NILGÄNSEBESUCH AUF INSEL SIEBENBERGEN…

Nilgänse waren im thebanischen Gebiet als heilige Vögel dem Schöpfergott Amun gewidmet. Ursprünglich galt die Nilgans (koptisch: smon) als einer der vielen Götter, die die Welt und das Licht geschaffen hatten, sei es durch seine Stimme in der Urfinsternis („der große Gackerer“), sei es durch das Deponieren des Welteneis in einem Sykomore-Baum in Heliopolis, aus welchem auch der Sonnengott Re entstanden sei.
wikipedia

immer mehr siedeln sie bei uns
hier am aueteich habe ich sie schon oft gesehen

mutter gleitete ins wasser und die ganze entengänseschar hinterher
vater macht das schlusslicht
kurze rast auf der insel siebenbergen und nun wieder los
ziel unbekannt oder schwebt es der muttergans vor
sechs der fast ausgewachsenen küken gleichen der mutter
eines dem vater
der hat ein auge auf die schar und hält abstand

BOTANISCHER GARTEN KASSEL I a …

SOMMERSONNENTAG
IM BOTANISCHEN GARTEN KASSEL

für einen sommersonnentag ist der botanische garten ein geeigneter ort.
kaum sonst einer in kassels umgebung – vielleicht von der wilhelmshöhe und der karlsaue zu übertreffen – hat so viele blumen nach sorten unterschieden und in beete gefasst. die heutige gartenanlage ist einmalig in ihrer formsprache und geht auf vorlagen von 1950 zurück.

leicht und luftig kommen die stauden daher mit zahlreichen wegen, die jede staude auch einzeln betrachten lassen.

im heilkräutergarten, welcher der vorlage eines hexagramms folgt, werden geruchssinn und augen gleichermassen verführt. es sind ca. 60 verschiedene kräuter, die hier prächtig gedeihen und ich kann meine heilkräuterweisheit immerwieder auffrischen und vervollkommnen. die form des hexagramms hat eine starke wirkung, auch wenn sie diese nicht ohne weiteres offenbart und verrät.

den rosengarten habe ich gestern ausgelassen. die sonne schien zu stark. ich werde also wieder und wieder in den garten gehen, schauen und entdecken.

dafür hatten es mir im schatten liegenden rondell die verblühten päonien wieder angetan mit ihren interessanten und sehr verschiedenen samenständen. das morbide vergehen der pflanzen übt einen enormen reiz auf mein sehen aus und erzeugt mir fast fantastische bilder.

im magdalenengarten war das licht nicht mehr optimal und ich berichte später.

der botanische garten ist im moment ein geschenk für die seele. ich habe das gefühl, dass er immer schöner wird. ich finde schattenplätze unter bäumen und in überwachsenen lauben. der kleine see mit der wasserträgerin ist eine oase der erholung.

ich müsste weit ausholen, um alle besonderheiten hervorzuheben. der botanische garten ist eine entdeckung für die, die sich auf seine spuren und wege begeben.

SANFTES LEUCHTEN…

ERGÄNZUNG…
ich musste diese pflanze noch einmal in meinen blickpunkt rücken
sie lockte mich rief mich mit ihrem farbenspiel
eine pflanzenmalerin

ampfer
was dich herausragen lässt
über alles gras
ist deine klare blütenspitze
treibst sie
bis in die rostige röte
lässt sie dann gleiten
in blätter deiner wahl

valven und schwielen
geschützt im aufstreben

woher nimmst du
dieses rot
das unnachahmliche
dieses sanfte leuchten

wie du schöner wirst
von tag zu tag
wie du dich reihst
ins kommen und gehen
wie du mir die augen öffnest
mal wieder ganz neu

KOMPOSTGARTENAUSLESE…

klettenlabkraut
verdirbt alles
würgt jedes grün
verwächst alle sicht
mischt sich aufdringlich ein
der documentablick ist futsch

kamille
wächst auf den wegen
wo zu viele menschen gingen
die energie ist beeinträchtigt
mit der kamille erwächst heilung
der duft weht mich an

engelwurz
treibt aus
treibt blüten und samen
weiss was er tut
nur die bienen fehlen
in diesem jahr

der sehr giftige hahnenfuss
unverschämt ausgebreitet
ein grosses terrain erobert
wie er das geschafft hat
bei der d13 waren es
nur einzelne pflänzchen


