DIE WÄNDE UNSERES LEBENS…

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Robert Musil formuliert diesen Sachverhalt:
„Alles Beständige büßt seine Eindruckskraft ein. Alles, was die Wände unseres Lebens bildet, sozusagen die Kulisse unseres Bewußtseins, verliert die Fähigkeit, in diesem Bewußtsein eine Rolle zu spielen. Ein lästiges Geräusch hören wir nach einigen Stunden nicht mehr. Bilder, die wir an die Wand hängen, werden binnen wenigen Tagen von der Wand aufgesogen; es kommt äußerst selten vor, daß man sich vor sie hinstellt und sie betrachtet.“
noch seltener, dass man sich vor sein nicht in erscheinung tretendes bewusstsein stellt, ihm die frage stellt, was kann ich heute für dich tun? Continue reading

NEUES VON FINDUS…

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mein sifnos-mai-kater ist nun ein jahr und 4 monate.
sifnos ist eine kykladeninsel, auf der ich im mai 2005 urlaub machen wollte.
doch dann kam alles ganz anders.
am ersten abend fand ich ein wenige tage altes kätzchen – neben den müllcontainern.
ich nahm es zu mir und päppelte es mit einer pipette und katzenmilch auf und schmuggelte es mit in die schweiz.
hier lebt mein kater nun, ist munter und vor allem neugierig und vorvorallem liebenswert und schön. Helena fragt immer, warum lieben wir diese katze so? Continue reading

A L T W E I B E R S O M M E R . . .

ob er schon begonnen hat, der altweibersommer, frag ich mich. die tage liegen ja nicht fest. wage siedeln sie ende september anfang oktober. was ist es aber dann, was sich dieser tage um uns zusammenspinnt? ein vorläufer, ein verspäteter sommer, also spätsommer? dann könnten wir ja noch eine lange zeit mit diesen sommersonnentagen rechnen.
‚be’-rechnen, das ist eine unberechenbare angewohnheit geworden. das wetter können wir ‚voraus’-berechnen, aber letztlich macht es doch, was es will.

auf jedenfall kommt der name ‚altweibersommer’ nicht von alten weibern. Continue reading

KEINE GEWISSHEIT – NIRGENDWO…

ZU:
Quergeschrieben:
Keine Gewissheit – nirgendwo
von rudolf taschner (Die Presse) 24.08.2006

es ist gewiss, dass ich hier schreibe – oder ist es das doch nicht – schreibt eine andere. wer aber dann? bin ich mir meiner gewiss? in einer zeit, wo alles hinterfragt und auf den kopf gestellt wird, festgestellt wird, dass die mathematik von unserem kleinen hirn nicht tatsächlich erfasst werden kann – wegen der strecke der unendlichkeit – geht uns schon sehr an, dass die aussagen eines menschen – insbesondere in der literatur – nicht wirklich gewissheit verschaffen über den inhalt und darüber hinaus. ich entscheide selbst, ob es für mich relevant ist. Continue reading

EIN LUSTIGES WEIBERKRÄNZLEIN…

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brigitte 73, anna-elisabeth 88, rosadora 67…

fotos sagen alles, fotos sagen nichts. mit meiner erklärung beeinflusse ich die meinungen der betrachterinnen und betrachter.

anna elisabeth will 106 werden, rosadora, ihre tochter, sagt, sie überlebt mich, und brigitte, rosadoras freundin, will überhaupt nicht sterben.

ein lustiges weiberkränzlein – wenigstens manchmal… Continue reading

L A N G E W E I L E . . .

L Langeweile (veraltet auch zachheit = zähes wesen, zähe art) ist ein gefühl oder eine emotion, die vor allem von lustlosigkeit, mangelndem elan und desinteresse geprägt ist.
s. wikipedia

langeweile – destruktiv beäugt.

langeweile ist kein ‚gefühl’. langeweile ist auch keine ‚emotion’. aus der langeweile. resultieren emotionen. ‚lustlosigkeit’ erzeugt noch keine langeweile und langeweile bedeutet nicht lustlosigkeit, auch nicht ‚mangelnden elan’ oder ‚dessinteresse’. langeweile ist ein zustand, eine tatsache wie ferien.
langeweile – aus positiver sicht – gibt möglichkeiten frei, die ich sonst nicht wahrnehme. Continue reading

DU BIST EINE HEXE…

du bist eine hexe, sagt rosavita zu mir, rosadora.
sie hebt die hände, spreizt die finger und bewegt sich auf mich zu wie eine katze. ich fühle mich als oberhexe und sage das auch, da ich so viel älter bin als sie. wir verstehen uns, wissen, was wir meinen. ich besuche einen malkurs bei ihr.
anna, die so alt ist wie ich, 67, sagt: nein sie ist doch keine hexe und meint, das den gesprächen beim mittagessen entnommen zu haben. sie zieht ein gesicht und schüttelt den kopf und denkt vielleicht, sie könne eine beleidigende benennung von mir abwenden. Sie ist doch keine böse. Continue reading

R O S E N – MEINE LEIDENSCHAFT…

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rose
venusmund
ihr teilt euch die schönheit
das geheimnis auch
und die liebe
venusliebe
rosenliebe
liebesliebe
rose
du

rosadora

EIN TAG MIT ROSAVITA IM MALATELIER…
eine rose – ich schaue sie an, fotografiere, beschreibe, besinge sie und vieles mehr – achja, und ich male sie. das ist neu – ganz neu und eine ganz neue erfahrung. es ist, als müsse ich sie in meinem inneren gebären, bevor ich auch nur ein zipfelchen eines blütenblattes aufs malpapier hauchen kann – hinhauchen mit kreide. nein, ich lasse es unter meinen fingern entstehen. das gespür dafür muss ich erst noch entwickeln. kreide – in die poren des blattes hineinreiben, zart verreiben und sehr langsam, mit engelsgeduld. das ist nur der grund. der grund einer rose. Continue reading