Der Künstler DANIEL KNORR testet sein Werk „EXPIRATION MOVEMENT“…
boris, der mit der aufstellung des bauzaunes um das „The Parthenon of Books“ für die documenta 14 von marta minujin beschäftigt ist, gibt mir den tip, dass gegen 15 uhr die dampferei auf dem zwehrenturm beginnen soll. aber – nichts tut sich.

aber jetzt wird die größe des objekts von marta minujin schon mal vorstellbar. es wird an der denkbar ungünstigsten stelle stehn. es nimmt dem fridericianum die sicht und vor allem das licht. auf dem unteren teil des friedrichsplatzes wäre der geeignetere platz – finde ich.
also, noch kein dampf, oder – ich lasse schon mal dampf ab und äußere meine bedenken. laufe schon mal zur gustav mahler-treppe, wo die kirschblüte jetzt ihren höhepunkt erreicht hat und zum penone-baum u. u. u.
als ich gegen 17 uhr zum friedrichsplatz zurückkehre, sehe ich einen fotografen, der seine kamera in die höhe gezurrt und auf den zwehrenturm gerichtet hat. ich frage ihn, was er fotografiert und für wen. für die süddeutsche zeitung – aber sie dürfen hier nicht fotografieren. sehen sie nicht die schilder überall. – er will mich veräppeln, was ihm nicht gelingt.

ein wichtiges symbol – wie mir scheint – dampf ablassen.
also nun soll der probelauf beginnen. er, der fotograf der SD, steht mit den betreibern in telefonischer verbindung. und jetzt gehts los.
von dem wenigen dampf bin ich irgendwie enttäuscht, und dann scheinen sie bei der dampfmaschine noch einmal nachzulegen. als der fotomensch signalisiert, dass er nun seine fotos im kasten hat, ist alles vorbei. mit meiner kleinen kamera und aus der hand habe ich mir die bilder herangezoomt. die vorbereitungen für die d14 sind spannend…
ach übrigens – die dampferei soll dauerdampfig während der ganzen d14 zu sehen sein.







das fridericianum bleibt mir heute wie es ist und es ist so angesehen doch ein ganz anderes.
ich stelle mir die vielen, vielen menschen vor, die hier demnächst herumwandeln werden – ob in altgriechischen gewändern, oder ob sie die b.b.vorschläge ignorieren werden.


also, ich bekomme zwei männer zu fassen und erfahre von einem, dass hier die arbeiten für die d14 imgange sind. wir stehen im eingang und reden lange. die ganze familiengeschichte der familien bode entrollen sich und vergangenheit wird mir gegenwärtig und vorstellbar. vor jahren habe ich mit marie bode gesprochen, die in einem seniorenheim wohnt – ja, die lebt noch.
ich kann einen blick in die halle werfen. eine langgezogene wand, die mir wie ein fertiges kunstwerk erscheint, darf ich fotografieren. ein hauch von kunst weht mich an – wie große filmstreifen. für mich wäre das kunst genug – die fantasie entrollen – mehr geht nicht. die documenta wird lebendig.
http://www.bode-holzbau.de/bodeholzbau.html





ich hatte gehofft, dass trisha brown bei der d14 wieder dabei sein würde. tanz ist ein sich immer wandelndes element der kunst – flüchtig und doch bleibende eindrücke hinterlassend. mit ihrem tanzprojekt in kassel überraschte sie mit ihrer suche nach neuen räumen und bewegungsformen für den tanz. ihr tanzstil war einmalig – ihn nachzuahmen kann nicht gelingen – doch anregungen, neue wege zu gehen, gibt er in jedem fall.


ich wage mich auf eine rampe, etwas 1 meter 50 breit und 2 meter hoch, die entlang der gebäude führt und kämpfe mit meinem schwindel. recht passend zu meinem unterfangen. so bin ich auf höhe der graffito und in guter entfernung, dass ich sie mit meiner kamera fangen kann.
einmal stand hier der zollbahnhof. es war ein interessantes gebäude mit vielen möglichkeiten. die d13 nutzte die gebäude und das hätte so weitergehen können. zumindest wäre es ein guter platz für kunst gewesen. war es ja auch zeitweise. bis fraunhofer kam und sich das gelände aneignete.






