LOK AUF ABSTELLGLEIS
K U N S T B L I C K
ANNA ELISABETH TRÜMPER geb. LÖFFELHOLZ – 19.01.1918 – 08.03.2008
EMILIE LÖFFELHOLZ geb. RÖNSCH – 27.6.1875 – 1963
ein Europaabgeordneter hat gerade gesagt, dass Frauen weniger verdienen sollen, weil sie „schwächer, kleiner und weniger intelligent” seien! – und das, nachdem er schon Migranten mit „Exkrementen“ verglichen und im Plenum den Hitler-Gruß gezeigt hat. Es reicht!
sie sind immer noch da – diese stinktiere, denen es an intelligenz und rücksichtnahme fehlt. ihnen sollte das wort gar nicht erst erteilt werden, sonst könnten andere fauldenker auf die idee kommen, er könnte recht haben.
daher ist der frauentag wichtiger denn je.
die angriffe gegen frauen laufen nur auf anderer ebene, und erdogan will vergewaltiger unbestraft davonkommen lassen, wenn der die frau, die er vergewaltigt hat, heiratet. auch vergewaltigung in einer ehe gehört bestraft…
die liste der gründe, weshalb der frauentag noch nicht zuendegedacht ist, ist lang, aber lassen wir uns nicht abschrecken…
and all the sisters…
aretha franklin – SISTERS ARE DOIN´ IT FOR THEMSELVES…
heute auch auf KULTURZEIT
WIEDEDERHOLUNG morgen früh

das schreckliche enthält auch immer schöne bilder. schöne bilder sind nicht nur schön. sie haben oft einen vernichtenden hintergrund. wenn man den nicht weiß, existieren die bilder für sich.

die gefällten bäume verursachen mir schmerz. die bilder, die ich auch sehe, in den schrecklichen schnitten, aufrissen und abbrüchen, reizen mich. sie gaukeln mir vor, dass die bäume noch in ihrem sterben schön sind. sie offebaren mir ihr innerstes. sie klagen, aber ich kann es mit meinen menschenohren nicht hören.

sie, die bäume, sind nicht nur außen schön. innen sind sie von solch einer farbenpracht und mit ihren verschiedensten formen, die durch das aufreissen, abknicken, hinstürzen und absägen erfahren können wir erkennen, wieviel mühe es ihnen bedeutet, den himmel erklimmen zu wollen und doch am boden festhalten zu müssen. so ganz in diesem widerspruch sich streckend und sich haltend haben diese bäume hier eine ganz schöne größe erreicht.

den grund, warum sie weichen mußten, kenne ich nicht. die ausrede lautet immer – wir müssen das tun. menschen haben immer ausreden für das, was sie tun müssen…
ich werde ihnen, diesen bäumen, in einem film ewigkeit verleihen. so werden sie zu meinen bäumen – und ich bin sicher, sie werden sich erinnern, auch wenn sie einmal im feuer landen sollten…
Night Palace
joanne kyger

