WALDWESENSUCHE… fortsetzung von gestern
meine energie ist eigentlich fast am ende, doch der wilde wald lockt so sehr, so sehr lockt er, dass ich mich geschlagen gebe. also noch einen kleinen gang ins holz. ich gehe auf urwaldwesenfang. ich steige über stämme und durch büsche und auch hier am boden raureif, der alles verändert und der hinterlistige adlerfarn, abgeknickt und fallenstellend. ich passe auf wie verrückt, stütze mich manchmal auf einen ast oder hangele an einem zweig.
so viele wesen hatte ich nicht erwartet, und sie sind hier, in so ganz anderer gegend, auch so ganz anders in ihrer gestalt und ihrem aussehen. dass ich dann irgendwann falle, ist schon vorprogrammiert, bei einem solch leichtsinnigen unterfangen. ich rutsche, falle, rolle und stehe wieder auf. na bitte.
KÖNIGIN ADOLESSE mit HUND PINKY – ausgesucht für das neue urwaldwesenbuch
eine königin zu finden mit ihrem hund – das übertrifft fast – fast – alles bisher dagewesene.
andere lustige vögel und welche, die ich mir nachträglich noch selbst erklären muß, gehen in meine chronik ein. das ein oder andere fällt auch wieder heraus, weil es schier zahllos würde – aber vielleicht sollte es das ja auch…










zauberhaft und mit jedem schritt schöner. überraschung an überraschung. so ununterbrochen und durchgehend der raureif wie zuckerbäckerei und fast ein bißchen kitschig. jedes bild ein treffer, jedes foto ein hochgenuß.


aber die überraschungen liegen vor mir, wenn ich nur gehe. erst erregt er meine aufmerksamkeit, obwohl er noch weiter weg ist, der besondere baum. ich zoome ihn heran und er bleibt einfach nur ein baum, der mir ins auge fällt. ich bin von ihm durch einen graben getrennt. und als es dann die möglichkeit gibt, zu ihm hinzugelangen, ist die überraschung groß. das, was mir an dem stamm so eindruckvoll schien, ist ein herabhängender dicker baumstamm. der baum, wohl mehrstämmig, war einfach umgeknickt und aufgerissen und es sah aus, wie eine große blutige wunde. kopfüber hing er nun fest und baumelte in der luft. er berührte fast die erde, deshalb sah es von weitem aus wie ein farbiger stamm.

die sonne blendet, meine brille läuft an, und ich fotografiere fast blind und auf verdacht. bin dann überrascht, dass fast jedes stimmt.

dann aber hochgerappelt und unbeirrt über die eiswiese zu meinen fotomotiven.
heute habe ich mir eine stelle ausgesucht, wo ich in den wald nur schlecht hinein kam, wegen hartnäckigem eisfarn. also, blieb ich fast nur auf dem weg – mit wenigen ausnahmen, wo ich einschlupf fand. doppeltes aufpassen war angesagt, dieweil hier keine menschen sind. also, findet mich auch niemand, wenn ich falle. handyempfang unsicher.






für meine waldwesensuche ist sonne nicht sehr geeignet – der kontrast von hell und dunkel zu stark. zwar mache ich immer mal wieder den versuch sie zu fangen, das ein oder andere wesen, aber ich kenne die auswirkungen der zu grellen sonne. im november steht sie noch dazu besonders schräg, und schräg sind dann auch die bilder.
hier, wo es keine wege gibt, ich durch hochblühendes gras und gestrüpp mich fast zwänge, bleibe ich hängen an brombeerzweigen. mein mantel kennt das schon und weist die dornen, nachdem sie sich festgekrallt haben, wieder ab. heidelbeerbüsche, leichter zu durchqueren, und immer von einem umfallbaum zum anderen, an denen sich die waldwesen besonders gern anlehnen. ich beneide sie um ihren überlebenswillen und den einfallsreichtum zur neugestaltung – die einen in wesen, die anderen in unwesen und als solche nicht zu erkennen. auch die unwesen bemerke ich und schaue sie an. vielleicht mache ich auch mal ein buch über die unwesen des waldes. mag ja angehen. alles, was die fantasie anregt, ist mir willkommen.



dann reden wir – eine lange weile – und till meint dann, sich erinnern zu können, mit mir im UNTILLED von pierre huyghes bei der d 13 schon mal gesprochen zu haben.

nach oben fotografiert… heute habe ich gar keine lust zu fotografieren. einfach nur sein. klettere dann aber zu meiner DUNKLEN SCHÖNEN, die jetzt zu erkennen ist zwischen laublosen staksebäumen. so enttäuscht bin ich, wie sehr sie sich verändert hat. nicht mehr zu erkennen als SCHÖNE. vielleicht als DUNKLES etwas. und – wie die zeit vergeht – oder wir – erkenne ich und muß es hinnehmen.

später noch das erinnern an den satz – …nur nach oben fotografiert.