riesenbärenklau
ich zweifle noch immer daran
dass es eine herkulesstaude ist
an den blättern fehlen
die giftigen zähne
er sieht ganz lammfromm aus

das giftige bilsenkraut
schon verblüht
hat krönchen aufgesetzt
sie schaukeln auf den stengeln
wie kleine prinzessinnen
den wievielten tanz

brennesseln
die steten erneuerer
heilbringende feuer
drängen und werden verdrängt
haben nicht die beste position
zur zeit

zaunwinde
die galante tänzerin schlängelt
mal helfend und ergänzend
mal würgend überwältigend
im blühen trägt sie
die absolute schönheit

gras
fliehend wie ein wasserfall
fliessend wie ein meer
kommend und gehend
niedergestreckt im fall
wogendes energiebündel

rosadora

AUS UND VORBEI…

der HESSENTAG
der 10 tage dauerte
sperrte die ganze innenstadt zu
ob die menschen glücklich waren
weiss ich nicht
ich war nicht dabei

heute sehe ich
wie alles wieder verschwindet
wie die männer räumen und schuften müssen
um das was sie aufgebaut haben
nun wieder abzubauen

ich laufe zwischen den aubbauten
die männer fragen – können wir ihnen helfen
ich sage – nein ich kann mir ja selbst nicht helfen
das soll lustig gemeint sein..
andere fragen – was machen sie denn da
ich antworte – ich mache kunst
sie sagen – davon verstehn wir nichts
aber dann entspinnt sich ein eindrucksvolles
gespräch über kunst
was es ist und was es nicht ist

der rasen tut mir leid
er ist nun in einem fast sonnigen gelb
und was er alles erdulden muss
an manchen stellen ist er total platt

aber das volk will feiern
unterhalten werden
sich vergewissern
es ist wie es schon immer war
also bleibt es dabei

ich liebe
die kleinen feste
die feste der jahreszeiten
und wie sie sich zeigen
und ihre freude herausblühen
und wieder zurücknehmen
ich liebe

STADTBAUM – OJEH…


20.JUNI 2013


OKTOBER 2011


APRIL 2011

zu einem der bilder schrieb eine von euch
dass der baum, die rotbuche, das stadtleben vielleicht mag

ich wusste es
er mag es nicht
es tut mir in der seele weh ihn so zu sehn
was aber ist die ursache
das angrenzende grundstück ist bebaut worden
aber eigentlich nicht nah genug um ihm zu schaden

vielleicht hat er wirklich einfach aufgegeben
weil ihm der lärm und der gestank und die hektik
der autos zu viel waren

ich trauere um ihn
der so viel älter ist als ich
und unter naturschutz steht

BLÜHEN UND WELKEN III…

sehr deutlich zeigen sich bei den päonien die samenstände
jede art hat eine andere kreation
alle finde ich ausnehmend interessant – fast magisch
ausdrucksstark und formvollendet geben sie sich ihrer aufgabe hin
sie lassen mich teilhaben an diesem werdegang

sie gleiten in die samen und in ihre weiterexistenz
die samen tragen die energie für ein nächstes

BLÜHEN UND WELKEN II…

dass es gleichzeitig passiert – das blühen und das welken –
ist so damit es uns nicht zu sehr erschrickt
dass einmal alles vorbei ist – wieder vorbei ist
wir machen uns nicht so grosse gedanken darüber
ob wir es aushalten und ertragen können
schweifen ab auf das thema wetter
das uns immer wieder enttäuscht
dass damit auch die ganze blühpracht
und die wucht des welkens abhängig ist
lassen wir nicht so oft an uns heran
ich mag sie beide – die blütenpracht
und die samenwucht

alles ist immer da
nur wir müssen vergehn
vielleicht ist das unsere angst
und vielleicht trauer


BLÜHEN UND WELKEN…

blühen hat seine zeit
und welken
dem welken aufmerksamkeit zu schenken
ist mühsam und bedarf einer grösseren
aufmerksamkeit als dem blühen zuzuschauen
es ist nicht ganz üblich
das welken zu betrachten
da schaut man lieber weg
und auf das nächste blühfreudige etwas
dabei ist es wichtig das szenario des welkens
zu betrachten um zu verstehen
was da passiert und wie es
zusammen gehört

dem rhododendron in wilhelmshöhe
etwas näher gerückt
ich finde dass beides zusammen
das blühen und das welken
erst einen gesamteindruck geben