BASALTSTEINBRUCH…

IM DRUSELTAL
STEINBRUCH_UMGEBUNG_29.063STEINBRUCH_LUPINEN PLATT__29.06_bearbeitet-1sommer und ganz eindeutig – das grün mehrt sich, das grün wuchert, das grün erobert sich alles zurück – welch ein segen. über die steinigen hänge legt es sich wie ein teppich. noch schließt es die lücken nicht – aber es ist wahrnehmbar. wenn ich die bilder vom letzten jahr anschaue und mit denen von heute vergleiche, ist ein riesiger unterschied.

den bäumen scheints gut zu gehen – neue wagen sich hervor. vom hornklee über wilde wicken und rainfarn bis zu wundervollen grassorten, die zur zeit blühen, also auch samen bilden werden, um sich zu vermehren, ist es mir eine reine augenweide.

STEINBRUCH_HASE GROß_29.065ich bin nicht allein. ein riesenlöffler hoppelt mir entgegen, als wolle er mich begrüßen, um wieder umzukehren und erst jetzt bemerkt, dass da etwas hasenunähnliches im gelände steht. er macht mir freude, bleibt nochmal hocken, richtet sich auf, und ich kann ein portrait von ihm machen.
ein greif, vielleicht bussard, zieht über mir seine runden, stellt fest, dass ich ihm als beute zu groß bin.

STEINBRUCH_STEINWAND_29.064ich lande im bauch des steinbruchs. da war ich lange nicht, aber es ist sehr heiß. der wind macht einen bogen um diesen teil des geländes. die zackige graue steinwand trotzt der mittagssonne und ich stelle mir vor, wie wenig ich die lage aushalten würde, wäre ich hier fest verankert. ob mein besuch irgendwelche regungen in ihr hervorbringt. auf jedenfall verändern sich meine augen, mein schauen – immer erscheint sie mir und alles ringsum in einem anderen licht, erzeugt andere gefühle und gedanken.

STEINBRUCH_EINZELNE STEINE BUNT_29.061ich bekomme ein geschenk von ihr – einen steinkeil, gerade noch zum tragen. es ist eine vervollkommnung meiner beiden steinkeile, die ich hier schon erhalten habe. ich nehme sie mit nachhause, wo die beiden anderen keile warten. zur kunst taugen sie – hoffentlich.
der bussard ließ mir eine feder. zusammen mit den basaltsteinen bilden sie ein tonintonganzes – wie ganz aufeinander abgestimmt. natur und kunst gehen hier wundersam zusammen – wenn man es will…

STEINBRUCH_STEINBERG MIT ROTEM_29.062

SABABURG – DORNRÖSCHENSCHLOSS…

DER ROSENGARTEN
SABABURG_TORBOGEN MIT BLICK AUFS SCHLOSS_P1540439der rosengarten steht den besucherinnen und besuchern offen – 4 euro eintritt für die aufwendige und fachmännische/frauliche pflege der rosen.

SABABURG_ROSENGARTEN_ROSEN AUF MAUER_P1540447

SABABURG_ROSENGARTEN_I_26.06 regen, wie die mengen aus den vergangenen tagen, mögen die rosen überhaupt nicht. sie haben gelitten, hängen herunter, die fäule bemächtigt sich ihrer – doch einige widerstehn dem ganzen gedöns und öffnen an diesem günstigen sommertag ohne regen flugs ihre dolden. leider haben auch die kleinen schwarzen käfer den wetterumschwung bemerkt und dummeln sich zu hauf im rosenbett.

SABABURG_ROSENGARTEN_III_26.062ich gehe etwas auf distanz, trixe käfer und fäule aus, suche die mutigen rosenrosen, während venus, die schloßhündin, mich begleitet und sich die schattenplätze aussucht. ich bin gern in ihrer begleitung  bilde mir ein, dass sie interesse hat an dem, was ich tue…

SABABURG_ROSENGARTEN_BALDRIAN_P1540466 SABABURG_ROSENGARTEN_II_26.061 SABABURG_ROSENGARTEN_IV_26.063

IN DER KÜHLE DES URWALDES II…

LIMANGO-EICHE…
URWALD_LIMANGEO_EICHE_P1540165als ich ihr vor fünf jahren meine aufmerksamkeit schenkte, sie in meinem buch DIE DUNKLE SCHÖNE UND IHRE URWALDWESEN einen platz fand, reizte mich an ihr dieses entzückende wesen, das einem löwen mit zottiger mähne glich.
eigentlich hat sie sich in der zwischenzeit nicht sonderlich verändert – auf jeden fall erkannte ich ihn wieder – meinen limango. tapfer hält er seinen kopf her, am boden ein wesen, das flehend zu ihm aufschaut.
die eiche steht abseits vom wege und hat keinen besonderen namen. ich nenne sie einfach limango-eiche.

