück sind neben dem fotografieren so viele andere eindrücke geblieben. zum erstaunen: neben dem azurblauer himmel, mittagessen und draussensitzen in der so angenehm wärmenden sonne; sattes grün, wie im späten frühling nur; Continue reading

H E R B S T S I N F O N I E . . .

INSEL MAINAU – 22. oktober 2006

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diesen blick wünsche ich mir aus meinem zimmer, so verwunschen, so zauberhaft, so warm und erheiternd.

Die letzten oktobertage waren ein geschenk – sonnig und mich erwärmend und herauslockend. Gleich an zwei aufeinanderfolgenden tagen spielte ich ‚frederik’ – farben sammelnd für kältere tage.
In die rosenbeete zog es mich mit dem fotoapparat. Der spielte verrückt oder vielleicht war ich es auch in meiner euphorie. Dem morbiden auf der spur, das für herbst steht und das vergängliche. Continue reading

ELFRIEDE JELINEK…

ELFRIEDE JELINEK wird 60 –
ihre österreichische kollegin CHRISTINE NÖSTLINGER wird 70

während elfriede j. häufig gelobt, aber unglaublich vielmal mehr beschimpft und niedergemacht wird, erntet christine n. lob um lob ohne tadel, weil sie ‚den nerv der zeit’ trifft.

‚den nerv der zeit’ triftt elfriede j. ebenso, aber jeweils in einer skrupellos kritischen, unerhört anstrengenden art und weise, dass sich jede/r gleich gemeint fühlt, obwohl kaum jemand etwas recht versteht. Continue reading

F E U E R L A B Y R I N T H . . .

INTERNATIONALER TAG DER ÖFFENTLICHEN LABYRINTHEPLÄTZE

ZÜRICH freitag, 13. oktober 2006
gestaltung: AGNES BARMETTLER und ROSMARIE SCHMID
flöte und djembe: irma und susanne röösli

das feuerlabyrinth, eine gestaltungsidee der künstlerin und labyrinthbauerin agnes barmettler ist etwas ganz besonderes.

rosmarie schmid
eröffnet die feier mit grussworten – besonders an die vier labyrinthefrauen, die aus italien angereist sind, iole, dietlind, natascha und angelika.
rosmarie hat ein bild von agnes barmettler aufgehängt und stellt einen bezug her von dem labyrinthischen feuer zu der frau, die ‚über dem feuer’ steht, vom feuer erleuchtet und erwärmt die welt wahrnimmt in ihren schrecken, aber auch in ihrem guten sein, zum labyrinthischen feuer. Sie erzählt von den labyrinthen, die sie in den letzten wochen besucht hat und fragt, was es ist, dass die menschen vom labyrinthischen gedanken so erfasst und immer neu fasziniert sind.
die menschen gehören dazu und die musik.
rosmarie spricht von dem, was uns bleibt, wenn das feuer erlischt und die musik verklungen ist, erwähnt das ewige in diesem momen Continue reading

KÜNSTLER(INNEN)NEKROPOLE KASSEL…

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HARRY KRAMER, professor an der gesamthochschule kassel,
hatte die idee mit der letzten ruhestätte für künstlerinnen und künstler.

eigentlich war ich auf einem kleinen gang mit sohn mirko, der plötzlich sagte, ‚da oben ist die künstlernekropole. ich war da schon mal’. da ich schon verschiedene anläufe genommen hatte die gräber zu suchen, was mir nicht gelang, war ich trotz schlechter ‚konstellation‘ bereit, meinen spaziergang auszudehnen.

im habichtswald, ganz verstreut, in der nähe des grünen sees, sind die male zu finden. jetzt, im herbst, ist alles sehr urwüchsig, die pflanzen ringsherum üppig und erntebereit, die stimmung ‚abschied’. ich liebe die morbiden ausdrücke, nicht nur in der natur. Continue reading

A U G E N W U N D E R

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sie war im urlaub in st. peter ording – annaelisabeth, meine mutter, 88 jahre.
die bügel ihrer brille wackelten und sie ging zum optiker. der fragte, wie lange sie die brille schon hätte. 15 jahre. ’die haben sie aber gut gepflegt, die ist ja wie neu.’
weil er dachte, nach 15 jahren könnte er der alten dame eine neue brille verpassen, prüfte er ihre augen. annaelisabeth sprach vom ‚grauen star’ auf dem linken auge und dass sie an eine operation denke. sie wollte die meinung des optikers hören. der sah die operations-überlegungen als gerechtfertigt an. in zwei tagen, wenn annaelisabeth die reparierte brille abholen würde, wollte er, ein ‚netter junger mann’, wie mir meine mutter bestätigte, mit ihr gemeinsam überlegen. Continue reading

WENN DER GÖTTIN MOND…

der mond scheint ins fenster herein – einen tag vor ‚vollmond’.
ich hätte ihn fotografieren sollen, denn am nächsten abend, am ‚vollmondabend’, setzten sich dicke wolken davor.
ich hatte meinen fotoapparat schon in die richtung gestellt und gewartet, dass er sich wieder zeigen würde. aber nüscht!! blitz und donner stattdessen. auch ein geschenk! Continue reading