ICH SCHLAFE – MEINE SEELE WACHT…

JÜDISCHER FRIEDHOF KASSEL II…
JÜD. FRIEDHOF KS_I_P1580343heute ist die totenruhe fast gewährleistet – keine arbeiter zugange – ein rotkehlchen begrüßt mich. elstern mußten ihr leben lassen – ihre totenruhe ist  nur fragmentarisch gewährleistet – die federn zeugen davon. der wesentliche teil der vögel ist in den himmel entfleucht.
JÜDISCHER FRIEDHOF KASSEL_II_12.10 JÜDISCHER FRIEDHOF KASSEL_III_12.101ich atme auf – für die verhältnisse üppiges grün. der nieselregen hält das grün und mich frisch. keine sonne – trübes feuchtes herbstwetter. es drückt mich nicht raus aus der szenerie sondern zieht mich mit hinein. die lebenden toten reden mit mir – weisen mir den weg. ich habe freude an ihnen und sie an mir. alte bekannte schmunzeln – ach du mal wieder. lange war ich nicht hier und vor ein paar wochen war ich im unteren teil des friedhofs. da sprach niemand mit mir. es war zu hell und grell und licht und schatten trieben ihr spiel. das blendete sie und mich.
ich werde den gang wiederholen.

JÜDISCHER FRIEDHOF KASSEL_IV_12.102 JÜDISCHER FRIEDHOF KASSEL_IX_12.107 JÜDISCHER FRIEDHOF KASSEL_V_12.103heute also die aufrechten – im unteren teil liegen alle am boden versammelt – sie sind dem schlaf näher als dem lebenden und lassen sich von einem grünen bodendecker überwachsen. das ruhe sanft ist hier erfüllt.
die aufrechten zeigen große unterschiede – teils in der ornamentik – wenn ich das mal so nennen darf – und in der beschriftung. ich kann sie besser verstehen – die ornamentik – die beschriftung – und die toten. sie sind ja zeitlich auch näher als die flachliegenden.
der nieselregen macht den efeu frisch – lässt das grüne aufleuchten und auch das gras – das grade mal wieder gemäht ist…

JÜDISCHER FRIEDHOF KASSEL_VI_12.104 JÜDISCHER FRIEDHOF KASSEL_VII_12.105 JÜDISCHER FRIEDHOF KASSEL_VIII_12.106 JÜDISCHER FRIEDHOF KASSEL_X_12.108ich denke gern an die zeit zurück da die friedhöfe noch nicht unter den vorschriften des kulterdenkmalschutz betreut wurden. da kroch ich im ohlsdorfer friedhof unter büschen auf allen vieren zu den kindergräbern. das war mühevoll. aber das morbide mir sehr zugetane ambiente der jüdischen friedhöfe der damaligen zeit entsprach eher den jüdischen ordnungsvorschriften.

auf dem bettenhäuser friedhof kann ich mühelos zwischen den grabsteinen gehen um meine fotos zu machen. auch komme ich besser mit den lebendigen toten in berührung. ich sitze zwischen den steinen – die hier am hang in terassenlage sich fügen – und bin von ihnen umrankt. wir reden lange und sind vom nieselregen ganz begeistert – das verbindet…

Veröffentlicht am von

UNSTERBLICH IST DIE LIEBE

jüdischer friedhof kassel

88 Seiten auf fotopapier
paperback 17,90 EURO
ISBN 978-3-8391-8183-6

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oder bei mir

754075_Cover

jüdische friedhöfe geben anschauliche zeugnisse jüdischer geschichte, sind vergangenheit und zukunft gleichzeitig. israelische glaubengrundsätze, zu denen die unantastbarkeit der totenruhe gehört, gewähren den gräbern und grabmalen ein ewigkeitsrecht.

in die ewigkeit ‚wachsen’ können die jüdischen friedhöfe auf diese weise, sofern ihnen in der konfrontation mit verschiedenen geisteswelten nicht das zerstörerische ansinnen anderer widerfährt – was in vielen jahrhunderten der fall war (nicht nur während der hitlerzeit). die ethnologie sagt uns, dass die kultur eines volkes im verhalten zu seinen toten und dem tod am deutlichsten wird.

diese geschichte schwingt zwischen leben und tod, zwischen den gräbern auch. sie rührt an tiefere schichten, auch wo sie in leichteren tönen schwelgt.

