ES IST EINE ALTE GESCHICHTE…

ES IST EINE ALTE GESCHICHTE…
TETSUMI_AMOUR AUF STÜHLEN_P1580069

Es ist eine alte Geschichte,
Doch bleibt sie immer neu;
Und wem sie just passieret,
Dem bricht das Herz entzwei.

heinrich heine

FRIDERICIANUM_TETSUMI KUDO_KUSS_II_11.11 FRIDERICIANUM-TETSUMI KUDO-KUSS_P1580070_bearbeitet-1
amour
diese beiden – ja was denn – gestalten – ihnen fehlen hand und fuß. sie symbolisieren für mich die totale liebe – eine zärtliche dazu – zärtlich, wie ich sie heute nicht mehr finden kann. sie steckt in meinen erinnerungen fest.
mir fallen dazu moderne filme ein, in denen liebe ist wie auffressen, wie verschlingen, wie vereinnahmen. von zärtlichkeit nicht die geringste spur und ich denke, was kommt nach dem gegenseitigen auffressen

hiroshima mon amour… der film von 1959 fällt mir ein. ich war 20 und tief ergriffen.

ich schaue die werke mit liebenden augen an. die lippen, die herzen, die penisse und das viele sperma – metamorphosen – erklärungen – deutung… und immer wieder liebe in den verschiedensten farben und formen. es wächst aus einem blumentopf heraus – das herz. ein durch liebe befruchtetes – es gebiert zwei kleine herzen. zwei eingesperrte in einem käfig, damit sie nicht entfleuche – die liebe.

TETSUMI_HERZ IN TOPF_P1580179 TETSUMI_HERZPENISSE_P1580208
in ketten gelegt auch – zwei penisse, die zu einem herz verschmelzen. der konflikt – liebe und penis…

philip fragt mich, ob mir die vielen penisse nicht die scham ins gesicht trieben. die scham sei doch in meinen früheren jahren sicher thema gewesen.
war es nicht wirklich. ich erzähle ihm meine eigene geschichte – meine erfahrungen mit scham.
und heute und hier.
ich überlege – nein, weder scham noch peinlichkeit. sie sind ja in ihrer ART schon metamorphisiert  umgestaltet und nicht aktuell mir gegenüber – aber auch dann – nein, nein….
auf jeden fall sind sie gegenstand von diskussionen.

die menschen machen die ausstellung interessant – die gespräche.
die geschichte ist eine lange – von hiroshima bis herher. diese atombombenabwürfe mit  den 32 kilometer hohen atompilzen kriege ich nicht aus meinem kopf. ich war damals sechs jahre. und erst viel später – 15 jahre später – hatte uns dieses monster noch immer im griff. da fragten wir uns, ob nach hiroshima kinderkriegen noch angesagt sei.
noch heute macht es mich unruhig durch die ausstellung zu gehen. der spuk ist nicht vorbei denke ich. er wird nie vorbei sein, solange menschen…
und ich antworte mit TETSUMI KUDO:
Geprägt von den  Atombombenabwürfen über Hiroshima und
Nagasaki erwägt Kudo eine radikale, posthumane Konsequenz: Eine impotente Menschheit wäre frei vom unbedingten Streben nach Fortbestand der Spezies und würde so eine Neuordnung der vorherrschenden Kategorien zuallererst möglich
machen.

WIRBEL IST IMMER…

so du ihn machst…

NICHTBILDER
NICHTBILDER_WIRBEL_III_P1570981NICHTBILDER_WIRBEL_II_P1580005 NICHTBILDER_WIRBEL_V_P1570989
sie sind unberechenbar – sie sind  – um mich herum – ich sehe sie nicht und muss sie doch finden – die NICHTBILDER. sie sind immer da – sind lebendig oder schlafen – machen geräuschlos viel lärm.
die sehanstrengung ist enorm. ich halte die luft an damit sie meine absicht nicht erkennen.
sobald sie von mir notiz nehmen drehe ich mich ab und tue so als meinte ich sie gar nicht.
es ist ein spiel – ein spiel mit farben formen und reflexen. die reflexten liebe ich besonders. das merken sie. deshalb blinseln sie mir zu. sie glauben nicht an verwendung – ich kann sie ja nicht kaufen obwohl sie hier ausgestellt sind die dinge. aber ich mag ja nur ihre reflektierten bildwürfe. wir verstehen uns.
sobald das wetter draussen eklig ist – und das ist es ja selten für mich – komme ich an diesen warmen ort und fange an zu wirbeln…

NICHTBILDER_WIRBEL_I_P1580002 NICHTBILDER_WIRBEL_IV_P1580015 NICHTBILDER_WIRBEL_VI_P1570987

ART ZU FINDEN…

JÜDISCHER FRIEDHOF KASSEL…

jüd. anders_II_P1570957
meine augen tanzen – im regenlicht – im lichtregen – und dann im sonnenschein – zwischen den steinen – die steine schmunzeln – sie blinzeln mir zu – foppen – mal sitzt ein scheinchen auf der kante – winkt und ist auch schon wieder weg – mal sitzt eines auf dem gipfel – bleibt etwas länger.
dieses ausnehmende gucken macht ganz kirre – wie besoffen – mir schwindelt. die gefühle sind irritiert – sie machen mit – finden es aufreizend und amüsant. ich berühige sie mit normalen bildern zwischendrin.