the best thing about the past is that it is over when you die. you wake up from the dream that´s your life. then you grow up and get to be post-human in a past that keps happening ahead af you.
Das Beste an der Vergangenheit ist, dass es vorbei ist, wenn du stirbst. Du wachst aus dem Traum auf, das ist dein Leben. Dann wachst du auf und wirst in einer Vergangenheit post-menschlich sein, die vor dir vor sich geht.
ETEL ADNAN
„der gedanke, dass du erwachst, wenn du stirbst – erwachen anstatt für immer schlafen, dass du eine vergangenheit bewohnen wirst… du weißt es nicht, du kannst es nicht erklären…“
also, ich muß es durchdenken – das leben ein traum. das sagt man schon mal und wir glauben doch, dass es nicht realistisch ist. dass ich erwache, wenn ich sterbe, das könnte mir gefallen. nicht auferstehen, nein, das körperliche abstreifen. erwachen heißt auch, begreifen, verstehen, das wäre schön, dass mir das gelingt, worum ich mich ein lebenlang bemüht habe. ja, ich denke, dass ich mich bemühe auf meine weise, neugierig wie ich nun bin…
ich könnte mir ausmalen, wie es dann sein wird, aber wie etel sagt, du weißt es nicht, du kannst es nicht erklären. spekulationen sind gestattet in dem bewußtsein, dass es eben spekulationen sind. sie geben keine sicherheit, vielleicht einen kleinen trost und dass meine anstrengungen von diesem erwachen abgelöst werden…
„Es gibt Schriften, die sich der Wahrnehmung entziehen. Die trianguläre Gestalt der Sprache wirkt auf die Vorstellung: ein Ansturm an Sein. Druck wirkt auf die Zeit, beugt sie. Die Beugung überträgt sich auf die Seele, die versucht, dem Abgrund zu entkommen, während ihr davor graut, noch tiefer zu fallen. GRIECHENLAND KOMMT ZU HILFE. Türen schleifen und verhüten die Rückkehr der Zukunft.“
Etel Adnan,
Schriftstellerin und Malerin, geboren 24.02.1925 in Beirut, Libanon

ZUM 92. GEBURTSTAG ALLES GUTE…
Auf der dOCUMENTA (13) 2012 war sie eingeladen, ihre Bilder und Zeichnungen zu zeigen, Geheimtipp und Shooting Star zugleich.

Etel Adnan, die am 24. Februar 2017 92 Jahre alt wird, ist eine der wichtigsten literarischen Stimmen unserer Welt. Ebenso nomadisch wie kosmopolitisch ist sie durch ihr Leben gezogen: zwischen Ost und West, alten und neuen Sprachen, Poesie, Literatur und Malerei: eine Reise voller Entdeckungen, konfrontiert mit immer neuen Kriegen, voll der Erinnerungen. In Gespräche mit meiner Seele kulminiert das, was sich durch Etel Adnans gesamtes Schreiben zieht: ein poetisch-philosophischer innerer Dialog.

Wie spricht man mit der eigenen Seele? Die Seele, sagt Etel Adnan, ist ein eigenes Wesen, an das man vielleicht nie gedacht hat, das sich aber auf einmal bemerkbar macht: ‚Ich kann nicht anders, als mit dieser Seele zu sprechen, als wäre sie eine lebenslange Gefährtin. Wir waren eins, und wir waren verschieden. Wie begegneten wir einander? Was taten wir einander an?‘