ERSCHEINUNGEN…

HUND AM BAUM KARLSAUE…

AUE_BAUMHUND_P1570770ich sitze auf einer bank im park habe das gefühl alles ist beobachtung. es schaut mich an ich schaue zurück und mit dem sich verändernden licht verändern sich die bilder. die bäume sind die hauptstatisten um mich herum. sie verändern sich tagtäglich in richtung herbst.
doch bei längerem sitzen an derselben stelle verschieben sich die lichteinfälle und mit ihnen die schatten und das was mir ins auge fällt. seltsam sitzt da ein hund wo ich noch nie einen sah. er hockt auf seinen hinterläufen und schaut in meine richtung. ich nehme mein tele um mich an ihn heranzupirschen und wie seltsam zeigt er sich jetzt fest an den baum angelehnt. einen moment dauert es bis ich erkenne dass der hund teil des baumes ist der in diesen sekunden – und nur in diesen sekunden – sich mir so zeigt. ein baumhund – ein hundebaum.                                                                                                                 von nun an wird der baum immer nur mein hundebaum sein.
ich staune und noch am nächsten tag versuche ich ihn wieder zu entdecken. aber nichts – garnichts – kein hund am baum – wie auf und davongelaufen. diese erscheinungen mit der veränderung des lichtes die sich sekundenschnell vollzieht macht dass niemals etwas gleich erscheint. und – sind es nicht erscheinungen…

HUNDE RÄUMEN AUF…

IN DER AUE RÄUMEN DIE HUNDE AUF
habe ich den eindruck

AUE_HUNDE RÄUMEN AUF_I_20.09AUE_HUNDE RÄUMEN AUF_SCHÄFERH._P1570771unerbittlich schleppen sie die großen äste von einem ende zum anderen
sie machens den menschen nach wollen dienen und gehorchen
diese armen hunde
aber es macht ihnen spaß das wiederum könnten die menschen den hunden abgeschaut haben
hoffentlich werden sie nicht ausgenutzt – die hunde – von den menschen
aber lustig sah es aus…

STEINBRUCH IM HOCHSOMMER_II_…

STEINBRUCH_II_BLECHHAUS_P1560788das licht
die sonne
die wolken
STEINBRUCH II_PFLANZEN_16.08
heute zeigt es mir die sonne deutlicher – es ist hochsommer. sie brennt mir aufs haupt – mein unbedecktes – und heizt den steinbruch auf zu einem backofen.
mir fehlt die gelassenheit von gestern – da meinte sie es noch gut mit mir.

ich gehe einen anderen weg, der nicht ganz so steil ist und an den rändern etwas schatten
hergibt. ich komme auf das platteau, wo früher ein kessel stand, den die steinfirma vergessen hatte, und der ein wunderbares kunstobjekt abgab. gern hätte ich noch ein paar einfälle mit ihm verwirklicht – nun ist die wirklichkeit eine andere. aber sie erfreut mich auch, weil der gesamte steinbruch nun freigeräumt ist von überbleibseln der firma – fahrzeuge, bagger und anderes mehr…

STEINBRUCH II_UMGEBUNG_16.081
ein großes felsrund könnte einen ritualeplatz vermuten lassen. aber sie dienten wohl bloß dazu, die fahrzeuge nicht in den abgrund stürzen zu lassen.
schattenlos dieser platz und ich halte mich nicht lange auf. ich steige nun hinab zu der ersten etage, will noch danebengegangenes wiederholen – will filme wiederholen mit einer anderen kamera. das gelingt mir nicht – zuletzt deshalb – weil die sonne es übertreibt – alles verdreht. der splitsteinberg ist nicht mehr anthrazit sondern mausgrau. die baumreihe vom vortag am vormittag ist nicht mehr geheimnisvoll dunkelgrün – sondern verblasst wie eine ausgewaschene schürze. die horizontlinien nicht mehr verheißungsvoll von hinten angestrahlt – sondern frontal erwischt und simpel flach.
nichts ist wiederholbar – niemals ist es dasselbe mehr.