JÜD. FRIEDHOF KS MAL ANDERS_III_06.11 JÜD. FRIEDHOF KS MAL ANDERS_IV_06.111 JÜD. FRIEDHOF KS MAL ANDERS_V_06.112 JÜD. FRIEDHOF KS MAL ANDERS_VI_06.113

eine heimelich anmutende szenerie zwischen den steinen im regensonnenlicht.

JÜD. FRIEDHOF KS MAL ANDERS_VII_06.114

NATURHOLZWUNDER…

AUE_HOLZ MACHT KUNST_FLEDERMAUS_VII_P1570737was ist wo und was ist was – finden – schauen – da ist alles – nichts ist da. ja was denn nun – wenn etwas zum wunder werden soll, mußt du es finden. offenenauges schlure ich durchs herbstlaub – das so bunte und vielfarbige – schlunze vom nordtor bis zum großen bassin – mache ein foto nach dem anderen – so schön ist die welt im herbst – und lande – über thomaseiche und baumhasel im ablageplatz der mhk.
das ist froppevoll mit pflanzenabfall jeglicher art und einem berg zersplitterten holzstämmen. der erlangt meine aufmerksamkeit.

AUE_KUNSTKLOTZ_KOMPO IV_03.113
das viertel eines stammes steht allein und aufrecht im weg. kunst – denke ich –  die offene fläche ins schwarze fallend mit nuancen von hell bis dunkel. absichtslos. es verleitet mich dazu, die schnittflächen des holzabfallhaufens genauer zu betrachten.

AUE_HOLZ MACHT KUNST_ II_03.111 AUE_HOLZ MACHT KUNST_ III_03.112 AUE_HOLZ MACHT KUNST_FROSCHFRAU AUF THRON_V_KOMPO II_03.114 AUE_HOLZ MACHT KUNST_KOMPO_VI_03.115

sie werden – mir zur freude – ebenfalls mit kunstblick betrachtet – kunst – die nichtgemachte – wie nur natur es verbirgt.

AUE_HOLZ MACHT KUNST_I_FLEDERMAUS_03.11menschen haben den bäumen die schläge beigebracht – es war nicht einmal ein schlagabtausch. bäume schlagen zwar aus – im besten alter – aber sie schlagen nicht auf menschen los. die maßen sich an, die lebenszeit eines baumes zu bestimmen – machen ihn dann nieder – alles zur sicherheit der menschen – versteht sich – als ob sie so wehrlos wären – die menschen – und wenn schon…
zuhause bewegen mich die wunderbilder noch immer – ich schiebe sie herum – ordne sie mit- und untereinander – finde namen und entdecke schließlich die froschfrau auf ihrem thron. na sowas… das höchstmaß der synergie ist erreicht, was kunstmacher sicher nicht verstehen können – die ist ja auch natürlich – nicht gemacht. also – auf den zufall – auf das finden – auf das allerwichtigste auf der welt die natur…

KUNSTFÄNGERIN…

DIE LANGSAMKEIT ENTDECKEN…

JÜD. FRIEDHOF KS_KUNST_GEKLEBTES_20.10 JÜD. FRIEDHOF KS_KUNST_LOCH IM STEIN_23.101es ist das sehen das sich verändert wenn ich einen ort immerwieder aufsuche. ich habe mir die aufgabe gestellt das abstrakte das sich zwischen dem aussergewöhnlichen versteckt aufzufinden – nähe und distanz in besonderer weise zu fordern und mir behilflich zu sein ausgefallene bilder zu erzeugen und zu finden. die kamera spielt mit flüstert sie mir zu und hat freude daran so wie ich.

JÜD. FRIEDHOF KS_KUNST_STEILES_23.10 JÜD. FRIEDHOF KS_SCHW.WEIß_20.101immer spielt das licht eine große rolle – die sonne oder eben nicht – läßt aufleuchten oder untergehn. das hin-und-her ist absolut für den herbst. es fordert meine geduld beim schauen und warten und oft schnellstes entscheiden ehe das erhaschte sich mir wieder entzieht.
ich kann nicht hüpfen meide schnelle bewegungen und sitze ab – da kommen mir die grabzwischenraumplätze sehr entgegen. eine neue art zu fotografieren und das zulassen von langsamkeit…

KUNSTMESSE KASSEL 2016…

VOM SEHEN UND GESEHENWERDEN…

KUNSTMERSSE KASSEL 2016_ENERGY_P1580075mehr noch als die werke fallen mir die menschen ins bild. sie stellen die verbindungen her.
gespräche – flüchtige – wichtige – tiefgreifende mit bekannten und fremden menschen. kunst verbindet – füllt zwischenräume – macht klar und unklar – läßt offen. immer ist im bild ein sinn – von der die es gemacht hat – für den der es anschaut  und immer ist es ein anderer – also keine klaren aussagen – die gibt es nicht. und schon gar nicht in der kunst.