URWALD_LIMANGO EICHE_II_23.064 URWALD_LIMANGO EICHE_III_23.065 URWALD_LIMANGOEICHE_I_23.063_bearbeitet-1auch ihr ging ich ins geäst und sah große parallelen zu der kamineiche. vielleicht sind sie geschwister – sie stehen nicht weit voneinander entfernt. sie erhält nicht annähernd die aufmerksamkeit von der kamineiche. dabei ist sie mindestens ebenso interessant. auch hier das licht des sommertages ein gewinn und gute ausleuchtung meiner fotos.
dass die schadstellen auch gleichzeitig die interessanten stellen an der limango-eiche sind, liegt an der farblichen eigenart, die wunden oft haben.

uralteichen haben etwas erhabenes, erhebendes und locken meine bewunderung ob ihres großen alters.
ach wenn sie doch erzählen könnten, etwas urwaldmäßig einmaliges.

IN DER KÜHLE DES URWALDES…

DER KAMINEICHE INS GEÄST…
URWALD_KAMINEICHE_P1540207der immer andere blick. die kamineiche ist wohl der bekannteste baum im urwald. oft habe ich sie bestaunt und fotografiert, bin in sie hineingeklettert. doch wieder und wieder legt sie sich ein neues gewand an. heute für den hellsten und längsten tag des jahres. die sonne hilft bei der gestaltung und mir ist es nicht unentdeckt geblieben.

URWALD_KAMINEICHE_I_23.06 URWALD_KAMINEICHE_II_23.061 URWALD_KAMINEICHE_III_23.062in ihrem geäst leuchten farbfetzen, das kleid zerrissen und etwas schmerzt mich, weil es auch ausschaut wie klaffende wunden. die wunden machen sie verletzbar und dazu denke ich, dass, wenn die grelle sonne in das so offene baumfleisch hineinfällt, der schmerz der eiche immens sein muß.
die verletzungen, teil des vergehens der eiche, geben schöne bilder her, lenken ab vom schmerz, den sie ja vielleicht auch nicht hat. sie gibt mir tiefen einblick, tut das vielleicht nur für mich, weil die anderen das so nicht wahrnehmen und ich fühle mich ihr verbunden wie nie bisher.

BAUM-ART…

BEBERBECKER FRIEDHOF… reinhardswald

BEBERBECKER FRIEDHOF_I_P1500266die ahornbäume des beberbecker friedhofes sind etwas besonderes. gleichsam alle bemühen sich, kunstwerke hervorzubringen in form von knollen oder wucherungen besonderer art. BEBERBECKER FRIEDHOF_IV_P1500245

BEBERBECKER FRIEDHOF_II_06.061 BEBERBECKER FRIEDHOF_III_06.062

nicht einfach knollenförmige beulen entwickeln sie, sondern gestalten ihre tumorigen ausbuchtungen so detailbeflissen, dass ich sie in die kategorie BAUM-ART einordne. ordnen, das gelingt ihnen nur bedingt, aber immerhin nehmen sie diese baumkrankheit, von erdstrahlen, bakterien oder pilzen ausgelöst, als einen teil von sich und machen das beste daraus.
auch für holzliebhaber sind sie der beste teil eines befallenen baumes, da ihr holz sehr hart wird und einmalige maserungen aufweist, einmalig, weil keine der anderen gleicht.
in unbeaufsichtigten baum- und waldzonen wird ihnen also nicht ihre krankheit, sondern die raffgier der holzliebhaber zum verhängnis. auf dem beberbecker friedhof besteht diese gefahr (hoffentlich) nicht.

STRUKTUREN…

KOMPOSTLOCH
KOMPOSTLOCH_STRUKTUR_VI_P1540005entweder ist alles da oder nichts… das alles – oft viel zu viel und gedrängt – blendet – bestimmt – gibt vor. das nichts macht entweder auch nichts oder es wächst sich aus ins kreative.