STEINBRUCH II_WEG_P1560739

ich versuche so schnell wie möglich aus dem bruch heraus zu kommen – es ist einfach unerträglich heiß für mich. dann finde ich noch – etwas abseits – ein pendant zu meinem sarkophag von gestern. in der größe passt es dazu – ein blechrundbau mit steindach. ich suche noch nach einer eingebung, was es für mich sein könnte. jedenfalls freut es mich seine bekanntnschaft gemacht zu haben – auch wenn es wohl menschenwerk ist – ich hoffe kinderarbeit – eben kunst…

STEINBRUCH IM HOCHSOMMER_I_…

STEINBRUCH_I_GESICHT_P1560643-001die steine
die pflanzen
der himmel
STEINBRUCH I_PFLANZEN_15.08
die sonne zeigt sich, zeigt an, dass es sommer ist, geht schon fast ein bißchen rückwärts.
die sonne wärmt, der schatten kühlt – das ist gut auszuhalten. den bachlauf hat sie nicht aufgehalten, nicht aufgeleckt, die sonne. die pflanzen breiten sich, breiten sich aus, wachsen in die höhe auch, haben einen guten stand stehn geschützt im rund des steinbruchs, sehen die kolosse nicht, nehmen sich, was sie brauchen. ungestört ein jahresrund. sie haben sich vermehrt, sind zahlreicher geworden, erwecken mein erstaunen. zottiges weidenröschen, nachtkerzen und blühgras hoch und aufrecht. lupinen, längst verblüht und voller samenschoten warten darauf, noch einmal erkannt und beachtet zu werden. meine sitzecke mit steinkreis schützen sie, machen ein entdecken fast unmöglich.
STEINBRUCH I_ZERKL. STEINE_15.081
ich steige, steige hinauf – ich nenne es erste etage – weil es noch eine zweite gibt für mich und eine dritte.
ein steinwall mit grauen zerkleinerten steinen gibt eine gute kulisse. ich filme und fotografiere. hocke, hocke auf einem riesigen felsbrocken, der mit einem anderen eine sperre errichtet. durchfahren unmöglich. aber wer sollte hier noch fahren im stillgelegten steinbruch.
immer wieder hocke ich, hocke auf dem einen oder anderen felsgestein, um mich zu ruhen, zu schauen auch und um energie zu tanken.
STEINBRUCH I_UMGEBUNG_15.082
die letzte etappe nehme ich gemächlich, teile meine puste ein, wie wasser, das ich wiedermal nicht bei mir trage, und das verschwappt, wenn man ungestüm ist.
bis ins letzte eck krabbele ich mich durch. sitze dann im schatten unter dem großen felsgestein, das sich auftürmt wie eine wand, das sich brüstet, das brahlt und doch stillschweigt, beobachte die sonne, wie sie über den felsrand steigt. es ist still, so still, dass ich es wahrnehme und mich wundere, dass es das gibt, wo alles in bewegung ist. es sind diese momente, die mich dankbar werden lassen, ein wenig ehrfürchtig auch, immer in begleitung von meiner neugier.

steine in diesem zusammenhang des abgebrochenen, aufgebrochenen, gefallenen, ja gestürzten, und neuvereinten, geben eine interessante szenerie. ich sehe und beobachte, wie sich die steine zu gruppen einen, wie sie berührung wagen, wie sie szenen gestalten im sturz, wie sie geduldig ausharren und sich weiterhin selbst inszene setzen durch sonne, feuchtigkeit, indem sie moose und flechten und kalkablagerungen und manch anderes verwenden, und nicht untätig und tot herumlungern.
STEINBRUCH I_SARKOPHAG_P1560671
ich finde einen sakophag, der zu meinem schönsten foto wird und den ich schon als großes bild in auftrag gegeben habe. also auch anreger, sie regen an zu manchem, so man es will und sich anregen lässt, damit es nicht tote masse ist. und sie haben geduld, die steine. du kannst sie auch fragen und bekommst antworten – so du willst – des menschen wille ist sein himmelreich – heißt es nicht so…
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ein stein – um die 40 cm im quadrat – weist ein gleichschenkliges kreuz auf. ich denke an meinen vater, der vor seinem tod sagte – da wo andere menschen ein herz haben, ist bei mir ein stein – verursacher wohl die kriegserlebnisse, die ihn niedergedrückt hilelten sein lebenlang.