KUNSTMESSE KASSEL 2016_I_08.10 KUNSTMESSE KASSEL 2016_II_08.101 KUNSTMESSE KASSEL 2016_III_08.102 KUNSTMESSE KASSEL 2016_IV_08.103 KUNSTMESSE KASSEL 2016_V_08.104 KUNSTMESSE KASSEL 2016_VI_08.105 KUNSTMESSE KASSEL 2016_VII_08.106 KUNSTMESSE KASSEL 2016_VIII_08.107

ERSCHEINUNGEN…

HUND AM BAUM KARLSAUE…

AUE_BAUMHUND_P1570770ich sitze auf einer bank im park habe das gefühl alles ist beobachtung. es schaut mich an ich schaue zurück und mit dem sich verändernden licht verändern sich die bilder. die bäume sind die hauptstatisten um mich herum. sie verändern sich tagtäglich in richtung herbst.
doch bei längerem sitzen an derselben stelle verschieben sich die lichteinfälle und mit ihnen die schatten und das was mir ins auge fällt. seltsam sitzt da ein hund wo ich noch nie einen sah. er hockt auf seinen hinterläufen und schaut in meine richtung. ich nehme mein tele um mich an ihn heranzupirschen und wie seltsam zeigt er sich jetzt fest an den baum angelehnt. einen moment dauert es bis ich erkenne dass der hund teil des baumes ist der in diesen sekunden – und nur in diesen sekunden – sich mir so zeigt. ein baumhund – ein hundebaum.                                                                                                                 von nun an wird der baum immer nur mein hundebaum sein.
ich staune und noch am nächsten tag versuche ich ihn wieder zu entdecken. aber nichts – garnichts – kein hund am baum – wie auf und davongelaufen. diese erscheinungen mit der veränderung des lichtes die sich sekundenschnell vollzieht macht dass niemals etwas gleich erscheint. und – sind es nicht erscheinungen…

ALLE JAHRE WIEDER…

oder weihnachten kaputto…

KRIMSKRAMWEIHN.KUGEL KAPUTTO_P1570790dreimaldrei ist neune… aber dann ist das jahr immer noch nicht komplett.
die menschen teilen es in drei teile – ostern – sommer – weihnachten. und so wird es in den kaufhäusern und verkaufszentren gehalten. die große weihnachtsausstellung begann schon ende september. es haut mich jedesmal um dass die menschen sich darauf einlassen. sie kaufen – kaufen schon jetzt nippes für das große fest. eigentlich müßten sie doch alles parat haben von den verflossenen feierlichkeiten. nein dieser kaufzwang dieses sichverführenlassen ist eine krankheit in großer ausdehnung.
eigentlich ist jetzt der herbst dran – müßte die ernte eingebracht sein. dank wäre angesagt und demut. doch das was sich in der natur abspielt was sie für uns bereithält ist nebensächlich. es wird einfach so hingenommen ohne größere beachtung. es ist selbstverständlich.

KRIMSKRAM_MECKELBURG_WEIHN.DEKO_30.095der markt eignet sich mit seinem glitzerwerk für meine krimskrambilder. und den einstieg liefert mir eine defekte weihnachtskugel. wie ein symbol, was weihnachten heute noch ist, springt es mir in mein auge und ich denke – ja – so ist weihnachten heute. mit klitzer und klämmer versucht man es aufzumotzen – erliegt dieser täuschung. kein weihnachten – das wäre ja nicht auszudenken. ich verzichte – komme ohne aus…

KRIMSKRAMDEKOFREUDENHYMNE…

KRIMSKRAM_MECKELBURG_WEIHN.DEKO II_30.09lösen den krusch aus der masse
befreien
aus sinnlosem sinn
erlösen
zu freiem gebilde
fangen
zu neuem ganz neuem
KRIMSKRAM_MECKELBURG_WEIHN.DEKO_V_30.093

KRIMSKRAM_MECKELBURG_WEIN.DEKO_III_30.091

herausschauen
fast fokusieren –
im großen gedöns
fantastisches flüstern hören
gedichte geschichten
und freches auch
geheim und versteckt

KRIMSKRAM_MECKELBURG_WEIHN.DEKO_VI_30.094

KRIMSKRAM_MECKELBURG_WEIN.DEKO_IV_30.092anstrengend
in dem großen gemenge
ein winzig kleines
sprechen hören
ein klitzekleines
in der betrachtung
größe erlangen zu lassen