KOMPOSTLOCH_STRUKTUREN_II_20.06 KOMPOSTLOCH_STRUKTUREN_III_20.061heute war nichts vorgegeben – heute war im nichts zwischen kommendem auch das vergehen. mit dem sommer kommt der herbst. der ausschluß (abfall) wird ins bild gehoben. strukturen beleben. und zwischen allem das hohe hohe gras.
die farbigen ampferblätter haben es mir angetan.
KOMPOSTLOCH_STRUKTUREN_IV_20.062  KOMPOSTLOCH_STRUKTUREN_V_20.063

elsbeth maag (aus  Idee. Scholle, eine Anthologie))
lyrikerin aus der schweiz schickt mir dazu folgende zeilen:::::::

 

und atmen

pflanzengleich
faserleicht

in den Rispen der
Gräser in Ähren
Borsten Binsen
Blütenhüllblättern
Blütenstengeln
Fruchtkapseln

in Halmfüssen
Wurzelstöcken

in der Zone des Nachtlichts
in der Zone der versammelten Sinne
in der Gleichmässigkeit der grossen
und kleinen Gebärden

atmen
mit der Selbstverständlichkeit
der Blätter der Blüten der Frucht

ausholen und einholen
umarmen loslassen

atmen mit dem Riedgras wenn es sich biegt
und wieder aufsteht und wiederum sich beugt
und nickt

mit dem Blütenspross der Schwertlilie
in ihren dunklen geheimnisvollen Samen

im Pflanzenherz

zwischen Erdschichten
im Duft der Wurzel der Zwiebel der Knolle

G R A S …

EIN HOCHGEFÜHL…

AUE_GRASWIESE_III_11.062

ich war gras
das hat sich mir
zu füßen gelegt
wie wunderbare
grasteppichmuster
ein hochgefühl
im hohen gras
AUE_GRASWIESE_II_11.061die leut neugierig
alte frau im hohen gras
na sowas…
und
schmutzige schuhe und hosen
und so abseits der wege
das macht man doch nicht
AUE_GRASWIESE__I_11.06am liebsten hätte ich
laut gejuchzt
das graskitzeln
die graswege
nicht mal die hunde
wagen sich da hinein

IM BASALTSTEINBRUCH…

LANGSAM – ABER SICHER…

heute muss ich nach längerer pause nachschaun, was die natur zwischen den vielen steinen ausrichten kann, sich wiedererobert hat.

BASALTSTEINBRUCH KS_I_08.06erstmal bin ich sehr erfreut, dass der olle verrottete bagger verschwunden ist und den basaltsteinbruchpanoramablick wieder frei gibt. natur pur – soweit das ein steinbruch – ein nicht mehr abgewirtschafteter – sein kann.

BSALTSTEINBRUCH KS_II_08.063auf den ersten blick scheint es, als hätte sich nichts verändert. doch genauer geschaut – die lupinen haben ganze arbeit geleistet, waren es im vergangenen jahr ein paar vereinzelte pflanzen, haben sie in diesem jahr ganze flächen erobert. dieses hervorragende violettblau erobern auch meinen blick. sie machen aus dem steinbruch einen blumengarten.

BSALTSTEINBRUCH KS_LUPINEN_08.061 BSALTSTEINBRUCH KS_V_LUPINEN II_08.06es gibt heimliche orte in dem bruch – mein steinkreis, den ich bei meinem ersten eintauchen in dieses stille eckchen gezaubert habe, liegt unverletzt und unzerstört wie eine magische formel vor mir. oft sitze ich auf meinem stein und mache pause von allem lauten. da kann ich heute nicht sitzen weil es zu heiß ist.

STEINBRUCH_STEINKREIS_P1500526

BSALTSTEINBRUCH KS_III_08.062und rost – mein bevorzugter liebling – den gibt es überall. fast stolpere ich darüber, weil ich aus dem heißen bruch heraus muß – aber ich kann nicht anders. was diese kartuschen einmal bedeutet haben, weiß ich nicht – werde es aber erfragen…

BEBERBECKER FRIEDHOF…

400 JÄHRIGE EICHE…
BEBERBECKER FRIEDHOF_2011_DSC_57732011
sie winkt mir zu – diese uralteiche – wenn ich vorbei fahre – schon seit vielen jahren – und ich würdige sie immer eines blickes. einen arm streckt sie weit aus – das schaut dann aus wie ein winken.
2011 brachte sie noch etwas laub hervor. als ich sie dieser tage auf dem friedhof  persönlich besuchte, war das nicht mehr der fall.

BEBERBECKER FRIEDHOF_MAI 2016_P1480310BEBERBECKER FRIEDHOF_EICHE_06.06
sie ist wie ein denkmal und unter den baumfreunden bekannt. sie steht da, als wolle sie in dem zustand noch lange verharren. das wäre schön – ohne sie wäre beberbeck um eine sehenswürdigkeit ärmer.