Etel Adnan hat sich zeitlebens mit den elementaren Fragen des Lebens auseinandergesetzt. Ihrer Wahrnehmung entgehen weder Momente des Alltags, Form und Funktion von Gegenständen, die Natur in ihren zahllosen Veränderungen, noch politische Konstellationen und Mächte, die skrupellos in unser Leben eingreifen. Sie versteht die Poesie als Mittel, Gegenwart sichtbar zu machen.
HARRY KRAMER 25.01.1924-20.02.1997
MUSEUM FÜR SEPULKRALKULTUR
20. FEBRUAR – 17. APRIL 2017
es ist nicht der künstler harry kramer – es ist der mensch harry, der in erinnerung geblieben ist.
ich treffe menschen, die auch zu dem anlass gekommen sind, um an ihn zu erinnern.
g., die ebenso wie ich an der uni studiert hat sagt, es ist, als wäre er mitten unter uns.
j. sagt, er ist ganz gegenwärtig
alle, die ich treffe, erzählen von ihm. wie sie ihn erinnern, wie er war und was sie erlebt haben.
in seinem kramer atelier war immer etwas los. man konnte zu ihm kommen, nie wies er einen ab. nebenher arbeitete er. er machte seine riesigen tüpfelbilder. ich bewunderte seine ausdauer und beharrlichkeit.
g., der bei g. aus spanien zu besuch ist, hat auch an der hochschule studiert sagt, er konnte aber auch streng sein, riet den studierenden fleißig zu sein, sonst würde aus ihnen nichts werden.
wir zählen die einzelnen lehrer auf, die uns noch in erinnerung sind. aber harry ist einfach harry. er war quirlig und immer voller ausgefallener ideen. die ganze welt – sie war zu klein für ihn…
mir ist seine schwarze lederkleidung in erinnerung. er liebte motorräder, fuhr einen porsche, dieser kleine große mann. es gab eine zeit, da zog er diesen lederlook nie aus.
zu meinem prof., rambow, konnte man nie kommen, der war sprachlos, wie nicht anwesend, kam einzweimal in der woche aus ffm., machte sein ding und rauschte wieder ab. harry war immer da. er war – na wie soll ich sagen – wie mit seinem atelier verwachsen, ein gesamtbild, das bis heute in erinnerung blieb.
und seine pinkelbilder, die standen im raum hinter ihm. die waren einzig zu der zeit. heute wundert man sich über derlei eskapaten bestimmt nicht mehr. heute muß es nur noch ausgefallen sein, ohne dass ein tieferer sinn dahinter wäre – einfach nur auffallen und scheinbar politisch. und da das alle tun, fällt keiner mehr aus dem rahmen.
von harrys werken, die hier ausgestellt sind, spricht niemand. zum teil sind die ja entstanden, wo die kids und heutigen erwachsenen noch nicht geboren waren. es sind wenige werke – eine handvoll. wir haben ja auch nicht die räumlichkeiten für mehr, sagt c. und das documenta archiv, naja, die lagern gern aus, besonders jetzt in vorbereitung der d14.
die filme werden gemocht. ich kenne sie garnicht, mag keine filme, obwohl die ja auch von einem anderen kaliber sind als die heutigen, video und schnell, schnell und quer.
zur begrüßung bleibe ich nicht. es sind ja mehr oder weniger menschen, die harry gar nicht kannten und nachplappern. helga, seine frau, die in frankreich wohnt, 87 jährig, ist nicht gekommen. der weg war ihr zu beschwerlich.
ich denke oft an harry, ohne jeden anlass – einfach nur so, besuche ihn in der nekropole und wechsle ein paar worte mit ihm. ich denke mir, er würde sich sehr wundern über den zustand der welt. gern würde ich ihn dies oder das fragen und ich weiß, er hätte auf so manches eine antwort, die mir gefallen könnte.
fürs NEUE JAHR ein NEUES BUCH
AALIYAH die helle hübsche und andere urwaldwesen
nach dem buch DIE DUNKLE SCHÖNE nun DIE HELLE HÜBSCHE
die urwaldwesen locken meine gedanken heraus. sie sind zu meinen begleiterinnen geworden. ihre geschichten sind meine geschichten. ich bemühe mich, ihre sicht der dinge zu sehen, was bis zuende gedacht ja nicht stimmen kann. es kann nicht stimmen, weil ich kein baum bin, weil die gedanken, die ich mit ihnen tausche, ja absolut menschengeschichten, also meine geschichten sind. bei aller empathie gelingt mir das nicht, dabei komme ich ihnen sehr nahe – und immer wieder. sie sind mir gute bekannte geworden über die jahre.
zwischen der DUNKLEN SCHÖNEN und der HELLEN HÜBSCHEN liegen fünf jahre.
auch die HELLE HÜBSCHE begegnete mir vor fünf jahren. dass ich sie nun wiedergefunden habe, war eine große überraschung für mich, zumal die DUNKLE SCHÖNE nicht mehr als solche zu erkennen ist. das verfallsdatum ist sehr unterschiedlich. meine erfahrungen und beobachtungen kann ich daran messen – so ich will. und ich will…
zu bestellen im verlag BoD – 116 seiten – oder bei mir – 9,90 euro plus porto
ich suche
die worte in mir
hexe und engel
liegen sich
in den haaren
die eine spricht mir
den weisen teil zu
der andere
trägt ihn mir
wieder fort
spricht segen und friede
und ähnliche verheissungen
hexe mahnt
misstraue
mischt hinzu
ein quentchen lebefroh
eine brise bittersüss
ich rühre und fische
wort um wort
neu