
worte
manchmal
fliegen sie
und
ich kann eines fangen
wenn ich die hand öffne
verblasst es
fällt zu boden
und weint

worte
manchmal
fliegen sie
und
ich kann eines fangen
wenn ich die hand öffne
verblasst es
fällt zu boden
und weint

diese unsagbare
trägheit am morgen
die wie eine schlange
vor der tür liegt
ihr fressen fordert
sich dick und fett
vor mir aufbäumt
und schalkhaft sagt
nun tu doch endlich was

die nacht
umspielt meine träume
erwärmt sie mir
gegen die kälte der zeit
und der menschen
die einsam gehen
im schneebedeckten feld

wortfenster
öffnen
wintersätze
hinaushängen
frühlingswind
hindurchpusten lassen
damit sie sich läutern
leichter werden
immer leichter

vielfachdrehung
am morgen
den sprüchegarten
durchforsten
rotierende einbildung
der du
immer neu erliegst

diese augen
beruhigen diese augen
die ständig sehen müssen
und entdecken
auch
was sie nicht wollen
diese augen besänftigen
sie legen
auf einen blauen grund
der abschweifung ist
für graume zeit
das nichts ahnen lässt

sperrgebiete
wachsen in mir
wie pilze
schieben sich
zwischen
mich und die wirklichkeit
laufen mir nach
von einem ende
zum anderen

wohin denn ich
am morgen
vor dem tag
wohin denn ich
am abend
vor der nacht
ich strecke meine hände aus
werfe jeden stock von mir
mein weg
findet mich

die alten und die neuen bilder
nicht miteinander vergleichen
das verbindende
ist auch immer das trennende

verschleierte wanderin
durch die zeit
immer gleich dein angesicht
immer anders sehe ich dich
singend gehst du durchs jahr
deinem rhythmus habe ich mich
längst angeschlossen
dein tanz ist beispiellos
verlässlich kraftvoll
hellklingend
und freudevoll