steine sind nicht nur steine – sie sind auch erinnerung, sie legen gefühle frei. sie verändern ihre gestalt mit dem wetter, mit den jahreszeiten und stoßen unterschiedliches in mir an, jenachdem…

heute begegnen mir, außer ein paar vöggeli und schmetterlingen, keine tiere hier. doch ich bin nicht allein, denke an a., der mit seinem hund wohl hier hin und wieder seine touren läuft, an meine enkelkinder, denen ich das alles gern zeigen möchte. manchen möchte ich die schönheit erschließen, die von wolken begleitet und verzaubert so heimlich hier lagert.
ich denke an das leben und an das sterben und die vergänglichkeit. die immer anderen bilder hier neigen dazu, haben talent, das in mir hervorzurufen, und in der stille kann ich das gut weiterflechten, weiterdenken und bins zufrieden bis zum ende.

ich würde gern weiter und weiter laufen, aber meine hüfte mahnt mich, nicht leichtsinnig zu sein. am ende muss ich ja den ganzen weg wieder zurück gehen. und so gehe ich heute mit meinem reichtum – so fühlt es sich für mich an – zum ausgang zurück, hochzufrieden und beschenkt…

DIE DUNKLE SCHÖNE…

IN IHREM VERGEHEN…

ORPHNE_600_DSC_2157_bearbeitet-1sie ist die hauptfigur in meinem buch DIE DUNKLE SCHÖNE UND IHRE URWALDWESEN. sie gab die anregungen, sie mit den schillernden URWALDWESEN zu umgeben. sie ist die hüterin der wesen. intuitiv nannte ich sie ORPHNE.
ich machte orphne zur mutter des waldes, zu einer göttin sogar, die mit ihrem tier SINACH eine einzigartige erscheinung darstellt. auch in der mythologie sind göttinnen häufig in begleitung eines tieres und nicht voneinander zu trennen.

ORPFNE ALLE_II_2016  bei meinen erkundungsgängen erkannte ich sie nicht gleich. sie war wohl noch mit ihrer selbstgestaltung beschäftigt. doch als die blätter fielen, die sicht im urwald eine andere wurde, sah ich sie, nein, sie erschien mir und es traf mich wie ein blitz. klar und deutlich zeigte sie sich mir. eindeutig war sie die hüterin des waldes.

in den bäumen des urwaldes leben viele gestalten, doch man sieht sie nicht. sie halten sich verborgen und oft sind sie auch erst noch im werden, bilden sich aus, formen sich und nehmen in den schwingungen ringsum wahr, wohin sie sich entwickeln können.
deshalb sind auch für mich die bilder, die ich finde, immer neu. es geht um ein erkennen. in ihrer höchstform gestatten sie es mir.

ORPFNE ALLE_III_20161die DUNKLE SCHÖNE hat sich in den jahren zurückgezogen. es genügt ihr, erkannt worden zu sein. bei ihrem rückgang ins erdreich möchte sie ungestört sein. deshalb hat sie viele kleine bäumlinge um sich herum geschart, damit mir der blick verwehrt bleibe.
im winter, wenn die bäume kahl sind, sie mir einen anderen durchblick ermöglichen, konnte ich sie noch durch die stämmchen hindurch erahnen.
ich weiß, wo sie ihren platz hat und kann ihr auch noch einen ehrenbesuch abstatten, ohne sie bei ihrem dahinscheiden zu stören.
auch noch, wenn sie sich ganz verwandelt hat, zur erde geworden ist, werde ich ihr einen besuch abstatten und ihr danken, dass sie mir die augen geöffnet und ihre botschaften übermittelt hat, botschaften, die nur ich kenne, die nur mir etwas sagen, und die ich niemals verraten werde. sie sind in mein blut eingeschrieben, und wenn mich die vergänglichkeit einholt, werde ich furchtlos dank ihrer erfahrungen, die sie mir übermittelt hat, gehen können.

SOMMERFRISCHE…

SPITZWEGERICH SABABURG_P1560004

Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,
Das durch den sonnigen Himmel schreitet.
Und schmücke den Hut, der dich begleitet,
Mit einem grünen Reis.

Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser.
Weil`s wohltut, weil`s frommt.
Und bist du ein Mundharmonikabläser
Und hast eine bei dir, dann spiel, was dir kommt.

Und lass deine Melodien lenken
Von dem freigegebenen Wolkengezupf.
Vergiss dich. Es soll dein Denken
Nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf.

Joachim Ringelnatz
(1883-1934)

RAPSERNTE SABABURG…

UNGEWOLLT…
GRAS HOHES REINHARDSWALD_26.072_bearbeitet-1es begann vor 4 tagen. nach einem zweieinhalbstündigen urwaldbesuch und 2 stunden kaffeepause auf der sababurg fuhr ich durch den reinhardswald heim. ich erlebte ein unerwartet schönes grasschauspiel von der sonne in szene gesetzt. wie im paradies dachte ich mal wieder. die straßenränder waren noch nicht gemäht und es leuchtete mir blond wie mädchenhaar und golden wie… na wie man sich gold so vorstellt entgegen. gegenlicht ermöglichte diese hochschau. ich war aber kräftemäßig so erschöpft dass ich mir vornahm extra noch einmal auf grasfotofang zu gehen.

heute dann fuhr ich nach großen anlaufschwierigkeiten wegen der schwülen hitze – nach anschuppsen meiner enkelin clara – ja geh mal in den urwald. das wird dir guttun. du kannst ja von schatten zu schatten hüpfen – also hüpfte ich.

RAPSERNTE SABABURGP1560074
RAPSERNTE SABABURG_26.07 RAPSERNTE SABABURG_26.071es war dann nicht das gras – das hatte mich ausgetrixt und war schneller in richtung ableben unterwegs als ich denken konnte – sondern ich erlebte eine rapsernte mit. das hatte ich sooo noch nicht gesehen. eben noch stand der raps kerzengerade und sich ausdehnend in richtung himmel und schwuppdiwupp war er abgemäht – der raps. es roch umwerfend gut – aber ich war doch traurig diesen pflanzentod anschauen zu müssen.
RAPSERNTE SABABURG_P1560053
im abgemähten teil wimmerte etwas aber ich konnte nichts sehen. wohl ein rehkitz – die laufen nicht weg wenn sie noch ganz klein sind sondern drücken sich fest an den boden.
ich informierte einen jäger der dabei war das feld zu verlassen. sie hatten die tiere vertrieben durch heftige knallerei. nun suchten sie noch mal mit hund das feld ab. ein jagdschild warnte am straßenrand. der tod von raps und tier war besiegelt – oder wie…

der blick über die felder ist nun ein anderer. herbst liegt im sommer – tod im leben.

BLÜHFARBEN IM VOLLEN RAUSCH…

BOTANISCHER GARTEN KASSEL…
BOT. GARTEN KS_BLUMENBEETE_12.075 BOT. GARTEN KS_WILDGARTEN_12.076der staudengarten erheitert mich mit seinen farben und formen und immer mal wieder spielt sich eine andere staude in den vordergrund. zur zeit haben es mir die taglilien angetan und das gelb der königskerze und des alant sind das schmückende beiwerk.BOT. GARTEN KS_FEDERBLUME_12.072

die federblume mit ihren ballförmigen blütenständen läßt so überhaupt nicht vermuten, als was sie sich entpuppen wird. erst in ein paar wochen werden ihre federn sich entfalten und dann sehen sie aus wie gar nicht so ganz kleine vögelchen. ich liebe sie aufgrund dieser für sie riesigen verwandlungen und bin jedesmal wieder neugierig und erwarte ihren flug.

BOT. GARTEN KS_HEILPFLANZENGARTEN_12.074 BOT. GARTEN KS_TAGLILIEN_12.073der heilkräutergarten ist in vollem wuchse. einige der kräuter müssen kurzgehalten werden – aber sie kommen ja wieder. die zitronenverbene duftet schon von weitem. ein tee daraus schmeckt wunderbar. ich sitze in der nähe und genieße den duft.
ich will die gewürzbeete fotografieren und die namen notieren, aber immer wieder locken mich die sommerblumen weg.
der duft und die farben sind auf jeden fall einen gartenbesuch wert. und manchmal bin ich ganz alleine hier und genieße die stille…